Beschlussvorlage - 0969-1/2020
Grunddaten
- Betreff:
-
Wachstumsstrategie für den Wirtschaftsstandort Hagen (#HAGEN.Horizonte2035)
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- VB2/S-BC - Strategisches Beteiligungscontrolling
- Bearbeitung:
- Kai Uhlenbrock
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Bereit
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Haupt- und Finanzausschuss
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Vorberatung
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03.12.2020
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Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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10.12.2020
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Beschlussvorschlag
1. Der Rat der Stadt Hagen begrüßt die kooperativ angelegte Initiative #HAGEN.Horizonte2035 unter Federführung der HAGEN.AGENTUR zur Formulierung einer Wachstumsstrategie für den Wirtschaftsstandort Hagen und stimmt dem vorgelegten Projektdesign zum Aufsetzen der Projektstruktur zu.
2. Der Rat der Stadt Hagen unterstützt den Vorschlag zur Begleitung des Gesamtprozesses durch ein externes Beratungsbüro und beauftragt die HAGEN.AGENTUR mit der Durchführung eines beschränkten Ausschreibungsverfahrens und Vergabe des Auftrages.
3. Der Rat der Stadt Hagen nimmt zur Kenntnis, dass nach der sechsmonatigen Erarbeitungsphase neben einer Strategie als Handlungsleitlinie vor allem Hebel- bzw. Leuchtturmprojekte entwickelt werden, die wiederum auf die Strategie einzahlen müssen. Diese Projekte werden in einem Projektbüro bei der HAGEN.AGENTUR weiter qualifiziert und zur Umsetzung gebracht, sollten nicht sofort alle Projektideen umsetzbar sein.
4. Es ist bereits jetzt absehbar aufgrund der Ergebnisse der prägnanten Standortanalyse, dass die Umsetzung einiger Hebelprojekte ausschließlich unter Federführung der HAGEN.AGENTUR umgesetzt werden sollten. Die dafür notwendigen organisatorischen, fachlichen und finanziellen Anpassungen der HAGEN.AGENTUR werden in einer weiteren Vorlage nach Beschluss des Gesamtprojekt #HAGEN.Horizonte2035 dem Rat im Februar 2021 vorgelegt.
Dieses Zukunftskonzept wird wie im Ratsbeschluss vom 25.06.2020 gefordert, konkrete Vorschläge zur gesellschaftsrechtlichen Struktur, zur angedachten Zusammenführung mit der HIG, zur Organisationsform, zum Aufgabenspektrum sowie zum Gesellschafterkreis umfassen.
Sachverhalt
Kurzfassung
entfällt
Begründung
Die Ursprungsvorlage 0969/2020 wird aufgeteilt in die im öffentliche Teil zu beratende DS 0969-1/2020 und in die im nichtöffentlichen Teil zu beratende Vorlage DS 0969-2/2020.
Mit Beschluss des Rates vom 25.06.2020 (Drucksache 0572-1/2020) wurde die HAGEN.AGENTUR beauftragt, den Anfang 2020 begonnenen Prozess zur Erarbeitung einer schlüssigen Wachstumsstrategie für den Wirtschaftsstandort Hagen (#HAGEN.Horizonte2035) mit der Maßgabe der Orientierung an einem qualitativen, auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Wachstumsbegriff voranzutreiben und im Dezember 2020 in die Gremien einzubringen.
Die Federführung des gesamtstädtischen Projektes liegt bei der HAGEN.AGENTUR. Vorgelegt wird nun das mit dem Verwaltungsvorstand, SIHK und FernUniversität abgestimmte Projektdesign inklusive Meilensteinplanung und Kostenschätzung.
1.1 Anlass und Hintergrund
Für Regionen und Städte besteht die Notwendigkeit, sich mit einer klaren Positionierung und einem unverwechselbaren Profil zu präsentieren. Das zwingt die Regionen – ebenso wie Unternehmen – zu einer Konzentration auf die wirklichen Stärken. Den richtigen Mix an Zukunftsfähigkeit zu schaffen gelingt nicht jeder Region.
