Beschlussvorlage - 1175/2007
Grunddaten
- Betreff:
-
Beitrag der Stadt Hagen zur nachhaltigen Stadt- und Regionalentwicklung der Metropole Ruhr
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Stadtentwicklungsausschuss
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Vorberatung
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11.12.2007
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Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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13.12.2007
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Geplant
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Bezirksvertretung Haspe
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Anhörung
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19.02.2008
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Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Nord
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Anhörung
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20.02.2008
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Erledigt
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Bezirksvertretung Eilpe/Dahl
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Anhörung
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20.02.2008
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Gestoppt
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Bezirksvertretung Hagen-Nord
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Anhörung
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09.04.2008
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Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Mitte
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Anhörung
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26.02.2008
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●
Erledigt
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Bezirksvertretung Hohenlimburg
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Anhörung
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27.02.2008
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Beschlussvorschlag
Die Verwaltung wird beauftragt, die zur weiteren Entwicklung notwendigen Schritte einzuleiten. Hierzu zählen insbesondere:
- Die weitere Bearbeitung bereits laufender oder beantragter Projekte mit dem Ziel einer zügigen Realisierung
- Die Konkretisierung künftiger Vorhaben mit dem Ziel der Antragstellung unter Berücksichtigung der finanziellen Handlungsmöglichkeiten der Stadt
- Die weitere Mitwirkung im Prozess der regionalen
Abstimmung „Ziel 2- Prioritätsachse 3“ zur Einbringung der
Interessen der Stadt Hagen und zur Stärkung der Wettbewerbsposition der
Metropole Ruhr.
Sachverhalt
Kurzfassung
Die
nachhaltige Stadtentwicklung ist eine dauerhafte Aufgabe in der Stadt Hagen. Im Zuge der Vorbereitung von kurz- und
mittelfristigen Förderanträgen für die neue Ziel 2- Förderperiode hat die Stadt Hagen ein Konzept erarbeitet und mit den
Städten und Kreisen der Metropole Ruhr im Rahmen eines Gesamtkonzepts
abgestimmt.
Die
für die Stadt Hagen vorgesehenen Projekte sind
in Teil 5 der Vorlage dargestellt.
Die Verwaltung hat bereits
in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses vom 14.Oktober über die Gesamtstrategie
und die für Hagen in Aussicht genommenen Projekte in einer Mitteilung
berichtet.
Die eigentlichen
Förderanträge der beteiligten Städte und Gemeinden sind nicht Bestandteil
dieses Pakets, sondern werden zu gegebener Zeit vorbereitet und den parlamentarischen
Gremien zur Beratung vorgelegt. Zu diesem Zeitpunkt sind dann auch die
kommunalen Eigenmittel einzustellen.
Begründung
Die
Landesregierung Nordrhein- Westfalen hat mit Genehmigung der Europäischen Union
die Umsetzung des Operationellen Programms „Regionale
Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung 2007- 2013 (Ziel 2- EFRE)“
eingeleitet.
Das
Programm besteht aus drei „Prioritätsachsen“. Die Prioritätsachse 1
„Stärkung der unternehmerischen Basis“ und 2 „Innovation und
wissensbasierte Wirtschaft“ beziehen sich auf Wirtschafts- und Innovationsförderung, die
hier betrachtete Prioritätsachse 3 sieht die Förderung von „Maßnahmen der
nachhaltigen Stadt- und Regionalentwicklung“ vor.
Die
Metropole Ruhr steht im Rahmen des neuen Ziel 2- Programms im Wettbewerb mit
anderen Regionen des Landes Nordrhein- Westfalen. Deshalb haben die Städte und
Kreise des Ruhrgebietes (Städteregion Ruhr 2030- ergänzt um die Stadt Hagen,
die Stadt Hamm und den Ennepe-Ruhr-Kreis; Kreis Recklinghausen; Kreis Unna) zur
Vorbereitung von konkreten Antragsverfahren im Rahmen der Prioritätsachse 3 den
Entwurf eines gemeinsamen Antragspakets erarbeitet, das
·
eine
strukturierte Übersicht zu den derzeit für die Laufzeit des Programms
vorgesehenen Anträgen bietet
·
den Zusammenhang
mit Fördermöglichkeiten der Prioritätsachsen 1/ 2 und weiteren Förderprogrammen
aufzeigt
·
die Projekte im
Hinblick auf ihre lokale Bedeutung und ihren regionalen Kontext darstellt
·
den Status der
Regional- und Stadtentwicklung erläutert
·
unter dem Leitbegriff
„Metro Basics“ eine Zielstellung für die Entwicklung der Metropole
Ruhr in der nächsten Dekade unter Einbeziehung der Fördermöglichkeiten der
Prioritätsachse 3 definiert und
·
das wachsende
private Engagement mittelständischer Unternehmen und großer Konzerne sichtbar
macht.
