Beschlussvorlage - 1014/2007
Grunddaten
- Betreff:
-
Gestaltung des Johanniskirchplatzes
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Margot Sander
- Beteiligt:
- 23 Fachbereich Immobilien, Wohnen und Sonderprojekte
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Mitte
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Vorberatung
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30.10.2007
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04.12.2007
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22.01.2008
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Erledigt
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Stadtentwicklungsausschuss
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Vorberatung
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06.11.2007
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Erledigt
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Umweltausschuss
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Vorberatung
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06.12.2007
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Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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Sachverhalt
Kurzfassung
Anstelle des Pavillons auf
dem Johanniskirchplatz soll ein neues Gebäude errichtet werden. Auf der
Grundlage der Planungsvariante 3 wird die Verwaltung eine Ausschreibung
durchführen. Die planungsrechtlichen Voraussetzungen werden durch Aufstellung
eines Bebauungsplanes nach § 13a BauGB und Änderung des
Flächennuzungsplanes geschaffen.
Begründung
Planungsziele
Die historische Mitte der
Stadt Hagen ist durch den Bau des Innenstadtringes in der Zeit des
Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg in eine Randlage gedrängt worden. Der
Märkische Ring trennt die Johanniskirche von der Fußgängerzone ab. Seit den
90er Jahren entwickelte sich der Bereich südöstlich der Kirche immer stärker zu
einem City-Ergänzungsgebiet. Insbesondere sind die Errichtung des
Medienzentrums auf der Springe und die neuen Nutzungen auf dem ehem. Elbersgelände
zu nennen. Diese Einrichtungen sind städtebaulich schlecht eingebunden. Dies
beruht auch auf der großen Distanz zur übrigen Innenstadt. Es sind große
Platzflächen zu überwinden, die bis auf die Markttage nur schwach frequentiert
werden.
Ziel der Umgestaltung des
Johanniskirchplatzes ist die Belebung dieses wichtigen Bereiches zwischen der
Fußgängerzone und der Springe. Zurzeit trägt der leerstehende Pavillon mit zum
tristen Erscheinungsbild des Platzes bei. An gleicher Stelle soll ein
attraktiver Neubau entstehen, der den Platz vom Verkehrslärm abschirmt.
Zusammen mit einer Verdichtung der Nutzungen, wie z.B. Außengastronomie, soll
die Aufenthaltsqualität auf dem Johanniskirchplatzes verbessert werden.
Vorstellung der Planungsvarianten
Es wurden für eine
Randbebauung des Johanniskirchplatzes bisher drei Planungsvarianten untersucht:
- Neubau eines Pavillons
- Errichtung eines L –förmigen
mehrgeschossigen Baukörpers an der Kreuzung Frankfurter Straße / Ecke
Märkischer Ring
- Errichtung eine mehrgeschossigen Baukörpers
längs zum Märkischen Ring
Variante 1 (Anlage
2):
Der alte Pavillon, der
zusammen mit den Abgängen zu den öffentlichen Toiletten fast 100 qm der
Platzfläche in Anspruch nimmt, soll durch einen neuen ersetzt werden. Der neue wird
eine Grundfläche von ca. 200 qm (ohne
Dachüberstände) haben . Die Platzfläche ließe sich durch eine Arkade fassen,
die über die Gebäudelänge von ca. 28 m am Märkischen Ring hinausgeht. Weil das
Gelände in Richtung Marktbrücke fällt, ist die Traufhöhe des Pavillons an der
nordöstlichen Seite um etwa einen Meter höher als am südwestlichen Ende. Diese
Gefälle kann dazu genutzt werden, den Innenraum zu staffeln und und im
nordöstlichen Abschnitt ein Galeriegeschoss unterzubringen. Als Nutzung kommt
ein Café in Frage.
Der Eingriff in die vorhandene Marktfläche ist minimal, da
der neue Pavillon nach Süd-westen in Richtung Frankfurter Straße in etwa mit
der Flucht des alten abschließen wird. Die Vergrößerung der Grundfläche
gegenüber dem alten Pavillon ergibt sich hauptsächlich durch die fast
vollständige Inanspruchnahme der Flächen zwischen dem Märkischen Ring, der
Rampe zur Tiefgarage im Nordosten und dem Beet mit den Bäumen im Südosten. In
dem Bereich befinden sich Schaltkästen und ein Abspannungsmast für die Straßenbeleuchtung,
die versetzt werden müssen. Dies gilt
auch für die folgenden Varianten.
Es ist davon auszugehen,
dass es für den Neubau eines Pavillons keinen Investor geben wird.
Variante 2 (Anlage
3):
Im Kreuzungsbereich
Frankfurter Straße / Ecke Märkischer Ring soll auf auf einem L- förmigen Grundriss eine
viergeschossige Bebauung entstehen, die den Johanniskirchplatz nach Westen hin gegen den Verkehr auf dem Märkischen Ring abschirmt. Die Traufhöhe orientiert sich in etwa an dem Langhaus der
Johanniskirche und der nordöstlichen Platzrandbebauung.
Der längere Gebäudeflügel ist im Bereich des alten Pavillons geplant. Das
Erdgeschoss wird nur etwas über 210 qm der Platzfläche in Anspruch nehmen (ohne
Dachüberstände). Im Erdgeschoß sind kleine Läden oder ein Café denkbar. Die
drei Obergeschosse kommen sowohl für eine Büronutzung als auch für eine
Wohnnutzung in Frage: zum Beispiel altengerechte Wohnungen, die über einen
Fahrstuhl auf der Nordwestseite erschlossen werden. Die Erschließung und die
Nebenräume liegen auf der dem Ring zugewandten Seite, die Wohnräume orientieren
sich zur Johanniskirche. Insgesamt wären 12 kleine Wohnungen denkbar. Die
Bruttogeschossfläche würde bei ca. 1.220 qm liegen.
