Beschlussvorlage - 0895/2010
Grunddaten
- Betreff:
-
ENERVIE - Südwestfalen Energie und Wasser AGStandortentscheidung
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- Fachbereich des Oberbürgermeisters
- Bearbeitung:
- Markus Funk
- Beteiligt:
- VB5 Vorstandsbereich für Stadtentwicklung, Bauen und Sport
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Mitte
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Vorberatung
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26.10.2010
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Erledigt
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Stadtentwicklungsausschuss
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Vorberatung
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03.11.2010
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●
Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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04.11.2010
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●
Erledigt
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Bezirksvertretung Haspe
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Vorberatung
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24.11.2010
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Sachverhalt
Kurzfassung:
Die
ENERVIE AG plant einen neuen zentralen Standort in Hagen. Im Rahmen dieses
Projekts wurde seitens der ENERVIE AG eine Standortstudie u. a. für die
Standorte Rehstraße, Körnerstraße und Haßleyer Insel unter Berücksichtigung von
betriebswirtschaftlichen und innerorganisatorischen Fragestellungen
durchgeführt. Der Standort Haßleyer Insel bietet für das Unternehmen die
meisten Vorteile.
A. Vorgeschichte
Nach
umfassenden Beratungen im Aufsichtsrat der Gesellschaft seit Herbst 2007 ist
Ende 2008 die damalige SEWAG (heute ENERVIE) auf die Stadt Hagen mit der Bitte
zugegangen, für den südlichen Teil der Haßleyer Insel Baurecht zu schaffen.
Hintergrund dieser Anfrage war das Bestreben der ENERVIE, alle Aktivitäten in
Hagen an einem zentralen, verkehrsgünstigen Standort zusammenzubringen. Derzeit
sind die Verwaltungsaktivitäten und Regionalzentren der ENERVIE auf neun
verschiedene Standorte in Hagen und Lüdenscheid verteilt.
Im
Lichte der Pläne der ENERVIE fand im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens am
14.05.2009 ein Scoping-Termin zur Klärung von Umweltfragen sowie am 09.06.2009
eine Bürgeranhörung statt, in der die Planungen der ENERVIE öffentlich
vorgestellt worden sind.
Weiterhin
wurde ein vorgezogenes Beteiligungsverfahren der Behörden und Träger öffentlicher Belange in der Zeit vom 09.09.
– 07.10.2009 durchgeführt.
Schließlich
wurde durch die zuständigen Gremien des Rates der Stadt Hagen im Februar 2010
die Aufteilung des Plangebietes Haßleyer Insel (Drucksache 0984/2009)
beschlossen. Hierdurch sollte eine Beschleunigung des Bebauungsplanverfahrens
erzielt werden.
Am
08.07.2010 hat der Rat der Stadt Hagen unter Würdigung der vorliegenden
Eingaben und Stellungnahmen den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan Nr. 2/05
(568) Teil 1 Haßleyer Insel (Drucksache 0443/2010) gefasst.
B. Vorteile/Nachteile der geprüften
Standorte
Die
Standortuntersuchung der ENERVIE AG bewertet die drei zuletzt in der Diskussion
befindlichen Standorte wie folgt:
Standort Wehringhausen (Rehstraße):
Vorteile:
- Entwicklung einer eigenen
Fläche
- Erschließung
vorhanden
- planungsrechtliche
Rahmenbedingungen vorhanden
- optimale
Prozessgestaltung durch Neubau
- flexibles
Bürokonzept
- verbesserte
Binnenkommunikation
- flexible Raum- und
Arbeitsplatzangebote
Nachteile
- Trennung der
Grundstücke durch die Rehstraße
- dezentrale Lage im
Netzgebiet der ENERVIE
- aktuell vorhandene
Nutzung der Liegenschaften durch die ENERVIE, damit ggf. Mehrfachumzüge
erforderlich
- geringe
Erweiterungsmöglichkeiten auf den ENERVIE-Flächen
- Verlagerung von ca.
350 Arbeitsplätzen aus der Innenstadt
- Sanierungsplan für
die Beseitigung der Altlasten notwendig
Altlasten
am Standort Rehstraße:
- Auf dem Gelände
liegen Altlasten-Belastungen vor.
- Die Kosten für die
weiteren Untersuchungen und anschließenden Sanierungspläne sind abhängig
von der Art und Weise der weiteren Nutzung.
- Für die Erstellung
eines Parkplatzes ist kein Sanierungsplan erforderlich, da lediglich die
bestehende Versiegelung gegen eine andere ausgetauscht wird und die
erforderlichen Eingriffe in die Böden auf ein Minimum beschränkt bleiben.
Standort Körnerstraße:
Vorteile:
- eingeführter
Standort
Nachteile:
- ENERVIE-Flächen für
Standortzentralisation zu klein
- keine aktuell
verfügbaren Flächen für eine Erweiterung
- Weitere Potentiale
stehen im Bereich der Randbebauung des Volksparks kurzfristig nicht zur
Verfügung.
Standort Haßleyer Insel:
Vorteile:
- wirtschaftlichste
Variante (Baukosten und Synergien)
- günstige Lage im
Netzgebiet
- verkehrsgünstige
Anbindung an Fernstraßen
- 456.000 Euro
Kosteneinsparung durch geringere Fahrleistung der Fahrzeugflotte pro Jahr
- deutliche
Verringerung des CO²-Ausstosses der Fahrzeugflotte gegenüber heute
- optimale
Prozessgestaltung durch Neubau
- flexibles
Bürokonzept
- verbesserte
Binnenkommunikation
- flexible Raum- und
Arbeitsplatzangebote
- Erweiterungsmöglichkeiten
durch Grundstücksreserven vorhanden
- komplett neue Infrastruktur
Nachteile:
- Ausstehende
Genehmigung der FNP-Teiländerung
- Neuerstellung der
Erschließung
- nicht optimale
ÖPNV-Anbindung
- Nachnutzung der
bisherigen Standorte ist zu gewährleisten
- Verlagerung von ca.
