Beschlussvorlage - 0156/2008

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Rat der Stadt Hagen nimmt den Erfahrungsbericht zu dem NRW – Projekt „Jedem Kind ein Instrument (Jeki)“ zur Kenntnis.

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Sachverhalt

Kurzfassung

 

Der Rat der Stadt Hagen hat in seiner Sitzung vom 14.06.2007 die Verwaltung beauftragt, im Frühjahr 2008 vor Eintritt in die 2. Phase des NRW-Projektes „JEKI“ einen Erfahrungsbericht vorzulegen.

 

 

Begründung

 

 

Nach den Sommerferien 2007 startete in Hagen wie in 38 anderen Ruhrgebietsstädten das Jeki- Projekt. Der Vorgabe des Projektbüros folgend, wurden zunächst sechs Grundschulen ausgesucht,  um die vorgegebene Schülerzahl von 150 Erstklässlern - tatsächlich konnten genau 151 Kinder berücksichtigt werden-  zu unterrichten.

 

Die bisherigen Erfahrungen sind rundweg positiv:

 

  • die Kooperation mit Grundschulleitungen und Tandemlehrkräften funktioniert zufrieden stellend
  • die vier bisher am Projekt beteiligten KollegInnen der Musikschule identifizieren sich in hohem Masse mit dieser völlig neuartigen Arbeit
  • der materielle Aufwand  (also: Gestellung von Demo- Instrumenten und Zubehör) hält sich bislang in den erwarteten Grenzen.
  • die Kooperation mit dem Projektbüro läuft glatt und unbürokratisch

 

Bei der Beurteilung der Chancen für eine reibungslose Fortsetzung zeigen sich allerdings deutliche Einschränkungen bzw. Problemfelder:

 

Sponsoring/ Instrumentenbeschaffung

 

Zu einer Info- Veranstaltung  zu Anfang des Jahres wurde von Dezernent und Schulleitung eingeladen. Von etwa 230 Adressaten erschien allerdings nur eine Handvoll.

 

Spendenaufkommen bisher:  Sparkasse (10.000,- Euro); Märkische Bank (1.250,- Euro). Diese Spenden in Höhe von 11.250,- Euro werden vom Projektbüro aus Landesmitteln verdoppelt so dass Spenden in Höhe von 23.000,- Euro  für die Instrumentenbeschaffung zur Verfügung stehen

Außerdem stehen ca. 10.000,- Euro Fördergelder des Landes aus 2007 zur Verfügung. Es können somit Instrumente im Werte von 33.000,- Euro angeschafft werden, die für die Durchführung der 2. Phase des Jeki-Projektes erforderlich sind.

 

Insgesamt also für 2008 : ca. 33.000, Euro

 

Erfahrungsgemäß werden ca. 50% der 150 Anfänger ein Instrument wählen

(durchschnittlicher Beschaffungswert: 350,- Euro), für etwa 85 Neuanfänger wären also die Mittel vorhanden.

 

Die Entwicklung im Sponsorenbereich läuft  demnach schleppend.  Die bisherigen Bemühungen der Musikschulleitung brachten bisher trotz intensivem Einsatz nicht den ausreichenden Erfolg. Es ist daher zu erwägen, in einer gemeinsamen Anstrengung von Politik und Verwaltungsspitze gemeinsam weitere Sponsoren anzusprechen. Sollten sich die erforderlichen Mittel nicht durch eine deutliche Ausweitung des Spendenaufkommens einwerben lassen, wird sich das Projekt lediglich in reduziertem Umfang realisieren lassen.

 

Kostenentwicklung

 

Im Jahr 2007 haben sich die Kosten ausgesprochen günstig entwickelt, da durch Umorganisation und gesteigertem Einsatz weder das Verwaltungspersonal noch das Lehrpersonal aufgestockt werden musste. Es sind lediglich Mehreinnahmen durch Schulgebühren und Bezuschussung der Overheadkosten durch das Land geflossen.

Die Daten der Kostenentwicklung für das Jahr 2008 basieren auf der spekulativen Annahme, dass ca. 85 Schüler aus der 1. Phase in das 2. Jahr des Jeki-Projektes verbleiben und die Musikschule weitere 150 neue Schüler für das 1. Jahr des Jeki-Projektes gewinnen kann.

