Beschlussvorlage - 0055/2006
Grunddaten
- Betreff:
-
Beteiligungsverfahren für Kinder und Jugendliche bei der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB55 - Jugend und Soziales
- Beteiligt:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Vorberatung
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02.02.2006
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Erledigt
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Bezirksvertretung Eilpe/Dahl
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Vorberatung
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06.02.2006
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Erledigt
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Bezirksvertretung Hohenlimburg
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Vorberatung
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08.02.2006
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Erledigt
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Jugendhilfeausschuss
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Vorberatung
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09.02.2006
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Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Mitte
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Vorberatung
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14.02.2006
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Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Nord
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Vorberatung
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15.02.2006
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Erledigt
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Stadtentwicklungsausschuss
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Vorberatung
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23.02.2006
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Erledigt
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Sport- und Freizeitausschuss
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Vorberatung
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01.03.2006
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Erledigt
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Bezirksvertretung Haspe
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Vorberatung
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01.03.2006
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Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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02.03.2006
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Beschlussvorschlag
Der Rat der Stadt Hagen beauftragt die Verwaltung,
die sich aus der Dokumentation des externen Planungsbüros ergebenden Anregungen und Empfehlungen bei der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes sowie zukünftigen relevanten Fachplanungen in die Abwägung einzustellen.
Die Beschlussfassung über den Vorentwurf des Flächennutzungsplanes ist
für Ende 2006 vorgesehen.
Sachverhalt
Der Prozess der Auseinandersetzung mit der zukünftigen Entwicklung der Stadt Hagen bot die Chance, die Belange und Interessen von Kindern und Jugendlichen hinsichtlich der gesamtstädtischen Entwicklung einer kinder- und familienfreundlichen Stadt einzubeziehen und ihre Interessen auf dieser Ebenen zu sichern.
Das Kinder- und Jugendbüro veranlasste in Zusammenarbeit mit dem Ressort Stadtplanung die Durchführung eines eigenen Beteiligungsverfahrens.
Um die entsprechende Altersgruppe für dieses Thema zu qualifizieren wurde das Instrument der Planungswerkstätten gewählt, die durch das Dortmunder Planungsbüro “Stadt-Kinder” organisiert wurden.
Im Jahre 2005 wurden in allen fünf Stadtbezirken Planungswerkstätten mit Kindern und Jugendlichen aus den Jugendräten und den weiterführenden Schulen erfolgreich durchgeführt, die Ergebnisse wurden vor Ort präsentiert.
Die Ergebnisse werden in das weitere Verfahren der Flächennutzungsplanung und in relevante Fachplanungen eingebracht.
Es sollen kurzfristig realisierbare, motivierende Projekte parallel zu langfristigen Maßnahmen Umsetzung finden, um jugendrelevante und familienfreundliche Veränderungen sichtbar zu machen.
Das in Hagen durchgeführte Verfahren ist bislang in Form und Umfang einzigartig in NRW. Entsprechendes Interesse und zahlreiche Nachfragen zum Verfahren aus anderen Städten liegen bereits vor.
Hintergrund
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Im Frühjahr 2004 beschlossen alle Hagener Jugendräte sich an der geplanten Neuaufstellung des FNP zu beteiligen.
Sie beauftragten das Kinder- und Jugendbüro das jährlich von dort aus angebotene jugendpolitische Seminar im Sommer 2004 dem Thema FNP zu widmen.
Kinder und Jugendliche aus allen Hagener Stadtbezirken wurden zu einem 3-tägigen Seminar eingeladen und beschäftigten sich detailliert mit der Entstehung, Bedeutung sowie den Auswirkungen des FNP.
Wenig später bereits trug eine Delegation der Hagener Bezirksjugendräte ihre während des Seminars erarbeiteten Anliegen direkt im Vorstandsbereich für Stadtentwicklung und Bauen vor:
- Erstellung einer zusätzlichen Themenkarte "kinder- und jugendrelevante Flächen"
- Ein eigenes Beteiligungsverfahren mit FNP-relevanten Ergebnissen
Die Neuaufstellung des FNP bot die
Chance, die Belange und Interessen von Kindern und Jugendlichen hinsichtlich
der gesamtstädtischen Entwicklung einzubeziehen und ihre Interessen auf dieser
Ebene zu sichern.
