Beschlussvorlage - 0445/2025

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

1. Der Rat der Stadt Hagen nimmt dem aktuellen Entwurfsstand zum SeePark Hengstey zur Kenntnis.

 

2. Der Rat der Stadt Hagen beauftragt die Verwaltung mit der weiteren Ausarbeitung der Planung des SeeParks Hengstey (Entwurfsplanung). Die Realisierung soll modular über die vorhandenen Förderprogramme erfolgen.

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Sachverhalt

 

Der SeePark Hengstey stellt eines der größten Stadtentwicklungsprojekte in Hagen dar. Auf der Fläche des ehemaligen Rangierbahnhofs Hengstey am Hengsteysee ist geplant, in den kommenden Jahren den SeePark zu realisieren. Das Projekt ist Teil der Internationalen Gartenausstellung (IGA), die 2027 im gesamten Ruhrgebiet stattfindet. Auf der Ebene „Unsere Gärten“ werden kommunale Parks und Gärten der Öffentlichkeit präsentiert. Die Entwicklung des SeeParks soll auch über die IGA 2027 hinaus vorangetrieben werden.

 

Mit der Übernahme der Fläche von der Deutschen Bahn konnte die Planung beginnen. Im Jahr 2021 wurde eine Rahmenplanung für das Gebiet präsentiert: Vorgesehen ist die Aktivitäten im SeePark in drei sog. Aktionsfenstern zu bündeln. Der Großteil des Parks soll eine natürliche Entwicklung erfahren und der Natur überlassen werden. Ein verbindendes Element stellt der Ruhrtalradweg dar, der das Gebiet durchquert.

 

Mit der Ratsvorlage Nr. 0938/2022 wurde die Verwaltung aufbauend auf der Rahmenplanung zur Durchführung eines einphasigen freiraumplanerischen Realisierungswettbewerbs und der anschließenden Beauftragung des Preisträgers zur Umsetzung des SeePark-Projekts beauftragt. Insgesamt 15 internationale Büros haben an dem Wettbewerb teilgenommen. Am 30. August 2023 wurde das Berliner Büro PLANORAMA Landschaftsarchitektur zum Sieger gekürt. Dem Rat der Stadt Hagen wurde der Siegerentwurf am 02. November 2023 vorgelegt. Zusätzlich wurde zur Kenntnis genommen, dass die Verwaltung mit dem Gewinnerbüro ein nachgeschaltetes Verhandlungsverfahren zur Weiterbeauftragung durchführt (Ds.-Nr. 0763/2023). Der Rat der Stadt Hagen wurde über den Abschluss des Verhandlungsverfahrens am 24. Juni 2024 in Kenntnis gesetzt (Ds.-Nr. 0508/2024). Nach Abschluss der Verhandlungen konnte die Entwurfsplanung zum SeePark Hengstey fortgesetzt werden.

 

Stand der Planung

 

Mit Fertigstellung des vorliegenden Entwurfs ist die erste Beauftragungsstufe gem. Vertrag (Leistungsphase 1 u. 2 HOAI) abgeschlossen. Nach der politischen Beteiligung schließt sich die Beauftragung der Stufe 2 (gem. LPH 3 HOAI) für ausgewählte Module an. Die mit der vorliegenden Planung prognostizierten Baukosten der Kostengruppe 500 (Freianlagen) für das Gesamtprojekt SeePark Hengstey betragen gemäß aktueller Kostenschätzung 9.254.995 € netto. Die Kosten für die Planungen liegen im aktuellen Haushalt vor.

 

Weitere Umsetzung (Fördermittelstrategie)

 

Die Umsetzung des SeePark ist abhängig von Fördermitteln und wird sukzessiv auch über die IGA 2027 hinaus weiterentwicklt. Die Grundlage für die Einreichung von Förderanträgen bildet die Entwurfsplanung nach LPH 3 HOAI, also der nächsten Beauftragungsstufe. Von Beginn an war vorgesehen, den SeePark modular in Abhängigkeit von der verfügbaren Fördermittelkulisse zu realisieren. Eine Umsetzung der gesamten SeePark-Planung über ein einziges Fördermittelprogramm ist aufgrund der thematischen Vielfalt der geplanten Vorhaben nicht möglich. Umso wichtiger ist es, dass die in der Folge beauftragten Planungen auf die spezifischen Anforderungen einzelner Förderprogramme (z.B. Naturschutz oder Tourismus) zugeschnitten und untereinander abgestimmt sind. Auf diese Weise wird eine langfristige Realisierung des SeeParks möglich.