Für
die Förderpolitik der Europäischen Union haben die „Regionen“ als
Katalysatoren wirtschaftlicher, technologischer und kultureller Entwicklung
eine besondere Bedeutung. Dies findet Ausdruck in den entsprechenden Förderprogrammen
und wird auch auf Landesebene umgesetzt. Förderprojekte in der Ziel 2-
Prioritätsachse 3 sollen
·
die
Attraktivität der Region für Investoren und Arbeitskräfte steigern,
·
die
infrastrukturellen und standortbezogenen Rahmenbedingungen verbessern,
·
der integrierten
Entwicklung von Stadtteilen mit besonderem Erneuerungsbedarf und
·
der Stärkung der
Integration dienen.
Die
Metropole Ruhr ist nicht nur der größte Ballungsraum in Nordrhein- Westfalen,
sondern auch eine der weltweit wahrgenommenen Regionen Deutschlands.
Dabei
hat die Metropole Ruhr die Phase des ständigen „Nacharbeitens“ der
massiven städtebaulichen Auswirkungen des Strukturwandels bei Kohle und Stahl
durch aktive und stete Arbeit an den Folgeerscheinungen weitgehend überwunden.
Sie steht heute beim Thema Stadtqualität im Wettbewerb mit den attraktiven und
ökonomisch erfolgreichen Metropolen Europas. Deshalb ist es von besonderer
Bedeutung, schon im Rahmen der anstehenden Förderperiode des Ziel 2- Programms
die Nachnutzung der verbliebenen und bis 2018 voraussichtlich stillgelegten
Bergwerke in den Blick zu nehmen.
Attraktive
Metropolen beziehen ihre Anziehungskraft nicht aus der Einheitlichkeit, sondern
der Verschiedenheit ihrer Teilräume. Alle Metropolen sind einem permanenten Wandel
unterworfen und stehen immer wieder vor neuen Herausforderungen. Die Erneuerung
der Innenstädte und eine Beschäftigung mit Stadtteilen oder brach fallenden
Industrieflächen ist eine ständige Herausforderung eben auch für
„erfolgreiche“ Metropolen.
Darum
kann auch die „Verwandlung“ der Metropole Ruhr nach weitgehender
Bewältigung der klassischen Probleme des wirtschaftlichen Wandels nicht stehen
bleiben.
Die
Metropole Ruhr hat gelernt, dass die Bewältigung städtebaulicher
Herausforderungen zu einem erheblichen Imagefaktor werden kann, wenn Lösungen
gelingen, die international Aufmerksamkeit erzeugen.
Interkommunale
Zusammenarbeit hat sich seit rund zwanzig Jahren zu einem Grundprinzip der
Entwicklung in der Metropole Ruhr entwickelt.
Deshalb
haben die Städte und Kreise für die Prioritätsachse 3 des Ziel 2 - Programms
2007- 2013 ein Antragspaket entwickelt, das - aufbauend auf den Inhalten der
bisherigen Stadtentwicklungspolitik - die Herausforderungen der Zukunft
aufgreift und mit hoher Gestaltungsqualität umsetzbar macht.
Teil 1: Metro Basics -
die strategischen Entwicklungsräume
Vier
Themen bestimmen die städtebauliche Entwicklung der Metropole Ruhr in der
nächsten Dekade und bilden dem entsprechend Schwerpunkte der Anträge in der
Säule 3 des Ziel 2- Programms:
·
Metro Lines - die Entwicklungsachsen in Ost-
West- Richtung,
·
Metro Cities -
die Qualität der Zentren und Stadtteile,
·
Metro Excellence
- die Entwicklung hochwertiger Gewerbe- und Industrie
standorte
·
Metro Invest -
private Investitionen in den städtebaulichen Entwicklungsräumen.
Jedes
Thema ist von regionaler Bedeutung, die Projekte sind im regionalen Verbund
gedacht und leisten einen Beitrag zur Entwicklung der Metropole Ruhr. Zugleich
aber wird jedes Projekt auch lokal die Lebensqualität verbessern und die
wirtschaftliche Entwicklung stärken.
Metro Lines : Die
Achsen der Metropole Ruhr
Mit
der IBA Emscher Park wurde vor rund 20 Jahren erstmals die Emscher als eine
zentrale Achse der Region thematisiert. Seither hat sich der Emscherraum
bereits nachhaltig verändert, der anstehende Umbau des Flusses wird
mittelfristig vielfältige Möglichkeiten schaffen.
In
den letzten Jahren aber sind im Zuge der Diskussion über die Zukunft der
Metropole Ruhr weitere West- Ost- Achsen hinzugekommen, deren Entwicklung
sinnbildlich für das Zusammenwachsen der Region steht:
Die
Arbeitsgemeinschaft „Das Ruhrtal“ arbeitet an der flächenhaften
Betrachtung des Flusslaufes und hat im Verbund Projekte zur touristischen
Nutzung und städtebaulichen Aufwertung entwickelt. Die intensive Beschäftigung
mit dem vergleichsweise idyllischen Südraum der Region zeigt besonders
deutlich, dass die Metropolregion Ruhr das Stadium einer „alten“
Industrieregion hinter sich gelassen hat.
Im
Zuge der Kulturhauptstadt- Bewerbung wurden erstmals die künstlerischen und
planerischen Ideen für die A 40 aufgenommen und werden nun durch einen
gemeindeübergreifenden Masterplan konkretisiert und verdichtet.