Um sich im Wettbewerb der Standorte positionieren zu können, braucht der Wirtschaftsstandort Hagen daher eine klare Entwicklungsstrategie. Der angestrebte Strategieprozesses #HAGEN.Horizonte2035 soll im Kern eine Wachstumsstrategie für den Wirtschaftsstandort Hagen entwickeln. Ziel dabei ist, mit der Stadtspitze, der Wirtschaft sowie der Wissenschaft gemeinsam eine Strategie herauszuarbeiten, die zur Optimierung der Standortbedingungen und Schaffung eines zukunftsfähigen Wirtschafts- und Erlebnisstandortes führt. Es wird ein übergeordneter Orientierungsrahmen gebildet, der die Handlungsfelder und Themenschwerpunkte zukünftiger Entwicklungsprozesse absteckt und so die Entwicklung am Wirtschaftsstandort Hagen in naher und mittelfristiger Zukunft nachhaltig prägt und verändert.
Dieser Strategieprozess ist notwendig, da der Wirtschaftsstandort Hagen in den nächsten Jahren mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert ist. In der Stadt Hagen werden durch den Strategieprozess Antworten auf die dringendsten Herausforderungen ermittelt. Dabei wird auf einen intensiven Dialog zwischen den Akteuren in der Stadt gesetzt. Es soll eine Plattform geschaffen werden, auf der die wesentlichen Fragen für die Gestaltung der Zukunftsfähigkeit diskutiert werden.
Folgende Ziele stehen im Vordergrund des Strategieprozesses:
1. Formulieren von Antworten zu den Herausforderungen des Wirtschafts- und Erlebnisstandortes Hagen.
2. Schaffung einer Plattform, auf der die wesentlichen Fragen für die Gestaltung der Zukunftsfähigkeit der Stadt diskutiert werden.
3. Entwicklung von Strategien als Rüstzeug für eine nachhaltige und wirtschaftlich dauerhafte Entwicklung am Standort.
4. Entwicklung von Handlungsempfehlungen und Maßnahmen, die auf die jeweiligen Ziele konkret einzahlen.
Als Ergebnis des Prozesses entstehen nicht nur ein Strategiedokument, sondern vor allem konkrete Maßnahmen. Im Dialog sollen konkrete Handlungsansätze erarbeitet, umgesetzt und medial aufbereitet werden. So gelingt es, sich attraktiv für Unternehmen, Fachkräfte, Bürger und Besucher aufzustellen.
Um den Zielen gerecht zu werden, unterliegt die Erarbeitung des Strategieprozesses konkreten Leitfragen. Dabei stehen folgende Fragen im Vordergrund:
- Wo stehen wir 2020?
- Wo wollen wir bis 2035 hin?
- Wie kommen wir bis 2035 dahin?
- Wie erreichen wir Beteiligung und Akzeptanz?
Die Leitfragen dienen der Strukturierung des Arbeitsprogramms, welches neben dem Vorprojekt aus vier wesentlichen Arbeitsphasen besteht. Die HAGEN.AGENTUR versteht die Erarbeitung der Strategie als interaktiven Prozess, bei dem das regionale und fachliche Knowhow der lokalen Akteure in die Erarbeitung mit eingebunden wird.
1.2 Vorprojekt als Arbeitsgrundlage
Im Vorfeld des Strategieprozesses hat die HAGEN.AGENTUR das Beratungsunternehmen Prognos beauftragt, Basisdaten der Stadt Hagen zu analysieren und auszuwerten. Ziel der prägnanten Standortanalyse war eine Ersteinschätzung des Standortes hinsichtlich herausfordernder Strukturen und Entwicklungen („Wo stehen wir 2020?“). Im Ergebnis des Vorprojekts entstand somit ein Argumentationspapier im Rahmen der Handlungsfeldableitung.
Die Standortanalyse umfasst u. a. Indikatoren zur Branchenzusammensetzung, den Gründungsquoten und zum Stand der Digitalisierung. Die Risiken für den Wirtschaftsstandort zeigen sich insbesondere in unterdurchschnittlichen Wachstumsraten des Bruttoinlandprodukts und der Beschäftigung. Zudem besitzt die Stadt Hagen zwar eine starke, dynamische industrielle Basis, muss aber beim Forschungs- und Entwicklungsbesatz der Industrie deutlich aufholen. Des Weiteren fungiert die Stadt Hagen als regionales Zentrum mit intensiven Pendlerverflechtungen, ein knappes Flächenangebot für Wohnen und Gewerbe wirkt sich allerdings hemmend aus.
