Beschlussvorlage - 0332/2025

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Rat der Stadt Hagen beschließt die Smart City Strategie für Hagen.

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Sachverhalt

In den VV-Sitzungen am 14.11.2023 und 05.03.2024 wurde die Vorgehensweise zur Erarbeitung der Smart City Strategie für Hagen durch den FB 15 und das Zentrum für digitale Entwicklung (ZDE) vorgestellt und vom VV bestätigt. Seitdem haben die Beteiligten von ZDE und FB 15 die Strategie entlang dem beschlossenen Vorgehensmodell entwickelt.

 

Dazu gehörten u. a. verschiedene Beteiligungsformate, um eine breite Einbindung von Akteuren aus Verwaltung, Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Gruppen sicherzustellen.

 

Am 18.03.2024 fand ein Verwaltungsworkshop statt, an dem neben den Vertretern*innen der Verwaltung auch Vertreter*innen des WBH und der HAGEN.WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG teilgenommen haben.

 

Im Folgenden wurden weiterführende explizite Gespräche/strukturierte Leitfadeninterviews mit internen und externen Stakeholdern, wozu u. a. die SIHK, die Freiwilligenzentrale, die FH SWF, die FernUniversität und weitere zählten, durchgeführt.

 

Am 21.11.2024 fand in den Räumlichkeiten der FernUni Hagen bei einem Barcamp ein innovativer Austausch zwischen Mitarbeitenden der Stadtverwaltung Hagen wie auch unter Beteiligung einiger Mitarbeiter*innen der FernUni Hagen, statt.

 

Vom 20.01. bis 21.02.2025 konnten sich die Bürger*innen schließlich über eine Onlinebefragung an dem Entwicklungsprozess der Smart City Strategie beteiligen.

 

Auf Grundlage der vorangegangenen Termine und Erhebungen wurde durch das ZDE eine Zusammenfassung erstellt, in einem finalen Verwaltungsworkshop am 24.02.2025 nochmals verprobt und darauf aufbauend der finale Entwurf der Strategie entwickelt.

 

Die vorliegende Smart City Strategie für die Stadt Hagen stellt einen umfassenden, partizipativ erarbeiteten Rahmen dar, der darauf abzielt, Hagen in einen zukunftsfähigen, digital transformierten und nachhaltigen urbanen Raum zu überführen. Das Konzept knüpft an bestehende Fachstrategien an, bündelt diese unter einem integrativen Ansatz und vernetzt übergeordnete europäische, bundes- und landespolitische Zielsetzungen mit kommunalen Handlungsfeldern. Zentral dabei ist die Erkenntnis, dass Hagen – als traditionsreicher Industriestandort zwischen urbanen Zentren und ländlichen Regionen – vor großen strukturellen und demografischen Herausforderungen steht, die zugleich als Chance für einen tiefgreifenden Wandel betrachtet werden können.

 

Im strategischen Kern verfolgt die Smart City Strategie das Ziel, digitale Technologien gezielt und praktisch einzusetzen, um städtische Prozesse effizienter zu gestalten, Bürgerbeteiligung zu intensivieren und nachhaltige Innovationen voranzutreiben. Die Strategie integriert dabei unter anderem moderne Ansätze aus den Bereichen intelligentes Verkehrsmanagement, energieeffiziente Systeme, digitale Verwaltung und partizipative Entscheidungsprozesse. Neben der konsequenten Nutzung von datenbasierten Anwendungen wird auch der Aufbau einer zentralen digitalen Infrastruktur als „Klammer“ zwischen internen Fachbereichen und externen Stakeholdern betont. Dies ermöglicht einerseits die Optimierung administrativer Prozesse und trägt andererseits zur Steigerung der Lebensqualität in der Stadt bei.