Vor
wenigen Monaten haben sich die Städte und Kreise entlang der Lippe darauf
verständigt, die Projektideen entlang des Flusslaufes zu koordinieren und in
eine Gesamtstrategie einzubinden. Neben der Ruhr und den Orten der
Industriekultur wird hier ein weiterer Schwerpunkt für touristische Angebote in
der Metropole Ruhr entstehen.
Die
vier West-Ost - Achsen der Metropole Ruhr werden in den nächsten Jahren einen
Schwerpunkt der städtebaulichen Entwicklung der Region bilden. Nirgendwo sonst
wird besser zu erkennen sein, dass die Metropole Ruhr nicht eine beliebige
Ansammlung von Gebietskörperschaften ist, sondern eine gemeinschaftlich
verantwortete Region bildet.
Metro Cities : Zentren
und Stadtteile
Die
Stadtentwicklungspolitik hat in den letzten Jahren die Erneuerung der
Stadtzentren und der hoch verdichteten Stadtteile verstärkt in den Blick
genommen.
Von
Mülheim bis Hamm arbeiten die Städte intensiv an der Erneuerung der Innenstädte.
Vielfach werden dabei auch Formen der öffentlich - privaten Partnerschaft
umgesetzt. Innerhalb der nächsten 10 Jahre werden sich die „Metro-
Cities“ nahezu überall in einer verwandelten Form präsentieren. Das Bild
der spätindustriell geprägten Innenstädte wird dann der Vergangenheit angehören
- und durch moderne, lebenswerte Stadtzentren ersetzt sein.
Der
fortschreitende demographische Wandel und die Veränderung der ethnischen
Zusammensetzung in den Stadtteilen ist ein Thema in allen großen
Metropolregionen. Die Stadtentwicklungspolitik in Nordrhein-Westfalen hat dafür
frühzeitig ein breites Instrumentarium entwickelt, das auch bei laufenden und
künftigen Projekten der Stadtteilerneuerung in der Metropole Ruhr umgesetzt
wird.
Der
Kranz der erneuerten Stadtteile umgibt die neuen Metro- Cities und wird einen
wichtigen Beitrag zur stabilen Entwicklung der Region leisten. Aufgewertete
Stadtteile und „Gute Nachbarschaften“ sind ein Markenzeichen der
Region.
Damit
dies auch in den nächsten Jahren so bleibt, setzt die Metropole Ruhr auf eine
Fortschreibung des bewährten Instrumentariums. Dazu gehören die Stärkung
lokaler Ökonomien, die Reduzierung des Instandhaltungsstaus, ein
Leerstandmanagement, Partnerschaften von Gemeinden und Eigentümern. Konzeptionell
sind derartige Strategien in „integrierten Handlungskonzepten“
zusammengefasst.
Metro Excellence :
Hochwertige Standortentwicklung
Jede
Metropole braucht einen soliden Grundbestand an regional gut verteilten
Gewerbe- und Industrieflächen. Es ist grundsätzlich ein Vorteil der dezentralen
Siedlungsstruktur in der Metropole Ruhr, dass derartige Flächen in
vergleichsweise großer Zahl zu Verfügung stehen und auch in den nächsten Jahren
erweitert werden können.
Im
Wettbewerb der Metropolen allerdings zählen vor Allem wirtschaftlich
interessante Standorte mit herausragender Lage und guter städtebaulicher
Qualität, die Aufmerksamkeit bei
international tätigen Immobilienentwicklern und Unternehmen erregen.
Die
Metropole Ruhr hat in den letzten Jahren eine erste Generation solcher
„Excellence- Projekte“ geschaffen. Entstanden sind viele
zukunftsorientierte Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich, verbunden mit
besonderen Angeboten für Wohnen, Kultur und Freizeit.
Die
zweite Generation von „Metro Excellence“ muss nun im Zusammenwirken
von öffentlichen und privaten Partnern auf den Weg gebracht werden, damit
innerhalb von 10 Jahren Zug um Zug die nächsten Angebote heranwachsen.
Metro Invest :
Wachsendes Privat- Engagement
Weitgehend
unbemerkt von einer breiteren Öffentlichkeit und bislang ohne Abbildung in der
Außendarstellung der Metropole Ruhr haben in den letzten Jahren große
Unternehmen und mittelständische Investoren begonnen, die städtebaulichen
Veränderungen in der Region auch für eigene, von wirtschaftlichen Interessen
bestimmte Aktivitäten zu nutzen.
Erst
die Entscheidung der Thyssen-Krupp AG, die Hauptverwaltung auf dem Gelände des
ehemaligen Krupp-Gürtels in Essen anzusiedeln, hat nach der bereits länger
zurück liegenden Neue Mitte - Investition in Oberhausen wieder das Interesse
der gesamten Region und der internationalen Fachöffentlichkeit geweckt.
Tatsächlich
aber gibt es auch darüber hinaus bereits eine Reihe von realisierten
Investitionsprojekten des privaten Sektors, die - ohne öffentliche
Mitfinanzierung - auf der Raumwirkung
der Stadterneuerungsstrategie für die Metropole Ruhr fußen.
