Beschlussvorlage - 0107/2010
Grunddaten
- Betreff:
-
Sachstand "Zuschusskürzung für den ÖPNV";Erfahrungsbericht "Leistungskürzungen im ÖPNV"
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Hans-Dieter Schumacher
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Bezirksvertretung Hohenlimburg
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Vorberatung
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03.03.2010
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Erledigt
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Bezirksvertretung Haspe
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Vorberatung
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04.03.2010
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Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Nord
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Vorberatung
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10.03.2010
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Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Mitte
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Vorberatung
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16.03.2010
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Erledigt
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Bezirksvertretung Eilpe/Dahl
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Vorberatung
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17.03.2010
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Erledigt
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Stadtentwicklungsausschuss
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Vorberatung
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23.03.2010
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●
Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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25.03.2010
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Sachverhalt
Kurzfassung
Zur Realisierung noch
nicht erreichter Sparvorgaben im öffentlichen Nahverkehr in Höhe von €
0,45 Mio. sollen € 0,18 Mio. durch
den Abbau von Parallelverkehren, die verbleibenden € 0,27 Mio. durch Einsparungen
im Schülerverkehr und unternehmensinterne Maßnahmen sowie langfristig durch
Maßnahmen zur Busbeschleunigung erwirtschaftet werden.
Trotz Kritik im
Einzelnen soll an den im Sommer 2009 eingeführten reduzierten Fahrplanangebot
festgehalten werden.
Begründung
1. Sachstand „Zuschusskürzung für
den ÖPNV“
Mit
seinem Beschluss vom 18.12.2008 hat der Rat Verwaltung und Hagener Straßenbahn
(HST) beauftragt, für einen um €
2,52 Mio. gekürzten Zuschuss aus dem städtischen Haushalt ab 2009
Anpassungen im ÖPNV-Angebot vorzunehmen. Mit einer Vielzahl von Maßnahmen
(Taktausdünnungen, Linienwegänderungen und
-einstellungen)
zum Sommerfahrplan 2009 wurde der Zuschussbedarf um € 2,07 Mio.
verringert.
Damit
konnte der Zuschuss für den ÖPNV in Hagen innerhalb von zwei Jahren um mehr als
€ 4 Mio. wirksam reduziert werden. Die noch nicht konkretisierte
Kostenreduzierung von € 0,45 Mio. wird ab 2011 zuschussmindernd
berücksichtigt, so dass dann das Gesamtziel von € 4,52 Mio. Einsparung p.
a. vollumfänglich erreicht sein wird.
Im
Zusammenhang mit der noch ausstehenden Kostensenkung (€ 0,45 Mio.) wurden
Maßnahmen in den Bereichen
ÖPNV-Bevorrechtigung,
Schülerverkehr,
Sonn- und Feiertagsverkehr sowie
Parallelverkehre
diskutiert.
Am
10.09.2009 hat der Rat die 2.
Fortschreibung des Nahverkehrsplans für Hagen beschlossen. Damit wurden für
die Genehmigungsbehörde (Bezirksregierung Arnsberg) die Voraussetzungen
geschaffen, für die reduzierten Verkehrsleistungen die erforderlichen
Linienkonzessionen zu erteilen.
Zur
Realisierung der noch ausstehenden Kostensenkung von € 0,45 Mio. im Leistungsangebot
des ÖPNV werden von der Verwaltung als Aufgabenträger des ÖPNV und der Hagener
Straßenbahn folgende Stellungnahmen und Vorschläge unterbreitet:
ÖPNV-Bevorrechtigung
Bauliche
und technische Maßnahmen zur Verstetigung/Bevorrechtigung des Busverkehrs
erfordern Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur und sind nur mittel- oder
langfristig und/oder im Zuge ständiger Unterhaltungs- und (Straßen-) Erneuerungsmaßnahmen
realisierbar. Aktuell können Einspareffekte nicht quantifiziert werden.
Grundlage einer mittel- und langfristig angelegten Planung eines
fahrzeitstabilen und damit weitgehend störungsfreien Betriebsablaufs ist das im
Nahverkehrsplan 2009 beschriebene differenzierte ÖPNV-Vorrangnetz.
