Stellungnahme - 0197/2026-1
Grunddaten
- Betreff:
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Stellungnahme zum Vorschlag der Ratsfraktion Bürger für Hohenlimburg / Die PARTEI Hagen
hier: Sachstandsbericht über den Einbruch an der Blätterhöhle
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Stellungnahme
- Federführend:
- FB49 - Museen und Archive
- Bearbeitung:
- Silvia Bauer
- Beteiligt:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Freigabe durch:
- Dr. Christoph Diepes (Fachbereichsleitung), Birgit Tenne-Pinkvoss (Abteilungsleitung)
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Kultur- und Weiterbildungsausschuss
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Kenntnisnahme
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10.03.2026
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Sachverhalt
Bei einem Einbruchsversuch zwischen dem 16. und 18. Januar 2026, der von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter der Stadtarchäologie Hagen und LWL-Archäologie für Westfalen festgestellt wurde, wurden auf dem Vorplatz der Höhle Profile beschädigt, die zuvor bei Grabungen angelegt wurden und in denen noch ungestörte Sedimente und Befunde lagen bzw. liegen. Ein Teil des Profils ist beim Versuch über die hohe Grabungskante zu steigen, verstürzt, sodass diese Bereiche nicht mehr durch die Archäolog*innen im Detail dokumentiert werden konnten. Hierbei entsteht ein wissenschaftlicher Verlust aufgrund des unkontrollierten Zerstörens ohne systematisches graben durch Fachpersonal.
Bei den Befunden handelt es sich um Verfärbungen im Sediment, die auf das Vorhandensein z.B. von Feuerstellen hindeuten. Ein archäologischer Wert lässt sich nicht in Zahlen messen, er ist aber aus Sicht der Wissenschaftler*innen sehr hoch, weil darüber Aussagen über die Aktivitäten der Menschen an der Blätterhöhle von vor rund 12.000 Jahren gemacht werden können.
Der Schutz durch Planen und Holzplanken ist so gebaut, dass zunächst kein Regenwasser die sensiblen Erdprofile wegwaschen kann. Er stellt keinen Einbruchsschutz dar.
Der Vorplatz mit dem Höhleneingang ist mit einem 2m hohen Stabmattenzaun geschützt. Der Eingang zur Höhle ist zusätzlich mit einem schweren Stahltor gesichert. Ein Einbruch in die Höhle selbst ist bisher nicht gelungen. Das Befahren der Höhle ohne entsprechende Erfahrung und Ausrüstung ist gefährlich.
Um die Blätterhöhle zukünftig vor Einbrüchen zu schützen ist eine Überwachung des Areals geplant. Zusätzlich soll weiterhin Vermittlung und Aufklärung zum hochbedeutenden Steinzeitfundplatz in Form von Führungen z.B. im Rahmen des Tags des offenen Denkmals stattfinden.
Beim letzten Einbruchsversuch wurde bei der Polizei Anzeige wegen Hausfriedensbruch erstattet.
Gez. Kötter