Diese Entwicklungen überraschen vor dem Hintergrund großer Potenziale am Standort Hagen. Die Stadt verfügt über Weltmarktführer, die FernUniversität Hagen, eine starke industrielle Basis und hohe Gründungsraten. In Zukunft gilt es diese Potenziale nach vorne zu stellen und zu nutzen. Facharbeitern mit beruflicher Ausbildung kommt auf dem Arbeitsmarkt ein hoher Stellenwert zu. Daher muss die Arbeitswelt von Morgen und die Mitarbeiterqualifikation gestaltet werden. Gerade im Zuge der Digitalisierung gilt es, digitale Kompetenzen, digitale Kultur und digitale Bildung auszubauen, Prozesse der offenen Innovation anzustoßen und durch Digitalisierung zur smarten Produktion zu kommen. Darüber hinaus müssen in der Stadt Hagen genug Flächen zur Verfügung gestellt, die Hochschulen noch stärker mit eingebunden und die Chancen der Digitalisierung genutzt werden.
Auf Basis der Standortanalyse sowie erster Gespräche mit regionalen Akteuren sind folgende fünf thematische Handlungsfelder entstanden:
Abbildung 1: Übersicht der thematischen Handlungsfelder

Die erste Bündelung der thematischen Handlungsfelder dient ausschließlich einer groben Systematisierung und ist abgeleitet von der prägnanten Standortanalyse. Im Zuge der Strategieentwicklung bedarf es hier tiefergehender Untersuchungen, um eine treffende und nachhaltige, auf qualitativen Wachstumsbegriffen ausgerichtete Standortstrategie zu formulieren.
Die Ausgestaltung und die thematische Abgrenzung wurde mit dem inneren Zirkel, bestehend aus dem Oberbürgermeister, der Rektorin der FernUniversität Hagen, dem Hauptgeschäftsführer der südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK), dem technischen Beigeordneten der Stadt Hagen sowie der Geschäftsführung der HAGEN.AGENTUR, entwickelt.
2 Methodisches Vorgehen im Überblick
Das geplante Vorgehen des Gesamtprozesses sieht wie folgt aus:
Abbildung 2: Zusammenfassende Übersicht vom Projektstart bis zur Umsetzung

2.1 Mobilisierungsphase
Zur Information der interessierten Fach-Öffentlichkeit möchten wir zu Beginn des Prozesses ein #HAGEN.Horizonte2035 FORUM einberufen. Dieses Forum richtet sich an die Vertreter der Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft (u. a. Kreishandwerkerschaft, Agentur für Arbeit, Jobcenter, DEHOGA, Stadtmarketing, Einzelhandelsvertreter, städtische Beteiligungen etc.). Dort wird es Gelegenheit geben, den geplanten Prozess intensiv kennenzulernen und erste Impulse geben zu können. Intention ist es, eine möglichst breite Akzeptanz für den Prozess und Hinweise für die Vorgehensweise zu erhalten. Gleichzeitig wird dieses Forum die Einladung aussprechen, sich aktiv in den Prozess einzubinden.
In der Mobilisierungsphase wird außerdem ein Steuerungsboard gegründet, bestehend aus dem inneren Zirkel sowie Vertreterinnen und Vertretern der noch zu entwickelnden Arbeitsgruppen. Insgesamt soll ein Prozess eingeleitet werden, der einen gemeinsamen Dialog in der Stadt Hagen gestaltet und eine Dialogplattform mit einer klaren strategischen Diskussion und fokussierten Zielen schafft. Die finale Entscheidung zur Zusammenstellung des Steuerungsboards wird gemeinsam mit dem inneren Zirkel getroffen und ist zum Teil dynamisch abhängig von dem Projektverlauf.
Im Rahmen eines ersten Expertenworkshops mit dem Steuerungsboard werden die im Vorprojekt erarbeiteten thematischen Handlungsfelder und die Ergebnisse der vertiefenden Standortanalyse vorgestellt und diskutiert. Kern der Mobilisierungsphase ist somit die Nachschärfung des Argumentationspapiers und eine Validierung der Ziele und Handlungsfelder, die von strategischer Bedeutung für die Entwicklung des Standorts Hagen.