350 Arbeitsplätzen aus der Innenstadt
C. Nachnutzung Wehringhausen /
Körnerstraße:
Die
ENERVIE kümmert sich intensiv um eine sinnvolle Nachnutzung und hat der Stadt
Hagen zugesichert, dies mit allem Nachdruck zu verfolgen.
In
Wehringhausen ist vorgesehen,
die Flächen westlich der Rehstraße für Betriebe aus dem Bereich Automotive
(Kfz.-Reparaturbetrieb und Waschanlage) zu nutzen. Das Gleiche ist denkbar für
die noch genutzten Flächen des Betriebshofes ENERVIE-Technik, die ab Dezember
2013 freigezogen werden sollen. Die verbleibenden Flächen südlich der
Wehringhauser Straße sind für Werkstätten und Stellplätze vorgesehen. Für beide Teilflächen gibt es
konkrete Interessenten. In den vergangenen Tagen hat ein Projektentwickler
Interesse an der Ansiedlung eines Autohauses bekundet.
Der
Vorstand der ENERVIE hat zusätzlich einen externen Gutachter beauftragt, die
Vermarktungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung der planungsrechtlichen
Restriktionen objektiv darzustellen. Die Ergebnisse sollen bis zum 2.11.2010
vorliegen und den Fraktionen dargestellt werden.
In der Sitzung des
Stadtentwicklungsausschusses am 5.10.2010 wurde die Verwaltung beauftragt, ein
Bebauungsplanverfahren für die Flächen östlich der Rehstraße einzuleiten. Zur Information
wird entsprechend des Votums des Stadtentwicklungsausschusses dieser Vorlage
ein Lageplan mit der Gebietsabgrenzung beigefügt, der die Flächen beinhaltet,
die in einem ersten Schritt für eine Neuordnung des Gesamtbereiches wichtig
wären.
Die
ENERVIE hat für die Immobilie Körnerstraße
einen konkreten Nachnutzer für vier der sechs Etagen der Büroimmobilie sowie
weitere Interessenten für Restflächen. Des Weiteren ist vorgesehen, das
Kundenzentrum der ENERVIE diesem Standort zu belassen.
D. Abwägung
Die Stadt Hagen hat
als größter Aktionär der ENERVIE AG die Vorgabe formuliert, die Ausschüttungen
des Unternehmens in den nächsten Jahren schrittweise erheblich zu erhöhen, um
damit einen notwendigen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung zu leisten. Um
dieses Ziel zu erreichen, müssen alle Optimierungsmöglichkeiten innerhalb des
Unternehmens genutzt werden, wozu auch die Standortzentralisierung gehört.
ENERVIE hat plausibel nachgewiesen, dass der Standort Haßleyer Insel am besten
geeignet ist, die Vorteile zu generieren.
Selbstverständlich
ist für die Stadt Hagen wesentliche Voraussetzung die sinnvolle und
stadtentwicklungspolitisch verträgliche Nachnutzung der bisherigen Standorte,
insbesondere in der Stadtmitte und in Wehringhausen.
Hier hat das
Unternehmen deutlich gemacht, dass der besonderen Verantwortung eines
kommunalen Energieversorgers entsprechend alle Möglichkeiten genutzt werden und
der Stadt zugesichert, den angemessenen und notwendigen Aufwand zur
Sicherstellung einer zügigen Nachnutzung
zu tragen. Im Rahmen des zu schaffenden Planungsrechts wird die Stadt
ihre Interessen zusätzlich absichern.
Die Verwaltung
empfiehlt nach Abwägung der Vor- und Nachteile der Standortalternativen dem Rat
der Stadt Hagen, der Zentralisierung am Standort Haßleyer Insel zuzustimmen.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
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1
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(wie Dokument)
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771,2 kB
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26.10.2010 - Bezirksvertretung Hagen-Mitte - geändert beschlossen
Beschluss:
1. Die
Bezirksvertretung Hagen-Mitte empfiehlt dem Rat der Stadt, unabhängig von einer
Standortentscheidung der ENERVIE, bisherige Standorte in Verantwortung der
ENERVIE einer nachhaltigen, stadtteilorientierten Folgenutzung zuzuführen.
2. Die
Verwaltung wird beauftragt, entsprechend der vorgeschlagenen Gebietsabgrenzung für
den Bereich Wehringhausen Reh- / Wehringhauser Straße ein
Bebauungsplanverfahren einzuleiten.
03.11.2010 - Stadtentwicklungsausschuss - geändert beschlossen
Beschluss:
- Der
Stadtentwicklungsausschuss gibt keine Empfehlung für die Standortfrage
ENERVIE ab und überträgt die Entscheidung auf den Rat der Stadt.
- Die
Verwaltung wird beauftragt, entsprechend der vorgeschlagenen
Gebietsabgrenzung für den Bereich Wehringhausen Reh- / Wehringhauser
Straße ein Bebauungsplanverfahren mit dem Ziel einzuleiten, ein
qualifiziertes Gewerbequartier zu entwickeln.
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Abstimmungsergebnis: |
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x |
Einstimmig beschlossen |
An der Beratung und Beschlussfassung zu diesem Tagesordnungspunkt hat Herr Meier aus Gründen der Befangenheit nicht mitgewirkt.