 

Die Strategie berücksichtigt sowohl die Chancen als auch die Herausforderungen, die sich aus dem demografischen Wandel, dem wirtschaftlichen Strukturwandel sowie den Auswirkungen des Klimawandels und dem Ukraine Konflikt ergeben. So wird etwa der Bedarf an altersgerechter Infrastruktur und einer zukunftsorientierten Mobilitätsplanung adressiert. Im Zuge der Transformation sollen vorhandene Defizite in der kommunalen Infrastruktur – wie etwa in den Verwaltungsstrukturen und Sanierungsbedarfe im Verkehrssektor – durch innovative Technologien und neue Finanzierungsmodelle schrittweise behoben werden. Dabei spielt auch die Einbindung der Bürgerschaft eine zentrale Rolle: Über Workshops, Online-Befragungen und Dialogformate wurde ein breiter Konsens zu den Prioritäten der Stadtentwicklung erzielt, der als Grundlage für die weiteren Maßnahmen dient.

 

Die Strategie skizziert eine klare Vision für Hagen bis 2045, die durch sechs zentrale Handlungsfelder untermauert wird. Sie bilden das Rückgrat der Smart City Strategie und definieren die Stoßrichtung für konkrete Projekte und Maßnahmen, um Hagen in einen modernen, digital vernetzten und lebens- sowie liebenswerten urbanen Raum zu transformieren. Die Handlungsfelder beschreiben dabei auf welchen Ebenen innerhalb der übergeordneten Wirkungsbereiche Mobilität, Klima- und Nachhaltigkeit, Integration und Teilhabe, Verwaltung, Katastrophenschutz und Vorsorge, Stadtentwicklung, Bildung, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft gehandelt wird. Diese Clusterung ermöglicht die strategische Ausrichtung der einzelnen Umsetzungsprojekte auf taktischer Ebene. Die sechs Handlungsfelder sind nachfolgend kurz beschrieben:

 

Organisation und Ausstattung

Hier liegt der Fokus auf der Schaffung effizienter Verwaltungsstrukturen und einer modernen, digitalen Infrastruktur. Ziel ist es, interne Prozesse zu optimieren, um schnellere Entscheidungswege und eine bessere Nutzung der Ressourcen zu ermöglichen. Somit wird auch der Grundstein für eine nachhaltige Personalentwicklung für Hagen gelegt.

Mögliche Projekte/Use-Cases in diesem Handlungsfeld sind:

- Die Adäquate und bedarfsorientierte Ausstattung mit Hard- und Software

- Die Katalogisierung aller Softwareanwendungen

- Die Erfassung, Analyse & Dokumentation von Arbeitsprozessen

- Die Umsetzung des OZG 2.0 

- Der Einsatz von KI-basierten Anwendungen

- Die Erfassung und Verwaltung interner Daten

 

Kommunikation und Partizipation

Dieses Handlungsfeld betont die Notwendigkeit, die Bürgerinnen und Bürger aktiv in den Transformationsprozess einzubinden. Digitale Partizipationsplattformen, Bürgerforen und innovative Kommunikationsformate sollen dafür sorgen, dass alle Akteure – von der Verwaltung bis zur Zivilgesellschaft – innovativ in die strategische Planung einbezogen werden.

Mögliche Projekte/Use-Cases in diesem Handlungsfeld sind:

- Durchführung von Bürgerwerkstätten zur Beteiligung

- Dauer- und regelhafte Beteiligung relevanter Stakeholder

- Einführung eines Intrapreneurship Programms 

- Implementiernung von proaktiver Kommunikation & Issue Management

- Erarbeitung einer KI-Strategie

- Etablierung einer Unternehmenskultur (zur Verbesserung der Kommunikation und interdisziplinären Zusammenarbeit)

- Einführung von Mitarbeiterforen zur Ideengenerierung und Beteiligung (z. B. Workshops oder Barcamps zum Thema Smart City)

 

Kompetenzaufbau und Wissensmanagement

Um die digitale Transformation nachhaltig voranzutreiben, wird gezielt in den Aufbau digitaler Kompetenzen investiert. Das schließt die Weiterbildung von Mitarbeitern sowie den Aufbau von Wissensnetzwerken und den Austausch von Best Practices ein, damit alle Beteiligten den Anforderungen der Smart City gewachsen sind.