Im Endeffekt erzeugt die Mobilisierungsphase ein Bekenntnis zu den entwickelten Leitbildern, strategischen Zielen und Handlungsfeldern, welche die identifizierten Zukunftsthemen aufgreifen und den angestrebten Zustand der Stadt Hagen im Jahr 2035 definieren. Mit der Ableitung der Leitbilder, Ziele und Handlungsfelder wird die zweite Fragestellung beantwortet: „Wo will die Stadt Hagen bis 2030 hin?“
2.2 Kreativphase
Im Anschluss an die Mobilisierungsphase werden in der Kreativphase in zwei thematischen Arbeitsgruppen Ideen und Lösungsansätze zur Erreichung der gesetzten Ziele gesammelt und geschärft. Die thematischen Arbeitsgruppen setzen sich aus Akteuren der Verwaltung, Wirtschaft und relevanter gesellschaftlicher Gruppen zusammen. Die Erarbeitung von Maßnahmen- und Projektvorschlägen erfolgt im Rahmen von halbtägigen Workshops, wobei jeweils fünf bis sechs Arbeitskreise bestimmt werden (bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Bereiche Mittelstand, Digitalisierung, Verkehr, Nachhaltigkeit, Stadtmarketing, Tourismus und weitere).
Ziel der ersten thematischen Arbeitsrunde ist die Sammlung erster Lösungsansätze, mit denen die gesetzten Ziele bis 2035 zu erreichen sind. Die mit dem Steuerungsboard abgestimmten Ziele und Handlungsfelder werden dabei mit Maßnahmen- und Projektvorschlägen untersetzt. Dazu werden thematische Arbeitsgruppen – für jedes thematische Handlungsfeld – eingerichtet. Zur strategischen Überprüfung der Maßnahmen und für einen langfristigen Projekterfolg sollte darauf geachtet werden, Ideen zu generieren, die direkt auf die priorisierten Ziele einzahlen. Entscheidend wird sein, dass die Maßnahmen einer definierten Stringenz folgen und messbar definiert sind. Die Maßnahmen- und Projektvorschläge zeichnen sich dadurch aus, dass sie einen Beitrag zur Bewältigung der Zukunftsherausforderungen leisten und die Entwicklung der Stadt Hagen zu einem starken und attraktiven Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsraum unterstützen. Je Themenfeld entsteht damit eine sogenannte Bruttoliste an bedeutsamen Zielsetzungen sowie Maßnahmen- und Projektvorschlägen.
In der Kreativphase erfolgt – in einer zweiten thematischen Arbeitsrunde – die Verdichtung und Schärfung der Maßnahmen- und Projektvorschläge. Somit werden Maßnahmen- und Projektvorschläge herausgearbeitet, die von strategischer Bedeutung für die Entwicklung der Stadt Hagen sind und im Zukunftsprozess verstärkt zu forcieren sind. Dies erfolgt mittels eines mehrstufigen Bewertungsverfahrens. Dabei sollen die thematischen Arbeitsgruppen die Maß- nahmen- und Projektvorschläge hinsichtlich ihrer Bedeutung und Wirkungskraft für die wirtschaftliche Entwicklung des Standorts Hagen priorisieren. Die Zielsetzungen der Bruttolisten gilt es unter verschiedenen Aspekten zu bewerten und zu priorisieren und damit letztendlich die zentralen Zukunftsthemen herauszukristallisieren (Kurzliste). So erfolgt beispielsweise eine Bewertung hinsichtlich der Realisierbarkeit der Maßnahmen- und Projektvorschläge. Anhand eines vorgegebenen Rasters schätzen die zuständigen Akteure den Umsetzungsstand und die Realisierbarkeit der Maßnahmen ein. Damit wird aufgezeigt, welche Zielsetzungen verstärkt mit Maßnahmen und Projekten zu unterlegen sind. Im Endeffekt werden so für jedes der Themenfelder die strategisch bedeutsamsten Zielsetzungen herauskristallisiert.
Flankiert werden die Aktivitäten der Kreativphase durch etwa zehn wesentliche Schlüsselinterviews mit bedeutenden Persönlichkeiten und Entscheidungsträgern in der Stadt Hagen. Sie können dabei die Sammlung erster Lösungsansätze ergänzen und so die Ideengenerierung unterstützen. Alternativ können die Gespräche auch erste sich abzeichnende Maßnahmen und Projekte stärker beleuchten und reflektieren.
2.3 Strukturierungs- und Integrationsphase
In der Strukturierungs- und Integrationsphase wird das Ziel verfolgt, die im Rahmen des Prozesses und der Diskussion mit den relevanten Akteuren erarbeitete Entwicklungsstrategie sowie Maßnahmen- und Projektvorschläge zu fixieren und dokumentieren. Basis der Strukturierungs- und Integrationsphase bilden die in den vorangegangenen Arbeitsphasen erarbeiteten Ergebnisse des Strategieprozesses #HAGEN.Horizonte2035. Dabei werden alle zur Verfügung stehenden Quellen und methodischen Bausteine in die Entwicklung der Wachstumsinitiative integriert.
