Beschlussvorlage - 0156/2008
Grunddaten
- Betreff:
-
Bericht zur bisherigen Entwicklung des NRW - Projektes " Jedem Kind ein Instrument (JEKI)
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 44 Max-Reger-Musikschule
- Bearbeitung:
- Carola Freudenberger
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Haupt- und Finanzausschuss
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Anhörung
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21.02.2008
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●
Erledigt
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Kultur- und Weiterbildungsausschuss
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Anhörung
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27.02.2008
| |||
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●
Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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06.03.2008
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Sachverhalt
Kurzfassung
Der Rat der Stadt Hagen
hat in seiner Sitzung vom 14.06.2007 die Verwaltung beauftragt, im Frühjahr
2008 vor Eintritt in die 2. Phase des NRW-Projektes „JEKI“ einen
Erfahrungsbericht vorzulegen.
Begründung
Nach den Sommerferien 2007
startete in Hagen wie in 38 anderen Ruhrgebietsstädten das Jeki- Projekt. Der
Vorgabe des Projektbüros folgend, wurden zunächst sechs Grundschulen
ausgesucht, um die vorgegebene
Schülerzahl von 150 Erstklässlern - tatsächlich konnten genau 151 Kinder
berücksichtigt werden- zu unterrichten.
Die bisherigen Erfahrungen
sind rundweg positiv:
- die Kooperation mit Grundschulleitungen und
Tandemlehrkräften funktioniert zufrieden stellend
- die vier bisher am Projekt beteiligten
KollegInnen der Musikschule identifizieren sich in hohem Masse mit dieser
völlig neuartigen Arbeit
- der materielle Aufwand (also: Gestellung von Demo- Instrumenten
und Zubehör) hält sich bislang in den erwarteten Grenzen.
- die Kooperation mit dem Projektbüro läuft glatt
und unbürokratisch
Bei der Beurteilung der
Chancen für eine reibungslose Fortsetzung zeigen sich allerdings deutliche
Einschränkungen bzw. Problemfelder:
Sponsoring/ Instrumentenbeschaffung
Zu
einer Info- Veranstaltung zu Anfang des
Jahres wurde von Dezernent und Schulleitung eingeladen. Von etwa 230 Adressaten
erschien allerdings nur eine Handvoll.
Spendenaufkommen
bisher: Sparkasse (10.000,- Euro);
Märkische Bank (1.250,- Euro). Diese Spenden in Höhe von 11.250,- Euro werden
vom Projektbüro aus Landesmitteln verdoppelt so dass Spenden in Höhe von
23.000,- Euro für die
Instrumentenbeschaffung zur Verfügung stehen
Außerdem
stehen ca. 10.000,- Euro Fördergelder des Landes aus 2007 zur Verfügung. Es
können somit Instrumente im Werte von 33.000,- Euro angeschafft werden, die für
die Durchführung der 2. Phase des Jeki-Projektes erforderlich sind.
Insgesamt also für 2008 : ca. 33.000,
Euro
Erfahrungsgemäß
werden ca. 50% der 150 Anfänger ein Instrument wählen
(durchschnittlicher
Beschaffungswert: 350,- Euro), für etwa 85 Neuanfänger wären also die Mittel
vorhanden.
Die
Entwicklung im Sponsorenbereich läuft
demnach schleppend. Die
bisherigen Bemühungen der Musikschulleitung brachten bisher trotz intensivem
Einsatz nicht den ausreichenden Erfolg. Es ist daher zu erwägen, in einer
gemeinsamen Anstrengung von Politik und Verwaltungsspitze gemeinsam weitere
Sponsoren anzusprechen. Sollten sich die erforderlichen Mittel nicht durch eine
deutliche Ausweitung des Spendenaufkommens einwerben lassen, wird sich das
Projekt lediglich in reduziertem Umfang realisieren lassen.
Kostenentwicklung
Im
Jahr 2007 haben sich die Kosten ausgesprochen günstig entwickelt, da durch
Umorganisation und gesteigertem Einsatz weder das Verwaltungspersonal noch das
Lehrpersonal aufgestockt werden musste. Es sind lediglich Mehreinnahmen durch
Schulgebühren und Bezuschussung der Overheadkosten durch das Land geflossen.
