Beschlussvorlage - 0884/2006
Grunddaten
- Betreff:
-
BahnhofshinterfahrungBericht über den Sachstand / 2-Knoten-Lösung im Bereich des 1. Baubschnitts
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Hans-Dieter Schumacher
- Beteiligt:
- 23 Fachbereich Immobilien, Wohnen und Sonderprojekte
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Stadtentwicklungsausschuss
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Vorberatung
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07.11.2006
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Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Mitte
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Vorberatung
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05.12.2006
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Erledigt
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Stadtentwicklungsausschuss
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Vorberatung
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12.12.2006
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Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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14.12.2006
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Beschlussvorschlag
Der Bericht der Verwaltung wird zur Kenntnis genommen.
Die Verwaltung wird beauftragt der weiteren Planung der Bahnhofshinterfahrung im 1. Bauabschnitt (Ortsumgehung Wehringhausen) die im 1. Entwurf beschriebene 2-Knoten-Lösung zugrunde zu legen. Für die Varta-Insel wird dabei die Verkehrsmenge aus der Dimensionierung des Knotens K2 mit max. 1300 Kfz. je Tag / Richtung akzeptiert.
Sachverhalt
Im Zuge der Planung des 1. Bauabschnittes der Bahnhofshinterfahrung (Ortsumgehung Wehringhausen) wird statt einer 3-Knoten-Lösung eine 2-Knoten-Lösung mit einer zusätzlichen Leistungsfähigkeit bezüglich der Verkehre der Varta-Insel von 1300 Kfz. je Tag / Richtung vorgeschlagen.
Hinsichtlich der städtebaulichen Möglichkeiten zur Entwicklung der im Zuge der Baumaßnahme leerzuräumenden Flächen zwischen der neuen Trasse und der bestehenden Straßenrandbebauung an der Wehringhauser Straße werden die Alternativen Blockrandbebauung mit Lärmschutz oder begrünter Lärmschutzwall diskutiert.
Der 1. Bauabschnitt der Bahnhofshinterfahrung ist bei entsprechenden Rückbaumaßnahmen im Flusslauf der Ennepe mit Blick auf die möglichen Restriktionen durch Hochwasser realisierbar.
Bezüglich der bestehenden Problematik beim 3. Bauabschnitt – Gleisanschluss Firma Schmitz – wird mit Unterstützung der WFG und der BEG nach Lösungsmöglichkeiten gesucht.
Der 1. Bauabschnitt (Ortsumgehung
Wehringhausen)
- Verkehrsplanung / Städtebauliche Entwicklung
/ Hochwasserschutz
Verkehrsplanung
1. Anzahl der Knoten
Im Zuge der Konkretisierung der Planung des ersten Bauabschnitts der Bahnhofshinterfahrung (Ortsumgehung Wehringhausen) wurde vom beauftragten Ingenieurbüro ein Vorschlag entwickelt, statt einer sog. 3-Knoten-Lösung mit den Knoten
K1: Dieckstraße
K2: Anbindung Varta-Insel
K3: Anbindung Weidestraße
aus Kostengründen und wegen besserer Förderaussichten eine 2-Knoten-Lösung mit den Knoten K1 und K2 anzustreben (s. Anlage 1).
Bei dieser Lösung werden der Kuhlerkamp und die Varta-Insel über einen Verkehrsknotenpunkt und eine neue Brücke über die Ennepe an die Bahnhofshinterfahrung angebunden. Die Anbindung des Kuhlerkamp über die Kuhle-/Weidestraße entfällt und bleibt lediglich als Fußgängerverbindung bestehen.
Für diesen Planungsfall war zu ermitteln, welche zusätzlichen Verkehrsmengen durch die Erschließung der Varta-Insel am Knoten K2 verkraftet werden können.
2. Leistungsfähigkeit und Dimensionierungen
1.Entwurf
Im Ergebnis liegt ein
funktionaler Entwurf für den 1. Bauabschnitt der Bahnhofshinterfahrung vor, bei
dem der Knoten K2 ergänzend zu den täglichen ca. 6.500 Kfz vom und zum
Kuhlerkamp (im Querschnitt) eine zusätzliche Leistungsfähigkeit von weiteren 1.300
Kfz am Tag und je Richtung von und zur Varta-Insel aufweist
(s. Anlage 2).
