10.03.2020 - 6.4 Waldfunktionen und Waldleistungen in Hagen – Vo...

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Wortprotokoll

Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:

 

Herr Heicappell referiert über das Gutachten, das im Jahr 2014 im Auftrag des Wirtschaftsbetriebes Hagen erstellt wurde (siehe Anlage IV).

 

Bereits in den 1980er Jahren entstand das Bewusstsein über die verschiedenen Ökosystemleistungen/ Wohlfahrtsfunktionen, die der Wald neben der reinen Holznutzung hat. Mit einer Fläche von ca. 7.000 ha Wald ist Hagen die waldreichste Großstadt Nordrhein-Westfalens. Seitens der Politik wurde der Wald häufig in Frage gestellt, da die Bewirtschaftung keine schwarze Zahlen schrieb. Daher war Herr Heicappell froh über die Entscheidung, dieses Gutachten bei der Hochschule in Höxter in Auftrag gegeben zu haben. Ein damaliger in Zeiten der Konsolidierung des Hagener Haushaltes andiskutierte Verkauf des Hagener Waldes ist verhindert worden, indem der Politik verdeutlicht wurde, dass es sich um einen „Bürgerwald“ handelt.

 

Das Gutachten versuchte die volkswirtschaftlichen Kosten zu erfassen, die aufgebracht werden müssten, wenn es keinen Wald gebe, beispielsweise im Zusammenhang mit Erosionsschutz an Hängen, Lärmminderung, Erholung, Klimaschutz. Insgesamt wurde für die Stadt Hagen ein Wert von ca. 20 Mio. € pro Jahr ermittelt, die der Wald an Ökosystemdienstleistungen der Gesellschaft darbietet. Es sollte eine Sensibilisierung für die Wichtigkeit dieses Themas geschaffen sein.

 

Herr Heicappell appelliert in diesem Zusammenhang an die Mitglieder, ein Bewusstsein zu bekommen, dass der Wald eigentlich für uns unersetzbar ist - auch global. Der Politik muss dieses Thema weitaus deutlicher gemacht werden als in der Vergangenheit und es muss versucht werden, dass die Politik in Umtriebszeiten der Bäume synchronisiert denkt.

 

Im Zusammenhang mit den aktuellen Klimaveränderungen verdeutlicht Herr Heicappell auch, dass sich die Fichte und auch die Buche verabschieden und zurzeit noch gar nicht richtig bekannt ist, welche Baumarten im Wald zukünftig gepflanzt werden sollen.

 

Herr Bögemann beziffert den Wert des Waldes für die Luftreinhaltung in Höhe von 10.810.400 € pro Jahr in Hagen und verweist auf die Klimakarte. Er hat Herr Heicappell auch eingeladen, um darzustellen, welche Bedeutung Bäume in der Stadt Hagen für den Klimaschutz besitzen.

 

Herr Heicappell verweist auf die schon zahlreich vorhandenen Bäume entlang der Straßen, Parks und Friedhöfe. Seiner Meinung gehe es für die Luftreinhaltung in erster Linie darum, den Schwerlastverkehr aus der Stadt raus zu bekommen.

 

Herr Dr. Braun findet es gut, dass Herr Heicappell das Gutachten wieder in Erinnerung gebracht hat. Heute könne man froh sein, dass vor dem Hintergrund des Klimaschutzes die anderen Werte des Waldes wieder in den Vordergrund gerückt werden und einem bestimmten Wert zugerechnet werden.

 

Herr Bögemann fragt den Beirat, wie mit den Erkenntnissen umzugehen sei. Herr Dr. Rosenbaum-Mertens ist dankbar für das Anstoßen des Themas. Es sollte als Beispiel für die Diskussion in Hagen genutzt werden, und als Leuchtturmprojekt vorangestellt werden, um deutlich zu machen, dass wir in Hagen als Gesellschaft einen großen Nutzen aus dem Wald, auch volkswirtschaftlicher Art, haben und auf den Wald Acht geben müssen.

 

Herr Bögemann bedankt sich bei Herrn Heicappell.

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Anlagen

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