Beschlussvorlage - 0737/2018
Grunddaten
- Betreff:
-
Internationale Gartenausstellung Metropole Ruhr2027 (IGA Metropole Ruhr 2027), Gleichlautender Beschlussvorschlag (RVR, Kreise, Kommunen), hier: Grundsatzbeschluss zur Teilnahme der Stadt Hagen
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Stephanie Roth
- Beteiligt:
- FB20 - Finanzen und Controlling; FB60 - Verkehr, Immobilien, Bauverwaltung und Wohnen
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Umweltausschuss
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Vorberatung
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12.09.2018
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Erledigt
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Haupt- und Finanzausschuss
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Vorberatung
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13.09.2018
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Erledigt
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Stadtentwicklungsausschuss
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Vorberatung
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18.09.2018
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Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Nord
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Vorberatung
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19.09.2018
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Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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27.09.2018
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Beschlussvorschlag
Der Rat der Stadt Hagen
- begrüßt den Vorschlag des Regionalverbands Ruhr zur Durchführung einer Internationalen Gartenausstellung im Jahr 2027 (IGA 2027) in der Metropole Ruhr.
- beschließt die Beteiligung am Durchführungshaushalt zur IGA 2027 mit einem jährlichen Beitrag in Höhe von 31.873 Euro im Zeitraum 2019-2028 (insgesamt 318.730 Euro).
- stimmt zu, dass die konkreten Angaben zu den Kosten und den finanziellen Auswirkungen im Rahmen der Maßnahmenplanung zu Förderanträgen dem Rat der Stadt Hagen zu einem späteren Zeitpunkt vorgelegt werden.
Sachverhalt
Kurzfassung
Die Landesregierung NRW hat am 10.07.2018 in ihrem Kabinettsbeschluss eine generelle Unterstützung der IGA Metropole Ruhr 2027 zugesagt. Die Mitgliedskörperschaften des RVR sind nun aufgefordert, Grundsatzbeschlüsse zur Teilnahme an der IGA 2027 zu fassen. Mit dem Beschluss soll die Beteiligung am Durchführungshaushalt IGA 2027 zugesichert werden. Der Durchführungshaushalt zur Realisierung der IGA 2027 beläuft sich auf ca. 85 Mio. Euro. Ein Anteil in Höhe von 25 Mio. Euro ist innerhalb der nächsten 10 Jahre von den Kommunen des RVR aufzubringen. Durch die Stadt Hagen ist ein jährlicher Beitrag in Höhe von 31.873 Euro im Zeitraum 2019-2028 (insgesamt 318.730 Euro) zuzusichern und in die Haushalte einzustellen. Nach Angabe des RVR zahlen alle Kommunen ihren in der Anlage „Sachstandspräsentation des RVR, Stand: August 2018“ aufgeführten Anteil am Durchführungshaushalt zur IGA 2027, unabhängig davon, ob die Projekte den Filter- und Qualifizierungsprozess erfolgreich durchlaufen.
Auf Basis der verbindlichen Zusicherung der Kommunen, wird die Verbandsversammlung des RVR die Zusage an die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) beschließen und die Verwaltung des RVR mit der Gründung einer Durchführungsgesellschaft beauftragen.
Begründung
Einführung
In Folge eines Kongresses zum Emscher Landschaftspark im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas – RUHR.2010 ließ der Regionalverband Ruhr (RVR) eine Machbarkeitsstudie zur Durchführung einer dezentralen Internationalen Gartenausstellung (IGA) im Ruhrgebiet erstellen.
Die Machbarkeitsstudie (2015) kam zu dem Ergebnis, dass eine IGA Metropole Ruhr 2027 realisierbar ist. Die Machbarkeitsstudie diente als Grundlage für die Entscheidung und Beschlussfassung der Kommunen und Kreise (Beschluss vom 30.06.2016, Drucksachen-Nr. 0561/2016) sowie der Verbandsversammlung des RVR (Beschluss vom 11.03.2016) für die Bewerbung zur IGA Metropole Ruhr 2027. Am 07.12.2016 hat die Metropole Ruhr von der Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) den Zuschlag für die Durchführung der IGA 2027 erhalten.
