Beschlussvorlage - 0816/2008
Grunddaten
- Betreff:
-
Reduzierung des Zuschusses an die Hagener Versorgungs- und Verkehrs-GmbH für den ÖPNV
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- OB/BC Beteiligungscontrolling
- Bearbeitung:
- Jürgen Reiß
- Beteiligt:
- FB20 - Finanzen und Controlling; FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Bezirksvertretung Eilpe/Dahl
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Vorberatung
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17.09.2008
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29.10.2008
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03.12.2008
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●
Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Nord
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Vorberatung
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17.09.2008
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05.11.2008
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03.12.2008
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●
Erledigt
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Haupt- und Finanzausschuss
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Vorberatung
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18.09.2008
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27.11.2008
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●
Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Mitte
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Vorberatung
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23.09.2008
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04.11.2008
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09.12.2008
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●
Erledigt
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Bezirksvertretung Haspe
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Vorberatung
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24.09.2008
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11.12.2008
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●
Gestoppt
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Bezirksvertretung Hohenlimburg
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Vorberatung
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24.09.2008
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05.11.2008
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26.08.2009
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●
Erledigt
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Stadtentwicklungsausschuss
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Vorberatung
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14.10.2008
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16.12.2008
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●
Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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18.12.2008
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Beschlussvorschlag
1. Dem Vorschlag zu einer weiteren Einsparung beim Leistungsangebot der Hagener Straßenbahn AG in Höhe von jährlich 2 Mio. Euro wird zugestimmt. Auf dieser Grundlage werden die erforderlichen Abstimmungen mit den benachbarten Gebietskörperschaften und Verkehrsunternehmen sowie dem Zweckverband VRR durchgeführt.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, unter Beachtung der reduzierten Verkehrsleistung im ÖPNV den Nahverkehrsplan fortzuschreiben bzw. neu aufzustellen.
3. Die Umsetzung des Einsparkonzeptes erfolgt zum Sommerfahrplan 2009
4. Darüber hinaus wird die Verwaltung beauftragt, mit der HVG Gespräche über weitere Einsparmöglichkeiten im Gesamtkonzern HVG zu führen. Ziel dieser Gespräche ist es, den Zuschussbedarf der HVG für die nächsten Jahre weiter zu senken und eine angemessene Planungssicherheit auch für die HVG zu erreichen.
Die Umsetzung der Vorlage erfolgt bis zum 30.06.2009.
Sachverhalt
Kurzfassung
entfällt
Begründung
Am
10.05.2007 beschloss der Rat der Stadt Hagen, dass eine Liquiditätshilfe in
Höhe von jährlich 20 Mio. € an die Hagener Versorgungs- und Verkehrs-GmbH
(HVG) gezahlt wird. Mit Beschluss vom 30.08.2007 beauftragte der Rat der Stadt
Hagen die Verwaltung, drei Szenarien zu entwickeln, in denen Einsparpotentiale
von 2 Mio. €, 4 Mio. € und 6 Mio. € im Bereich ÖPNV
aufgezeigt werden. Dabei sollte das Einsparpotential in Höhe von 2 Mio. €
bereits im Jahr 2008 verwirklicht werden, die darüber hinausgehenden Maßnahmen
zur Einsparung der weiteren 2 Mio. € und 4 Mio. € sollten in einer
weiteren Vorlage dargestellt werden.
Für
das Jahr 2008 wurden an die HVG entsprechend dem Beschluss ein Betrag in Höhe
von 18 Mio. € ausgezahlt. Die Reduzierung um 2 Mio. € gegenüber 2007
konnte auf Seiten der Hagener Straßenbahn AG einerseits durch innerbetriebliche
Maßnahmen sowie andererseits durch das neue Nachtexpress-Netz ab 15.06.2008 aufgefangen
werden.