 

Als erstes Modul ist die Planung des Ruhrtalradwegs, der den künftigen SeePark durchquert, vorgesehen. Analog zum 1. Bauabschnitt des Ruhrtalradweges, für den bereits erfolgreich Fördermittel in Höhe von 1,5 Mio. € (Baukosten ca. 1,9 Mio. €) über das Förderprogramm RWP Tourismus bewilligt wurden, ist auch hier die Einreichung einer Projektskizze zum Ende des Jahres geplant. Die Maßnahme umfasst neben dem getrennten Fuß- und Radweg auch Rastplätze und Verweilorte auf 2 km Länge zwischen DLRG und Dortmunder Straße. Zusammen mit der bereits umgesetzten Volmebrücke und dem 1. Bauabschnitts des Ruhrtalradwegs im Umfeld des SeeBads entsteht somit eine durchgängige Radwegeverbindung zwischen dem Bahnhof Hagen-Vorhalle und der Dortmunder Straße in Richtung Hohensyburg. Das Bauvolumen für diesen 2. Bauabschnitt wird gegenwärtig auf ca. 3,5 Mio. € netto geschätzt. Hierfür soll Weiterbeauftragung des Büros PLANORAMA (LPH 3 HOAI) erfolgen, um entsprechende Planungen für die Antragsstellungen zu erstellen.

 

Ein weiteres vorgesehenes Modul bilden die landschaftsgestalterischen Inhalte des SeeParks, die über das Förderprogramm Grüne Infrastruktur (EFRE-Programm) eine Förderung erfahren können. Denkbar wären hier Spiel- und Erlebnisanlagen fördern zu lassen (z.B. Waldspielplatz, Plätze, Umweltbildungspfade, Naturerfahrungsflächen etc.). Auch hierfür wird die Weiterbeauftragung des Planungsbüros PLANORAMA vorgesehen, um eine antragsreife Planung der LPH 3 zu erstellen. Eine vergleichbare Förderung kann ebenfalls über das Förderprogramm Natürlicher Klimaschutz in Kommunen der KfW erfolgen. Förderschwerpunkte stellen die Pflanzung von Bäumen, Schaffung von Naturoa-sen und Entsiegelung dar. Für beide Förderprogramme können finanzschwache Kommunen eine Förderung von bis zu 90 % erhalten. Das LIFE-Programm 2021-2017 der Europäischen Union fördert Projekte des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes. Aufgrund des breiten Themenspektrums könnten beispielsweise Module der grünen und blauen Infrastruktur aus dem Bereich Klimaanpassung gefördert werden. Für die Finanzierung der Infrastruktur be-steht zudem die Möglichkeit, den Ruhrtalradweg alternativ über die Förderrichtlinie Nahmobilität (FöRi-Nah) des Landes NRW fördern zu lassen. Im Rahmen der fortlaufenden Projektarbeit werden regelmäßig neue Förderprogramme zur Umsetzung des SeeParks gesichtet und auf eine Antragstellung hin überprüft.

 

Zusätzliche Abläufe

 

Im April fanden Bodenuntersuchungen im Zusammenhang mit der geförderten Altlastensanierung durch den AAV (Verband für Altlastensanierung und Flächenrecycling) statt. Die Altlastensanierung wird zu 80 % (Gesamtvolumen ca. 1 Mio. €) durch den AAV kofinanziert (siehe auch Ds.-Nr. 0763/2023). Nach der Erstellung eines für verbindlich zu erklärendem Sanierungsplan für den SeePark, kann die Sanierung der Aktionsfenster in Vorbereitung für die späteren Baumaßnahmen durchgeführt werden. Die Sanierungsmaßnahmen sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Zur Schaffung von Planungsrecht wird für den gesamten SeePark ein Bebauungsplan aufgestellt. Nach der formellen Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange in diesem Jahr ist der Satzungsbeschluss für das Jahr 2026 vorgesehen.

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Auswirkungen

Inklusion von Menschen mit Behinderung

Belange von Menschen mit Behinderung

X

sind nicht betroffen

 

Auswirkungen auf den Klimaschutz und die Klimafolgenanpassung

X

positive Auswirkungen (+)

 

Kurzerläuterung und ggf. Optimierungsmöglichkeiten:

Mit dem SeePark Hengstey entsteht ein begrünter Freizeit- und Erholungsraum für alle Bevölkerungsgruppen am Hengsteysee. Durch den Ausbau der Fahrradinfrastruktur werden klimafreundliche Mobilitätsformen gefördert.

 

Finanzielle Auswirkungen

X

Es entstehen weder finanzielle noch personelle Auswirkungen.

 

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Anlagen

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Beschlüsse

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25.06.2025 - Umweltausschuss - ungeändert beschlossen

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26.06.2025 - Stadtentwicklungsausschuss - ungeändert beschlossen

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02.07.2025 - Bezirksvertretung Hagen-Nord - ungeändert beschlossen

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03.07.2025 - Rat der Stadt Hagen - ungeändert beschlossen

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09.09.2025 - Naturschutzbeirat - zur Kenntnis genommen