Beschlussvorlage - 0037/2007
Grunddaten
- Betreff:
-
Eduard-Müller-KrematoriumBarrierefreier Zugang
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 23 Fachbereich Immobilien, Wohnen und Sonderprojekte
- Bearbeitung:
- Holger Klinkmann
- Beteiligt:
- FB65 - Gebäudewirtschaft; 67 Fachbereich Grünanlagen-Straßenbetrieb; FB55 - Jugend und Soziales; 63 Baurodnungsamt
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Bezirksvertretung Eilpe/Dahl
|
Entscheidung
|
|
|
|
30.01.2007
|
Sachverhalt
Der Zugang zum Eduard-Müller-Krematorium ist nicht barrierefrei
gestaltet. Gehbehinderte Personen müssen eine steile Treppe überwinden.
Die Vorlage zeigt denkbare Varianten eines barrierefreien Zuganges sowie
die Notwendigkeit auf, im Zuge der Realisierung eines entsprechenden Zugangs
erforderliche Bauunterhaltungsmaßnahmen durchzuführen.
Behindertengerechter Zugang
Die Andachtshalle und der Angehörigenaufenthaltsraum des Eduard-Müller-Krematoriums sind für gehbehinderte Menschen nur mit Unterstützung der dortigen Mitarbeiter zu erreichen. Aufgrund dieser Situation und des anstehenden 100jährigen Jubiläums des Krematoriums im September 2007 wurden auf Wunsch der Bezirksvertretung Eilpe / Dahl Lösungen für einen behindertengerechten Zugang erarbeitet und in der Sitzung im November 2006 vorgestellt.
Variante 1: Brücke – Rampe – Windfang, Kosten: 165.000,00 €
Vorteile:
keine zu wartende Technik
Angehörigenaufenthaltsraum zusätzlich erreichbar
Nachteile:
Gewährleistung der Begehbarkeit (Schneeräumen, Streuen)
langer Weg für Gehbehinderte (ca. 35 m )
umfangreicher Eingriff in die vorhandenen Außenanlagen
Verbauen der Zugänglichkeit vorhandener Bauteile des Bestandes
Variante 2: Brücke – Aufzug / Treppe – Windfang, Kosten: 155.000,00 €
Vorteile
kurzer Weg für Gehbehinderte
Angehörigenaufenthaltsraum zusätzlich erreichbar
geringer Eingriff in die vorhandenen Außenanlagen
Möglichkeit der Eingrünung
Gestalterisch zurückhaltende Lösung
Nachteile
zu wartende Technik
Die Bezirksvertretung beauftragte die Verwaltung, über die vorgestellten Lösungen hinaus in der Sitzung im Januar 2007 eine preiswerte Lösung vorzustellen. Der Fachbereich Planen und Bauen für Grün, Straßen und Brücken untersuchte daher zunächst die Möglichkeit, eine Zuwegung über einen, dem Gelände angepassten gewundenen “Parkweg” zu schaffen. Der Fachbereich stellte fest, dass aufgrund der topografischen und räumlichen Verhältnisse ein barrierefreier Zugang über eine Wegeführung nicht möglich ist. Vorgeschlagen wurde eine Liftlösung, deren Kosten bei ca. 40.000,-€ liegen. Diese Lösung ermöglicht jedoch lediglich den Zugang zur Andachtshalle, nicht den zum Aufenthaltsraum. Eine akzeptable Möglichkeit bei Transport eines Sarges ist ebenfalls nicht gegeben, sodass es sich bei dieser Variante nur um eine Interimslösung handeln kann. Auch beurteilt die Untere Denkmalbehörde diese Variante als denkmalpflegerisch inakzeptabel, da es sich um eines der bedeutendsten und überregional bekannten Bauwerke des Hagener Impulses handelt.
Die og. Varianten 1 und 2 hingegen sind mit der Unteren Denkmalbehörde - das Eduard-Müller-Krematorium wurde im Dezember 2006 in die Denkmalliste aufgenommen – abgestimmt.
Instandsetzung
Die Treppe des Haupteinganges ist sanierungsbedürftig. Eindringende Feuchtigkeit unterhalb der Treppe sowie im Bereich der Kelleraußenwände hat zu Feuchtigkeitsschäden geführt, die dringend saniert werden müssen. Die Schaffung eines barrierefreien Zugangs kann daher nicht losgelöst von den Maßnahmen zur Beseitigung dieser Schäden gesehen werden.
Bei einer Durchführung der Maßnahme “Behindertengerechter Zugang” werden sowohl bei der Variante 1 als auch bei der Variante 2 Gebäudeteile des Bestandes berührt, deren Sanierungsbedarf bekannt ist. Nach Fertigstellung des barrierefreien Zuganges wären diese Gebäudeteile (z. B. Kelleraußenwände) nicht mehr bzw. nur erschwert zugänglich. Daher kann ein barrierefreier Zugang nur im Zusammenhang mit einer Sanierung der instand zu setzenden Bauteile geschaffen werden.
Im Rahmen des Programms zur Sanierung der städt. Gebäude (Vorlagen der Verwaltung Drucksachen-Nrn. 854/2006 und 1078/2006) sind für das Krematorium Haushaltsmittel in Höhe von 500.000 € vorgesehen, allerdings erst für die Jahre 2008 bis 2012. In diesem Betrag sind die Kosten eines barrierefreien Zugangs nicht enthalten.
Fördermittel
Die Verwaltung prüft derzeit, ob für die vorgesehene Maßnahme Fördermittel in Anspruch genommen werden können, so z. B.
- aus dem Förderprogramm des Landes “Teilhabe für alle”
- im Rahmen des Denkmalschutzes
- im Rahmen der Maßnahmen “Kulturhauptstadt Ruhrgebiet 2010”.
Ein Ergebnis liegt noch nicht vor.
Fazit
Ein barrierefreier Zugang durch den Bau eines Weges scheidet aufgrund der Topografie aus. Einer “preiswerten” Lösung mittels eines Liftes stehen Aspekte des Denkmalschutzes entgegen. Die Verwaltung favorisiert daher die Variante 2 zur Schaffung eines barrierefreien Zuganges. Die Maßnahme kann aber nur in Verbindung mit den erforderlich vorlaufenden Bauunterhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden. Diese sind jedoch erst für den Zeitraum 2008 ff vorgesehen.
