Beschlussvorlage - 0064/2009
Grunddaten
- Betreff:
-
Erfahrungsbericht zur Angebotsumstellung im Spätverkehr
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Hans-Dieter Schumacher
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Vorberatung
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12.02.2009
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Erledigt
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Bezirksvertretung Eilpe/Dahl
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Vorberatung
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04.03.2009
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Erledigt
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Bezirksvertretung Hohenlimburg
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Vorberatung
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04.03.2009
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Erledigt
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Bezirksvertretung Haspe
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Vorberatung
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05.03.2009
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Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Mitte
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Vorberatung
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10.03.2009
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Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Nord
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Vorberatung
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18.03.2009
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Erledigt
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Stadtentwicklungsausschuss
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Vorberatung
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24.03.2009
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●
Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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26.03.2009
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Sachverhalt
Kurzfassung
Die nach einem halben Jahr
vorliegenden Fahrgast-Reaktionen und die Empfehlungen aus einigen
Bezirksvertretungen machen nach Auffassung der Verwaltung und der Hagener
Straßenbahn nur geringfügige Korrekturen im Spätverkehrsangebot erforderlich.
Begründung
Anlass
Mit seinem Beschluss vom 29.05.2008 hat der Rat die
Verwaltung beauftragt, bis zum Jahresende (31.12.2008) einen Bericht über die
Erfahrungen mit der Einführung eines Spätverkehrsangebotes zum Fahrplanwechsel
am 15.06.2008 vorzulegen. Der nun vorliegende Bericht basiert im Wesentlichen
auf Kundenreaktionen, die bei der Hagener Straßenbahn eingegangen sind, ergänzt
um Empfehlungen einiger Bezirksvertretungen sowie Bewertungen der Verwaltung zu
einzelnen Aspekten des Nachtexpress-Angebots seit dem Sommer 2008. Er ist
zwischen Verwaltung und Hagener Straßenbahn im Detail abgestimmt.
Hintergrund
Mit
der Umsetzung des Spätverkehrskonzeptes der Hagener Straßenbahn AG zum
Fahrplanwechsel am 15.06.2008 wurde zusammen mit der Einführung des Spartentarifvertrages
TV-N für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hagener Straßenbahn AG die
vom Rat der Stadt Hagen beschlossenen jährlichen Einsparungen des Zuschussbedarfes
von 2 Millionen Euro erreicht.
Kundenreaktion
Eckpunkt
der Angebotsgestaltung im Spätverkehr nach 21:00 Uhr waren die Erweiterung der Einzugsbereiche
der Haltestellen von max. 300m auf 600m und die Begradigung der Linienwege
durch Auslassung verschiedener Schleifenfahrten durch Wohngebiete, wodurch sich
teilweise längere Fußwege zu den Haltestellen und veränderte Fahrbeziehungen
ergaben. Die Reaktionen aus dem Kundenkreis unmittelbar nach Fahrplanwechsel
lagen im Bereich der üblichen Rückmeldungen bei Fahrplanwechseln und zeigten
keine außergewöhnliche Auffälligkeiten. Die meisten Fragestellungen bezogen
sich auf die veränderten Fahrzeiten und Fahrbeziehungen und konnten durch
Verdeutlichung des neuen Angebotes zufriedenstellend beantwortet werden.
Auch
im Zusammenhang mit der Diskussion um die weiteren Einsparungen im ÖPNV in der
zweiten Jahreshälfte 2008 wurde dies Thema wiederholt angesprochen, wobei sich
auch hier die Kritik nicht gegen einzelne Maßnahmen sondern auf die veränderten
Bedingungen, insbesondere die Erschließungstiefe, bezogen. Konkret sind dies:
- Durch den Blockanschluss zur Minute
30 an der Haltestelle „Stadtmitte“ können sich für bestimmte
Nutzergruppen wie Beschäftigte mit festen Anfangs- und Endzeiten, Nutzer von
Sporteinrichtungen und dergleichen veränderte Abfahrtszeiten mit teilweise
längeren Wartezeiten oder veränderten Fahrbeziehungen ergeben.
- Die nur noch tangentiale Erschließung
einiger Wohngebiete führt dort zu längeren Fußwegen als von den gewohnten
Haltestellen im Tagesverkehr.