Die Verankerung der Interessen von Kindern und Jugendlichen bedeutet für eine Kommune auf mehreren Ebenen einen Gewinn:
- Beteiligungsverfahren mit Kindern und Jugendlichen erreichen erfahrungsgemäß einen hohen Grad an Akzeptanz in der Öffentlichkeit
- Kinder- und Familienfreundlichkeit hat positive Auswirkungen auf die Wohnstandortentscheidung junger Familien
- Über Beteiligungen treten Kinder und Jugendliche in einen Dialog mit der Politik. Solche Verfahren sind daher eine wirksame Strategie um junge Menschen an Politik heranzuführen.
- Das Leitbild Kinderfreundlichkeit weist über die Belange von Kindern und Jugendlichen hinaus: Es steht für eine zukunftsfähige und nachhaltige Stadtentwicklung.
Verfahren:
Zur qualifizierten Durchführung des Verfahrens wurde das Dortmunder Planungsbüro "Stadt-Kinder" ausgewählt und beauftragt.
Es wurden in allen fünf Stadtbezirken Planungswerkstätten mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt. Die vorgesehenen 30 jungen Teilnehmer pro Veranstaltung setzten sich zusammen aus Mitgliedern des jeweiligen Jugendrates sowie den weiterführenden Schulen des Bezirks.
Die Planungswerkstätten bildeten
dabei den kreativen Rahmen für die Auseinandersetzung von Kindern und
Jugendlichen mit ihrer Stadt. Es wurden Defizite benannt und Perspektiven
entwickelt. Die Erstellung einer Zukunftspyramide pro Bezirk und die eigene
Präsentation der Ergebnisse vor Eltern, Lehrern und Politikern waren das
beeindruckende Ergebnis der Planungswerkstätten.
Ergebnis:
Die Ergebnisse aller Planungswerkstätten sind in der beiliegenden Dokumentation
(s. Anlage) dargestellt.
Als Ergebnis der Planungswerkstätten werden Empfehlungen und Maßnahmen für die einzelnen Stadtbezirke aber auch für die gesamträumliche Entwicklung der Stadt beschrieben. Festzustellen ist dabei bereits, dass sich diese mit Zielsetzungen aus dem zur Zeit in der Erarbeitung befindlichen “Sportentwicklungsplan” decken, bzw. gut ergänzen könnten (z.B. Schaffung von “Bewegungsräumen”). Die Ergebnisse und Strategien sollten bei den Entscheidungen für ein Bäderkonzeptes ebenfalls berücksichtigt werden.
Ein Großteil der vorgeschlagenen Maßnahmen ist aufgrund der Projektdimension im Maßstab des FNP nicht darstellbar. Sind die Anregungen mit entsprechenden Flächenansprüchen verbunden, sind diese jedoch im Rahmen des weiteren FNP-Verfahrens mit zu berücksichtigen.
Es gilt somit, die Maßnahmenpläne und Empfehlungen an die entsprechenden Planungsebenen weiterzuleiten und Einzelmaßnahmen umzusetzen. Dabei sollten kurzfristig realisierbare, motivierende Projekte parallel zu langfristigen Maßnahmen Umsetzung finden, um jugendrelevante und familienfreundliche Veränderungen sichtbar zu machen.
Ein aktuelles Beispiel für ein
kurzfristig realisiertes Projekt ist das Beteiligungsverfahren von jüngeren
Kindern an der Neuplanung des bestehenden Kinderspielplatzes “Buschhofstraße” in der Hagener
Innenstadt. Die Anfang des Jahres 2005 von den jungen Menschen selbst
entwickelten Ideen wurden bei der Realisierung im November (im Rahmen der
geltenden Sicherheitsbestimmungen und der finanziellen Ressourcen, die ihnen
vorab erläutert wurden) bei der Neugestaltung des vormals unattraktiven Platzes
in großem Umfang berücksichtigt.
Dem vielfach geäußerten Bedürfnis von
älteren Kindern und Jugendlichen nach Treffpunkten kann mit dem einfachen
Installieren von mehreren jugendgerechten sog.
"Lümmelbänken" an vielen Orten im Stadtgebiet
kurzfristig nachgekommen werden. Erfahrungen zeigen, dass solche neugestalteten
Orte nicht nur gut angenommen werden, sondern gleichzeitig auch zur Entlastung
anderer Orte beitragen.
Das in Hagen durchgeführte Verfahren ist bislang in Form und Umfang
einzigartig in Nordrhein-Westfalen.
Aufgrund der guten
Resonanz aus der Hagener Öffentlichkeit und großer Interessenbekundungen und
Nachfragen zum Verfahrensablauf aus anderen Städten wird in Kürze eine
Publikation zum Thema veröffentlicht.