Viele
positive Beispiele zeigen, dass sich nun in der Metropole Ruhr eine Gruppe von
Developern heranbildet, die wie in anderen Metropolen bewusst nicht die
„Premium- Standorte“, sondern auch scheinbar problematische Flächen
erfolgreich entwickeln.
Insgesamt
hat die Metropole Ruhr als Standort für private Immobilienentwicklung deutlich
an Anziehungskraft gewonnen. Das gilt auch für die innerstädtischen
Investitionen großer Handelsketten. Dies belegt wiederum, dass die Region sich
nunmehr nahezu auf Augenhöhe mit den vergleichbaren Metropolen der
industrialisierten Welt bewegt.
Diese
Entwicklung weiter zu stimulieren, ist Hintergrund vieler Projektanträge für
die neue Ziel 2- Förderperiode.
Teil 2: Bedeutung von
„Events“
Großereignisse als
Etappen des Wandels
Zu
den gesicherten Erkenntnissen des weltweiten Stadt- und Regionalmarketings
gehört, das große, international wahrgenommene „Metro-Events“ einen
wichtigen Beitrag zum Image leisten: Nach Außen, weil positive Wahrnehmung
erzeugt wird; nach Innen, weil das Selbstbewusstsein der Einwohner wächst.
Als
besonders wirksam erweisen sich dabei Großereignisse, die nicht nur
„Software“ im Sinne besonderer Tagesereignisse schaffen, sondern
auch „Hardware“ im Sinne dauerhaft nutzbarer Orte und Attraktionen
hinterlassen.
Derartige
Ereignisse haben zudem den Vorteil, dass die notwendige Terminsetzung zur
Beschleunigung bei der Projektfinanzierung- und Realisierung beiträgt.
Aus
diesen Gründen nutzen viele Ballungsräume regelmäßig das Instrument der Metro- Events. Im
Ruhrgebiet fanden in den neunziger Jahren neben Zwischen- und
Schlusspräsentation der IBA Emscher Park auch die Bundesgartenschauen in
Dortmund und Gelsenkirchen sowie die Landesgartenschau in Oberhausen statt.
Über diese Ereignisse hat sich das Ruhrgebiet zum ersten Mal auf einer
internationalen Bühne präsentiert und gezeigt, das auch eine „alte
Industrieregion“ in der „Champions League“ der Metropolen mithalten kann.
Dies
galt auch für den Auftritt der Metropole Ruhr während der Fußball-
Weltmeisterschaft 2006.
Kulturhauptstadt 2010
Mit
der Europäischen Kulturhauptstadt 2010 wird die Metropole Ruhr nach über 10
Jahren wieder ein eigenständiges, nachhaltiges Metro- Event realisieren. Schon
die Resonanz auf die Entscheidung im Bewerbungsverfahren hat gezeigt, dass die
oben beschriebenen klassischen Wirkungsmechanismen greifen.
Die
Kulturhauptstadt 2010 setzt auf eine Kombination weithin strahlender
Tagesereignisse und langfristig wirksamer Projekte, die sich an den
strategischen Entwicklungszielen der Region orientieren. Sie bedarf für ihren
Erfolg der Mitgestaltungs- und Finanzierungsbereitschaft der gesamten Metropole
Ruhr. Eine wichtige Finanzierungsquelle wird dabei das neue Ziel 2-
Förderprogramm sein. In der ersten Phase der Projektentscheidungen kommt
deshalb Vorhaben im Zusammenhang mit der Kulturhauptstadt 2010 eine besondere
Bedeutung zu.
Der Zeitraum nach der
Kulturhauptstadt
Anders
als Ende der neunziger Jahre gibt es bei den Akteuren der Metropole Ruhr nun
schon frühzeitig Überlegungen für eine
Abfolge von Metro- Events in den kommenden Jahren.
Dazu
zählen die Bewerbung der Arbeitsgemeinschaft Ruhrtal für die Regionalen 2013/
2016, die Ideen der Stadt Duisburg zur Durchführung der Landesgartenschau 2014
oder das Entwicklungskonzept der Stadt Bochum für den Grünzug E auf der Basis
der vorliegenden Machbarkeitsstudie „Bundesgartenschau“.
Diese
Überlegungen sind auch deshalb von Bedeutung, weil es nach den Regeln des
Marketings wichtig ist, nach dem großen, international bedeutenden Auftritt mit
der Kulturhauptstadt 2010 Kontinuität in der Wahrnehmung zu schaffen.
Im
Falle positiver Beschlüsse zu diesen Konzepten ist die anstehende Ziel 2-
Förderperiode eine wichtige Finanzierungsquelle für verschiedene
Projektbausteine.
Teil 3:
Handlungsfelder
Unterschiede stärken:
Dezentralität als Wettbewerbsvorteil
Eine
genauere Betrachtung der weltweiten Metropolen macht sichtbar, dass diese zwar
gemeinhin als monolithischer Block wahrgenommen werden, die tatsächliche
politisch- administrative Verantwortung aber oft dezentral organisiert ist. Die
dezentrale Struktur der Metropole Ruhr stellt also keine Ausnahme dar, sondern
entspricht eher der Regel - vor Allem in den europäischen Metropolen.
