Beschlussvorlage - 0959/2008
Grunddaten
- Betreff:
-
Wohnungsmarktbeobachtung- Wohnungsmarktbericht 2008- Wohnungsmarktbarometer 2008
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 23 Fachbereich Immobilien, Wohnen und Sonderprojekte
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Stadtentwicklungsausschuss
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Entscheidung
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11.11.2008
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Erledigt
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Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie
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Entscheidung
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11.02.2009
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Sachverhalt
Kurzfassung
Die Zielsetzung der
Wohnungsmarktbeobachtung liegt darin, für alle Beteiligten des Wohnungsmarktes
aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung möglichst aktuelle und umfassende
Informationen vorzuhalten. Grundlage der Wohnungsmarktbeobachtung bildet ein
Indikatorensystem, resultierend aus den verschiedensten örtlich relevanten
Daten.
Der vorliegende Wohnungsmarktbericht
2008 spiegelt die aktuelle Lage des Hagener Wohnungsmarktes wider. Die
Wohnungspolitik soll in die Lage versetzt werden, aufgrund der dokumentierten
Erkenntnisse Steuerungsmechanismen zu ergreifen.
Der Wohnungsmarktbericht wird ergänzt
durch das Wohnungsmarktbarometer 2008, das aufgrund einer Befragung der Akteure
des Wohnungsmarktes erstellt wurde, wobei es dabei weniger um Fakten als um
eine subjektive Einschätzung ging.
Begründung
Die Verwaltung übt eine kontinuierliche
Wohnungsmarktbeobachtung aus, um Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt
rechtzeitig erkennen zu können und die Möglichkeit der Steuerung zu geben.
Turnusmäßig wird ein Wohnungsmarktbericht erstellt, mit dem insbesondere die
Wohnungspolitik in die Lage versetzt werden soll, ihr Handeln auf die
demographisch sowie wirtschaftlich und sozial bedingte Situation auszurichten.
Der Wohnungsmarktbericht 2008 spiegelt
die aktuelle Lage des Hagener Wohnungsmarktes wider. Grundlage bildet ein Indikatorensystem,
das aus den verschiedensten örtlich relevanten Daten resultiert.
Folgende Eckpunkte kennzeichnen die
derzeitige Situation:
Die rückläufige Bevölkerungszahl, die
sich Ende 2007 auf 195.850 belief, trägt dazu bei, dass der Hagener Wohnungsmarkt
als entspannt angesehen werden kann. Die Versorgung der Hagener Bevölkerung mit
Wohnraum ist weitestgehend gesichert.
In einem zum Stand 31.12.2006
durchgeführten Haushaltsgenerierungsverfahren ist für Hagen eine durchschnittliche
Haushaltsgröße von 2,1 Personen ermittelt worden. Die häufigste Haushaltsform
in Hagen ist der Einpersonenhaushalt mit einem Anteil von 40 %.
2-Personenhaushalte kommen mit einem Anteil von 31 % vor, 3-Personenhaushalte
mit 14 % und 4-Personenhaushalte mit 10 %. Haushalte, die mehr als 4 Personen
umfassen, sind lediglich mit einem Anteil von 5 % vertreten.
Trotz günstiger Baulandpreise war im
Jahr 2007 auf dem Hagener Grundstücksmarkt eine zurückgehende Entwicklung
festzustellen. Es wurde eine auffallend geringe Anzahl von Grundstückskaufverträgen für
Eigenheimmaßnahmen und für den Geschosswohnungsbau registriert.
Bei der Bodenpreisentwicklung war in
den letzten vier Jahren Stagnation zu
beobachten.
Die Stadt Hagen reagiert mit einem
abgestimmten Grundstücksprogramm auf die Diskussion um die Fortzüge vieler
Hagener in Nachbarkommunen, die bauträgerfreie Grundstücke zu günstigen
Konditionen anzubieten haben.
Der rechtsgültige Flächennutzungsplan
weist im Stadtgebiet noch eine Anzahl nicht genutzter
Wohnbauflächen aus.
