Beschlussvorlage - 0612/2007

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Kultur- und Weiterbildungsausschuss nimmt den Bericht zur Förderung der Freien Kulturarbeit in Hagen 2006 zur Kenntnis.

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Sachverhalt

1.      Vorbemerkung

 

Die Stadt Hagen fördert im 16. Jahr die Freie Kulturarbeit nach einem 1990 verabschiedeten Konzept zur Professionalisierung und Sicherung einer breit gefächerten Kulturlandschaft der Kommune. Modifiziert wurde das Konzept 1996 durch einen jeweils dreijährigen Budgetvertrag mit den vier Kulturzentren. 2001 wurde die zweite Verlängerung der Verträge vereinbart, die bis Ende 2004 gültig war. Es folgte die dritte Verlängerung im Dezember 2004 mit erheblichen Kürzungen als Konsolidierungsbeitrag der Zentren. Diese Verträge laufen zum 31. 12. 2007 aus. In 2006 wurden mit den vier Kulturzentren im Rahmen der allgemeinen Konsolidierungsbemühungen weitere einschneidende Kürzungen verabredet, mit der verwaltungsseitigen Zusicherung, die nunmehr erreichte Fördersumme bei der Ausfertigung von Folgeverträgen nicht weiter anzutasten.

Erstmals findet sich im Anhang auch der Sachbericht des Schlosses Hohenlimburg, dass seit 2006 mit einem Vier-Jahres-Vertrag städtischerseits gefördert wird. Der Verwendungsnachweis wird wegen der verspäteten Sitzung des Beirates nachgereicht.

Umfang und Ergebnisse der Förderung werden im Folgenden kurz skizziert.

 

2.      Fördersituation

 

Seit Einführung der Budgetverträge wirtschaften die vier Kulturzentren jährlich mit einem vertraglich vereinbarten Etat, der gewisse Planungssicherheit für Personal- und Sachkostenberechnungen bietet. Tariferhöhungen und Kostensteigerungen innerhalb des Budgetzeitraums sind seit 2005 nicht mehr berücksichtigt und sorgen für  jährlich sinkende Reallöhne. Eine Streichung des Anpassungs-Indexes (Einsparung ca. 7000 €) und eine Kürzung der Budgets (6000 €) wurde im Rahmen der Konsolidierung für die neuen Verträge realisiert und kam 2005 erstmals zum Tragen. Diese Kürzungen entsprachen in 2005 rund 5 Prozent des Gesamtbudgets. Durch den Wegfall des Anpassungs-Indexes fielen in 2006 rund 2,5 Prozent Kürzungen an, die sich in den kommenden Jahren weiter fortschreiben.

Die Jahreszuschüsse im Einzelnen:

 

AllerWeltHaus                                    50.718 Euro

Hasper Hammer                               75.960 Euro

Pelmke                                               71.929 Euro

Werkhof Hohenlimburg                     75.960 Euro 

 

Der Fördertopf für Freie Kulturarbeit, der beim Kulturamt angesiedelt worden ist, wurde im Zuge allgemeiner Haushaltseinsparungen um  20 % gekürzt!

 


1.     

 
 Rückblick

1.1.           Kulturarbeit in den Kulturzentren

 

Trotz finanziell schwieriger Bedingungen und weiterer Konsolidierungen haben die vier städtisch geförderten Kulturzentren ihren Angebotsumfang und ihr Publikum weitgehend gehalten. Während das Kulturzentrum Pelmke mit Besucherzahlen von 8550 in 2006 (gegenüber 8770 in 2005) leichte Rückgänge, mit dem Kino Babylon in der Pelmke mit 6408 BesucherInnen (gegenüber 6028 im Vorjahr) ebensolche Zuwächse verzeichnete, steigerte der Werkhof seine Besucherzahl von 2005 nach 2006 um ca 3000 Personen auf insgesamt 15.000 Besucher! Der Hasper Hammer steigerte seine Publikumszahlen von 2005 (7.991) auf 2006 (8.022) leicht! Das AllerWeltHaus erfasst mit seinem Kursangebot allein rund 8500 TeilnehmerInnen, weitere Besucher bei Kooperationsveranstaltungen konnten zahlenmäßig nicht genau erfasst werden. Grundsätzlich läßt sich sagen, daß die Veranstaltungs- und Werkstattangebote der vier städtisch geförderten Zentren eine stabile Besucherakzeptanz auf hohem Niveau haben.

 

Gemeinsam boten sie dem Hagener Publikum über 500 Veranstaltungen im Jahr 2006 und wurden von mehr als 35.000 BesucherInnen aus der Stadt und Umgebung aufgesucht!

Neben dem Veranstaltungsangebot bieten die Kulturzentren rund 130 Vereinen, Initiativen und Kursen die Möglichkeit, regelmäßig unter ihren Dächern kreativ zu werden. Die Vielzahl von Kursen und Workshops aus Tanz, Theater, bildender Kunst und anderer kreativer Bereiche sind als Ergänzung zum städtischen Angebot überhaupt nicht mehr wegzudenken und erreichen rund 20.000 Menschen.