Nachdem die Landesregierung NRW in ihrem Kabinettsbeschluss vom 10.07.2018 eine generelle Unterstützung der IGA 2027 zugesagt hat, sind nun die Mitgliedskörperschaften des RVR aufgefordert, Grundsatzbeschlüsse zur Teilnahme an der IGA 2027 herbeizuführen und die Bereitschaft zur Beteiligung an den Durchführungskosten zu dokumentieren. Auf Basis dieser verbindlichen Zusicherung wird die Verbandsversammlung des RVR die Zusage an die DBG beschließen und die Verwaltung des RVR mit der Gründung einer Durchführungsgesellschaft beauftragen.
Konzeption
Ende 2017 hat der RVR einen detaillierten Projekt- und Finanzplan zur IGA 2027 vorgelegt. Hauptziele der IGA 2027 sind, wie bei den vorherigen Dekadenprojekten Internationale Bauausstellung (IBA) Emscher Park und Kulturhauptstadt Europas – RUHR.2010, Imagegewinn für das Ruhrgebiet sowie die Initiierung und Fortführung von Investitionen in die (Freiraum-) Infrastruktur zur Bewältigung des Strukturwandels. Mit innovativen Antworten auf die Leitfrage „Wie wollen wir morgen leben, wohnen und arbeiten?“ soll die IGA 2027 eine vergleichbar positive Wirkung erreichen wie ihre Vorgängerprojekte. Mit umfangreichen Investitionen in die Freiraum- und Stadtentwicklung sowie in die touristische Infrastruktur der Region sollen herausragende Projekte einem internationalen Publikum präsentiert, weltweite Aufmerksamkeit generiert und ein nachhaltiger Imagewandel ausgelöst werden. Aus Investitionen und Eventdurchführung sind erhebliche positive regionalwirtschaftliche Effekte und ein nachhaltiger Beschäftigungszuwachs im (Garten-)Bauwesen und in der Tourismuswirtschaft zu erwarten (siehe unten).
„Zukunftsgärten“ fungieren auf der ersten Ebene als Hauptinvestitions- und Haupteventstandorte und machen umweltbezogene Kernfragen zu Gärten, Umwelt, Klima, Energie und Stadtentwicklung begreifbar. In den Zukunftsgärten werden die Leitfragen „Wie wollen wir morgen leben, wohnen und arbeiten?“ exemplarisch beantwortet und umwelt- und freiraumbezogene innovative Lösungen für Probleme unserer Zeit aufgezeigt. Die Zukunftsgärten sind damit Anziehungspunkte für nationales und internationales Publikum.
Die drei eintrittspflichtigen Zukunftsgärten Rheinpark in Duisburg, Nordstern-Hugo-Grimberg in Gelsenkirchen sowie Emscher Nordwärts in Dortmund bieten – neben den oben genannten Themen – Raum für gärtnerische Leistungsschauen und intensive Schaupflanzungen.
Drei nicht eintrittspflichtige Zukunftsgärten in Dinslaken-Voerde (Emschermündung), Emscherland (Castrop-Rauxel/Recklinghausen) und Bergkamen/Lünen ergänzen die Schaustandorte und bieten z.B. besondere Freizeit- und Erholungsangebote.
Auf der Ebene „Unsere Gärten“ werden vorhandene und neue städtebauliche, landschaftliche und touristische Projekte der Region identifiziert und weiter qualifiziert. Diese Ebene ist damit ein essenzieller Bestandteil der Präsentation des Ruhrgebiets als neue grüne Städtelandschaft. Der vom RVR vorgelegte Investitionshaushalt sieht für diese Ebene ein gesamtes Investitionsvolumen von ca. 70 Mio. Euro vor, für das Fördermittel akquiriert werden sollen.