In
seinen Sitzungen am 29.05.2008 und 19.06.2008 wurden dem Rat der Stadt Hagen
die Maßnahmen vorgestellt, die zur Einsparung weiterer 2 Mio. € und 4
Mio. € führen können. Der Rat der Stadt Hagen fasste am 19.06.2008
folgenden Beschluss:
„Die Szenarien zur Einsparung
weiterer 2 Mio. € und 4 Mio. € sind im Rahmen der Detailplanung und
der Fortschreibung des Nahverkehrsplans zu konkretisieren. Die Ergebnisse sind
in den Rat bis zum 16.10.2008 als Beschlussvorlage einzubringen. Hieraus
ergeben sich Potentiale für weitere Kostensenkungen über die in 2008 erreichten
Einsparungen hinaus.“
In
dieser Vorlage werden die Maßnahmen durch die Verwaltung vorgestellt. Die Hagener
Straßenbahn AG hat für die Sitzung des Aufsichtsrates am 25.08.2008 eine umfangreiche
Vorlage vorgelegt, die als Anlage beigefügt ist und auf die in den Detailaussagen
Bezug genommen wird. Der Vorstand kommt dabei zu folgendem Fazit:
„Da es offensichtlich unvermeidlich
ist, weitere Einsparungen vorzunehmen, sollte das Einsparungsszenario weitere 2
Mio. € realisiert werden. Die darin enthaltenen Maßnahmen führen zu teilweise
deutlichen Einschränkungen in der Bedienungsqualität mit erheblichen Nachteilen
für die Kunden. Die Einstellung der Midibuslinien ist hierbei die weitgehendste
Maßnahme, die sicherlich auch zu den heftigsten Reaktionen im Kundenkreis
führen wird. Es wird empfohlen, die Änderung des Angebotes an Sonn- und
Feiertagen zurückzustellen, da dieses tiefgreifende Veränderungen nach sich
ziehen und mit den übrigen Maßnahmen das Einsparungsziel von 2 Mio. € erreicht
wird.
Mit den Maßnahmen des
Einsparungsszenarios weitere 4 Mio. € wird die Angebotsstruktur in Hagen
grundlegend geändert. Hieraus ergeben sich Veränderungen für einen großen Teil
der Kunden. Überwiegend verlängern sich die Fahrzeiten durch die zusätzlichen
Umsteigevorgänge. Die Attraktivität des ÖPNV wird hierdurch nachhaltig beeinträchtigt
mit der Folge eines deutlichen dauerhaften Fahrgastrückganges. Dies kann
letztendlich zu einer Existenzgefährdung des Unternehmens führen.
Die Leistungsreduzierungen wirken sich
unmittelbar auf die privaten Busunternehmen, aber auch auf die
Tochterunternehmen aus und führen dort zu erheblichem Stellenabbau. Die
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der privaten Busunternehmen wird erheblich
beeinträchtigt, was dazu führen kann, dass diese nicht mehr am Markt bestehen
können. Insbesondere bei dem Einsparungsszenario weitere 4 Mio. € ergeben
sich auch deutliche Auswirkungen auf die Arbeitsplätze bei der Hagener Straßenbahn
AG.“
Der
Aufsichtsrat der Hagener Straßenbahn AG hat folgenden Beschluss gefasst:
„Der
Aufsichtsrat der Hagener Straßenbahn AG nimmt die vorgelegten Untersuchungen
zur Einsparung von weiteren 2 und 4 Mio. € zur Kenntnis.
Der
Aufsichtsrat bekräftigt seine Auffassung, dass weitere Einsparungen zu
erheblichen Leistungseinschränkungen führen werden und insbesondere das
Einsparungsszenario von weiteren 4 Mio. € existenzgefährdend für die
Hagener Straßenbahn AG ist und bittet den Rat der Stadt Hagen, von einer
Beschlussfassung zu derartigen Maßnahmen abzusehen.
Alle
zukünftigen Änderungen werden von einem umfassenden Kommunikationskonzept
begleitet.“
Stellungnahme
der Verwaltung:
Aus Sicht der Verwaltung
sind die von der Hagener Straßenbahn AG vorgestellten Szenarien zur Einsparung
weiterer 2 Mio. € und 4 Mio. € nachvollziehbar. Aus Sicht eines
noch attraktiven ÖPNV-Angebotes in Hagen sollte das „2 Mio. € -
Szenario“ umgesetzt werden. Es führt zwar in einigen Bereichen zu
deutlichen Veränderungen zum jetzigen Angebot, erscheint aber vor dem
Hintergrund notwendiger Konsolidierungsbeiträge eine noch vertretbare Lösung
darzustellen.
Die Umsetzung des „4
Mio. € - Szenarios“ führt dagegen voraussichtlich zu einer 10 - 15
%igen Erhöhung des Individualverkehrs in der Innenstadt, die verkehrlich und
umweltpolitisch (Luftreinhaltung) große
Probleme mit sich bringt. Zudem wären die Auswirkungen der sogenannten
gebrochenen Verkehre auf die Kunden so groß, dass die Straßenbahn AG insgesamt
mit einem Akzeptanzproblem zu kämpfen hätte.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
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1
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(wie Dokument)
|
1,7 MB
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24.09.2008 - Bezirksvertretung Haspe - geändert beschlossen
Beschluss:
Die Bezirksvertretung Haspe sieht die Vorlage
als eingebracht.