Bei
der Umsetzung von regionalen Entwicklungsstrategien in konkrete Projekte ist es
oft gerade die lokale Verantwortung, die zur zügigen, qualitätsorientierten
Durchführung aus ureigenem, lokal bestimmten Interesse beiträgt.
Die
Teilräume der Metropole Ruhr sind und bleiben unterschiedlich: Landschaft und
Stadtstrukturen entlang der Ruhr unterscheiden sich deutlich vom Emscherraum;
die Aufgaben in der Stahl- und Hafenstadt Duisburg sind andere als im Kreis
Recklinghausen mit Chemieindustrie und Potenzialen für großflächige
Industrieansiedlungen; in Hagen ist die Siedlungsstruktur eine andere als in
Dortmund oder Gelsenkirchen. Die Verschiedenheit der Teilräume ist ein signifikantes
Merkmal der Metropole Ruhr.
In
der jüngsten Metropol-Diskussion wird darauf hingewiesen, dass sich die
„creative society“ zunehmend abkehrt von den Ballungsräumen und auf
Großstädte unterhalb der klassischen Metropolen- Ebene orientiert. Das ist eine
Chance für die Metropole Ruhr mit ihrer dezentralen Siedlungsstruktur: Sie
bietet sowohl das großräumige Stadtgefüge und den riesigen Markt wie auch die
kleinräumige Intimität.
Die
Stärken der Region bilden sich im Antragspaket für die neue Ziel 2- Förderperiode
ab. Die Anträge sind - soweit notwendig und sinnvoll - in einem diskursiven
Verfahren abgestimmt. Sie tragen dazu bei, die „Metro- Basics“
konsequent in vielen Einzelmaßnahmen umzusetzen und die Metropole Ruhr weiter
auszuformen.
Gleichwohl
wird es auch weiterhin Wettbewerb geben. Konkurrenz um ansiedlungswillige
Unternehmen durch Schaffung entsprechender Flächenangebote oder das Bemühen
darum, die eigenen Stadtteile lebenswerter zu machen, sind nicht nur
selbstverständlicher Auftrag jeder einzelnen Gebietskörperschaft, sondern
zugleich Motor für die Entwicklung des
gesamten Ballungsraumes.
Räumlich denken:
Projekte im Verbund
Für
die Städte und Kreise gilt, dass die Projektanträge nicht nur im regionalen
Zusammenhang diskutiert, sondern systematisch als Bausteine einer gezielten,
langfristig angelegten Stadterneuerung entwickelt sind. In vielen Fällen liegt
den Anträgen ein durchdachtes, analytisch fundiertes Gesamtkonzept für das
gesamte Gemeindegebiet zu Grunde.
Charakteristisch
für das Gesamtpaket ist es auch, dass eine Reihe von Anträgen sich auf Projekte
bezieht, die gemeindeübergreifend zu realisieren sind- so etwa bei der
„Rheinischen Bahn“ von Essen über Mülheim bis Duisburg, dem
Gesamtkonzept für die A 40 oder den Projekten entlang Ruhr, Emscher und Lippe.
Beide
Faktoren nehmen die programmatischen Ziele der neuen Ziel 2- Förderperiode
auf.
Eine
Reihe von Anträgen sind thematisch an der Schnittstelle zwischen den Säulen 1 /
2 und der Säule 3 des Ziel 2- Programms angelegt. Dies entspricht dem Ansatz
der Programmkonzeption von Ziel 2, Multiplikationseffekte bei der Umsetzung zu
erzielen. Hier wird es wichtig sein, in den Antragsverfahren einen Abgleich
zwischen den verschiedenen Prioritätsachsen auch hinsichtlich der Behandlung
von ineinander greifenden Anträgen durch die Landesressorts zu finden.
Integrierte
Handlungskonzepte
Die
Gebietskörperschaften in der Metropole Ruhr haben mit Unterstützung des Landes
Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union in den letzten Jahren viele
Projekte realisiert, die auf einem vernetzten Handlungskonzept unter
Einbeziehung vieler Akteure aus Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft, Vereinen,
Stiftungen, Kirchen oder Bewohnern und Wohnungseigentümern basierten.
In
den Stadtteilprojekten werden im Regelfall von Anbeginn lokale Akteure intensiv
einbezogen; neben den städtebaulichen Aspekten sind oft Gesichtspunkte der
Integration, sozialökonomische und kulturelle Gesichtpunkte von gleicher
Bedeutung.
Bei
wirtschaftsorientierten Vorhaben ist die innovationsorientierte, frühzeitige
Zusammenarbeit mit privaten Investoren und Institutionen der Wissenschaft
vielfach erprobt.
Die
im operativen Programm geforderte Entwicklung „integrierter
Handlungskonzepte“ -gerade bei den Stadtteilprojekten - setzt auf den
einschlägigen Erfahrungen in der Region auf.
Identität bewahren:
Industriekultur
Die
Orte der Industriekultur stehen für die Bewahrung der kulturellen Identität der
Metropole Ruhr. Sie sind Symbol für die Geschichte einer der zentralen
Industrieregionen Europas und zeugen zugleich von der großen Integrationskraft
dieser Region.