2. Entwurf
Für eine intensivere Nutzung der
Varta-Insel muss der Knoten K2 gegenüber dem 1. Entwurf deutlich erweitert
werden. Der Ast zur Varta-Insel / Kuhlerkamp muss von 4 auf 6 Spuren, der
südliche und östliche Ast um jeweils eine Spur erweitert werden. Die
zusätzliche Leistungsfähigkeit für eine Erschließung der Varta-Insel lässt sich
damit auf ca. 3.900 Kfz am Tag und je Richtung deutlich
steigern. Damit ist allerdings die Grenze der Leistungsfähigkeit des Knotens 2
erreicht.
Bei einer 3-Knoten-Lösung
– also einer vom Kuhlerkamp unabhängigen Anbindung der Varta-Insel an die
Bahnhofshinterfahrung – lassen sich die Verkehrsmengen von und zur
Varta-Insel nochmals um ca. 200 Kfz / 24Std. / Richtung gegenüber dem 2.
Entwurf steigern.
3. Bewertung aus verkehrsplanerischer Sicht
Die Berechnungen belegen, dass eine verkehrsintensive Nutzung der Varta-Insel gravierende Auswirkungen auf die Dimensionierung der Bahnhofshinterfahrung, insbesondere der Knoten hat. Ziel- und Quellverkehr der Varta-Insel werden unmittelbar und nahezu ausschließlich direkt in die Bahnhofshinterfahrung eingespeist und potenzieren insbesondere beim 2. Entwurf die Verkehrsmengen vom/zum Kuhlerkamp deutlich.
Eine maximale Ausnutzung (Entwicklung) der Varta-Insel würde die Verkehrsbelastung auf der Bahnhofshinterfahrung um weitere ca. 2.000 Kfz/24 Std. erhöhen. Dies könnte dazu führen, dass der z.Zt. mit zwei Fahrspuren geplante mittlere Bauabschnitt in Spitzenstunden überlastet würde.
Schlussfolgerung:
Im Ergebnis wird empfohlen, einerseits die Vorteile einer 2-Knoten-Lösung zu nutzen, nicht aber den Knoten K2 entsprechend dem 2. Entwurf bis zur maximalen Größe auszubauen. Dies hat zur Konsequenz, dass die für die Varta- Insel die Restriktionen aus der Dimensionierung des Knoten K2 akzeptiert werden. Die städtebauliche Nutzung der Varta-Insel ist dementsprechend zu steuern und eine maßvolle Entwicklung anzustreben, so dass die erzeugten Verkehrsmengen den Tageswert von 1.300 Kfz je Richtung nicht überschreiten.
Städtebauliche Entwicklung Wehringhausens
Das Straßenbauprojekt Bahnhofshinterfahrung / Ortsumgehung Wehringhausen ist auch danach zu bewerten, wie sich dieses in den Städtebau integrieren lässt. Für diese Bewertung sind
· Flächenverbrauch der Straße,
· Höhenlage der Straße,
· erforderliche aktive Schallschutzmaßnahmen (Flächenbedarf und Höhe),
· Querungsmöglichkeiten und Erreichbarkeiten und schließlich
· städtebauliches Entwicklungspotenzial sowie reale Entwicklungschancen
heranzuziehen.
Für die zukünftig zur Durchführung der Verkehrsbaumaßnahme leerzuräumenden Flächen zwischen der neuen Trasse der Bahnhofshinterfahrung und der bestehenden Straßenrandbebauung entlang der Wehringhauser Straße wird alternativ zu prüfen sein - auch in Abhängigkeit möglicher Investoren - ob hier städtebaulich eine bauliche Nutzung als Blockrandschließung mit Lärmschutzwirkung möglich und finanzierbar oder ob hier eine im weitesten Sinne Grünnutzung (privat/öffentlich) unter Einschluss der erforderlichen aktiven Lärmschutzmaßnahmen (begrünter Lärmschutzwall/-mauer) die verbleibende “Restnutzung” sein wird (Querprofile: s. Anlage 3).