 

Die zum Teil sehr hochwertigen Veranstaltungen im Musik- und Kabarettbereich haben die Kulturzentren zu wichtigen Veranstaltungsstätten des Ruhrgebiets gemacht, Kooperationen laufen daher auch über die Stadtgrenzen hinaus in erfolgreichen Netzwerken.

 

Ein Schwerpunktthema ist dabei die  Theaterarbeit quer durch alle Generationen. So bieten der Hasper Hammer und der Werkhof kontinuierliche Kindertheaterkurse an. Schultheaterprojekte laufen sowohl beim Hasper Hammer als auch im AllerWeltHaus immer wieder mit großem Erfolg. Seit 2006 beteiligen sich Hasper Hammer und Werkhof an dem großen Theaternetzwerk  Kultour SüdWest, wofür eigene Inszenierungen erarbeitet wurden, die durch Veranstaltungsstätten Südwestfalens tourten. Das Projekt wird mit einem Schwerpunkt auf qualifizierender Theaterarbeit in 2007 fortgesetzt und von der Staatskanzlei gefördert.

 

Die Kabarettszene im Hasper Hammer sowie auch inzwischen im Werkhof Hohenlimburg hat sich einen Namen erarbeitet, so dass hochkarätige Künstler in diesen Häusern auftreten und damit ein wichtiges Standbein für ein wirtschaftliches Arbeiten in diesen Zentren darstellen!

 

AllerWeltHaus und Hasper Hammer arbeiten regelmäßig in Projekten mit Schulen zusammen. Dabei widmet sich AllerWeltHaus vor allem entwicklungspolitischen Themen und kooperiert mit vielfältigen städtischen Partnern.

Der Jugendszene widmen sich insbesondere Werkhof und Pelmke mit erfolgreichen Musikveranstaltungen. Die Haupt-Zielgruppe des gut angenommenen Disco- und Musikprogramms in der Pelmke sind 16- bis 25jährige.

Im Werkhof trifft sich regelmäßig eine lokale Musikerszene. Ein Schwerpunkt im Bereich akustischer Sologitarre wurde hier zusätzlich etabliert.

 

In der Pelmke gibt es seit der Auflösung des Jazz Clubs eine Szene, die mit der Reihe „Fetter Jazz  neu belebt wurde. Eine Finanzierung ist  aufgrund der konsolidierten Jazzfördermittel des Kulturamtes in 2006 erstmals über die Staatskanzlei gelungen. Hier flossen in 2006 erstmals Fördermittel für einen Aufbau eines regionalen Jazznetzwerkes, die in 2007 aufgestockt wurden.

 

Erwähnenswert bleibt die herausragende Arbeit des Programmkinos Babylon, das 2005 für sein exzellentes Programm erneut die Jahresfilmprogrammprämie der Filmstiftung NRW erhielt. Die 258 Filmvorführungen wurden von 6408 BesucherInnen genutzt.

 

Den Galeriebetrieb belebten der Werkhof und der Hasper Hammer mit jeweils vier Ausstellungen in seinen Räumen und unterstützen auf diese Weise Bildende Künstler.

 

 

Die Kürzungen bzw. Streichungen von Drittmitteln verschärfen weiterhin die finanzielle Situation der Kulturzentren.  Die Personalsituation ist zunehmend eng. Tariflich angemessene Gehälter sind weiterhin nicht möglich und werden in Zukunft durch den Wegfall des Anpassungsindexes seit 2005  weiter sinken.

Die städtischen Zuschüsse sichern bislang die hauptamtliche Arbeit in den Zentren. Die Programmarbeit wird im Wesentlichen durch Drittmittel, Eintritte und Gastronomie erwirtschaftet.  

Lebenswichtiges Standbein sind die vielen ehrenamtlichen Einsätze, um  einen professionellen Arbeitsablauf zu gewähren.

Die Grundsicherung ist bei Fortsetzung der bestehenden Budget-Verträge derzeit bei keinem der Zentren grundsätzlich in Frage gestellt.

Aufgrund der Vorgaben des Innenministeriums zur Absenkung freiwilliger Leistungen in Kommunen mit ungenehmigten Haushalten wurde die Verwaltung vom Rat der Stadt Hagen am 14.06.2007 beauftragt, ein neues Haushaltssicherungskonzept mit einer Absenkung der freiwilligen Leistungen von 10 % aufzustellen. Dieser Grundsatzbeschluss des Rates ist in die Verhandlungen mit den Kulturzentren über die Verlängerung der auslaufenden Verträge einzubeziehen. Eine solche Kürzung engt den Finanzrahmen der Zentren weiter deutlich ein.

