Beschlussvorlage - 0122/2010

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Jahresrückblick 2009 der Hagener Stadtbücherei wird zustimmend zur Kenntnis genommen. Die Jahresstatistik ist als Anlage beigefügt.

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Sachverhalt

Kurzfassung

Die Stadtbücherei Hagen informiert die Ratsgremien regelmäßig über den Entwicklungsstand der Einrichtung. Einmal jährlich wird der Jahresrückblick der Stadtbücherei vorgestellt.

 

In dem folgenden Rückblick auf das Jahr 2009 wird zunächst der Stand der Haushaltskonsolidierung bei der Stadtbücherei dargestellt. Im Weiteren wird anhand der für die Stadtbücherei gebildeten Produkte berichtet, wie die Leistungsbilanz für das Jahr 2009 aussieht und ob die angestrebten Ziele erreicht werden konnten.

 

 

 

Begründung

 

 

Jahresrückblick 2009 der Hagener Stadtbücherei                          

 

1. Haushaltskonsolidierung

 

Mit Verabschiedung des "1.Sparpakets" hat der Rat der Stadt Hagen im Juni 2008

die Rahmenbedingungen für das zukünftige Büchereiangebot in Hagen abgesteckt:

Der Rat der Stadt Hagen hat sich für ein Bibliotheksangebot aus der Stadtbücherei auf der Springe und zwei Stadtteilbüchereien in Haspe und Hohenlimburg entschieden.

Damit war nach einer langen, intensiven Konsolidierungsphase in den Jahren 2000 bis Ende 2008 (u.a. Leistungsabbau in den Stadtteilbüchereien Boele, Haspe und Hohenlimburg durch Einführung eines Schließungstages 2004, Leistungsabbau im gesamten Büchereiangebot durch Schließung der Schul- und Stadtteilbücherei Boele Ende 2008, Personalabbau in der gesamten Stadtbücherei von 41 auf  aktuell 32 Planstellen) im Jahr 2009 eine Konzentration auf die Inhalte der Bibliotheksarbeit möglich.

 

Dabei war und ist sich die Stadtbücherei bewusst, dass die Bibliotheksarbeit in Hagen unter den Rahmenbedingungen einer finanziell stark belasteten Kommune erfolgt. Maßstab für das finanzielle Handeln im Jahr 2009 waren die Vorschriften des § 82 GO; die Verausgabung aller Mittel in 2009 geschah in Abstimmung mit dem zuständigen Vorstandsbereich und der Kämmerei.

 

 

2. Leistungsbilanz der Stadtbücherei anhand der Produkte, die im Rahmen des 

    neuen kommunalen Finanzmanagements gebildet wurden:

 

2.1.  Bereitstellung von Medien und Informationen

 

Ziel Bestand 2009:                          225.000 Medieneinheiten

Ergebnis 2009:                                223.809 Medieneinheiten

 

Ziel Erneuerungsquote 2009:        8,00 %

Ergebnis 2009:                              9,15 %

 

Ziel Entleihungen 2009:                  800.000 Entleihungen

Ergebnis 2009:                               845.364 Entleihungen

 

Zum 01.01.2009 wurden nach Schließung der Schul- und Stadtteibücherei Boele

16.881 Medieneinheiten von der Stadtbücherei an die neugegründete Schulbibliothek Hagen Nord (bestehend aus der Fritz-Steinhoff-Gesamtschule und einigen umliegenden Schulen) übergeben. Unter Einberechnung der in 2009 erfolgten Zu- und Abgänge in den Büchereieinheiten Springe, Haspe und Hohenlimburg standen den Kundinnen und Kunden der Stadtbücherei 223.809 Medieneinheiten zur Verfügung. Mit einer Erneuerungsquote von 9,15 % wurde erreicht, dass der Bestand attraktiv und aktuell gehalten werden konnte. Der Medienbestand bestand zu 79 % aus Büchern, zu 21 % aus anderen Medien.

