Beschlussvorlage - 0122/2010
Grunddaten
- Betreff:
-
Jahresrückblick 2009 der Hagener Stadtbücherei
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 43 Amt für Weiterbildung und Medien
- Bearbeitung:
- Cornelia Steinbach
- Beteiligt:
- VB3 Vorstandsbereich für Jugend und Soziales, Integration, Bildung und Kultur
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Kultur- und Weiterbildungsausschuss
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Entscheidung
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03.03.2010
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Sachverhalt
Kurzfassung
Die Stadtbücherei Hagen
informiert die Ratsgremien regelmäßig über den Entwicklungsstand der
Einrichtung. Einmal jährlich wird der Jahresrückblick der Stadtbücherei
vorgestellt.
In dem folgenden Rückblick
auf das Jahr 2009 wird zunächst der Stand der Haushaltskonsolidierung bei der
Stadtbücherei dargestellt. Im Weiteren wird anhand der für die Stadtbücherei
gebildeten Produkte berichtet, wie die Leistungsbilanz für das Jahr 2009
aussieht und ob die angestrebten Ziele erreicht werden konnten.
Begründung
Jahresrückblick
2009 der Hagener Stadtbücherei
1. Haushaltskonsolidierung
Mit Verabschiedung des
"1.Sparpakets" hat der Rat der Stadt Hagen im Juni 2008
die Rahmenbedingungen für
das zukünftige Büchereiangebot in Hagen abgesteckt:
Der Rat der Stadt Hagen
hat sich für ein Bibliotheksangebot aus der Stadtbücherei auf der Springe und
zwei Stadtteilbüchereien in Haspe und Hohenlimburg entschieden.
Damit war nach einer
langen, intensiven Konsolidierungsphase in den Jahren 2000 bis Ende 2008 (u.a.
Leistungsabbau in den Stadtteilbüchereien Boele, Haspe und Hohenlimburg durch
Einführung eines Schließungstages 2004, Leistungsabbau im gesamten
Büchereiangebot durch Schließung der Schul- und Stadtteilbücherei Boele Ende
2008, Personalabbau in der gesamten Stadtbücherei von 41 auf aktuell 32 Planstellen) im Jahr 2009 eine
Konzentration auf die Inhalte der Bibliotheksarbeit möglich.
Dabei war und ist sich die
Stadtbücherei bewusst, dass die Bibliotheksarbeit in Hagen unter den
Rahmenbedingungen einer finanziell stark belasteten Kommune erfolgt. Maßstab
für das finanzielle Handeln im Jahr 2009 waren die Vorschriften des § 82 GO;
die Verausgabung aller Mittel in 2009 geschah in Abstimmung mit dem zuständigen
Vorstandsbereich und der Kämmerei.
2. Leistungsbilanz der
Stadtbücherei anhand der Produkte, die im Rahmen des
neuen
kommunalen Finanzmanagements gebildet wurden:
2.1. Bereitstellung von Medien und Informationen
Ziel Bestand 2009: 225.000
Medieneinheiten
Ergebnis 2009: 223.809
Medieneinheiten
Ziel Erneuerungsquote
2009: 8,00 %
Ergebnis 2009: 9,15 %
Ziel Entleihungen 2009: 800.000 Entleihungen
Ergebnis 2009: 845.364 Entleihungen
Zum
16.881 Medieneinheiten von
der Stadtbücherei an die neugegründete Schulbibliothek Hagen Nord (bestehend
aus der Fritz-Steinhoff-Gesamtschule und einigen umliegenden Schulen)
übergeben. Unter Einberechnung der in 2009 erfolgten Zu- und Abgänge in den
Büchereieinheiten Springe, Haspe und Hohenlimburg standen den Kundinnen und
Kunden der Stadtbücherei 223.809 Medieneinheiten zur Verfügung. Mit einer
Erneuerungsquote von 9,15 % wurde erreicht, dass der Bestand attraktiv und
aktuell gehalten werden konnte. Der Medienbestand bestand zu 79 % aus Büchern,
zu 21 % aus anderen Medien.