Zugleich
sind die Orte der Industriekultur selbstverständliche Schauplätze für das
lebendige, vielfältige Leben in der Metropole Ruhr.
Sie
wirken als Bühnen oder Kulissen für kulturelle Ereignisse, bieten Räume für
Handwerk und Dienstleistung und sind Anziehungspunkte für Besichtigungsreisen.
Auch
für die Kulturhauptstadt 2010 wird die Industriekultur eine wichtige Funktion
übernehmen. Mit dem „Dortmunder U“ kommt im Rahmen der
Kulturhauptstadt 2010 ein weiteres, bedeutendes Objekt der Industriekultur
hinzu.
In
der Welt der Metropolen sind oft Prachtstraßen, Kathedralen oder Schlösser
Symbol für Größe und Bedeutung. Das „Alleinstellungsmerkmal“ der
Metropole Ruhr ist die „Route der Industriekultur“ mit ihren
Objekten in der gesamten Region.
Deshalb
gehört die weitere Ausgestaltung der Route der Industriekultur zu den wichtigen
Aufgaben unter den Projekten der Prioritätsachse 3.
Lebensqualität
verbessern: Landschaft gestalten
Eine
systematische Einbeziehung von Landschaft in die Gesamtstrategie zur
Erneuerung einer Industrieregion hat es
außerhalb der Metropole Ruhr bislang nirgendwo gegeben.
Was
über die IBA Emscher Park auf den Weg gebracht wurde, hat seine systematische
Fortsetzung in der kontinuierlichen Realisierung des Emscher Landschaftsparks
gefunden. Unterstützt durch das
Ökologieprogramm Emscher - Lippe (ÖPEL) entfaltet sich schon heute eine
einzigartige Kulturlandschaft.
Mit
dem Umbau des Emschersystems in den kommenden 15 Jahren werden Wasserläufe neue
Formen annehmen, werden neue Ufer ausgebildet und neue Lebensqualitäten
entstehen. Mit den Leitprojekten „Neues Emschertal“ und „Die
Insel“ - zwischen Emscher und Rhein- Herne- Kanal - werden im
Zusammenspiel von Emscherumbau und Emscher Landschaftspark wichtige Bausteine
der Metropolenentwicklung realisiert.
Die
Gestaltung von Landschaft schafft auch spektakuläre Kunstobjekte oder
Architekturen von besonderem touristischem Interesse. Großflächige Parkanlagen
und Grünverbindungen beziehen ihre eigentliche Bedeutung aus dem praktischen,
täglichen Nutzen für die Bevölkerung der Region.
Kein
anderes Element des organisierten Strukturwandels vermag auf direkte Weise die
alltägliche Aufenthaltqualität für viele Menschen so unmittelbar zu verbessern
wie Maßnahmen des Landschaftsbaus.
Aus
diesen Gründen werden in der Förderperiode 2007- 2013 wichtige Projekte der
Landschaftsgestaltung zu realisieren sein.
Aufmerksamkeit
erregen: Neue Architektur
Die
Anziehungskraft von Metropolen wird ganz wesentlich von den herausragenden
Architekturen und städtebaulichen Ensembles geprägt. Historische Gebäude sind
dabei von Bedeutung, weil sie für die Geschichte, den Mythos einer Region
stehen. In der Metropole Ruhr nehmen die Orte der Industriekultur diese Rolle
wahr.
Im
Wettbewerb der Metropolen haben aber auch spektakuläre neue Architekturen eine
wichtige Funktion. Sie rufen nicht nur neues touristisches Interesse hervor,
sondern stehen in der internationalen Wahrnehmung für die Dynamik und
Kreativität der Metropolen. Die weltweite Wahrnehmung der neuen Zollverein
School in der Fachwelt ist ein Beleg für diese These.
Zu
den außerhalb der Metropole Ruhr am meisten gezeigten Bildern der Region
gehören seit Jahren der signifikante Förderturm der Zeche Zollverein und der
Tetraeder in Bottrop.
Dieser
„Dualismus der Bilder“ mit Weltkulturerbe und neuem
Architekturobjekt ist ein sichtbares
Zeichen für den Erfolg der Erneuerungsstrategien in der Metropole Ruhr. Es ist
noch nicht lange her, dass außerhalb der Region nur Bilder stillgelegter
Industrieanlagen zu sehen waren, wenn vom Ruhrgebiet die Rede war.
Die
Projektanträge zu den „Metro Lines“, den „Metro Cities“
und zu den Vorhaben im Rahmen von „Metro Excellence“ bieten Raum
dafür, in der Metropole Ruhr weitere neue, spektakuläre Architekturen zu
realisieren.
Qualitäten nutzen:
Tourismus ausbauen
Tourismus
und Angebote für Freizeitaktivitäten spielen in der Metropole Ruhr erst seit
rund 10 Jahren eine signifikante Rolle. Seither konnte deren Anteil an der
Wertschöpfung in der Region beständig gesteigert werden.