 

Die Zielmarke für die Entleihungen 2009 wurde bewusst vorsichtig gesetzt. Wie würden sich die ehemaligen Kundinnen und Kunden der Schul- und Stadtteilbücherei Boele verhalten? Nach Ablauf des Jahres 2009 steht fest, dass ca. die Hälfte der Boeler Kundinnen und Kunden ihren Büchereiausweis nicht mehr nutzt. Dennoch ist bei den Gesamtentleihungen in Höhe von 845.364 nur ein leichter Rückgang von ca. 2.700 Entleihungen zu verzeichnen. Zu verdanken ist dies der großen Akzeptanz, die die verbliebenen Büchereieinheiten Springe, Haspe und Hohenlimburg bei ihren  Kundinnen und Kunden haben: Im Bereich Zuwächse bei den Entleihungen punktet nicht nur die Springe; hier leisten auch die Stadtteilbüchereien einen maßgeblichen Beitrag.

 

Sehr zufriedenstellend sind die Anzahl der Neuanmeldungen und der Besucher der Stadtbücherei. Mit 3.369 Neuanmeldungen  in 2009 wurde die Zahl des Vorjahres übertroffen (3.243); auch die Besucherzahl in Höhe von 276.768 (Vorjahr 275.402) belegt die Attraktivität der Stadtbücherei als Bildungs- und Kultureinrichtung.

 

2.2. Bestsellerausleihen

 

Mit den Einnahmen über Bestsellerausleihen leistet die Stadtbücherei einen Beitrag

zur Refinanzierung des Medienetats: Mit diesen Einnahmen wird der Bestsellerservice aktuell gehalten und weiter ausgebaut. So konnte mit einem Anfangsbestand von

110 Wii-Spielen ein Angebot in dem oft nachgefragten Bereich der sogenannten Konsolenspiele geschaffen werden.

 

2.3. Veranstaltungs- und Programmarbeit

 

Ziel Führungen von Gruppen und Schulklassen 2009:                                       120

Ergebnis 2009:                                                                                                       172

 

Ziel Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene 2009: 200

Ergebnis 2009:                                                                                                       304

 

Die guten Ergebnisse im Bereich Veranstaltungs- und Programmarbeit beruhen auf

der engagierten bibliothekarischen Arbeit aller Kolleginnen und Kollegen in der

Stadtbücherei auf der Springe und in den Stadtteilbüchereien. Auch die Einbindung

ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer trägt in diesem Bereich Früchte und bereichert

insbesondere das Veranstaltungsangebot: 176 Veranstaltungen aus den Bereichen

Lesen und Leseförderung wurden durch Ehrenamtler durchgeführt, begleitet und beraten vom Fachpersonal der Bücherei. Hier leisten auch die beiden Fördervereine

der Stadtbücherei einen Beitrag und bilden, insbesondere in Hohenlimburg,

eine Plattform für ehrenamtliche Arbeit.

Da die Arbeit mit Ehrenamtlichen auf deren Bereitschaft zu freiwilligem Engagement beruht, ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass einzelne Veranstaltungen oder Veranstaltungsreihen nicht zustande kommen oder entfallen müssen. So konnte die LebensLangeLeseLust, das beliebte Vorlesen für Senioren auf der Springe, durch Ausfall der „Vorleserin“ fast ein Jahr nicht angeboten werden. Umso erfreulicher, dass zwei neue Damen für diese Aufgabe gewonnen werden konnten und im August 2009 an den Start gingen.

 

Den Höhepunkt der bibliothekarischen Veranstaltungsarbeit 2009 bildete der SommerLeseClub (SLC), der erstmals an allen drei Büchereistandorten angeboten werden konnte. Getreu dem Motto "Schock Deine Lehrer - lies ein Buch!" nahmen

979 Mädchen und Jungen im Alter von 10 bis 17/18 Jahren an der zweiten Auflage des Sommer-Lesefestivals teil.

Neun Wochen Lesespaß rund um die Sommerferien - die Zahl von 5.800 gelesenen

Jugendbüchern macht deutlich, wie gut dieses Angebot bei den Jugendlichen ankommt.

Neben dem Lesespaß war der SLC aber auch ein echtes Bildungsangebot für die

Hagener Jugend: Die Förderung der Sprach- und Lesekompetenz beschränkt sich in der

Stadtbücherei nicht auf Angebote für Grundschulkinder - die Bildungsfähigkeit von

Jugendlichen zu unterstützen und sie "fit" für Schule und Berufsausbildung zu machen,

ist das zweite große Anliegen des SLC. Nicht umsonst erfährt der SLC öffentliches Interesse und Förderung: auf Landesebene durch den Ministerpräsidenten und das Kultursekretariat Gütersloh; in Hagen durch die Unterstützung der Sparkasse Hagen und weiterer Sponsoren.