Folgenden Anforderungen wird dabei Rechnung getragen:
- Zielgruppen- und themenspezifische Aufbereitung
- Schaffung von Transparenz über Vision (Ziele und Handlungsfelder) und Wege (Maßnahmen- und Projektvorschläge)
- Klar und verständlich in der Formulierung und für den Umsetzungsprozess motivierend
Aus der Bruttoliste der Maßnahmen- und Projektvorschläge, soll für jedes Handlungsfeld ein Leuchtturm- oder Hebelprojekt in einem ausführlichen Projektsteckbrief auf drei bis vier Seiten dargestellt werden.
Entscheidend in diesem Zusammenhang ist, dass der gesamte Strategieprozess #HAGEN.Horizonte2035 also neben den „Leitplanken“ für eine zukünftige Wirtschaftsentwicklung des Standortes mit den maßgeblichen klaren Zielen auch und vor allem klar formulierte Hebel-Projekte erarbeitet, die nach einem geplanten Zukunftskongress direkt in die Umsetzung gehen sollen. Projekte erlangen erst dann die Reife, sobald sie die Qualifizierung durchlaufen haben und Verantwortlichkeiten und Finanzierung geklärt sind. Ausschlaggebend ist, dass nicht alle Projekte sofort und gleichzeitig ausreichend qualifiziert sind und gestartet werden, sondern ein Projektmanagement der HAGEN.AGENTUR erfahren müssen. Absehbar ist es jedoch schon heute, dass einige der Hebelprojekte direkt auch von der HAGEN.AGENTUR selbst umgesetzt werden müssen, da in der Stadt keine anderen Institutionen existieren, in deren Aufgabenfeld diese wirtschaftsfördernden Tätigkeiten verankert sind. Somit wird es möglich sein, dass einzelne Projektvorschläge durch die HAGEN.AGENTUR den jeweiligen Gremien der Stadt zur Umsetzung und Finanzierung noch mal vorgelegt werden.
Die dafür notwendigen organisatorischen, fachlichen und finanziellen Anpassungen der HAGEN.AGENTUR werden in einer weiteren Vorlage nach Beschluss des Gesamtprojekt #HAGEN.Horizonte2035 dem Rat vorgelegt.
Im Ergebnis liegt ein strategisches Entwicklungsprogramm für die Stadt Hagen vor, welches die Ziele sowie einen zeitlichen und organisatorischen Umsetzungsplan für die nächsten 15 Jahre festlegt. Damit existiert mit der Wachstumsinitiative #HAGEN.Horizonte2035 ein übergeordneter Orientierungsrahmen, der eine erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung in naher, aber auch langfristiger Zukunft ermöglicht. Gleichzeitig wird durch die umfassende Beteiligung der regionalen Akteure ein hohes Bekenntnis zum Strategieprozess und dem künftigen Entwicklungsweg geschaffen.
Der gesamte Prozess, die ersten Projektergebnisse und die politische Legitimation erfolgen einerseits durch die Gremien der HAGEN.AGENTUR als auch andererseits durch Einbringung und Entscheidung im neuen Ausschuss für Stadtentwicklung, Beschäftigung und Wirtschaftsentwicklung in stetiger Abfolge.
2.4 Aufbruch- und Umsetzungsphase
In einer letzten Phase dient ein öffentlichkeitswirksamer Zukunftskongress einerseits der Ergebnispräsentation des Strategieprozesses nebst Leitprojekten. Andererseits stellt die Veranstaltung den Startpunkt für die Umsetzung dar und den Aufbruch in eine erfolgreiche und gemeinsame Zukunftsentwicklung. Zum Zukunftskongress wird dabei ein entsprechendes Fachpublikum, u. a. Vertreter von Initiativen, Kommunen und Unternehmen, eingeladen. Letztlich kann hierdurch ein verstärktes regionales Commitment für die zukünftige Entwicklung und deren strategische Ausrichtung bis zum Jahr 2035 erzielt werden (coronabedingte Anpassungen sind möglich).
Durch die Präsentation und Diskussion der Ergebnisse im Rahmen des Zukunftskongresses kann die Ausstrahlungskraft des Wirtschaftsstandortes Hagen deutlich erhöht werden und ein Wissenstransfer in die allgemeine Öffentlichkeit sichergestellt werden.