Die
Daten der Kostenentwicklung für das Jahr 2008 basieren auf der spekulativen
Annahme, dass ca. 85 Schüler aus der 1. Phase in das 2. Jahr des Jeki-Projektes
verbleiben und die Musikschule weitere 150 neue Schüler für das 1. Jahr des
Jeki-Projektes gewinnen kann.
|
Jahr |
2007 |
2008 |
|
Stundenerhöhung
Lehrkräfte |
0 |
14 |
|
PK-Erhöhung
Lehrkräfte |
0
€ |
6.100 € |
|
Stundenerhöhung
Vw |
0 |
12 |
|
PK-Erhöhung
Vw |
0
€ |
8.500 € |
|
Gebühreneinnahmen |
5.840 € |
21.560 € |
|
Zuschuss
des Landes (ohne Verdoppelung der Spendeneinahmen) |
5.285 € |
8.225 € |
|
Reduzierung
des Zuschussbedarfes der Musikschule |
11.125 € |
15.185 € |
Das
Land NRW plant, die Teilnahme an Jeki im 1. Jahr für ganze Klassenverbände
verbindlich zu machen. Das würde dann den gänzlichen Fortfall der
Unterrichtsgebühren (10,-Euro mtl.) für die SchülerInnen bedeuten.
Bis
heute ist aber noch unklar (bzw. nicht eindeutig formuliert), wie dann die
Rückerstattung der P’- kosten an die Kommune vonstatten geht: übernimmt
das Land die tatsächlichen Personalkosten oder wird es eine Pro-Kopf-
Erstattung pro Schüler geben?
Das
Projektbüro kündigt eine diesbezügliche Entscheidung bis Ende Februar an.
Auswahl und Qualifikation geeigneten
Lehrpersonals:
Den
Lehrkräften wird eine pädagogische Umorientierung auf ein völlig neues
Unterrichtsfeld abverlangt. Immer wieder haben die Schulleitungen daher gegenüber dem Projektbüro auf die
entscheidende Bedeutung sinnvoller Fortbildungsmaßnahmen hingewiesen.
Die
relativ langsamen Entscheidungsabläufe
zwischen Land, Bund und Projektbüro und die ganz besonderen
Schwierigkeiten bei der Einbindung der NRW- Musikhochschulen lassen allerdings
befürchten, dass „von oben“ bis zum Beginn der 2. Phase kaum
Verwertbares kommen wird.
Wir
haben daher bereits eine interne Fortbildung, ggf. zusammen mit zwei bis drei
Nachbarmusikschulen angedacht. In besonderem Masse gilt für Jeki:
„learning
by doing“!
Umsetzung der Vorgabe „700
SchülerInnen im Projekt“ ab Sommer 2008
Dieses
Ziel wurde für Hagen vom Projektbüro formuliert, wird aber in diesem Umfang
(s.o.) nicht zu erreichen sein. Einerseits reichen die Mittel zur
Instrumentenbeschaffung (noch) nicht aus, andererseits müsste mit Sicherheit
und umfangreich neues pädagogisches Personal eingestellt werden.
Folgerungen / Empfehlung an den Schulträger:
Das ehrgeizige Ziel, bis
2010 alle Grundschulkinder in das Projekt zu integrieren, erscheint zwar
nach wie vor erstrebenswert, aber vor dem Hintergrund der bisherigen
Erfahrungswerte ausgeschlossen.
Realistisch wäre es, die
bisherigen Grundschulen als Teilnehmerschulen beizubehalten. Dies würde für
2008/09 ein Schülerkontingent von etwa
240 Kindern
bedeuten. Anders sähe die
Sache aus, wenn sich bis zum Ende der Planungsphase (etwa Mitte Juni) ein
deutliches Plus bei den Sponsorenmitteln ergeben könnte.
Dies ist heute nicht
absehbar.
Prinzipiell gilt jedoch für
die 2. Phase: eine finanzielle Mehrbelastung ist nicht zu erwarten, und es
besteht aus Sicht der Musikschulleitung nicht die Notwendigkeit zur Änderung
der derzeit gültigen Bschlusslage.