Die Vorbereitungen für die Durchführung des SLC in 2010 laufen bereits. Ob eine Durchführung in einem Umfang wie 2009 möglich ist, ist jedoch abhängig von der Zuweisung beantragter Mittel aus der Sparkassenstiftung.

 

172 Führungen von Gruppen und Schulklassen zeigen das große Interesse, das an

der Bildungseinrichtung Stadtbücherei besteht. Die seit langem erfolgreiche Zusammenarbeit der Stadtbücherei mit den Hagener Schulen (Bildungspartner Schule und Bibliothek) wurde weitergeführt und im Bereich der Sekundarstufe II ausgebaut: Neben der Verlängerung der Kooperationsvereinbarung der Stadtbücherei mit dem Hohenlimburger Gymnasium wurde erstmals auch schriftlich die Kooperation mit einem Hagener Berufskolleg vereinbart: dem Cuno-II-Berufskolleg. Weitere Hagener Schulen haben Interesse an einer verbindlichen Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei geäußert (z.B. das Albrecht-Dürer-Gymnasium und die Realschule Hohenlimburg).

 

Großen Zuspruch erfuhr die Stadtbücherei bei vielen Kooperationspartnern und Einrichtungen aller Art in Hagen, die die Stadtbücherei als öffentlichen Raum mit vielen Besucherinnen und Besuchern nutzen. Gern wird die Stadtbücherei als Forum für

Ausstellungen gesehen. Aber auch das „Eigeninteresse“ der Kooperationspartner kommt nicht zu kurz: Die Samstage, die in der Regel die am stärksten frequentierten

Besuchertage sind, wurden für Informationsstände aller Art genutzt. Ob Allerwelthaus, Verbraucherberatung, Polizei, Feuerwehr, Theater, Musikschule oder VHS - alle kommen gern, um ihre Angebote und Anliegen in der Stadtbücherei einem interessierten Publikum zu präsentieren. Die Stadtbücherei als Besuchermagnet und

"Frequenzbringer": ein Ruf auf den die Stadtbücherei stolz ist – und der Kreise zieht,

wie Anfragen für weitere Samstags-Infostände in 2010 zeigen.

 

2.4. Projekte

 

Mit Mitteln der Bibliotheksförderung des Landes Nordrhein-Westfalen konnte in 2009

das  Projekt "Sondersammelgebiet Kinderliteratur" fortgeführt werden.  Der Projektumfang betrug 10.000 Euro bei einer Landesförderung von 5.000 Euro. Das Land NRW hat das sogenannte Sondersammelgebietsprogramm, das überwiegend Zwecken des Leihverkehrs der Bibliotheken untereinander diente, zum 31.12.2009 eingestellt. Das bedeutet, dass diese Sondersammlung nicht weiter ausgebaut werden kann. Die vorhandenen Bestände können weiterhin in der Stadtbücherei und im Leihverkehr genutzt werden.

 

 

3. Ausblick auf 2010:

 

2010 - das Jahr der Kulturhauptstadt im Ruhrgebiet und in Hagen hat begonnen. Auch die Stadtbücherei beteiligt sich an diesem Jahrhundert-Kulturereignis: nach zwei Wochen „Leselust“, dem Kinder- und Jugendbuchfestival, und drei Autorenlesungen im ersten Drittel des Jahres folgen der SommerLeseClub, die "Local-Heroe-Woche" mit der langen Museumsnacht und im Herbst dann die Beteiligung an „Mord am Hellweg“. Dazu das "normale Alltagsgeschäft": Ausleih- und Beratungsstunden, eine Vielzahl weiterer Veranstaltungen, Führungen und vieles mehr - die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

der Stadtbücherei auf der Springe und in den Stadtteilbüchereien sehen sich vor einem herausfordernden Jahr. Der Vorsatz für 2010 lautet daher: Die Stadtbücherei bleibt engagiert für Hagen - für Kultur, für Bildung und für eine lebenswerte Stadt.

 

 

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Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

 

x

Es entstehen keine finanziellen und personellen Auswirkungen

 

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Beschlüsse

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03.03.2010 - Kultur- und Weiterbildungsausschuss - ungeändert beschlossen