29.10.2019 - 6.1 Erdgasumstellung (L- auf H-Gas) in Dahl- mdl. I...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.1
- Gremium:
- Bezirksvertretung Eilpe/Dahl
- Datum:
- Di., 29.10.2019
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:
Anhand einer Power-Point-Präsentation, welche als Anlage 6 der Niederschrift beigefügt ist, zeigen die Herren Neumann und Bings von Enervie Vernetzt GmbH auf, wie die geplante Erdgasumstellung umgesetzt werden soll.
Der westliche Teil Deutschlands wird mit L-Gas aus den Niederlanden, dort aus Groningen, versorgt. Aufgrund der Gasentnahme ist es dort in den letzten Jahren immer wieder zu größeren Erdbeben gekommen, sodass die niederländische Regierung entschieden hat, die Erdgasförderung einzustellen. Dies soll nun nach einem weiteren Erdbeben bereits 2022 der Fall sein.
Hinsichtlich der Versorgung mit H-Gas haben die Fernleitungsnetzbetreiber mit den Niederlanden eine Ferngasentwicklungsplan aufgestellt, der in den kommenden 10 Jahren die Umstellung von L- auf H-Gas genau dargelegt.
So gehe man in Deutschland von etwa 6 Millionen Gasgeräten aus, die in dieser Zeit durch den Netzbetreiber angepasst werden müssen. Die Kosten für die Umstellung der Gasgeräte werden gesammelt und bundesweit auf die Netzentgelte verteilt, was nur zu maginalen Erhöhungen führe, die vermutlich nicht spürbar seien, so Herr Neumann.
Herausforderung wird sein, dass alle Gasgeräte geprüft und entsprechend angepasst werden müssen, damit der Betrieb mit H-Gas erfolgen kann, darüber hinaus es über 23.000 verschiedene Gasgeräte gebe und entsprechende Umrüstsätze besorgt werden müssen.
Jede Geräteumstellung durch einen Monteur wird danach kontrolliert.
Frau Peddinghaus möchte wissen, was mit den Geräten passiere, die nicht mehr umrüstbar seien.
70 bis 80% der Gasgeräteanbieter, die damit auch die wesentlichen Anbieter auf dem Markt seien, so Herr Neumann, haben sich verpflichtet, für Geräte bis zu einem Alter von 30 Jahren, Umrüstsätze herzustellen. Bei älteren Geräten, die zusätzlich nicht mehr anpassbar sind, versuche man dennoch Umrüstsätze auf dem Markt zu finden, die einen handwerklichen Umbau ermöglichen. Es werde sicher auch Härtefälle geben, die ein entsprechend neues Gerät benötigen werden.
Vorab wird eine Abgasmessung vorgenommen. So werden nur Geräte angepasst, die abgastechnisch sauber eingestellt und ordentlich gewartet seien. Der Kunde muss festgestellte Mängel zunächst beseitigen lassen.
Mit der Erhebung und Umrüstung der einzelnen Gasgeräte in den jeweiligen Haushalten sowie der Kontrolle dieser Schritte kann es sein, dass der Kunde bis zu vier Mal aufgesucht wird.
Aufgrund der verschiedenen Gasgeräte wird es drei unterschiedliche Umstellungszeitpunkte geben.
Die Arbeiten für die Erhebung und Anpassung werden durch Dienstleister erledigt.
So werde man bereits mit der Erhebung ab Januar 2020 beginnen, um bis zum geplanten Umstellungszeitpunkt am 25.07.2023 fertig zu sein.
Das Motto „Wir drehen auf H-Gas“ diene zur besseren Kommunikation. So sollen Verwechselungen mit beispielsweise Abrechungsangelegenheiten vermieden werden. Im ersten Schritt werde man eine allgemeine Information erhalten, danach folgen Terminvergaben für die Erhebung sowie für die spätere Anpassung. Darüber hinaus werde man ein Kundenbüro einrichten, um eine zentrale Anlaufstelle bieten zu können. Jeder Mieter und Eigentümer wird konkret mit Terminankündigungen und einem PIN-Code angeschrieben. Der PIN-Code soll den Kunden vor Betrügern schützen, die sich als Mitarbeiter ausgeben und unberechtigerweise versuchen, Geld einzufordern. Der Kunde kann also den PIN-Code erfragen, den der berechtigte Mitarbeiter nennen kann. Auch Fahrzeuge und Kleidung der Mitarbeiter sind offenkundig, darüber hinaus kann sich jeder Mitarbeiter mit entsprechendem Ausweis samt Lichtbild legitimieren.
Jedes Gerät erhält nach jedem Schritt einen Aufkleber. Gelb für erfolgte Erhebung, grün für erfolgte Anpassung und blau für eine erfolgte Kontrolle.
An der nachfolgenden Erörterung nehmen die Herren Gebhard, Schulz, Jobst, Neuhaus, Dahme sowie Frau Peddinghaus, Frau Buczek, Frau Opitz und von der Verwaltung Herr Huyeng teil.
Einzelne Fragen werden ausführlich von Herrn Neumann und Herrn Bings beantwortet.
Herr Schulz möchte wissen, ob ausschließlich Hagen-Dahl betroffen sei oder aber noch angrenzende Teile von Eilpe oder Rummenohl.
Die Antwort, so Herr Neumann, werde man nachreichen.
Auf einzelnen Fragen zur Netzerweiterung der Herren Huyeng und Neuhaus geht Herr Neumann kurz ein. Wenn konkretes Interesse bezüglich Erschließung und Neuanlage von Gasleitungen bestehe, könne man sich mit Enervie in Verbindung setzen, die dann eine Prüfung dessen vornehmen werden.
Auf die Frage von Herrn Neuhaus, was passiere, wenn ein Kunde die Umstellung boykottiere, man sich also überhaupt nicht einig werde, teilt Herr Neumann mit, dass der Gesetzgeber ihnen in solchen Fällen die Möglichkeit eingeräumt habe, den Hausanschluss - allein aus Sicherheitsgründen - trennen zu dürfen.
Bezüglich der Frage von Herrn Neuhaus teilt Herr Bings mit, dass aufgrund des höheren Energiegehaltes des H-Gases bei gleichem Heizverhalten weniger verbraucht werde und sich somit ein Kostenausgleich einstelle.
Darüber hinaus werden keine weiteren Fragen gestellt, sodass Herr Dahme sich für die Präsentation bedankt.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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4 MB
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