27.11.2008 - 6.6 Reduzierung des Zuschusses an die Hagener Verso...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.6
- Gremium:
- Haupt- und Finanzausschuss
- Datum:
- Do., 27.11.2008
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:08
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- OB/BC Beteiligungscontrolling
- Bearbeitung:
- Jürgen Reiß
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Riechel teilt für die
Herr Asbeck weist darauf hin, dass die weiteren Einsparungen im Prinzip mit dem 1.
Sparpaket beschlossen worden sind. Hier festgehalten mit einem Volumen von rd.
2,52 Mio. €. Das von der Straßenbahn vorgelegte Konzept ist seiner
Ansicht nach sehr sachlich, fundiert und ausgewogen. Es hat auch in den
Anhörungen in den einzelnen Stadtbezirken und Bezirksvertretungen Akzeptanz
gefunden, sicherlich auch begleitet durch kritische Stimmen. Möglichweise wird
es Korrekturen an dem Konzept geben und man wird darauf zu achten haben, dass
das Gesamteinsparziel erreicht wird. Selbst bei Berücksichtigung und Akzeptanz
aller kritischer Punkte, was seiner Auffassung nach nicht möglich sein wird,
wäre man bei einem Einsparpotential von rd. 1,6 Mio. € angelangt. Auch
dies ist ein Indiz, dass das Konzept sehr durchdacht ist. Die Frage des noch
offenen Betrages von rd. 500.000 € und die Frage der Sonntags- und
Nachtverkehre wird gesondert zu behandeln sein. Unter Einbeziehung dieses
Bereichs käme man auf eine Einsparsumme von rd. 2,1 Mio. €. Herr Asbeck
kann die ablehnende Haltung von Herrn Riechel in dieser Sache nicht
nachvollziehen.
Der Sparbeschluss zum ÖPNV wurde mit großer
Mehrheit gefasst, erinnert Herr Weber, wobei man sich eine Marge von rd.
2 Mio. € gesetzt hat. Wenn er sich die Ergebnisse aus den Beratungen in
den Bezirksvertretungen ansieht, so geht er davon aus, dass das Sparvolumen
umzusetzen sein wird. Die Vorgabe aus dem 1. Sparpaket ist damit zwar nicht in
Gänze erreicht worden, jedoch ist er der Auffassung, dass man auch diesen
restlichen Betrag durch intelligente Lösungen noch wird stemmen können und
dabei trotzdem eine vernünftige Liniennetzqualität in den Stadtbezirken wird
aufrecht erhalten können. Es ist dafür Sorge zu tragen, dass die Anbindung in
den Wohnbezirken noch vernünftig funktioniert und man nicht zur Hauptstraße
laufen muss, um einen Bus in einer geeigneten Taktfolge zu erreichen. Aus Sicht
von Herrn Weber sollte nun die Zeit bis zur Beschlussfassung im Rat am
18.12.2008 genutzt werden, um ggf. die Bezirksvertretungen noch einmal um
Prüfung zu bitten, ob hier ein weiteres Mal nachgearbeitet werden kann. Er ist
davon überzeugt, dass am Ende noch ein funktionierender ÖPNV in Hagen zur Verfügung
stehen wird. Einsparungen, die über diese nun anstehenden hinausgehen würden,
wären dann allerdings nicht mehr zu vertreten.
Herr Riechel macht noch einmal deutlich, dass seine Fraktion immer wieder erklärt
hat, Konzepte zur Reduzierung des ÖPNV nicht mittragen zu können. Er
kritisiert, dass es bereits heute schwierig sei, in den Abendstunden ab 20 Uhr
eine Anbindung an die Außenbezirke zu bekommen. Gleiches gilt für den Zeitraum
ab 8 Uhr morgens, wenn man zu dieser Zeit zur Arbeit fahren muss, weil hier die
Linien nur noch stündlich fahren.