Die Ebene „Mein Garten“ bildet die Mitmachebene für lokale Vereine und Gruppen in der Region. Ihre Aufgabe liegt in Beteiligung und Identifikation. In der Aktivierung lokaler Gruppen liegen besondere Chancen für bürgerschaftliches Engagement, neue Formen der Zusammenarbeit (Open Government) und nachhaltiges Empowerment. Die Aktivierung dieser Ebene wird Aufgabe der Durchführungsgesellschaft und wird vollständig aus dem Durchführungshaushalt finanziert.
Ein Veranstaltungskonzept wird gemeinsam mit der Ruhr Tourismus GmbH (RTG) und der DBG erarbeitet, zielt auf nachhaltige touristische Effekte für die Region und wird vorhandene touristische Hotspots einbeziehen.
Das Mobilitätskonzept für die IGA 2027 setzt auf multimodale Lösungen, das im Rahmen der Regionalentwicklung in Arbeit befindliche Mobilitätskonzept für die Region und die Weiterentwicklung des Freizeitradwegenetzes radrevier.ruhr. Für die Verbindung zwischen den Hauptstandorten kommen auch die Wasserwege in Betracht. Neuartige e-Mobile und autonome Transportmittel erschließen die landschaftsbezogenen Zukunftsgärten.
Als „Digitale IGA“ soll die IGA 2027 die neuesten Entwicklungen in der Digitalisierung aufgreifen. Dazu gehören digitale Mehrwerte, Austauschplattformen und neuen Formen des Ticketings für die Besucher ebenso wie smarte Lösungen für die Parkunterhaltung.
Zur Bearbeitung des Themenfelds Biodiversität und Nachhaltigkeit ist die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet einbezogen. Die Industrienatur des Ruhrgebietes soll als Alleinstellungsmerkmal der Region integraler Bestandteil der IGA 2027 werden. Umweltbildungsangebote ‒ ein Erfolgsfaktor der IGA 2017 Berlin ‒ werden auf allen Ausstellungsebenen realisiert.
Ein Gutachten des RUFIS-Institutes der Ruhr-Universität Bochum von Juni 2018 prognostiziert als direkte und induzierte regionalwirtschaftliche Effekte der IGA 2027 einen gesamtwirtschaftlichen Produktionswert von rund 800 Mio. Euro. Zusätzlich wird durch die IGA 2027 ein Beschäftigungsvolumen von rund 9.000 Erwerbstätigenjahren geschaffen. Eine ergänzende Untersuchung der steuerlichen Effekte der IGA 2027 ist vorgesehen.
Eine vom RVR beauftragte Studie wird Vorschläge zur Reduzierung der Pflege-Folgekosten bereits in der Gestaltungsphase erarbeiten; auch hier ergeben sich Möglichkeiten für neue innovative Lösungen im Themenfeld der Grünpflege.
IGA 2027 in der Stadt Hagen
Die Stadt Hagen ist auf der Ebene „Unsere Gärten“ mit den folgenden Projektvorschlägen gemeldet:
Investive Projekte (Förderung über IGA):
Der SeePark Hengstey wird auf Basis des Integrierten Handlungskonzepts „Grüne Infrastruktur Harkort-/Hengsteysee“ Mai 2017 weiter entwickelt und fortgeschrieben (Ratsbeschluss 0284/2017 vom 06.07.2017). Entwicklungsziel für das Südufer des Hengsteysees ist die Schaffung eines Freizeit- und Erholungsraumes, der freizeitorientierte sowie naturschutzfachliche Belange gleichermaßen berücksichtigt. Die Brachfläche des ehemaligen Rangierbahnhofs Hagen-Hengstey von über 20 ha soll nach Sanierung möglicher Bodenbelastungen neu gestaltet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Erholungs- und Freizeitangebote sollen alle Generationen und Bevölkerungsschichten erreichen. Das Angebot am Südufer des Hengsteysees soll weiter qualifiziert und durch zusätzliche Angebote ergänzt werden.