Die Bezirksvertretung Haspe bildet eine
Kommission bestehend aus je einem Vertreter der Fraktionen, der
Einzelmitglieder sowie als externe Berater Bernd Jaeger und Hans-Jürgen Warda.
Auftrag dieser Kommission wird sein, unter
Beachtung des Einsparvolumens für den Stadtbezirk Haspe ein Konzept zu
entwickeln, dass die Versorgungstiefe möglichst erhält.
Die erarbeiteten Ergebnisse sollen in einem
Bürgerforum unter Leitung der Hagener Straßenbahn AG mit den Nutzerinnen und
Nutzern des ÖPNV diskutiert werden.
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Abstimmungsergebnis: |
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x |
Einstimmig beschlossen |
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Dafür: |
15 |
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Dagegen: |
0 |
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Enthaltungen: |
0 |
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Es folgt eine Sitzungsunterbrechung in der Zeit von 16.35 Uhr bis 16.42 Uhr.
03.12.2008 - Bezirksvertretung Hagen-Nord - geändert beschlossen
Geänderter Beschluss:
1.
Dem
Vorschlag zu weiteren Einsparungen beim Leistungsangebot der Hagener
Straßenbahn AG in Form der Empfehlungen aus den einzelnen Stadtbezirken, wie
sie sich aus der Begründung der Ergänzungsvorlage 1128/2008 ergeben, wird
zugestimmt.
- Linie
528
Beibehaltung der Streckenführung der Linie 528 über „Alexanderstraße“ und „Am Sportpark“ zur Aufrechterhaltung der Direktverbindung zwischen Boelerheide und den Schulen im Bereich Höing und Innenstadt.
- Linie
536/538
Beibehaltung der Verbindung Garenfeld / Berchum aus Gründen der Schülerbeförderung zur Grundschule Berchum.
- Bedienung
Altenheim Buschstraße
Gewährleistung einer direkte Erreichbarkeit der Innenstadt
- Linie
544
Ausdünnung des Fahrplanes zur Kompensation der vorgenannten Änderungen
Auf dieser Grundlage werden die erforderlichen Abstimmungen mit den
benachbarten Gebietskörperschaften und Verkehrsunternehmen sowie dem
Zweckverband VRR durchgeführt.
2.
Der zum
ersten Sparpaket, in dem ein Volumen von 2,52 Mio. € beschlossen wurde,
fehlende Betrag ist durch weitere Maßnahmen (ÖPNV-Bevorrechtigung,
Schülerverkehre, Sonn- und Feiertagsverkehr) zu erreichen.
3.
Die
Umsetzung des Beschlusses zu 1. erfolgt zum Sommerfahrplan 2009, die Umsetzung
des Beschlusses zu 2., sofern Auswirkungen auf den Fahrplan bestehen, zum
Winterfahrplan 2010, ansonsten ab Anfang des Jahres 2010.
4.
Die
Verwaltung wird beauftragt, unter Beachtung der reduzierten Verkehrsleistungen
im ÖPNV den Nahverkehrsplan fortzuschreiben bzw. neu aufzustellen.
Zusatz:
Der ÖPNV-Beirat ist am weiteren
Verfahren zu beteiligen
Die Umsetzung der Vorlage erfolgt bis zum
30.06.2009.
16.12.2008 - Stadtentwicklungsausschuss - geändert beschlossen
Beschluss:
1. Dem Vorschlag zu einer weiteren Einsparung beim Leistungsangebot der Hagener Straßenbahn AG in Höhe von jährlich 2 Mio. Euro wird zugestimmt. Auf dieser Grundlage werden die erforderlichen Abstimmungen mit den benachbarten Gebietskörperschaften und Verkehrsunternehmen sowie dem Zweckverband VRR durchgeführt.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, unter Beachtung der reduzierten Verkehrsleistung im ÖPNV den Nahverkehrsplan fortzuschreiben bzw. neu aufzustellen.
3. Die Umsetzung des Einsparkonzeptes erfolgt zum Sommerfahrplan 2009
4. Darüber hinaus wird die Verwaltung beauftragt, mit der HVG Gespräche über weitere Einsparmöglichkeiten im Gesamtkonzern HVG zu führen. Ziel dieser Gespräche ist es, den Zuschussbedarf der HVG für die nächsten Jahre weiter zu senken und eine angemessene Planungssicherheit auch für die HVG zu erreichen.
Die Umsetzung der Vorlage erfolgt bis zum 30.06.2009.
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Abstimmungsergebnis: |
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x |
Die Beschlussfassung erfolgt auf der Grundlage der Vorlage 1128/08 Vorlage 1128/2008 |