Herr Thielmann pflichtet insoweit Herrn Riechel bei, als man sich kurz vor der Schmerzgrenze
bei den Einsparungen im ÖPNV befindet und verdeutlicht dies anhand eines
Beispiels. Er sieht im weiteren Verlauf noch Gesprächsbedarf zwischen
Betroffenen und der Straßenbahn. Sinnvoll könnte es auch sein, eine Spreizung
der Öffnungszeiten von Schulen anzustreben, was seiner Auffassung nach
ebenfalls zu Unmut führen wird.
Für die
Herr Röspel erklärt, dass Herr Asbeck die Haushaltssituation dargestellt hat und vor
diesem Hintergrund gesehen werden muss, in welchen Bereichen des ÖPNV
eingespart werden kann. Dies betrifft zunächst die Einschränkung von
Direktverbindungen. Hier sieht er kein großes Hindernis und verweist darauf,
dass man es sich nicht mehr leisten kann, auf direktem Weg zu allen Punkten in
der Stadt gefahren zu werden. Hier wird man Umstiege in Kauf nehmen müssen.
Auch die CDU-Fraktion ist bemüht darauf zu achten, dass Kinder, Jungendliche,
Berufstätige und alte Menschen dahin kommen können, wohin sie gelangen müssen.
Mit etwas gutem Willen hält er es für möglich, bis zur Beschlussfassung im Rat
am 18.12.2008 ein Paket geschnürt zu bekommen, mit dem man wird zurecht kommen
können.
Herr Sondermeyer pflichtet bei, dass es zumutbar ist, auch einmal
Umstiege in Kauf zu nehmen. Sofern man jedoch einen gut funktionierenden ÖPNV
haben möchte, muss dieser auch finanziert werden. Steigt man in Kürzungen ein,
so geht man ab einem gewissen Punkt auch an die Substanz. Nach Ansicht der
Fraktion Die Linke. geht man bereits jetzt an die Substanz. Herr Sondermeyer
weist darauf hin, dass es nahezu unmöglich ist, einen Fahrgast, der einmal aus
dem ÖPNV komplett ausgestiegen ist, zurückzugewinnen.
Herr Bannes informiert darüber, dass die Veränderungen zu Mehr- und Minderkosten
zusammengefasst werden und dieses Paket über die Bezirksvertretungen in den Rat
eingespeist wird, damit im Rat ein Gesamtpaket vorliegt.
Herr Oberbürgermeister Demnitz schlägt vor diesem Hintergrund vor, die
Beschlussfassung auf den Rat am 18.12.2008 zu schieben, in der Hoffnung, dass
die Bezirksvertretungen bis dahin ihr abschließendes Votum erarbeitet haben.
Der Stadtentwicklungsausschuss soll dann versuchen, die Ergebnisse vor dem Rat
zu bündeln.
Bedenken, so zu verfahren, bestehen nicht.
Beschluss:
1. Dem Vorschlag zu einer weiteren Einsparung beim Leistungsangebot der Hagener Straßenbahn AG in Höhe von jährlich 2 Mio. Euro wird zugestimmt. Auf dieser Grundlage werden die erforderlichen Abstimmungen mit den benachbarten Gebietskörperschaften und Verkehrsunternehmen sowie dem Zweckverband VRR durchgeführt.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, unter Beachtung der reduzierten Verkehrsleistung im ÖPNV den Nahverkehrsplan fortzuschreiben bzw. neu aufzustellen.
3. Die Umsetzung des Einsparkonzeptes erfolgt zum Sommerfahrplan 2009
4. Darüber hinaus wird die Verwaltung beauftragt, mit der HVG Gespräche über weitere Einsparmöglichkeiten im Gesamtkonzern HVG zu führen. Ziel dieser Gespräche ist es, den Zuschussbedarf der HVG für die nächsten Jahre weiter zu senken und eine angemessene Planungssicherheit auch für die HVG zu erreichen.
Die Umsetzung der Vorlage erfolgt bis zum 30.06.2009.
Anlagen zur Vorlage
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
|
(wie Dokument)
|
1,7 MB
|