Um den direkten Kontakt mit der Wasserfläche des Hengsteysees zu erleben, ist eine Idee Stege zum Wasser zu bauen. Durch Seegastronomie werden Anlaufstellen für Besucher geschaffen. Sport- und Bewegungsangebote, z. B. Joggingstrecken, Bewegungs-/ Dirt-Bike-Parcours sowie Möglichkeiten zum Skaten, Radfahren und Wassersport sind weitere Ideen, die im Detail auszuarbeiten sind. Durch naturkundlichen Unterricht ist die Verbindung von Umwelt, Naturschutz und Bildung z. B. in Form von Natur-Klassenzimmern und der Route der Vogelbeobachtung geplant. Eine Sukzessionsfläche soll als Naturbeobachtungsfläche gesichert werden. Um eine höhere Anzahl an Touristen nach Hagen anzuziehen sollen alternative Übernachtungsangebote zu Hotels in Seenähe geschaffen werden. Hierzu gehören auch Stellplatzmöglichkeiten für Wohnmobile, Wohnwagen sowie besondere Schlafstellen. Kulturelle Veranstaltungen (z. B. Konzerte, Theater etc.) im Außenbereich sollen das Konzept abrunden.
Mit der Aufzählung der Angebote werden auch die Wünsche, die während der Bürgerbeteiligung zum IHK Grüne Infrastruktur Harkort-/Hengsteysee (2017) und der Stadtbezirkswerkstatt Nord im Rahmen des ISEK (2018) geäußert wurden, berücksichtigt und in die weitere Projektentwicklung einfließen.
Die Villa Hohenhof stellt, als Gesamtkunstwerk aus Gebäude und Gartenanlage, eine der herausragenden Architekturmonumente des Jugendstiles in Deutschland dar. Im Mittelpunkt steht die Wiederherstellung der Gartenanlage nach historischem Vorbild und die Renovierung des Gebäudekomplexes sowie Umfeldverbesserungen bzw. Sichtbarmachung der ursprünglich geplanten „Gartenstadt Hohenhagen“.
Die denkmalgeschützte Gartenanlage wurde ca. 1910-1913 nach Plänen des international anerkannten Jugendstilarchitekten Henry van de Velde vom Kunst- und Architekturmäzen Karl Ernst Osthaus realisiert. Leberecht Migge, ein berühmter Gartenkünstler, übernahm die Gestaltung und Bepflanzung des Gartens. Die Anlage spiegelt den damaligen Zeitgeist dieser Gartenepoche wider und soll im Rahmen der IGA 2027 ausgestellt werden. Die gestalterischen Strukturen, die von dem Gebäude bis in den Gartenraum führen und somit eine gestalterische Einheit zwischen Innen und Außen bilden, sollen wieder hergestellt werden. Eine Überlegung ist, die Gartengestaltung für den Zeitraum der IGA zu intensivieren und nach der Ausstellungszeit wieder teilweise zu reduzieren. Hierdurch besteht die Möglichkeit, die Unterhaltungskosten zu begrenzen. Für die Wiederherstellung des Gartens auf Grundlage von Originalplänen wird derzeit ein Gesamtkonzept erarbeitet. Ein Bestandteil davon ist ein Nutzungskonzept, das u.a. zum Ziel hat, die Unterhaltungskosten durch Einnahmen zu refinanzieren. Die Renovierungsarbeiten am Gebäudekomplex werden wesentlich mit Mitteln der Denkmalpflege erfolgen.
Infrastruktur-Projekte (Förderung nicht über IGA):
Die Ruhrtal_8 ist ein Radweg durch den Raum Kaisberg/ Werdringen sowie die Volmarsteiner Aue und stellt ein infrastrukturelles Gemeinschaftsprojekt und wichtiges Verbindungselement mit den Kommunen des EN-Kreises dar. Mit Hilfe des Projekts soll ein Lückenschluss im regionalen Radwegenetz zwischen der neuen Radwegebrücke über die Volme (bereits gefördertes Projekt, Bau ab 2019), Wetter (Wasserwerk Volmarstein) und auf Höhe des Kraftwerks Harkort (Bruno Taut Steg) erreicht werden. Die Ruhrtal_8 ermöglicht eine Umfahrung der beiden Stauseen mit mehreren Querungsstellen in Form einer Acht.