Der
Grundstein dafür wurde mit den signifikanten Projekte der Industriekultur und
ihren vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten gelegt. Attraktive Veranstaltungsräume
sind alljährlich Schauplatz unzähliger Kulturereignisse und
Unternehmenspräsentationen. Die Räume der Industriekultur sind
„natürliche“ Spielstätten der RuhrTriennale; die Route der
Industriekultur zieht jedes Jahr viele Besucher an.
Vor
Allem die freiluftgebundenen Aktivitäten profitieren hingegen von den
umfangreichen Maßnahmen der Landschaftsgestaltung, des Wegebaus und der
Gewässernutzung, die in den letzten Jahren in der gesamten Metropole Ruhr
realisiert wurden.
Neue
Architekturelemente und bedeutende Kunstobjekte reichern die Orte der
Industriekultur und die Freiräume an.
Auf
dieser Basis - Industriekultur und besondere Kulturlandschaft - hat sich in den
letzten Jahren ein breites Angebot an privat finanziertem Entertainment und
Freizeitsport in der Region entwickelt, das von Musical-Theatern über
Erlebniswelten bis hin zu Wassersport-Aktivitäten reicht.
Die
Erfahrungen der letzten Jahre haben dazu geführt, dass mit Ruhr und Lippe zwei
„Metro-Lines“ in den Mittelpunkt der Betrachtung gelangen, deren
Bedeutung weitgehend im Bereich von Tourismus- und Freizeitaktivitäten liegt.
In den landschaftlich sehr unterschiedlichen Teilräumen werden sich in den nächsten
Jahren eine Fülle von touristischen Projekten - häufig in öffentlich/ privater
Partnerschaft - entwickeln.
So
ist es selbstverständlich, dass der weitere Ausbau des Tourismus- und
Freizeitangebotes - einschließlich der Ausgestaltung der Route der
Industriekultur - einen wichtigen Schwerpunkt des Antragspaketes für die neue
Ziel 2- Förderperiode darstellt.
Teil 4: Weiteres
Vorgehen
Der
Entwurf des „Gemeinsamen Projektpaketes zur nachhaltigen Stadt- und
Regionalentwicklung der Metropole Ruhr“ wird im November/ Dezember
parallel in den Fachausschüssen und Räten der beteiligten Städte und Kreise der
Metropole Ruhr diskutiert.
Es
ist vorgesehen, das Gemeinsame Projektpaket noch vor Weihnachten in einer
Veranstaltung öffentlich vorzustellen und formell auf den Weg zur
Landesregierung zu bringen.
Zeitgleich
wird das Material in einer Broschüre allgemein zugänglich gemacht.
In
den darauf folgenden Wochen werden die Städte und Landkreise die inhaltliche
Konzeption und die Projekte des Gemeinsamen Projektpaketes auf dezentralen
Veranstaltungen den gesellschaftlichen Gruppen vorstellen.
Mit
Abschluss der Diskussion in den Kommunalparlamenten wird das Gemeinsame
Projektpaket auch zur inhaltlichen Grundlage aller Förderanträge der Metropole
Ruhr für die Säule 3 des Ziel 2 - Programms 2007 - 2013.
Soweit
Förderanträge aus sachlichen Gründen kurzfristig zu stellen sind, wird im Text
bereits auf den Entwurf des Projektpaketes verwiesen.
Teil 5:
Die
Projektvorschläge der Stadt Hagen Ziel 2 - Säule 3
1. Einführung
Stadterneuerung und
Stadtentwicklung in Hagen
Die
Stadt Hagen, Oberzentrum im Südosten des Ruhrgebiets, umfasst eine Fläche von
160,4 qkm und hat derzeit ca. 197.000 Einwohner. Vor Jahrzehnten noch war Hagen
von der Stahlerzeugung und –verarbeitung geprägt. Heute hat sich Hagen zu
einem attraktiven Dienstleistungszentrum mit Schwerpunkt im Kultur- und
Bildungsbereich entwickelt. Einrichtungen wie die Fernuniversität und die
Südwestfälische Fachhochschule, das Westfälische Freilichtmuseum technischer
Kulturdenkmale, das Karl Ernst Osthaus-Museum oder das Theater Hagen strahlen
über die Region hinaus. In Hagen ist die einzige Fernuniversität Deutschlands
ansässig, die mit über 40.000 Studenten zu den größten Universitäten des Landes
gehört. Hagen ist damit zu einer Stadt der Weiterbildung geworden, die vom Land
NRW als Kompetenzstandort für IT und E-learning anerkannt und gefördert wird.
Die
Hagener Innenstadt bildete in vergangenen Jahren den räumlichen Schwerpunkt der
Stadtentwicklung und wurde in dieser Zeit grundlegend umgestaltet und
modernisiert. Als Beispiele für diese Entwicklung sind der Bau der
Volme-Galerie, der Neubau des Rathauses, die Umgestaltung des
Friedrich-Ebert-Platzes und der Bau des Sparkassen-Karrées zu nennen. Die
zukünftige Stadtentwicklung konzentriert sich in zunehmendem Maße auf die
Randbereiche der Innenstadt sowie auf die innenstadtnahen Wohnquartiere. Vor
dem Hintergrund stark sinkender Bevölkerungszahlen, der sozialen Themen und der
städtebaulichen Missstände in diesen Quartieren wird im Rahmen der Programme
Stadtumbau West und Soziale Stadt entgegengesteuert. Dabei steht die
Bewältigung des demografischen Wandels im Vordergrund. Laut Prognose des LDS
wird die Stadt Hagen bis zum Jahr 2025 mehr als 15 % an Einwohnern verlieren.