Mögliche Projekte/Use-Cases in diesem Handlungsfeld sind:

  •           Digitale Unterstützung bei On- und Offboarding
  •           Regelmäßige Schulungsprogramme zu digitalen Themen
  •           Aufbau eines konzernweiten Wissensmanagements
  •           Smart City-Paten in der Verwaltung
  •           Trendscouting zur Implementierung neuer Trends
  •           Bereitstellung offener Daten für öffentliche Vergaben
  •           Berücksichtigung von Daten- und Cybersicherheit
  •           Dateninventuren zur Sicherung der Qualität und des Bestands
  •           Co-Learning von Verwaltung und Wirtschaft
  •           Smart Hub Hagen
  •           Förderung der (digitalen) Kompetenzen in Bürgerschaft und Ehrenamt

 

Technologieeinsatz erproben und ermöglichen

Dieses Feld fokussiert sich auf Pilotprojekte und Erprobungen innovativer Technologien. Durch den praktischen Einsatz von Prototypen und Testfeldern sollen neue Lösungen für städtische Herausforderungen identifiziert und schrittweise skaliert werden.

Mögliche Projekte/Use-Cases in diesem Handlungsfeld sind:

  •           Citizen Science (z. B. Bereitstellung von Umweltsensoren für Bürger*innen)
  •           Employee Science
  •           Erprobung innovativer Technologien in agilen Projekten
  •           Bereitstellung offener Daten über ein OpenData Portal (z. B. Bereitstellung von Daten über die Urban Data Platform für das OpenData Portal des RVR)
  •           Einsatz von Smart Lighting (Anpassung der Beleuchtung an die Passantenfrequenz oder die Anforderungen an Sicherheit, Flora und Fauna)
  •           Erfassung und Verfügbarmachung von Frequenzdaten (z. B. im ÖPNV)
  •           Ausbau eines zentralen Datenmanagements
  •           Ausbau der bestehenden Urban Data Platform (Anbindung, Verschneidung und Bereitstellung von zusätzlichen Datenquellen)
  •           Auslastungsinformatioen der Behörden (z. B. Informationen zu Wartezeiten von Bürger*innen)
  •           Einführung eines mulitlingualen KI-Assistenten
  •           Einsatz von digitalen Lösungen (zur Prozssautomatisierung)
  •           Stadtseitige Unterstützung der Telemedizin

 

Sensorik und Infrastruktur

Die Implementierung intelligenter Sensorik und einer robusten Infrastruktur sind essenziell, um Echtzeitdaten zu erheben und stadtweite digitale Systeme effizient zu steuern. Diese Daten bilden die Grundlage für Planungsprozesse und fundierte Entscheidungen in Bereichen wie Verkehrsmanagement, Energieversorgung und Umweltschutz. 

Mögliche Projekte/Use-Cases in diesem Handlungsfeld sind:

  •           Einführung eines digitalen 3D-Stadtdatenmodells
  •           Auf- und Ausbau von digitalen (Fach-)Zwillingen (z. B. zur Simulation von Auswirkungen von Bauvorhaben auf Hochwasserereignisse oder die Hitzeentwicklung)
  •           Sensornetzwerk skalieren und erweitern (Sensoren zur Erfassung von Energieverbräuchen in Gebäuden, Verkehrs-, Park-, CO2-, Temperatur-, Luftfeuchtigkeits-, Bodenfeuchte-, Starkregen- und Luftdruckdaten, Messung von Pegelständen in Bächen und Flüssen, Detektion von Waldbränden, Messung von Füllständen in Papierkörben und Papierdepotcontainern)
  •           konvergente Betrachtung und gemeinsame Planung aller Netzebenen (z. B. Mobilfunk, Glasfaser, LoRaWAN)

 

Analoge Welt, Digitale Orte

Hier geht es darum, bestehende analoge Strukturen durch digitale Angebote zu ergänzen. Ziel ist es, traditionelle Stadtbereiche mithilfe digitaler Technologien aufzuwerten – etwa durch smarte Informationssysteme in öffentlichen Räumen oder die Digitalisierung von städtischen Dienstleistungen.