Schülerverkehr
Die
Hagener Straßenbahn möchte langfristig die gesamten Schülerverkehrsleistungen
– also sowohl die Verstärkerfahrten (Einsatzwagen) zu den Schulen im
Linienverkehr, aber auch schulbetriebsinterne Fahrten – im Unternehmen
bündeln, um durch eine abgestimmte betriebliche Planung Synergieeffekte zu
heben. Hierzu werden demnächst erste Gespräche zwischen Aufgabenträger und
Unternehmen geführt.
Effizienzgewinne
und Kostensenkungen bei Verstärkerfahrten (Einsatzwagen) lassen sich im
Grundsatz durch eine Staffelung der Schulanfangszeiten erzielen. In einem
ersten Schritt wird daher das Einsparpotenzial ermittelt, das erreicht
werden kann, wenn die Schulanfangszeiten an einen wirtschaftlichen
Betriebsablauf der HST angepasst würden. Auf dieser Grundlage sind unter
Beteiligung der Schulbehörde mit den betroffenen Schulen die erforderlichen
Abstimmungen durchzuführen. Die Verwaltung bereitet hierzu gemeinsam mit der
HST eine gesonderte Vorlage zur Vorgehensweise und zum Kostensenkungspotenzial.
Sonn- und
Feiertagsverkehr
Die
HST hat Varianten einer (weiteren) Leistungskürzung im ÖPNV an Sonn- und
Feiertagen untersuchen lassen. In seiner Sitzung am 09.11.2009 kam der Aufsichtsrat
der Hagener Straßenbahn allerdings zu dem Schluss,
„dass mit den aufgezeigten
Maßnahmen das Einsparziel erreicht wird, insbesondere mit der Reduzierung des
Sonn- und Feiertagsangebots jedoch erhebliche Qualitätseinbußen mit nachhaltig
negativen Auswirkungen für den ÖPNV in Hagen verbunden sind. Der Aufsichtsrat
lehnt daher die beschriebenen Maßnahmen zur Angebotsreduzierung an Sonn- und
Feiertagen ab.“
Eine
Angebotsreduzierung an Sonn- und Feiertagen soll daher nicht erfolgen.
Parallelverkehre
Als
vertretbare Maßnahme zur Vermeidung von Parallelverkehren bei einer Einsparung
von jährlich € 80.000 wird vorgeschlagen, die Nachtexpresslinie NE 3 in Abstimmung
mit dem Ennepe-Ruhr-Kreis auf einen Stundentakt zu kürzen, da hier alternative
Fahrtmöglichkeiten (Linien 511, NE 7 und NE 12) bestehen. Außerdem sollen
einzelne Fahrten in den Tagesrandlagen reduziert werden. Die Umsetzung dieser
Maßnahme mit dem entsprechenden Einsparvolumen erfolgt zum Sommerfahrplan am
13.06.2010.
Durch
eine Veränderung des Umlaufs der Linie 520 im Bereich Innenstadt – Emster
Straße mit einer Fahrtenfolge im 10- und 20-Minuten-Takt zu Lasten des durchgehenden
15-Minuten-Takts können weitere Kosten (€ 100.000) eingespart werden. Die
Umsetzung erfolgte bereits zum Winterfahrplanwechsel am 07.01.2010.
Kostensenkung
– Zuschussbedarf
Über diese kurzfristig realisierbaren Einsparungen
von € 0,18 Mio. hinaus soll der noch ausstehende Betrag (€ 0,27
Mio.) durch die mittelfristig angelegten Maßnahmen im Schülerverkehr, durch
Maßnahmen zur Busbeschleunigung und laut Beschluss der Aufsichtsrats der
Hagener Straßenbahn AG vom 09.11.2009 durch unternehmensinterne Maßnahmen sowie
in Abstimmung mit der HVG auf HVG-Konzernebene erreicht werden.
2.
Erfahrungsbericht Sommerfahrplan 2009
Durch
Reduzierung der Bedienungshäufigkeit (Takt) und durch teilweise geänderte Linienführungen
mussten alle Linien zum Sommerfahrplan 2009 neu aufeinander abgestimmt und der
Fahrplan zum Fahrplanwechsel im Juni 2009 angepasst werden. Bei unveränderten
Schulanfangszeiten (und Schulschlusszeiten) führte dies insbesondere im
Schülerverkehr zu kritischen Reaktionen, obwohl die zusätzlich eingesetzten
Einsatzfahrzeuge im Schülerverkehr (s. o.) unverändert beibehalten wurden.