- Einige Wohngebiete in den Stadtteilen
sind aus der Innenstadt nur noch mit Umstieg in den Stadtteilzentren
erreichbar.
Politische
Gremien
Aus
den politischen Gremien gab es einige konkrete Anregungen:
Bezirksvertretung
Hagen Nord
Zur
Angebotsgestaltung im Bereich Nord wurde angeregt, die Bereiche Boelerheide,
Vossacker und Hengstey durch Schleifenfahrten der tangentialbedienenden Nachtexpresslinien
9, 5 und 1 besser zu erschließen. Außerdem wurde die Umsteigemöglichkeit
zwischen den Linien NE 5 und NE 9 an der Haltestelle „Geitebrücke“
kritisiert.
Mit
den verbliebenen im Spätverkehr bedienten Haltestellen im Bereich Boelerheide
verlängern sich dort die Zuwege von im Mittel 137m auf 268m. Dies bedeutet eine
Verlängerung des Weges der Fahrgäste von der Haltestelle zu ihrer Wohnung von annähernd
100% und entspricht somit der Rahmenvorgabe für die zugrunde gelegten maximalen
Haltestelleneinzugsbereiche (s.o.). Demnach befinden sich auf Grundlage der
Kleinblockdaten etwa zwei Drittel der Wohnstandorte noch innerhalb eines
300m-Radius zu den im Spätverkehr bedienten Haltestellen und ein Drittel im
Bereich zwischen 300 und 600 Metern. Nur 1,7% der Haushalte liegen in Boelerheide weiter entfernt als 600m (oberes Ende der
Hügelstraße). Eine verbesserte Erschließung
ist im Rahmen der bestehenden Fahrzeiten und Umläufe nicht möglich und wäre mit
einem erheblichen Mehraufwand hinsichtlich des Fahrzeugeinsatzes verbunden.
Der
Bereich Vossacker in Vorhalle wird durch den NachtExpress nicht mehr angefahren.
Dies betrifft etwa 1400 Bewohner (17% der Ew. in Vorhalle). Als Ausgleich ist
im Spätverkehr jedoch das Angebot der Linie 591 der Busverkehr Rheinland GmbH
bis nach 23 Uhr ausgeweitet worden. Die von der 591 bediente Haltestelle
„Vorhalle West“ liegt je nach Wohnstandort in 300-400m Entfernung.
Eine zusätzliche Bedienung des Bereichs Vossacker durch die NE5 würde
unweigerlich zu einem umlauftechnischen Mehraufwand von einem weiteren Fahrzeug
führen und eine Bedienung von Vossacker alternativ zum Bereich Brockhausen
würde dann dort für etwa gleich viel Bewohner zu einem Angebotsdefizit führen.
Nach
einer Herstellung des geplanten Straßendurchstichs an der Brüninghausstraße
könnte die NE-Linie 9 über den Bf. Vorhalle das Zentrum, im Tausch dazu die
NE-Linie 5 den Vossacker bedienen.
Hengstey
gehört aufgrund seiner Lage und der niedrigen Zahl von etwa 320 Einwohnern zu
den Wohnstandorten, für die ein vergleichsweise kostspieliges Angebot aufgrund
der Länge der notwendigen Linienfahrt im Spätverkehr nicht mehr wirtschaftlich
darstellbar ist.
Bezirksvertretung
Haspe
Der
fehlende Anschluss der Linien NE 7 und NE 12 an die Linien NE 31 und 32 im
Hasper Stadtteilzentrum wurde beanstandet. Außerdem wurde angeregt, die Linie
NE 32 bis in das Wohngebiet Baukloh zu verlängern. Zur Anbindung des Wohngebietes
Geweke wurde vorgeschlagen, mit der Linie NE 12 hier eine Stichfahrt durchzuführen,
und die Linie NE 3 zur Verbesserung der Umsteigebeziehungen in Richtung
Gevelsberg komplett durch den Kreisel zu führen.
Durch
eine Verschiebung der Abfahrtzeiten der Linien NE 31 und 32 um 6 Minuten kann
die Anschlusssituation verbessert werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, die
Linie NE 32 mit 3 Fahrten am Abend bis in das Wohngebiet Baukloh zu verlängern.
