Berichtsvorlage - 1252/2018
Grunddaten
- Betreff:
-
Bericht über die Schulkinderbetreuung
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführend:
- FB48 - Bildung und Kultur
- Bearbeitung:
- Dirk Weithe
- Beteiligt:
- FB55 - Jugend und Soziales
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Rat der Stadt Hagen
|
Entscheidung
|
|
|
|
13.12.2018
|
Sachverhalt
Kurzfassung
Zum Schuljahr 2019/20 wird davon ausgegangen, dass zusätzliche OGS-Gruppen am Boloh, am Kuhlerkamp und auf Emst eingerichtet werden können. In Helfe wird der Umstieg vom Programm „8-13“ auf OGS anders als geplant erst im Sommer 2020 erfolgen können, da nach derzeit vorliegenden Informationen mit einer Herstellung des hierfür notwendigen neuen Pavillons erst im Frühjahr 2020 gerechnet werden kann. An der Grundschule Astrid-Lindgren im Gebäude Delsterner Straße sind die räumlichen Voraussetzungen für die Einrichtung einer weiteren OGS-Gruppe bereits seit dem Schuljahr 2018/19 gegeben. Da nicht nur OGS-Plätze, sondern auch Grundschulplätze fehlen, soll im Rahmen der SEP über die Zukunft der Berchumer Straße 68 entschieden werden.
Neben dem Ausbau von OGS-Plätzen wurden und werden weitere Optionen geprüft. Eine der Möglichkeiten zur außerschulischen Betreuung von Schulkindern bietet die Einrichtung eines „Spielehauses“ im Jugendzentrum Jahnstraße in Hohenlimburg. Dieses Zentrum kann für die Zeit nach der Schule, etwa von 13:00 bis 17:00 Uhr, eine gesicherte, erlebnisorientierte Betreuung anbieten. Auch in Haspe bietet sich eine Möglichkeit der außerschulischen Betreuung: Im Kinder- und Jugendpark Haspe sowie im Friedenshaus Altenhagen sind Betreuungsangebote analog zur gesicherten Halbtagsbetreuung einzurichten.
Ein weiterer Lösungsansatz bietet der Rhythmisierte Ganztag. Auf Grund von Erfahrungen zum Beispiel in Bochum wird mit einem Vorlauf von einem Schuljahr gerechnet, um das Projekt gut vorbereitet starten zu können. Mit den Beauftragten für den Offenen Ganztag wurde vereinbart, dass diese abfragen, an welchen Schulen Interesse und Möglichkeiten für die Einführung des Rhythmisierten Ganztags zum Schuljahr 2020/21 bestehen.
In mehreren Gesprächen hat die Verwaltung Schulen und Träger eindringlich um Unterstützung bei der Bewältigung der aktuellen Problematik gebeten etwa durch Schaffung weiterer, ggfs. zeitlich befristeter Angebote. Mit entsprechenden Rückmeldungen wird bis Februar 2019 gerechnet. Dabei geht es vor allem um die Suche nach Möglichkeiten, etwa durch Einsatz zusätzlicher Betreuer OGS-Gruppen in Klassenzimmern zu betreuen. Die Bereitstellung der notwendigen sächlichen Mittel hat die Verwaltung zudem in Aussicht gestellt.
Begründung:
Die SPD-Fraktion hat mit Mail vom 19.11.2018 den Oberbürgermeister gebeten, einen Sachstandsbericht zum Stand der Umsetzung des Ratsbeschlusses zur Schulkinderbetreuung vom 05.07.2018 zu geben.
Derzeit stellt sich die Situation wie folgt dar:
Versorgung dringender Fälle
Im Rahmen des Anmeldeverfahrens zur OGS können Eltern, die für ihre Kinder keinen Platz in der OGS bekommen, sich auf eine Warteliste setzen lassen. Innerhalb der Warteliste wird die Untergruppe „Fälle, die sofort aufgenommen würden, wenn ein Platz frei wäre“ gebildet. Auf dieser Liste standen am 15.06.2018 insgesamt 99, am 15.09.2018 insgesamt 83 Kinder.