Die Zielmarke für die
Entleihungen 2009 wurde bewusst vorsichtig gesetzt. Wie würden sich die
ehemaligen Kundinnen und Kunden der Schul- und Stadtteilbücherei Boele
verhalten? Nach Ablauf des Jahres 2009 steht fest, dass ca. die Hälfte der
Boeler Kundinnen und Kunden ihren Büchereiausweis nicht mehr nutzt. Dennoch ist
bei den Gesamtentleihungen in Höhe von 845.364 nur ein leichter Rückgang von
ca. 2.700 Entleihungen zu verzeichnen. Zu verdanken ist dies der großen
Akzeptanz, die die verbliebenen Büchereieinheiten Springe, Haspe und
Hohenlimburg bei ihren Kundinnen und
Kunden haben: Im Bereich Zuwächse bei den Entleihungen punktet nicht nur die
Springe; hier leisten auch die Stadtteilbüchereien einen maßgeblichen Beitrag.
Sehr zufriedenstellend
sind die Anzahl der Neuanmeldungen und der Besucher der Stadtbücherei. Mit
3.369 Neuanmeldungen in 2009 wurde die
Zahl des Vorjahres übertroffen (3.243); auch die Besucherzahl in Höhe von 276.768
(Vorjahr 275.402) belegt die Attraktivität der Stadtbücherei als Bildungs- und
Kultureinrichtung.
2.2.
Bestsellerausleihen
Mit den Einnahmen über
Bestsellerausleihen leistet die Stadtbücherei einen Beitrag
zur Refinanzierung des
Medienetats: Mit diesen Einnahmen wird der Bestsellerservice aktuell gehalten
und weiter ausgebaut. So konnte mit einem Anfangsbestand von
110 Wii-Spielen ein
Angebot in dem oft nachgefragten Bereich der sogenannten Konsolenspiele
geschaffen werden.
2.3. Veranstaltungs-
und Programmarbeit
Ziel Führungen von Gruppen
und Schulklassen 2009: 120
Ergebnis 2009: 172
Ziel Veranstaltungen für
Kinder, Jugendliche und Erwachsene 2009: 200
Ergebnis 2009: 304
Die guten Ergebnisse im
Bereich Veranstaltungs- und
Programmarbeit beruhen auf
der engagierten
bibliothekarischen Arbeit aller Kolleginnen und Kollegen in der
Stadtbücherei auf der
Springe und in den Stadtteilbüchereien. Auch die Einbindung
ehrenamtlicher Helferinnen
und Helfer trägt in diesem Bereich Früchte und bereichert
insbesondere das
Veranstaltungsangebot: 176 Veranstaltungen aus den Bereichen
Lesen und Leseförderung
wurden durch Ehrenamtler durchgeführt, begleitet und beraten vom Fachpersonal
der Bücherei. Hier leisten auch die beiden Fördervereine
der Stadtbücherei einen
Beitrag und bilden, insbesondere in Hohenlimburg,
eine Plattform für
ehrenamtliche Arbeit.
Da die Arbeit mit
Ehrenamtlichen auf deren Bereitschaft zu freiwilligem Engagement beruht, ist
jedoch nicht ausgeschlossen, dass einzelne Veranstaltungen oder
Veranstaltungsreihen nicht zustande kommen oder entfallen müssen. So konnte die
LebensLangeLeseLust, das beliebte Vorlesen für Senioren auf der Springe, durch
Ausfall der „Vorleserin“ fast ein Jahr nicht angeboten werden. Umso
erfreulicher, dass zwei neue Damen für diese Aufgabe gewonnen werden konnten
und im August 2009 an den Start gingen.
Den Höhepunkt der
bibliothekarischen Veranstaltungsarbeit 2009 bildete der SommerLeseClub (SLC),
der erstmals an allen drei Büchereistandorten angeboten werden konnte. Getreu
dem Motto "Schock Deine Lehrer - lies ein Buch!" nahmen
979 Mädchen und Jungen im
Alter von 10 bis 17/18 Jahren an der zweiten Auflage des Sommer-Lesefestivals
teil.
Neun Wochen Lesespaß rund
um die Sommerferien - die Zahl von 5.800 gelesenen
Jugendbüchern macht
deutlich, wie gut dieses Angebot bei den Jugendlichen ankommt.