 

 

1.2 Weitere Kulturinitiativen und Aktivitäten

1.2.1 Popularmusikförderung

 

Das MusikOffice Hagen hat mit einer Vielzahl von Aktivitäten eine breite Musikszene erreicht. Ein ausführlicher Bericht wurde im Kultur- und Weiterbildungsausschuss gesondert vorgestellt. Der Budgetvertrag des MOH läuft parallel zu den Zentrenverträgen mit Jahresende aus und muss verlängert werden. Eine Kürzung des ohnehin geringen Ansatzes ist aus Sicht der Verwaltung kontraproduktiv, wird doch die dort geleistete kulturelle Jugendarbeit an keiner anderen Stelle geleistet.

 

 1.2.3 Theater

 

Das einzige freie Theater in Hagen, das Theater mit Puppen Firlefanz  hatte nach seiner Schließung Ende 2005  (aus wirtschaftlichen Gründen) den Spielbetrieb am Hohenhof wieder aufgenommen. Nachdem der Förderverein des Theaters sich engagiert um einen Fortbestand bemühte, konnte in 2006 erneut ein Figurentheaterangebot zustande gebracht werden. Die Standortfrage ist, falls der Pavillon am Hohenhof nicht mehr zur Verfügung stehen sollte, weiterhin ungeklärt. 

 

1.2.4 Bildende Kunst

 

Die KünstlerInnen aus Wehringhausen und Haspe veranstalteten in 2006 zum 5. Mal erfolgreich einen Tag des offenen Ateliers, bei dem sie viel Zuspruch erhielten. Durch diese  Aktion wird der Austausch zwischen den Künstlerinnen und Künstlern intensiviert. Das Kulturamt unterstützte diese Initiative durch einen Druckkostenzuschuss. Der nächste Offene Ateliertag ist im Herbst 2007 geplant.

Die Hagenring Galerie und die Kooperative K erhielten wie in den Vorjahren einen Mietkostenzuschuss in Höhe von je  1840 € (beinhaltet eine  20%ige Haushaltssperre!).

Das FrauenKunstForum e.V.  setzte seinen Künstler-Austausch mit Lettland und Kuba erfolgreich fort und profilierte sich mit entsprechenden Ausstellungen.

 

 

1.2.5. Projektförderung (HHSt. 3000.717.00304)

 

Die Haushaltsstelle beinhaltet nur noch den Projektefond. Die Jazz-Förderung wurde aus Konsolidierungsgründen eingestellt. Da sich inzwischen über die Regionale Kulturpolitik eine städteübergreifende Revitalisierung der Jazzszene seit Ende 2006 entwickelte, hat das Kulturamt einen entsprechenden Antrag auf Landesförderung mir einem städtischen Zuschuss aus dem Projektefond unterstützt.

 

Aus dem um  20 Prozent gekürzten Projektefond  wurden gemäß der Richtlinien  11.200 €  an insgesamt  15 Projekte und Veranstaltungen vergeben.

 

 Projektefonds 2006

 

1.   AllerWeltHaus                             African Inspiration                             1.800.- EUR       

2.   Kulturzentrum Pelmke                Fetter Jazz                                         2.500.- EUR  

3.   Kulturzentrum Pelmke                Konzert-Zuschuss                    500.- EUR

4.   Nuri Irak/Hasper Künstler           Offenes Atelier                                     150.- EUR  

5.   Deutsch-Ind. Gesellschaft          Indischer Workshop                            250.- EUR

6.   Milica Reinhart,Malerin           Kunstworkshop GS Haspe           1.200.- EUR

7.   Hasper Hammer Theaterfestival „KulTour SüdWest“         1.250.- EUR

8.   Werkhof Hohenlimbg.  Theaterfestivat „KulTour SüdWest“   1.250.- EUR

9.   Achim Schartl,Jongleur  Kleinkunstbühne, Open Air     600.- EUR

10. Café Boeler-Bü                           Konzert-Zuschuss                    250.- EUR

11. M. Piepenstock, Malerin            Matinee/Rainer Maria Rilke    250.- EUR

12. ESW                                            Russisch-Polnische Video-Proj.        500.- EUR

13. Türk. Jug.-u. Kulturverein           Interkult. Veranst. gegen Drogen    300.- EUR

14. Augusto Kutxi-Bungo, Musiker          Africa and Jamaica Night    150.- EUR

15. Kath. Kirchengem. St. Michael Kunst in der Kirche                  650.- EUR  

 

gesamt:                                                                                                         11.200.- EUR

 

Der Zuschuss für Antrag Nr. 15 wurde 2007 zurückerstattet, da die Kirchengemeinde St. Michael unerwartet von anderer Seite unterstützt wurde.

 

 

 

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Auswirkungen

x

 Es entstehen keine finanziellen und personellen Auswirkungen.

 

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Anlagen

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Beschlüsse

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14.08.2007 - Kultur- und Weiterbildungsausschuss - ungeändert beschlossen