Gering waren im Jahr 2007 die Anzahl
fertig gestellter Wohnungen und die der erteilten Baugenehmigungen. Zurückhaltung war erkennbar
bei der Errichtung von Mehrfamilienhäusern. Der Neubau eines Einfamilienhauses
ist für viele Hagener immer noch ein
erstrebenswertes Ziel. In 2007 wurde bevorzugt in Boele, Hohenlimburg,
Mittelstadt und Eilpe gebaut.
Die Höhe der Hypothekenzinsen ist etwa
Mitte der 90-er Jahre auf ein niedriges Niveau zurückgefallen und hat erst seit
Ende 2005 einen leichten Anstieg erfahren.
Die durchschnittlichen Gesamtbaukosten
für geförderte Wohnungen und Eigenheime in Hagen lagen 2007 im regionalen
Vergleich recht niedrig, so dass Bauwillige nicht aus finanziellen Gründen in
Umlandgemeinden ausweichen mussten. Dabei waren jedoch auch deutliche
Unterschiede zwischen verschiedenen Investoren zu erkennen.
Der Sozialwohnungsbestand unterliegt
einem kontinuierlichen Schrumpfungsprozess. Planmäßige Tilgung und vorzeitige
Rückzahlung der öffentlichen Mittel haben dazu geführt, dass von 1991 bis 2007
ein Rückgang des Bestandes um 59 % eingetreten ist. Die rückläufige Tendenz
wird nach den heutigen Erkenntnissen anhalten. Diese Entwicklung darf nicht
darüber hinwegtäuschen, dass auch künftig der öffentlich geförderte Wohnungsbau
mit erschwinglichen Mieten und entsprechenden Ausstattungsmerkmalen,
insbesondere Barrierefreiheit, notwendig ist, um vorrangig die Gruppen mit
Wohnraum versorgen zu können, die besonderer Unterstützung bedürfen. Hier sind
z.B. Ältere, Familien mit Kindern, Geringverdienende bzw. Menschen mit
Sozialleistungsbezug und behinderte Menschen zu nennen. Die Eigentümer der
öffentlich geförderten Objekte sind gefordert, aufwertende
Investitionsmaßnahmen durchzuführen, um Ausstattung und Wohnumfeld zu
verbessern. Nur so kann verhindert werden, dass in den aufgrund ihrer Lage und
Beschaffenheit weniger nachgefragten Beständen Leerstände entstehen.
Das Instrument der
Mieterprivatisierung, bei dem durch Verkäufe bisherige Miet- in
Eigentumswohnungen umgewandelt werden,
ist in Hagen bisher eher moderat umgesetzt worden.
Der Wohnungsbestand in Hagen hat sich
in dem Zeitraum von 1997 bis 2007 um 3,5 % erhöht. Die Tendenz zu kleineren Haushalten ist bereits seit Beginn der 90-er Jahre
festzustellen. Geht man jedoch von einem
Verlust von rd. 20.000 Einwohnern aus, der zwischen 1990 und 2007 eingetreten
ist, ist die Entwicklung einer zunehmenden Leerstandsproblematik die
unvermeidbare Folge.
Auch bei einem entspannten
Wohnungsmarkt in Hagen, der Mieter in
die Lage versetzt, ihre Wohnansprüche leichter zu realisieren als noch vor 10
bis 15 Jahren,
muss im Blick behalten werden, dass
weiterhin wohnungssuchende Haushalte bemüht sind, ihre Wohnvorstellungen durch
die Anmietung von preiswertem Wohnraum umzusetzen. Vielfach sind die Mieter
hierbei auf Beratung und Unterstützung durch die Kommune und die Anbieter von
Wohnungen angewiesen.
Der Wohnungsmarkt wird durch
verschiedene Nachfrageindikatoren bestimmt. Hierzu gehört z.B. die
Einkommenssituation der Nachfrager. Wenngleich sich auch die durchschnittliche
Einkommenssituation der Hagener in der
Zeit von 2000 bis 2005 verbessert hat,
besteht die Vermutung, dass nach diesem Zeitraum eher eine
Verschlechterung eingetreten ist.