Ferner gehören die drei Radwegetrassen, die im Folgenden aufgeführt werden, zu den Infrastruktur-Projekten, mit denen das Radwegenetz für den Alltags- und Freizeitverkehr weiterentwickelt werden soll.
Der Volme-Radweg ist ein wichtiges Projekt aus der „Zukunftsschmiede Hagen“. Mit ihm wird eine wichtige Anbindungsroute für die Hagener Bevölkerung und für Touristen von der Hagener Innenstadt bis zu den Naturräumen am Harkort- und Hengsteysee geschaffen, die den nicht motorisierten Verkehr fördert und eine wertvolle Freiraumverbindung darstellt. Im Mündungsbereich der Volme trifft der Volme-Radweg auf die neu geplante Brücke über die Volme und auf den Radweg Ruhrtal_8.
Der Radweg „Reichsbahntrasse“ verläuft anfangs auf dem stillgelegten Teil der ehemaligen Reichsbahn, nördlich des Ziegeleisteinbruchs (Nationales Geotop) und dann auf Wohnstraßen in Hagen-Vorhalle. Er verbindet den Volme-Radweg in Richtung Brockhausen mit dem Geopfad Kaisberg und dem Wasserschloss Werdringen. Der Radweg ist Bestandteil einer Themenroute innerhalb des Ozean-Projekts „Vom Kommen und Gehen des Meeres“, das in Zusammenarbeit mit den EN-Kommunen stattfindet.
Die Ennepe hat auf Hagener Stadtgebiet eine Gesamtlänge von 6,3 km (zwischen Volmemündung und Stadtgrenze zu Gevelsberg). Der Ennepe-Radweg ist als regionale Radwegeverbindung von Bedeutung und verbindet die Hagener Innenstadt mit dem Ennepetal. Ennepe- und Volme-Radweg schließen aneinander an und durchqueren den gesamten Hagener Stadtraum von Süden nach Norden, mit Anschluss an den RuhrtalRadweg bei Wetter.
Ebenfalls den Infrastruktur-Projekten zugeordnet ist das interkommunale Kooperationsprojekt „Vom Kommen und Gehen des Meeres“ zwischen dem EN-Kreis, der Stadt Hagen und dem GeoPark Ruhrgebiet e.V. Die ca. 29 gelisteten Geotope dieser Region, u. a. das nationale Geotop Ziegeleisteinbruch Vorhalle, sollen zu thematischen Routen über Wander- und Radwege erschlossen und entsprechend präsentiert werden.
Alternativ finanzierte Projekte:
Als alternativ finanziert wird das Projekt Grünzug Hesterhardt zur Entwicklung des Hagener Stadtwaldes als naturnahe Naherholungsfläche für die Quartiere Wehringhausen, Kückelhausen (Hestert) und Westerbauer aufgeführt. Es umfasst das Investorenprojekt „Baumwelt Hagen“ (Baumwipfelpfad und Baumhaushotels) als touristisches Leitprojekt und die Anbindung des LWL-Freilichtmuseums.
Präsentations-Projekte:
Zu den aktuell genannten Präsentations-Projekten zählt derzeit der Stadtgarten Hagen. Dieser ist gleichsam auch der Einstieg von der Innenstadt in den Grünzug Hesterhardt. Der Höhengarten des Schlosses Hohenlimburg, als ausschließlich privates Projekt, ist ebenfalls gelistet.
Priorisierung
Aus den ca. 80 investiven Projektmeldungen aus den Kommunen/ Kreisen der Metropole Ruhr werden in einem Filter- und Qualifizierungsprozess mit Beteiligung der Landesregierung entsprechende Projekte zur IGA 2027 ausgewählt. Die Ergebnisse des Prozesses werden Ende 2018 erwartet. Die Stadt Hagen sieht folgende Priorisierung ihrer Projekte vor:
- SeePark Hengstey
- Villa Hohenhof und Umfeld
- Ruhrtal_8
- Volme-Radweg
- Ozean-Projekt „Vom Kommen und Gehen des Meeres“
- Ennepe-Radweg
- Radweg „Reichsbahntrasse“
- Grünzug Hesterhardt
- Stadtgarten Hagen
- Schloss Hohenlimburg
wobei der SeePark Hengstey das wichtigste Projekt für die Stadt Hagen darstellt.