Eine
zusätzliche Stichfahrt mit der Linie NE12 in das Wohngebiet Geweke ist aus
umlauftechnischen Gründen nur mit erheblichen zusätzlichem Aufwand möglich,
kann daher nicht realisiert werden. Eine Schleifenfahrt mit der Linie NE 3 im
Hasper Kreisel ist umlauftechnisch nicht zu realisieren und durchfahrenden
Fahrgästen nicht zuzumuten, so dass dieser Vorschlag nicht weiter verfolgt wird.
Die
Veränderungen der Nachtexpresslinien 31 und 32 werden zusammen mit den übrigen
Maßnahmen zum Fahrplanwechsel am 14.06.2009 umgesetzt
Bezirksvertretung
Mitte
Aus
dem Bereich Mitte wurde vorgeschlagen, den Verknüpfungspunkt im Spätverkehr von
der Haltestelle „Stadtmitte“ zum Hauptbahnhof zu verlegen. Sowohl
die zentrale Lage als auch das Fahrgastaufkommen und auch die Anzahl der Haltemöglichkeiten
sprechen jedoch für die Haltestelle „Stadtmitte“. Darüber hinaus
sind einige Linienumläufe aus zeitlichen Gründen bei einer Verlegung des
Verknüpfungspunktes zum Hauptbahnhof nicht mehr zu realisieren, wodurch
erheblicher Mehraufwand entsteht.
Aus
diesem Grund ist vorgesehen, den bisherigen Verknüpfungspunkt an der Haltestelle
„Stadtmitte“ beizubehalten. Die Linie NE 9 dient als Zubringerlinie
zwischen Hauptbahnhof und Stadtmitte. Weiterhin können die Linien NE 1, 3, 5, 7
und 12 auf der Relation Stadtmitte – Hauptbahnhof genutzt werden.
Hagen
wird im Nachtverkehr des SPNV -insbesondere am Wochenende- über die
durchgehende S-Bahn-Linie S5/S8 aus Richtung Dortmund und Düsseldorf stündlich
zur Minute 16 bzw. 40 angebunden. Die
Linie NE9 als Zubringer zur Stadtmitte fährt vom Hbf. um 23. Somit besteht
fahrplanmäßig Anschluss für Fahrgäste aus Richtung Dortmund. Es ist zu prüfen,
ob nicht auch für S-Bahnreisende aus Richtung Düsseldorf mit der Linie NE3 zur
Minute 45 ein Anschluss in Richtung Innenstadt hergestellt werden kann, die
derzeit zur Minute 39 vom Hbf. abfährt.
Es
hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass innerhalb eines gut
funktionierenden ÖPNV-Systems sich auch eine entsprechende Nachfrage einstellt.
Dies gilt insbesondere für das Zusammenspiel von Bahn & Bus, dass gerade in
Zeiten knapper Kassen hilft, mit geringen Ressourcen ein möglichst gutes
Angebot aufrecht zu erhalten.
Citygemeinschaft
Von
der Citygemeinschaft wurden die Fahrmöglichkeiten von Beschäftigten im Einzelhandel
im Innenstadtbereich nach 20:00 Uhr kritisiert. Obwohl in dem Zeitbereich
zwischen 20:00 Uhr und 21:00 Uhr insgesamt 47 Abfahrtsmöglichkeiten der Tageslinien
bestehen, besteht der Wunsch mehr Fahrmöglichkeiten gegen 20:15 Uhr anzubieten.
Im Rahmen der Fahrplandetailbearbeitung zum nächsten Fahrplanwechsel wird
geprüft, ob hier Verbesserungen realisiert werden können.
Zusammenfassung
Zusammenfassend
ist festzustellen, dass sich die Beschwerden trotz erheblichen Veränderungen im
Angebot des Spätverkehrs unmittelbar nach der Fahrplanumstellung in einem
überschaubaren Rahmen gehalten haben und im Zeitverlauf praktisch ganz
nachgelassen haben. Dies zeigt, dass sich die Nutzer auf die veränderten Rahmenbedingungen
eingestellt haben und das Angebot, trotz Einschränkungen noch der
Kundennachfrage gerecht wird. Über die dargestellt geringfügigen Korrekturen
wurden keine weiteren Anpassungsnotwendigkeiten gesehen.