An der innerstädtischen
Umzugshäufigkeit kann abgelesen werden, ob der Wohnungsmarkt sich eher
angespannt oder entspannt darstellt. Mit einer seit 1999 festzustellenden
jährlichen Umzugshäufigkeit in der Spanne zwischen 80 und 90 pro 1000 Einwohner
ist ein Anhaltspunkt für einen entspannten Wohnungsmarkt gegeben.
Im Jahr 2007 wurden im Ressort Wohnen
1.694 wohnungssuchende Haushalte im Hinblick auf geförderte Wohnungen
registriert. Hier war insbesondere das Ressort Wohnen gefordert, dem in erster
Linie aus Älteren, Familien mit Kindern, Geringverdienenden bzw. Menschen mit
Sozialleistungsbezug zusammengesetzten Personenkreis Hilfestellung zu leisten.
In naher Zukunft ist diesbezüglich hier keine andere Tendenz zu erwarten.
Moderate Steigerungsraten bei den
Mieten sprechen ebenfalls für eine entspannte Lage auf dem Wohnungsmarkt.
In der Möglichkeit der
Eigentumsförderung liegt für einen Teil des interessierten Personenkreises ein
Weg, den Wunsch nach Wohneigentum zu befriedigen. Eigentumsförderungen wurden
im Jahr 2007 zum überwiegenden Teil für Migrantenhaushalte gewährt. In dem
Wunsch nach Eigentumsbildung ist ein deutliches Signal für
Integrationsbereitschaft und Bindung an die Stadt Hagen zu sehen.
Die demographische Entwicklung geht
einher mit der Zunahme des Anteils älterer Menschen. Die Folge ist, dass die
Nachfrage nach angemessenen seniorengerechten und barrierefrei gestalteten
Wohnformen wächst. Ein wichtiger Aspekt ist auch das „Wohnen mit
Versorgungssicherheit“. Da von einem nicht gedeckten Bedarf ausgegangen
werden muss, sind weiterhin entsprechende Konzepte zu entwickeln.
Um die Stimmungslage auf dem Hagener
Wohnungsmarkt wiedergeben zu können, wurden rd. 50 Akteure des lokalen
Wohnungsgeschehens befragt und um ihre Einschätzung gebeten. Die Ergebnisse
spiegeln jeweils die individuelle Sichtweise der Befragten wider.
Folgende Tendenzen zeichneten sich ab:
Die künftige Entwicklung des
Wohnungsmarktes wird nach Einschätzung der Akteure von einem Überangebot an
Eigentumswohnungen und im Mietwohnungsbereich geprägt sein. Lediglich bei
Eigenheimen wird von einer unveränderten Nachfrage ausgegangen.
Das aktuelle und künftige
Investitionsklima wird in fast allen Segmenten des Wohnungsmarktes als schlecht
prognostiziert. Als einzige Ausnahme werden die energetischen Bestandsmaßnahmen
gesehen. Steigende Energiekosten und die Möglichkeit, Fördermittel in Anspruch
nehmen zu können, stellen nach Meinung der Befragten einen Anreiz dar,
energetische Maßnahmen am Gebäudebestand vorzunehmen.
Die Mehrzahl derjenigen, die geantwortet
haben, erkennt eine große Nachfrage nach energetisch saniertem Wohnraum in
allen Mietpreiskategorien und nach seniorengerechten Wohnungen.
Die größte Nachfrage nach energetisch
sanierten Objekten bezieht sich bei Eigenheimen als auch bei Eigentumswohnungen
auf die mittlere Preiskategorie.
Baulandkosten und Einkommensentwicklung
der Nachfrager werden von den Akteuren als größtes Investitionshemmnis für die
Eigentumsbildung gesehen.
Probleme am Mietwohnungsmarkt werden in
den steigenden Nebenkosten und in einer fortschreitenden Leerstandsproblematik
gesehen.