Neben dem Lesespaß war der
SLC aber auch ein echtes Bildungsangebot für die
Hagener Jugend: Die
Förderung der Sprach- und Lesekompetenz beschränkt sich in der
Stadtbücherei nicht auf
Angebote für Grundschulkinder - die Bildungsfähigkeit von
Jugendlichen zu
unterstützen und sie "fit" für Schule und Berufsausbildung zu machen,
ist das zweite große
Anliegen des SLC. Nicht umsonst erfährt der SLC öffentliches Interesse und Förderung:
auf Landesebene durch den Ministerpräsidenten und das Kultursekretariat
Gütersloh; in Hagen durch die Unterstützung der Sparkasse Hagen und weiterer
Sponsoren.
Die Vorbereitungen für die
Durchführung des SLC in 2010 laufen bereits. Ob eine Durchführung in einem
Umfang wie 2009 möglich ist, ist jedoch abhängig von der Zuweisung beantragter
Mittel aus der Sparkassenstiftung.
172 Führungen von Gruppen und Schulklassen zeigen das große Interesse,
das an
der Bildungseinrichtung
Stadtbücherei besteht. Die seit langem erfolgreiche Zusammenarbeit der
Stadtbücherei mit den Hagener Schulen (Bildungspartner Schule und Bibliothek)
wurde weitergeführt und im Bereich der Sekundarstufe II ausgebaut: Neben der
Verlängerung der Kooperationsvereinbarung der Stadtbücherei mit dem
Hohenlimburger Gymnasium wurde erstmals auch schriftlich die Kooperation mit
einem Hagener Berufskolleg vereinbart: dem Cuno-II-Berufskolleg. Weitere
Hagener Schulen haben Interesse an einer verbindlichen Zusammenarbeit mit der
Stadtbücherei geäußert (z.B. das Albrecht-Dürer-Gymnasium und die Realschule
Hohenlimburg).
Großen Zuspruch erfuhr die
Stadtbücherei bei vielen Kooperationspartnern und Einrichtungen aller Art in
Hagen, die die Stadtbücherei als öffentlichen Raum mit vielen Besucherinnen und
Besuchern nutzen. Gern wird die Stadtbücherei als Forum für
Ausstellungen gesehen.
Aber auch das „Eigeninteresse“ der Kooperationspartner kommt nicht
zu kurz: Die Samstage, die in der Regel die am stärksten frequentierten
Besuchertage sind, wurden
für Informationsstände aller Art genutzt. Ob Allerwelthaus,
Verbraucherberatung, Polizei, Feuerwehr, Theater, Musikschule oder VHS - alle
kommen gern, um ihre Angebote und Anliegen in der Stadtbücherei einem
interessierten Publikum zu präsentieren. Die Stadtbücherei als Besuchermagnet
und
"Frequenzbringer":
ein Ruf auf den die Stadtbücherei stolz ist – und der Kreise zieht,
wie Anfragen für weitere
Samstags-Infostände in 2010 zeigen.
2.4. Projekte
Mit Mitteln der
Bibliotheksförderung des Landes Nordrhein-Westfalen konnte in 2009
das Projekt "Sondersammelgebiet
Kinderliteratur" fortgeführt werden.
Der Projektumfang betrug 10.000 Euro bei einer Landesförderung von 5.000
Euro. Das Land NRW hat das sogenannte Sondersammelgebietsprogramm, das
überwiegend Zwecken des Leihverkehrs der Bibliotheken untereinander diente, zum
3. Ausblick auf 2010:
2010 - das Jahr der
Kulturhauptstadt im Ruhrgebiet und in Hagen hat begonnen. Auch die
Stadtbücherei beteiligt sich an diesem Jahrhundert-Kulturereignis: nach zwei
Wochen „Leselust“, dem Kinder- und Jugendbuchfestival, und drei
Autorenlesungen im ersten Drittel des Jahres folgen der SommerLeseClub, die
"Local-Heroe-Woche" mit der langen Museumsnacht und im Herbst dann
die Beteiligung an „Mord am Hellweg“. Dazu das "normale
Alltagsgeschäft": Ausleih- und Beratungsstunden, eine Vielzahl weiterer
Veranstaltungen, Führungen und vieles mehr - die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter
der Stadtbücherei auf der
Springe und in den Stadtteilbüchereien sehen sich vor einem herausfordernden
Jahr. Der Vorsatz für 2010 lautet daher: Die Stadtbücherei bleibt engagiert für
Hagen - für Kultur, für Bildung und für eine lebenswerte Stadt.