In benachteiligten Stadtteilen liegt dieser prognostizierte Verlust teilweise
bei weit über 20 %. Dies führt zu ernormen Strukturveränderungen in diesen
Stadtteilen. Zielsetzung der Stadtentwicklung ist es hier, die Infrastruktur in
diesen Stadtteilen zu erhalten und den neuen Bedürfnissen anzupassen, den
Wohnungsbestand zu modernisieren und teilweise durch Abriss neue Qualitäten im
Bestand zu schaffen.
Aufgrund
der besonderen Siedlungsstruktur der Stadt Hagen konzentrieren sich viele
Probleme in den Tallagen: dort wo sich altindustrielle Bereiche und
Verkehrswege konzentrieren und das Wohnen enorm belasten. Einer dieser Bereiche
ist der Abschnitt der B7 zwischen Wehringhausen und der Innenstadt. Der Verkehr
belastet hier sowohl das Ortszentrum von Wehringhausen als auch über den
Graf-von-Gahlen-Ring die Innenstadt. Mit einem Infrastrukturprojekt von
historischer Dimension wird die Stadt Hagen in den kommenden Jahren durch den
Bau der Bahnhofshinterfahrung den Durchgangsverkehr auf eine neue Trasse westlich
des Hauptbahnhofes verlagern. Im Sinne einer nachhaltigen und integrierten
Stadtentwicklung sollen im Anschluss die zum Teil brachliegenden Gewerbeflächen
entlang dieser Strassentrasse wieder aufbereitet werden, sowie der entlastete
Ortskern von Wehringhausen städtebaulich aufgewertet werden. Dabei verfolgt die
Stadt Hagen das Ziel, ohne zusätzlichen Flächenverbrauch neue, attraktive
Arbeitsplätze in zentrumsnaher Lage zu schaffen. Damit stehen neue
Flächenpotenziale für die Bewältigung des wirtschaftlichen Strukturwandels zur
Verfügung, die teilweise in unmittelbarer Nähe des ICE-Haltepunktes liegen.
Ein
weiteres Ziel ist es, die Flüsse wieder in das städtebauliche Gefüge zu
integrieren. Nachdem dies entlang der Volme bereits mit einigen Projekten erfolgreich
gelungen ist, besteht nun die Chance entlang der Ennepe das Gesicht der
Stadtlandschaft neu zu prägen.
Das
Ruhrtal stellt ein weiteres, wichtiges Handlungsfeld der Stadtentwicklung dar.
Hier stehen die weichen Faktoren der Stadtentwicklung im Vordergrund. Die Stadt
Hagen besitzt hier ein enormes Potenzial für die Naherholung und den Tourismus,
das im Verbund mit den regionalen Partnern weiterentwickelt werden soll. Die
geplanten Projekte dienen insbesondere der Ergänzung der vorhandenen Infrastruktur.
Als Leuchtturmprojekt ist dabei die Fortentwicklung des Museums für Ur- und
Frühgeschichte im Wasserschloss Werdringen vorgesehen. Hier soll ausgehend von
den international archäologisch bedeutsamen Funden in dieser Region eine
wissenschaftlich anspruchsvolle Präsentation der Zeitgeschichte mit den
Aspekten eines Freizeitparks als „Evolutionspark“ verknüpft werden.
2. Gesamtübersicht zu
Projektvorschlägen der Stadt


Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
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(wie Dokument)
|
1,3 MB
|

20.02.2008 - Bezirksvertretung Eilpe/Dahl - geändert beschlossen
Beschluss:
Die Bezirksvertretung Eilpe/Dahl empfiehlt dem Rat der Stadt Hagen folgenden Beschluss zu fassen:
Die Verwaltung wird beauftragt, die zur weiteren Entwicklung notwendigen Schritte einzuleiten. Hierzu zählen insbesondere:
- Die weitere Bearbeitung bereits laufender oder beantragter Projekte mit dem Ziel einer zügigen Realisierung
- Die Konkretisierung künftiger Vorhaben mit dem Ziel der Antragstellung unter Berücksichtigung der finanziellen Handlungsmöglichkeiten der Stadt
- Die weitere Mitwirkung im Prozess der regionalen
Abstimmung „Ziel 2- Prioritätsachse 3“ zur Einbringung der
Interessen der Stadt Hagen und zur Stärkung der Wettbewerbsposition der
Metropole Ruhr.
Zusatzbeschluss:
4. Die
Bezirksvertretung Eilpe/Dahl beschließt, dass die in der Vergangenheit
gefassten Beschlüsse zu einem Radweg Volmetal in dieses Projekt mit aufgenommen
werden.