Entscheidend wird sein, dass unabhängig von einer auch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgenden baulichen Nutzung der Lärmschutz zu den bestehenden Nutzungen an der Wehringhauser Straße unmittelbar/zeitgleich mit der Umsetzung und Freigabe der Straßenbaumaßnahme zu erfolgen hat.
Ob eine Grünnutzung im Rahmen des Programms “Soziale Stadt” und in Verbindung mit einer geplanten Aufwertung des Bodelschwinghplatzes förderfähig ist, ist zu prüfen.
Hochwasserschutz
Hochwassertechnische
Berechung der Ennepe
Von dem beauftragten Ingenieurbüro wurde für den 1.
Bauabschnitt der geplanten Bahnhofshinterfahrung für die Ennepe zwischen
Weidestraße und der Firma Schenker auf einer Länge von rund 1,7 km eine
wassertechnische Berechnung für verschiedene Hochwasserereignisse durchgeführt.
In dem Streckenabschnitt liegen zwei Wehre und 10 Brücken.
In einem 1. Arbeitsschritt wurden die Auswirkungen
aufgezeigt, die sich bei der Entfernung von vier Brücken einschließlich
verschiedener Einbauten ausgehend von der Weidestraße ergeben. Im Ergebnis ist
festzuhalten, dass es in diesem Fall oberhalb des Wehres Weidestraße
insbesondere auf dem linksseitigen Gelände weiterhin zu Überflutungen wie im
Ist-Zustand kommt. Zwischen dem Wehr Weidestraße und dem Unterwasser des
Varta-Wehres kommt es nicht mehr zu Ausuferungen in das Werksgelände. Oberhalb
des Varta-Wehres bleibt die beiderseitige Überflutung bestehen.
Die geltenden gesetzlichen Regelungen untersagen eine
Bbauung in Überschwemmungsgebieten. Selbst für den Fall, dass der Bereich
bereits bebaut ist, darf kein Abbruch und eine Wiederbebauung erfolgen. Dies
gilt für Bauwerke, Verkehrsanlagen und Bodenauftrag.
In einem 2. Arbeitsschritt wurde daher ergänzend
untersucht, wie sich die Entfernung aller Brücken sowie die Auflösung der Wehre
Varta und Weidestraße unter Berücksichtigung der für den Straßenbau neu
geplanten linken Ufermauer im Bereich Weidestraße auf die
Hochwasserspiegellagen auswirken.
Unter Berücksichtigung dieser Maßnahmen ergeben sich
insgesamt sinkende Hochwasserspiegellagen. Im Unterwasser der Weidestraße
stellen sich keine Veränderungen ein. Durch das Schleifen der Wehre befinden
sich einige Brücken nicht mehr im Rückstau. Es kommt nicht mehr zu
Überflutungen, die Bereiche am Wehr Weidestraße und Varta sind hochwasserfrei.
Sofern die mit den Wehren verbundenen Wassernutzungen weiterhin bestehen
bleiben, wären für diese alternative Lösungen zu finden.
Schlussfolgerung:
Bei entsprechenden Rückbaumaßnahmen im Flusslauf der
Ennepe ist unter hochwassertechnischen und –rechtlichen Gesichtspunkten
die Bahnhofshinterfahrung in der geplanten Form problemlos zu realisieren. Die
bisher vorgesehene Höhenlage der Straße kann sogar leicht abgesenkt werden, so
dass sich insbesondere für die städtebauliche Integration der Bahnhofshinterfahrung
im Bereich Wehringhausen geringfügig bessere Bedingungen ergeben.
Der 3. Bauabschnitt
- Gleisanschluss der Firma
Schmitz
Bezüglich der in der Vorlage Drucksachen-Nr. 0527/2006
vom 13.06.2006 “Bahnhofshinterfahrung – Bericht über den Sachstand”
dargestellten Problematik betreffend Firma Schmitz ist die Wirtschaftförderung
Hagen GmbH beauftragt, einen alternativen Standort für das Unternehmen
aufzuzeigen. Weiterhin besteht das Angebot der Bahn-Entwicklungs-Gesellschaft
(BEG), die Machbarkeit und finanziellen Auswirkungen der in der Vorlage
vorgestellten Lösungsmöglichkeiten zu prüfen.