Durch
Linienkürzungen und durch neue Linienwege wird häufiger als vor dem Sommer
2009, als nahezu 90% aller Fahrten in Hagen umsteigefrei durchgeführt werden
konnten, ein Linienwechsel erzwungen. Nach allen Umfragen über den gewünschten
Komfort im ÖPNV steht aber ein umsteigefreies Fahrtenangebot an erster Stelle.
Wie sich dieser Komfortverlust mittel- und langfristig in der Entwicklung der
Fahrgastzahlen auswirken wird, ist zurzeit
noch nicht absehbar.
Kritisch
kommentierte Änderungen zum Sommerfahrplan 2009:
1.
Beispiel: Aus dem Bereich
Buschstraße (Seniorenzentrum) ist durch die Verkürzung und Verlegung des
Linienwegs der 514 zur Innenstadt ein Umstieg am Loxbaum erforderlich. Für die
Beschäftigten gibt es eine letzte Fahrtmöglichkeit zur Stadtmitte (Linie 534)
bereits um 19.00 Uhr. Hierzu gab es massive und zahlreiche Beschwerden.
2.
Beispiel: Auf der Relation
Innenstadt – Haspe sind zwei Linien entfallen (513, 514) und werden mit
der Linie 528 nur teilweise ersetzt. Hier sind nach vorliegenden Rückmeldungen
von Fahrgästen überfüllte Busse zu bestimmten Spitzenzeiten zu verzeichnen. Bei
einem insgesamt reduzierten Verkehrsangebot gilt ganz allgemein, dass voll
besetzte Fahrzeuge zu einem für Fahrgäste nachteiligen Komfortverlust
(fehlender Sitzplatz) führen.
3.
Beispiel: Die Endhaltestelle
„Ischeland“ (Königstraße in Altenhagen) wird durch die 527 nur noch
im Stundentakt bedient. Ein dichteres Fahrtenangebot besteht erst in
größerer fußläufiger Entfernung (Altenhagener Straße, Am Sportpark).
4.
Beispiel: Mit dem Wegfall (wegen
schwacher Nachfrage) des Linienangebots in Hohenlimburg – Oege wurde als
nachfrageorientiertes Ersatzangebot ein Anruf-Linien-Taxi (ALT) eingerichtet.
Erste Befürchtungen, die Nutzung des ALT sei zu aufwändig und kompliziert,
werden durch die Nutzerzahlen widerlegt: Nach den beiden Anfangsmonaten mit
rund 500 (Juni) und rund 930 (Juli) Fahrgästen hat sich die Fahrtennachfrage
auf über 1.000 im Monat eingependelt. Bei 15 möglichen Fahrten pro Tag (MO-SA)
je Richtung sind dies durchschnittlich 1,5 Fahrgäste pro Fahrt!
Fazit:
Eine robuste und mit Daten zur
Fahrgastentwicklung untermauerte Erfahrung über einen möglichen
Attraktivitätsverlust des ÖPNV in Hagen nach den Angebotskürzungen in 2009
lässt sich zurzeit nicht berichten. Beschwerden über entstandene Nachteile
(volle / überfüllte Busse, Umsteigezwang, weitere Wege zur Haltestelle) sind in
nicht wenigen Fällen und besonders zu Verkehrsspitzenzeiten nachvollziehbar und
begründet. Verwaltung und HST streben an, mittelfristig ein Verfahren zur
kontinuierlichen Fahrgasterhebung zu entwickeln und als Steuerungsinstrument
für den ÖPNV einzusetzen – nicht zuletzt wegen der rechtlich, politisch
und finanziell steigenden Verantwortung des Aufgabenträgers für den lokalen
ÖPNV.
Eine
Korrektur der zum Sommerfahrplan 2009 eingeführten Änderungen wird – abgesehen
von den Maßnahmen unter dem Stichwort „Abbau von Parallelverkehren“
(s. o.) nicht vorgeschlagen.