Abbildung 4: Projektstruktur #HAGEN.Horizonte2035
Die gesamte Projektstruktur stellt sich wie folgt dar, wobei der HAGEN.AGENTUR die Aufgabe des Projektkoordinators zukommt (Managementteam).

3 Geplanter Zeitablauf
Ausgehend vom Zeitpunkt der Beschlussfassung wird für die Durchführung des Strategieprozesses #HAGEN.Horizonte2035 ein Zeitraum von rund sechs Monaten veranschlagt. Der abschließende Zukunftskongress ist für Juni / Juli 2021 geplant. Damit schließt die Strategiefindungsphase ab. Daran anschließen wird die Projektumsetzung. Ausgelegt ist der Gesamtprozess für einen Zeitraum bis zum Jahr 2035.
4 Umsetzung
Die Umsetzung des Gesamtprozesses bedarf einer Gesamtsteuerung und intensiver Abstimmung zwischen den Beteiligten. Auch die kommunikative Einbindung der Öffentlichkeit sowie die Diskussionen mit eventuellen Fördergebern wird von größter Bedeutung für diesen Prozess sein. Herausgearbeitet werden muss, dass diese Initiative zwar von der HAGEN.AGENTUR ausgegangen ist, ein nachhaltiger Erfolg aber nur zu erwarten ist, wenn es gelingt, alle relevanten Gruppen in den Prozess miteinzubeziehen und es als gesamtstädtische Wachstumsinitiative zu gestalten.
Diese Rolle wird die HAGEN.AGENTUR in enger Abstimmung und Kooperation mit der Stadtverwaltung und dem inneren Zirkel übernehmen.
Allerdings werden für eine nachhaltige und an qualitativen Zielen orientierte Wachstumsstrategie weitere fachliche Kompetenzen benötigt. Unabdingbar für die Gestaltung eines erfolgreichen Projektdesigns wird der Input durch eine externe Begleitung sein, die einerseits durch größtmögliche Expertise die Herausforderungen und Chancen des Standortes neutral bewertet und andererseits durch die Kenntnis mikro- und makroökonomischer Zusammenhänge und Strömungen die Strategieentwicklung maßgeblich mit vorantreibt. Dabei wird es notwendig werden, die einzelnen Arbeitsschritte laut Arbeitsplan und Meilensteinplanung genausten und sensibel zu begleiten und durch die Erarbeitung von konkreten Maßnahmen und Projektvorschlägen sowie der Formulierung der Wachstumsstrategie insgesamt dem Gesamtprojekt #HAGEN.Horizonte2035 den fachlichen und sachlichen richtigen Input zu geben.
Dafür wird vorgeschlagen, eine fachliche Begleitung der Wachstumsinitiative mit klar formulierten Aufgabenfeldern (Mobilisierungsphase, Kreativphase, Struktur- und Integrationsphase sowie Aufbruchs- und Umsetzungsphase) durch eine beschränkte Ausschreibung zu finden. Schwerpunkt der Tätigkeit wird die vertiefte Standortanalyse, Ableitung der Handlungsfelder, Abgleich mit vorhandenen Initiativen und Benchmark mit vergleichbaren Standorten und Strukturentwicklungen sein. Daraus folgt durch kreative Leistung die Formulierung einer Wachstumsstrategie für den Wirtschaftsstandort. Darauf aufbauend muss der Auftragnehmer durch fachlichen Input und intensiver Moderation die Entwicklung geeigneter Master- oder Hebelprojekte vorantreiben. Hierzu wird auf die Vorlage 0969-2/2020, die im nichtöffentlichen Teil beraten wird, verwiesen.
Auswirkungen
Inklusion von Menschen mit Behinderung
Belange von Menschen mit Behinderung | |
x | sind nicht betroffen |
Auswirkungen auf den Klimaschutz und die Klimafolgenanpassung
x | keine Auswirkungen (o) |
Finanzielle Auswirkungen
x | Es entstehen keine finanziellen Auswirkungen. |
- Steuerliche Auswirkungen
x | Es entstehen keine steuerlichen Auswirkungen. |
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x | Beschluss RAT, HFA, BV, Ausschuss, sonstiges |
gez. Erik O. Schulz Oberbürgermeister | gez. Christoph Gerbersmann Erster Beigeordneter und Stadtkämmerer
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