Die Listen werden standortbezogen geführt. Falls also ein Platz an einer anderen Schule abgelehnt wird, weil lediglich ein OGS-Platz an der Wunschschule angestrebt wird, bleiben die Kinder auf diesen Listen. Dies gilt auch, wenn sie einen Platz in der Gesicherten Halbtagsbetreuung erhalten haben, aber perspektivisch den Wechsel des Kindes in die OGS anstreben.
Da es keine rechtlich durchsetzbare Verpflichtung gibt, sich von der Warteliste streichen zu lassen, wenn eine Betreuungsalternative gefunden wurde, können auch Fälle enthalten sein, die eine Betreuungsalternative gefunden haben.
Den Eltern, die sich im Umfeld des Schuljahresbeginns am 29.08.2018 nochmals gemeldet haben, konnten Plätze an den Grundschulen Friedrich Harkort, Janusz Korczak, Im Kley und Volmetal angeboten werden.
Zeitnahe Schaffung von 125 weiteren Plätzen
Bereits zum Ende des Schuljahres 2017/18 wurden auf Emst in Zusammenarbeit mit dem Familienzentrum 20 Plätze in der Hausaufgabenbetreuung mit Mittagstisch eingerichtet; an der Grundschule Boloh gibt es zwischenzeitlich eine halbe Gruppe Gesicherte Halbtagsbetreuung mit 15 Plätzen.
Die Schaffung der räumlichen Voraussetzungen für die Einrichtung einer OGS-Gruppe an der GS Boloh zum Schuljahr 2019/20 laufen. Dies gilt auch für die Nutzung eines Raumes an der GS Kuhlerkamp zu OGS-Zwecken.
In Helfe wird der Umstieg vom Programm „8-13“ auf OGS - anders als geplant - erst im Sommer 2020 erfolgen können, da nach den derzeit vorliegenden Informationen mit einer Herstellung des notwendigen neuen Pavillons im Frühjahr 2020 zu rechnen ist.
Auf Emst hat sich die Grundschule trotz sehr begrenzter Räumlichkeiten bereiterklärt, zum Schuljahr 2019/20 eine weitere OGS-Gruppe einzurichten und damit dann insgesamt 75 Kinder betreuen zu können. Perspektivisch ist angedacht, einen großen und zwei kleine Räume des benachbarten Rahel-Varnhagen-Kollegs zu nutzen, um die Raumsituation der GS Emst zu verbessern.
An der Grundschule Astrid-Lindgren im Gebäude Delsterner Straße sind die räumlichen Voraussetzungen für die Einrichtung einer weiteren OGS-Gruppe bereits seit dem Schuljahr 2018/19 gegeben.
Da nicht nur OGS-Plätze, sondern auch Grundschulplätze fehlen, sollte im Rahmen der SEP über die Zukunft der Berchumer Straße 68 entschieden werden. Entweder Umzug der Förderschule Erich Kästner und Nutzung der frei werdenden Räume durch die katholische Grundschule Meinolf, Gründung einer Grundschule Halden mit den Standorten Berchumer Straße 63 (bisher Filiale der Grundschule Karl Ernst Osthaus) und Berchumer Straße 68 oder Erweiterung der Filiale Halden der Grundschule Karl Ernst Osthaus um das Gebäude Berchumer Str. 68. Je nach Variante würde dies 1 bis 2 weitere OGS-Gruppen ohne großen baulichen Aufwand ermöglichen. Aktuell wird eine Anfrage an die Bezirksregierung zur Genehmigungsfähigkeit der Varianten erarbeitet.