Voraussetzung dafür ist die Unterzeichnung der
Konsensvereinbarung bezüglich der Bahnbrachenentwicklung zwischen der Stadt
Hagen und der BEG. Eine entsprechende Vorlage, die die Verwaltung mit dem
Abschluss dieser Vereinbarung beauftragt, befindet sich derzeit im
Sitzungsdurchlauf (Bezirksvertretungen, Stadtentwicklungsausschuss,
abschließend Haupt- und Finanzausschuss am 30.11.2006). Der zu erwartende Beschluss
ist bis zum 31.12.2006 umzusetzen. Die Prüfung durch die BEG kann somit Anfang
2007 gestartet werden, es ist mit einer Prüfungsdauer von 9 – 10 Monaten
zu rechnen.

07.11.2006 - Stadtentwicklungsausschuss - geändert beschlossen
Beschluss:
Der Bericht der Verwaltung wird zur Kenntnis genommen.
Die Verwaltung wird beauftragt der weiteren Planung der Bahnhofshinterfahrung im 1. Bauabschnitt (Ortsumgehung Wehringhausen) die im 1. Entwurf beschriebene 2-Knoten-Lösung zugrunde zu legen. Für die Varta-Insel wird dabei die Verkehrsmenge aus der Dimensionierung des Knotens K2 mit max. 1300 Kfz. je Tag / Richtung akzeptiert.
05.12.2006 - Bezirksvertretung Hagen-Mitte - geändert beschlossen
Beschluss:
Die Bezirksvertretung Hagen-Mitte empfiehlt dem Stadtentwicklungsausschuss folgenden Beschluss zu fassen:
1) Der Bericht der Verwaltung wird zur Kenntnis genommen.
2) Die Verwaltung wird beauftragt der weiteren Planung der Bahnhofshinterfahrung im 1. Bauabschnitt (Ortsumgehung Wehringhausen) die im 1. Entwurf beschriebene 2-Knoten-Lösung zugrunde zu legen. Für die Varta-Insel wird dabei die Verkehrsmenge aus der Dimensionierung des Knotens K2 mit max. 1300 Kfz. je Tag / Richtung akzeptiert.
3) Die
Bezirksvertretung Hagen-Mitte empfiehlt, zur Verbesserung des fließenden Verkehrs für den südlichen Knoten
den Einsatz einer Bedarfsampel zu prüfen.
12.12.2006 - Stadtentwicklungsausschuss - geändert beschlossen
Beschluss:
Der Stadtentwicklungsausschuss empfiehlt dem Rat der Stadt folgenden Beschluss zu fassen:
1. Der Bericht der Verwaltung wird zur Kenntnis genommen.
2. Die Verwaltung wird beauftragt der weiteren Planung der Bahnhofshinterfahrung im 1. Bauabschnitt (Ortsumgehung Wehringhausen) die im 1. Entwurf beschriebene 2-Knoten-Lösung zugrunde zu legen. Für die Varta-Insel wird dabei die Verkehrsmenge aus der Dimensionierung des Knotens K2 mit max. 1300 Kfz. je Tag / Richtung akzeptiert.
3. Zur Verbesserung des fließenden Verkehrs wird die Verwaltung beauftragt, für den südlichen Knoten den Einsatz einer Bedarfsampel zu prüfen.
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Abstimmungsergebnis: |
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x |
Einstimmig beschlossen |
14.12.2006 - Rat der Stadt Hagen - geändert beschlossen
Beschluss:
1. Der Bericht der Verwaltung wird zur Kenntnis genommen.
2. Die Verwaltung wird beauftragt der weiteren Planung der Bahnhofshinterfahrung im 1. Bauabschnitt (Ortsumgehung Wehringhausen) die im 1. Entwurf beschriebene 2-Knoten-Lösung zugrunde zu legen. Für die Varta-Insel wird dabei die Verkehrsmenge aus der Dimensionierung des Knotens K2 mit max. 1300 Kfz. je Tag / Richtung akzeptiert.
3. Zur
Verbesserung des fließenden Verkehrs wird die Verwaltung beauftragt, für den südlichen Knoten den Einsatz einer
Bedarfsampel zu prüfen.
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Abstimmungsergebnis: |
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x |
Einstimmig beschlossen |