Auf der Südwestseite wird der Baukörper um einen kürzeren
Flügel ergänzt. Dieser ist nur halb so lang wie der Baukörper auf der
Nordwestseite und bietet Platz für 6 altengerechte Wohnungen. Optisch sind die
beiden Bauteile durch ein weitauskragendes Dach verbunden. Durch die
Gebäudestellung ergibt sich ein Tor, dass über vier Geschosse reicht und den
Markt diagonal von der Kreuzung Märkischer Ring / Frankfurter Straße her
erschließt. Der Eingriff in die Marktfläche vergrößert sich um etwa 200 qm.
Beide Baukörper zusammen haben eine Bruttogeschossfläche von ca. 1.750 qm.
Aus der Zweiteilung des Baukörpers resultiert eine relativ
aufwendige Erschließung mit zwei Treppenhäusern. Es ist davon auszugehen, dass
die Variante 2 gemessen an Kriterien der Wirtschaftlichkeit nicht realisierbar
ist. Die optimale Abschirmung gegenüber dem Märkischen Ring und der Einmündung
Frankfurter Straße wird damit erkauft, dass die Blickbeziehung aus der
Mittelstraße heraus auf die Johanniskirche relativ stark eingeschränkt wird.
Die Sichtachse zum Kirchturm bleibt im Wesentlichen bestehen, jedoch wird der
Blick auf das Kirchenschiff durch den neuen Baukörper weitgehend verstellt.
Variante 3 (Anlage 4):
Bei der Variante 3 soll nur die Flanke des Platzes bebaut
werden, die dem Märkischen Ring zugewandt ist. Mit einem ca. 43 m langen
Gebäude würde diese Seite des Platzes etwa zur Hälfte geschlossen. Aus der
Mittelstraße heraus bliebe die Sichtbeziehung zur Johanniskirche weitgehend
erhalten. Bezogen auf die Marktfläche ist ein ähnlicher Eingriff wie bei
Variante 2 erforderlich. Mit eta 380 qm Grundfläche böte das Erdgeschoss neben
einem Café noch Platz für andere Nutzungen, ggf. auch für kirchliche. Durch das
Verschwenken des Baukörpers im Erdgeschoss wird eine Platzfläche geschaffen,
die nicht nur vom Märkischen Ring abgeschirmt wird, sondern zusätzlich vom
Einmündungsbereich der Frankfurter Straße in den Ring. Als Nutzung für die Obergeschosse
kommen sowohl Büros als auch altengerechtes, barrierefreies Wohnen in Frage.
Zum Platz hin und auf der Nordostseite hat das Gebäude eine Höhe von vier
Geschossen. Zum Ring hin staffelt sich die Gebäudehöhe auf insgesamt fünf
Geschosse. Mit einer Bruttogeschossfläche von etwa 1.850 qm ist bei dieser
Variante davon auszugehen, dass eine Realisierung zu wirtschaftlichen
Bedingungen möglich ist.
Weitere Vorgehensweise:
Das zu bebauende Grundstück befindet sich in städtischem
Eigentum und ist im Flächennutzungsplan als Grünfläche ausgewiesen. Einen
rechtskräftigen Bebauungsplan gibt es nicht. Voraussetzung für die Realisierung
des Vorhabens ist sowohl die Änderung des Flächennutzungsplanes als auch die
Aufstellung eines Bebauungsplanes. Als geeignetes Instrument kommt ein Bebauungsplan nach § 13a BauGB (mit
vorgezogener Bürgerbeteiligung) in Frage. Zu dem Verfahren gehören in einer
ersten Stufe auch die notwendigen Abstimmungen mit den Marktbetreibern. Das
Vorhaben wurde bereits im April diesen Jahres im Presbyterium der Evang.-Luth.
Stadtkirchengemeinde Hagen vorgestellt. Die weiterentwickelte Planung wurde im
September mit Vertretern der Kirchengemeinde erörtert. Vor Eintritt in das
Verfahren wird eine Untersuchung der Umweltbelange stattfinden: Lärmsituation
vorher / nachher, Schadstoffuntersuchung usw..
Auf der Basis der Variante 3 ist gegebenfalls eine wettbewerbsähnliche
Ausschreibung (Architektur und Kaufpreisgebot) vorzubereiten bzw. mit den
bereits vorhandenen Investoren/Bauherren in weitere Verhandlungen einzutreten.
Die notwendige Toilettenanlage soll in Kombination mit einem Cafe im EG
untergebracht werden.
Kosten
Die erforderlichen Kosten für den Abriss des vorhandenen
Pavillons, Verlegung von Leitungen usw. sollen
beim Verkauf des Grundstückes umgelegt werden. Für die Umgestaltung der
Platzflächen sind bereits in den 90er Jahren Fördermittel geflossen. Diese
müssen für die Bereiche, in denen ein baulicher Eingriff stattfindet,
zurückgezahlt werden.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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106,2 kB
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2
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(wie Dokument)
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60,1 kB
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3
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(wie Dokument)
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71,3 kB
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4
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(wie Dokument)
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71,9 kB
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