Prüfung der Rahmenbedingungen für die Schaffung weiterer mindestens 250 Plätze
Außerschulische Angebote
Neben dem Ausbau von OGS-Plätzen wurden weitere Optionen geprüft. Eine hiervon ist das „Spielehaus“. Diese Möglichkeit bietet für die Zeit nach der Schule, z. B. von 13:00 bis 17:00 Uhr, eine professionell durchgeführte, erlebnisorientierte Betreuung zu sichern. Der Transport der Kinder wäre von den Eltern – etwa in Fahrgemeinschaften – zu übernehmen. Als Angebot der Kinder- und Jugendarbeit werden hierfür geeignete Räume benötigt, die im Jugendzentrum Hohenlimburg in der Jahnstraße vorhanden sind.
Nach aktuellen Berechnungen belaufen sich die Kosten wie folgt:
Personalkosten für eine Erzieherin, eine Kinderpflegerin, eine Küchenhilfe sowie Sachkosten in Gesamthöhe von 70.300 €/Jahr. Ausgehend von einer Gruppenstärke von 25 Kindern und einem monatlichen Elternbeitrag von 164 € sind pro Jahr Elternbeiträge in Höhe von 49.200 € zu erwarten. Der zusätzliche Elternbeitrag für das Mittagessen kommt auf 70 €/Monat.
Der Bedarf für einen städtischen Zuschuss beläuft sich demnach auf rund 21.100 € jährlich.
Auch im Kinder- und Jugendpark Haspe sowie im Friedenshaus Altenhagen können Betreuungsangebote analog zur gesicherten Halbtagsbetreuung eingerichtet werden. Diese umfassen eine Betreuung ab der 4. Schulstunde bis ca. 14:00 Uhr. Im Unterschied zu den vergleichbaren Angeboten an den Schulen kann hier aber nicht die „OGS-Logistik“ mitgenutzt werden. In der Folge entsteht ein zusätzlicher personeller Aufwand, für den keine Zuschussmöglichkeit besteht. Wenn der derzeitige Elternbeitrag für die gesicherte Halbtagsbetreuung von 60 € monatlich auch hier Anwendung finden sollte, würde am Standort Altenhagen eine Unterdeckung in Höhe von 41.800 € und am Standort Haspe in Höhe von 43.150 € zu tragen sein.
Eine Anfrage zum Stadtteil Wehringhausen wurde vom Träger auf Grund langfristiger Raumbelegungen negativ beschieden.
Da es zu diesen freien Angeboten keine Erfahrungen gibt, bleibt abzuwarten, ob bzw. in welcher Intensität Eltern diese Angebote annehmen. Insbesondere das Angebot des Spielehauses ist bei monatlichen Elternbeiträgen von 234 € (einschließlich Essen) eher für besser verdienende Eltern interessant.
Die zum Runden Tisch OGS erweiterte Kommission des SAS hat am 19.9. wie angekündigt getagt. Seitens der Träger wurde dargestellt, dass die Betreuung an fast allen Standorten „am Limit“ angekommen sei. Ob Klassenräume noch umfangreicher als bisher genutzt werden können, wurde kontrovers diskutiert. Aus der Kommission wurde ergänzend die Akquise schulnahen Raumes, z. B. von Kirchengemeinden oder der Erwerb von Wohnhäusern für Betreuungszwecke vorgeschlagen. Für die zumindest bei letzterer Alternative notwendigen Nutzungsänderungen und Umbauten wird Zeit benötigt, so dass dies keine kurzfristige Entlastung bringen würde.
Ein weiterer Lösungsansatz bietet der Rhythmisierte Ganztag. Auf der Steuerungsgruppensitzung OGS am 28.11. berichtete die Leiterin der Bochumer Grundschule Auf dem Kamp, Frau Fritzsche, von ihren Erfahrungen mit dem Rhythmisierten offenen Ganztag.
Konkret handelt es sich in Bochum um eine zweizügige Grundschule. Bis vor einigen Jahren umfasste das OGS-Angebot 3 Gruppen mit 75 Kindern. Durch die dann erfolgte Einführung des Rhythmisierten Ganztags wurden, beginnend mit der ersten Jahrgangsstufe, in jeweils einer Klasse ausschließlich Kinder aufgenommen, deren Eltern eine solche Ganztagsbetreuung wünschen. Mittlerweile ist ein ganzer Zug im Rhythmisierten Ganztag. Daneben gibt es noch weiterhin eine jahrgangsübergreifende OGS-Gruppe für die Kinder des zweiten Zuges. Im Vergleich mit den früheren 75 OGS-Plätzen werden nunmehr rund 160 Kinder betreut.
