Beschlussvorlage - 0563/2018
Grunddaten
- Betreff:
-
Konzeption Wasserschloss Werdringen
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB49 - Museen und Archive
- Bearbeitung:
- Anja Spiecker-Kondritz
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Geplant
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Kultur- und Weiterbildungsausschuss
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Entscheidung
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06.06.2018
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Beschlussvorschlag
Der Kultur- und Weiterbildungsausschuss nimmt die Planungen und Konzepte billigend zur Kenntnis und empfiehlt für das Haupthaus die Einrichtung eines Geopark-Informationszentrums. Die Verwaltung erhält den Auftrag, den Kultur-
und Weiterbildungsausschuss regelmäßig über den Fortgang der Maßnahmen
zu informieren.
Sachverhalt
Kurzfassung
entfällt
Begründung
Wasserschloss Werdringen
Einrichtung eines Ausstellungsbereichs zur Blätterhöhle
Die Sparkassenstiftung stellt dem Museum Wasserschloss Werdringen 15.000 Euro für die Einrichtung eines Ausstellungsbereichs zur Blätterhöhe zur Verfügung. Weitere 16.000 Euro sind im städtischen Haushalt für diesen Zweck vorgesehen. Die fachlichen, konzeptionellen und räumlichen Grundlagen wurden bereits in der Vorlage 0175/2018 vorgestellt. Ergänzend zu den in der genannten Vorlage aufgeführten Punkten sind folgende Aspekte zu nennen:
- Die Konzeption und Einrichtung des Ausstellungsbereichs erfolgt in Zusammenarbeit mit der LWL-Archäologie für Westfalen, dem LWL-Landesmuseum für Archäologie in Herne sowie weiteren externen Fachleuten.
- Der Ausstellungsbereich erhält das Oberthema „Mensch und Umwelt“ und gliedert sich räumlich in zwei Schwerpunkte. Der erste Schwerpunkt behandelt den Innenraum der Höhle, der in sich abgeschlossen ist und die Bestattungen und Deponierungen enthält. Es handelt sich gewissermaßen um den „Ort der Toten“ und entspricht damit der tatsächlichen Nutzung des Höhleninneren in mehreren Abschnitten der Alt- und Mittelsteinzeit zwischen (derzeit) 14.500 bis 10.500 Jahren sowie im Jungneolithikum vor rund 5.500 Jahren. Da es sich um menschliche Überreste handelt, erfolgt die Präsentation unter Berücksichtigung der Vorgaben im Code of Ethics des Internationalen Museumsrats ICOM und der UNESCO.
Die Ausstellungsfläche vor dem „Ort der Toten“ behandelt als zweiten Schwerpunkt die Nutzung des Vorplatzes der Höhle als Lagerplatz durch alt- und mittelsteinzeitliche Jägergruppen. Hier soll einerseits die Lebensweise dieser Menschen, als auch die bislang im nördlichen Mitteleuropa einzigartige Schichtenabfolge von der Eiszeit bis in die späte Mittelsteinzeit präsentiert werden. Da der vorgesehende Bereich räumlich bereits alt- und mittelsteinzeitliche Funde zeigt, kann die Ausstellung sinnvoll und ohne umfangreiche Änderungen in die bestehende Präsentation einbezogen werden. - Im Ausstellungsteil „Höhle“ soll eine digitale Rekonstruktion der 17-22-jährigen Frau aus dem Jungneolithikum vor rund 5.800 Jahren zusammen mit ihren Skelettresten gezeigt werden. Des Weiteren soll ein Film vom Höhleninnenraum in die Ausstellung integriert werden. Außerdem werden – in zurückhaltender Form – die naturwissenschaftlichen Verfahren, die bei der Untersuchung der Menschenreste angewandt werden, vorgestellt. Dazu zählen die Radiokarbon-Datierung, Genetik und Spurenelement-Analyse. Im Ausstellungsteil „Vorplatz“ wird das Schichtenprofil anhand der Grabungsergebnisse nachvollziehbar.
Gleichzeitig sollen die Grabungsmethoden und Verfahren, darunter die Typologie, Paläobotanik und
–zoologie, vorgestellt werden. Hinzu kommt die „Geschichte“ der Höhle als regionales Klimaarchiv von der Eiszeit bis zur Gegenwart.