Mögliche Projekte/Use-Cases in diesem Handlungsfeld sind:

  •           Aufwertung des Verweilorts Innenstadt (z. B. durch Smarte Stadtmöbel, Öffentliches WLAN)
  •           Beleuchtung von Angsträumen
  •           Verkehrsoptimierung (Durch Bedarfsgerechte Verkehrssteuerung mithilfe von Echtzeitdaten aus Verkehrs- und Parksensoren und die Erstellung eines digitalen Verkehrsmodells)
  •           Erweiterung der Hagen App
  •           Digitale Indoor- und Outdoorstelen mit Touchscreen im öffentlichen Raum zur Bereitstellung von Bürgerinformationen und Daten aus der Urban Data Plattform
  •           Digitale Stadtführung mithilfe von Augmented Reality (AR), um Geschichte, Kultur und Sehenswürdigkeiten erlebbar zu machen
  •           Digitales Bezahlsystem (z. B. Hagen Guthaben)
  •           M12 als zentraler Begegnungs- und Innovationshub (für Verwaltung, Wissenschaft, Unternehmen und Start-ups)
  •           Wasser und Daten fließen (Frühwarnsystem für Hochwasserereignisse und dititale Unterstützung der Wasserbewirtschftung)
  •           Blaulichtdashboard (Bereitstellung von Daten aus der Urban Data Platform für Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste)

 

Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Strategie ist die Verknüpfung von regionalen und internationalen Rahmenbedingungen mit den lokalen Gegebenheiten. Europäische Initiativen wie die Neue Leipzig Charta sowie nationale Programme wie die Smart City Charta und der Smart City Stufenplan bilden den übergeordneten Bezugsrahmen, in den die spezifischen Ziele Hagens eingebettet werden. Durch den gezielten Einsatz von Fördermitteln und Public-Private-Partnerships wird die Umsetzung der strategischen Maßnahmen zusätzlich unterstützt. Die Strategie setzt hier auf eine nachhaltige und ressourcenorientierte Entwicklung, die sowohl ökologische als auch ökonomische Aspekte in Einklang bringt

 

Grundlage für jede Umsetzung ist eine gesicherte Finanzierung, die weitgehend durch die Generierung von Fördermitteln abgedeckt werden soll. Die Smart City-Strategie bildet neben der inhaltlichen Orientierung dafür eine wesentliche Voraussetzung.

 

 

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Auswirkungen

Inklusion von Menschen mit Behinderung

Belange von Menschen mit Behinderung

 

x

sind nicht betroffen

 

Auswirkungen auf den Klimaschutz und die Klimafolgenanpassung

 x

positive Auswirkungen (+)

 

Kurzerläuterung und ggf. Optimierungsmöglichkeiten:

Einzelmaßnahmen der Strategie zahlen positiv auf den Klimaschutz sowie die Klimafolgenanpassung ein. Beispiele sind der Aufbau von Frühwarnsystemen in den Bereichen Hochwasser und Waldbrand sowie die Skalierung eines Systems zur Messung von Umweltdaten.

 

Finanzielle Auswirkungen

 

x 

Es entstehen weder finanzielle noch personelle Auswirkungen.

 

Rechtscharakter

x 

Freiwillige Selbstverwaltungsaufgabe

 

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Anlagen

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Beschlüsse

Erweitern

29.04.2025 - Kommission für Organisation und Digitalisierung - ungeändert beschlossen

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08.05.2025 - Haupt- und Finanzausschuss - ungeändert beschlossen

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22.05.2025 - Rat der Stadt Hagen - ungeändert beschlossen