Das personelle Konzept sieht neben der Lehrkraft /Klasse eine Erzieherin vor, die jeweils einer festen Klasse zugeordnet ist. Dadurch ist überwiegend eine Doppelbesetzung der Klassen im Rhythmisierten Ganztag möglich. Durch dieses Konzept kommt es im Vergleich zur „normalen“ OGS zu einer Stundenausweitung für die Erzieherin, wofür der Kooperationspartner von der Stadt Bochum zusätzliche Finanzmittel (12.500 €) erhält. Als räumliche Ressource steht neben dem Klassenraum ein kleiner Gruppenraum zur Verfügung. Weiterhin kann nachmittags für differenzierte Angebote auf den Klassenraum der Parallelklasse zurückgegriffen werden. Die Turnhalle steht der Schule bis 16:00 Uhr exklusiv zur Verfügung, so dass sie auch im Nachmittagsbereich genutzt wird.
Während viele Eltern von Beginn an den Rhythmisierten Ganztag begrüßt haben, waren viele Lehrkräfte zunächst skeptisch, was sich mittlerweile aber geändert hat. Um das Projekt gut vorbereitet starten zu können, empfiehlt Frau Fritzsche einen Vorlauf von einem Schuljahr. Somit könnten ein oder mehrere Pilotschulen zum Schuljahr 2020/21 beginnen. In Bochum haben 3 von 42 Grundschulen Rhythmisierte OGS-Züge. Perspektivisch soll es in jedem Bochumer Stadtbezirk eine solche Schule geben.
Sicherlich können die Bochumer Erfahrungen nicht 1:1 auf Hagen übertragen werden. Der Rhythmisierte offene Ganztag ist aber eine Ergänzung der anderen Betreuungsmöglichkeiten und für die Zukunft ein ressourcenorienter Ansatz. Daher wurde mit den Beauftragten für den Offenen Ganztag vereinbart, dass diese abfragen, an welchen Schulen Interesse und Möglichkeiten für die Einführung des Rhythmisierten offenen Ganztags zum Schuljahr 2020/21 bestehen.
Darüber hinaus hat die Verwaltung Schulen und Träger eindringlich um Unterstützung bei der Bewältigung der aktuellen Problematik durch kreative, ggfs. zeitlich befristete Angebote gebeten. Die Träger und die Schulleitungen werden ermitteln, wie viele OGS-Plätze im jetzigen System je Schule zur Verfügung gestellt werden können, wenn die Träger für alle Plätze eine Finanzierung erhalten und somit ggfs. in der Lage sind, weiteres Personal einzustellen. Die Schulleitungen legen besonderes Augenmerk darauf, dass genug Platzkapazitäten vorhanden sind und dass die Plätze nicht nur für ein Jahr, sondern für die Folgejahre ebenfalls angeboten werden können. Bis zum 30.01.2019 wird die Liste der maximal möglichen Plätze der Verwaltung übermittelt, um den Abgleich mit den Anmeldungen vornehmen zu können.
Parallel hierzu ist die Entwicklung der OGS auch Bestandteil der am 04.12.2018 vom Schulausschuss beschlossenen Vergabe der Schulentwicklungsplanung
Inklusion von Menschen mit Behinderung
Belange von Menschen mit Behinderung | |
X | sind nicht betroffen |
Finanzielle Auswirkungen
X | Es entstehen keine finanziellen und personellen Auswirkungen |
gez. Erik O. Schulz | gez. Margarita Kaufmann |
Oberbürgermeister | Beigeordnete |
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
|
(wie Dokument)
|
188,1 kB
|
|||
|
2
|
(wie Dokument)
|
94,3 kB
|