- Das LWL-Museumsamt hat angekündigt, dass sowohl die digitale Rekonstruktion als auch die Einrichtung des Ausstellungsbereichs anteilsmäßig gefördert werden kann.
Das Museum Wasserschloss Werdringen wird ab Oktober 2018 bis April 2019 geschlossen. In dieser Zeit soll der Ausstellungsbereich eingerichtet und im Übrigen auch der Eingangsbereich des Museums neu organisiert werden. Zwischen September 2018 und Februar 2019 werden wesentliche Funde aus der Blätterhöhle anlässlich des Europäischen Kulturerbejahrs in der Großausstellung „Bewegte Zeiten – Archäologie in Deutschland“ im Gropius-Bau in Berlin zu sehen sein. Nach ihrer Rückkehr werden sie dann im neuen Ausstellungsbereich gezeigt.
Haupthaus des Wasserschlosses
In der Vorlage 0175/2018 wurden bereits die Planungen für das Haupthaus des Wasserschlosses vorgestellt. An den baulichen Planungen und Maßnahmen hat sich zwischenzeitlich nichts geändert. Konkrete Zahlen und ein Zeitplan konnten von den beteiligten Fachbereichen bislang noch nicht vorgelegt werden. Hinsichtlich der erwähnten Alternative zum Nutzungskonzept durch eine Eventagentur haben sich die Planungen konkretisiert. Der Geopark Ruhrgebiet, der RVR und das Geologische Landesamt NRW schlagen vor, im Erdgeschoss des Haupthauses (Von der Recke-Saal) ein Geopark-Informationszentrum einzurichten. Es würde sich um das vierte Informationszentrum dieser Art in NRW handeln und hätte eine deutlich überregionale Ausstrahlung mit einer entsprechenden Aufwertung des Standorts. Die Einrichtung würde ein regionaler Ankerpunkt für den Geopark sein, so dass sowohl das Schlosscafé als auch das Museum gleichermaßen profitieren. Die Ausstellung des Museums soll den Inhalten des Informationszentrums angepasst werden. Der LWL hat bereits Unterstützung signalisiert. Hauptthema des Hagener Geopark-Informationszentrums soll „Klima“ werden. Um den Standort Wasserschloss Werdringen in diesem Kontext zusätzlich aufzuwerten, soll gemeinsam mit 69 der Aspekt Naturschutz z.B. durch Exkursionen und Veranstaltungen verortet werden. Die Einrichtung eines Geopark-Informationszentrums würde das Wasserschloss als Eventstätte nur unwesentlich beeinträchtigen, da weiterhin Veranstaltungen wie der Theatersommer, Mittelalterfest, Hochzeiten, Weihnachtsmarkt usw. möglich sind. Vielmehr bietet das Informationszentrum die Chance, das Wasserschloss Werdringen überregional zu vernetzen und einen Stützpunkt für weitere Aktivitäten einzurichten.
Die Kosten für die Einrichtung und Konzeption des Geopark-Informationszentrums amortisieren sich durch Eigenleistungen der Beteiligten, auch ist es möglich, Fördermittel aus öffentlichen Töpfen und von privater Unternehmerseite zu akquirieren, um weitere Vorhaben zu finanzieren. Die Kosten für die Ausstattungen und Vorbereitung des Raumes fallen ohnehin bei der notwendigen Renovierung des Haupthauses an; ggf. ergibt sich für die Stadt eine Möglichkeit, sie aufgrund einer öffentlichen Nutzung als Bildungsstätte durch Fördermittel teilweise
zurückzuerhalten. Da die Entscheidungsprozesse und Renovierungsmaßnahmen derzeit ungeklärt sind, können diese Planungen noch nicht konkret geplant und vorbereitet werden.
Inklusion von Menschen mit Behinderung
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Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
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gez. | gez. |
Erik O. Schulz, Oberbürgermeister | Margarita Kaufmann, Beigeordnete
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| gez. |
Bei finanziellen Auswirkungen: | Christoph Gerbersmann Erster Beigeordneter und Stadtkämmerer |