 

Jahr

               2007

                  2008

Stundenerhöhung Lehrkräfte

                                       0

                                     14

PK-Erhöhung Lehrkräfte

                                       0 €

                                6.100 €

Stundenerhöhung Vw

                                       0

                                     12

PK-Erhöhung Vw

                                       0 €

                               8.500 €

Gebühreneinnahmen

                                5.840 €

                             21.560 €

Zuschuss des Landes (ohne Verdoppelung der Spendeneinahmen)

                                5.285 €

                               8.225 €

Reduzierung des Zuschussbedarfes der Musikschule

                              11.125 €

                             15.185 €

 

 

Das Land NRW plant, die Teilnahme an Jeki im 1. Jahr für ganze Klassenverbände verbindlich zu machen. Das würde dann den gänzlichen Fortfall der Unterrichtsgebühren (10,-Euro mtl.) für die SchülerInnen bedeuten.

 

Bis heute ist aber noch unklar (bzw. nicht eindeutig formuliert), wie dann die Rückerstattung der P’- kosten an die Kommune vonstatten geht: übernimmt das Land die tatsächlichen Personalkosten oder wird es eine Pro-Kopf- Erstattung pro Schüler geben?

 

Das Projektbüro kündigt eine diesbezügliche Entscheidung bis Ende Februar an.

 

 

 

 

 

 

Auswahl und Qualifikation geeigneten Lehrpersonals:

 

Den Lehrkräften wird eine pädagogische Umorientierung auf ein völlig neues Unterrichtsfeld abverlangt. Immer wieder haben die Schulleitungen daher  gegenüber dem Projektbüro auf die entscheidende Bedeutung sinnvoller Fortbildungsmaßnahmen hingewiesen.

Die relativ langsamen Entscheidungsabläufe  zwischen Land, Bund und Projektbüro und die ganz besonderen Schwierigkeiten bei der Einbindung der NRW- Musikhochschulen lassen allerdings befürchten, dass „von oben“ bis zum Beginn der 2. Phase kaum Verwertbares kommen wird.

Wir haben daher bereits eine interne Fortbildung, ggf. zusammen mit zwei bis drei Nachbarmusikschulen angedacht. In besonderem Masse gilt für Jeki:

„learning by doing“!

 

 

 

 

 

Umsetzung der Vorgabe „700 SchülerInnen im Projekt“ ab Sommer 2008

 

Dieses Ziel wurde für Hagen vom Projektbüro formuliert, wird aber in diesem Umfang (s.o.) nicht zu erreichen sein. Einerseits reichen die Mittel zur Instrumentenbeschaffung (noch) nicht aus, andererseits müsste mit Sicherheit und umfangreich neues pädagogisches Personal eingestellt werden.

 

 

Folgerungen / Empfehlung an den Schulträger:

 

Das ehrgeizige Ziel, bis 2010 alle Grundschulkinder in das Projekt zu integrieren, erscheint zwar nach wie vor erstrebenswert, aber vor dem Hintergrund der bisherigen Erfahrungswerte ausgeschlossen.

 

Realistisch wäre es, die bisherigen Grundschulen als Teilnehmerschulen beizubehalten. Dies würde für 2008/09 ein Schülerkontingent von etwa

 

240 Kindern

 

bedeuten. Anders sähe die Sache aus, wenn sich bis zum Ende der Planungsphase (etwa Mitte Juni) ein deutliches Plus bei den Sponsorenmitteln ergeben könnte.

Dies ist heute nicht absehbar.

 

Prinzipiell gilt jedoch für die 2. Phase: eine finanzielle Mehrbelastung ist nicht zu erwarten, und es besteht aus Sicht der Musikschulleitung nicht die Notwendigkeit zur Änderung der derzeit gültigen Bschlusslage.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Beschlüsse

Erweitern

21.02.2008 - Haupt- und Finanzausschuss - ungeändert beschlossen

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27.02.2008 - Kultur- und Weiterbildungsausschuss - ungeändert beschlossen

Erweitern

06.03.2008 - Rat der Stadt Hagen - ungeändert beschlossen