Finanzierung
Beitrag der Kommunen/ des Kreises zum Durchführungshaushalt der IGA 2027
Der Durchführungshaushalt zur Realisierung der IGA Metropole Ruhr 2027 beläuft sich auf ca. 85 Mio. Euro. Als Positionen sind hier u.a. temporäre (nicht investive) Anlagen, Sachmittel, Event- und Marketingausgaben sowie Personalmittel angegeben. Die Kalkulation der Einnahmen basiert auf einer zurückhaltend gerechneten Besuchsprognose. Mit einer Erwartung von 2,6 Mio. Besuchen wurde die in der Machbarkeitsstudie enthaltene Prognose deutlich nach unten korrigiert. Mit erwarteten Einnahmen in Höhe von ca. 46 Mio. Euro bleibt ein Zuschussbedarf in Höhe von 39 Mio. Euro, von denen der RVR einen Teil (10 Mio. Euro) aus der normalen Umlage trägt.
Ein Anteil in Höhe von 25 Mio. Euro ist innerhalb der nächsten 10 Jahre von den Mitgliedskörperschaften des RVR aufzubringen. Das gewichtete Verteilungsmodell des RVR (im Kommunalrat am 14.06.2017 bestätigt) sieht eine stärkere Beteiligung der Städte und Kreise mit Hauptstandorten (Zukunftsgärten) vor. Die Zahlungen sind in den Jahren 2019-2028 jährlich aufzubringen und rechtzeitig in die Haushalte einzustellen.
Für die Stadt Hagen ergibt sich für den Durchführungshaushalt eine jährliche Verpflichtung in Höhe von 31.873 Euro für die Jahre 2019-2028. Nach Angabe des RVR zahlen alle Kommunen ihren in der Anlage „Sachstandspräsentation des RVR, Stand: August 2018“ aufgeführten Anteil am Durchführungshaushalt zur IGA 2027, unabhängig davon, ob die Projekte den Filter- und Qualifizierungsprozess erfolgreich durchlaufen.
Die Finanzierung der Maßnahmen konnten im Haushalt 2018/ 2019 nicht geplant werden, da die Kosten erst im Sommer 2018 an die Stadt Hagen herangetragen wurden. Die Mittel in Höhe von 31.873 Euro sind 2019 außerplanmäßig bereitzustellen und für 2020-2028 jährlich in der Haushaltsplanung zu berücksichtigen.
Die Bereitstellung dieser Mittel ist Voraussetzung für die Gründung und Finanzierung der Durchführungsgesellschaft zur IGA 2027.
Beitrag der Kommunen/ des Kreises zu investiven Kosten der IGA 2027
Da die investiven Projekte zur IGA 2027 noch nicht abschließend geplant bzw. ausgewählt sind, können sowohl die Kosten als auch die Refinanzierungsmaßnahmen (Förderungen) noch nicht final benannt werden.
Nach derzeitigem Stand sind folgende investive Projekte auf der Ebene „Unsere Gärten“ durch die Stadt Hagen zur IGA 2027 gemeldet:
SeePark Hengstey:
Kosten gesamt: ca. 10,5 Mio. Euro / Eigenanteil: ca. 2,1 Mio. Euro
Villa Hohenhof, Umfeld:
Kosten gesamt: ca. 1,9 Mio. Euro / Eigenanteil: ca. 0,38 Mio. Euro
Eine Refinanzierung der investiven Kosten über entsprechende Fördermittel (z.B. EFRE, Städtebauförderung) ist beabsichtigt. Für Investitionen und investitionsbegleitende Maßnahmen ist derzeit von einer Förderquote von ca. 80% und einem städtischen Eigenanteil von ca. 20% auszugehen. Unter Vorbehalt einer Förderung sind daher der städtische Eigenanteil sowie die nicht förderfähigen Kosten in den kommunalen Haushaltsjahren bis 2028 zu berücksichtigen.
Die konkreten Angaben zu den einzelnen Kosten und den finanziellen Auswirkungen der investiven Maßnahmen, bzw. auch der Infrastruktur-Projekte von 2020 bis 2028, werden dem Rat der Stadt Hagen, im Rahmen der Maßnahmenplanung zu Förderanträgen, zu einem späteren Zeitpunkt vorgelegt.
Nächste Schritte
RVR
Nächster Schritt nach den Beschlussfassungen in der Region ist die Gründung einer Durchführungsgesellschaft zur IGA Metropole Ruhr 2027 in 2019. Eine enge Verzahnung der Durchführungsgesellschaft mit den Verwaltungen der Kommunen/ Kreise ist vorgesehen.
Für den Zeitraum 2019 bis 2026 sind eine Vertiefungs- und anschließend eine Realisierungsphase zur IGA 2027 vorgesehen. Neben dem Beginn und der Intensivierung der Bautätigkeiten sind die internationalen Kooperationen festzulegen und die Marketing- und Vertriebsaktivitäten zu verstärken. In dieser Phase erfolgt auch der Projektaufruf zur Ebene „Mein Garten“. Die Abschluss- und Präsentationsphase der IGA 2027 beginnt ab ca. 2025 und hat ihren Höhepunkt im Präsentationsjahr 2027.
Stadt Hagen
Das B-Plan-Verfahren 1/16 „Freizeitentwicklung Südufer Hengsteysee“ wurde 2017 eingeleitet, damit in 2023/ 2024 Baurecht besteht und die Maßnahmen im Zuge der Bauphase umgesetzt werden können.
Für das B-Plan-Verfahren wurde 2018 das Planungskonzept im Rahmen einer Artenschutzprüfung (ASP) überprüft. Aus Sicht des Naturschutzes ist die Planung umsetzbar.
Um die Altlastensituation auf der ehemaligen Rangierbahnhofsfläche zu überprüfen und den Sanierungsbedarf zu ermitteln wird kurzfristig eine Gefährdungsabschätzung durchgeführt. Sofern Sanierungsmaßnahmen erforderlich sind, werden diese im Rahmen der Projektrealisierung durchgeführt.
Inklusion von Menschen mit Behinderung
Belange von Menschen mit Behinderung | |
x | sind nicht betroffen |
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
x | Es entstehen folgende finanzielle und personelle Auswirkungen |
Maßnahme | |
x | konsumtive Maßnahme |
Rechtscharakter | |
x | Beschluss RAT, HFA, BV, Ausschuss, sonstiges |
- Konsumtive Maßnahme
Teilplan: | 5110 | Bezeichnung: | Raumplanung |
Auftrag: | 1511040 | Bezeichnung: | Stadtentwicklung |
Kostenstelle: |
| Bezeichnung: |
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| Kostenart | Lfd. Jahr | 2019 | 2020 | 2021 |
Ertrag (-) |
| € | € | € | € |
Aufwand (+) | 537800 | 0,- € | 31.873,- € | 31.873,- € | 31.873,- € |
Eigenanteil |
| € | 31.873,- € | 31.873,- € | 31.873,- € |
Kurzbegründung: | |
x | Finanzierung kann ergebnisneutral (außer-/überplanmäßige Bereitstellung mit Deckung) gesichert werden. |
gez. | gez. |
Erik O. Schulz Oberbürgermeister | Thomas Grothe Technischer Beigeordneter
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| gez. |
| Thomas Huyeng Beigeordneter
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| gez. |
Bei finanziellen Auswirkungen: | Christoph Gerbersmann Erster Beigeordneter und Stadtkämmerer |
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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2,8 MB
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2
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(wie Dokument)
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1,5 MB
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3
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(wie Dokument)
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214,8 kB
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