Beschlussvorlage - 0064/2009

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Bericht der Verwaltung zu den Erfahrungen mit dem Spätverkehrsangebot der Hagener Straßenbahn wird zur Kenntnis genommen.

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Sachverhalt

Kurzfassung

 

Die nach einem halben Jahr vorliegenden Fahrgast-Reaktionen und die Empfehlungen aus einigen Bezirksvertretungen machen nach Auffassung der Verwaltung und der Hagener Straßenbahn nur geringfügige Korrekturen im Spätverkehrsangebot erforderlich.

 

Begründung

 

 

Anlass

 

Mit seinem Beschluss vom 29.05.2008 hat der Rat die Verwaltung beauftragt, bis zum Jahresende (31.12.2008) einen Bericht über die Erfahrungen mit der Einführung eines Spätverkehrsangebotes zum Fahrplanwechsel am 15.06.2008 vorzulegen. Der nun vorliegende Bericht basiert im Wesentlichen auf Kundenreaktionen, die bei der Hagener Straßenbahn eingegangen sind, ergänzt um Empfehlungen einiger Bezirksvertretungen sowie Bewertungen der Verwaltung zu einzelnen Aspekten des Nachtexpress-Angebots seit dem Sommer 2008. Er ist zwischen Verwaltung und Hagener Straßenbahn im Detail abgestimmt.

 

 

Hintergrund

 

Mit der Umsetzung des Spätverkehrskonzeptes der Hagener Straßenbahn AG zum Fahrplanwechsel am 15.06.2008 wurde zusammen mit der Einführung des Spartentarifvertrages TV-N für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hagener Straßenbahn AG die vom Rat der Stadt Hagen beschlossenen jährlichen Einsparungen des Zuschussbedarfes von 2 Millionen Euro erreicht.

 

 

Kundenreaktion

 

Eckpunkt der Angebotsgestaltung im Spätverkehr nach 21:00 Uhr waren die Erweiterung der Einzugsbereiche der Haltestellen von max. 300m auf 600m und die Begradigung der Linienwege durch Auslassung verschiedener Schleifenfahrten durch Wohngebiete, wodurch sich teilweise längere Fußwege zu den Haltestellen und veränderte Fahrbeziehungen ergaben. Die Reaktionen aus dem Kundenkreis unmittelbar nach Fahrplanwechsel lagen im Bereich der üblichen Rückmeldungen bei Fahrplanwechseln und zeigten keine außergewöhnliche Auffälligkeiten. Die meisten Fragestellungen bezogen sich auf die veränderten Fahrzeiten und Fahrbeziehungen und konnten durch Verdeutlichung des neuen Angebotes zufriedenstellend beantwortet werden.

 

Auch im Zusammenhang mit der Diskussion um die weiteren Einsparungen im ÖPNV in der zweiten Jahreshälfte 2008 wurde dies Thema wiederholt angesprochen, wobei sich auch hier die Kritik nicht gegen einzelne Maßnahmen sondern auf die veränderten Bedingungen, insbesondere die Erschließungstiefe, bezogen. Konkret sind dies:

 

- Durch den Blockanschluss zur Minute 30 an der Haltestelle „Stadtmitte“ können sich für bestimmte Nutzergruppen wie Beschäftigte mit festen Anfangs- und Endzeiten, Nutzer von Sporteinrichtungen und dergleichen veränderte Abfahrtszeiten mit teilweise längeren Wartezeiten oder veränderten Fahrbeziehungen ergeben.

 

- Die nur noch tangentiale Erschließung einiger Wohngebiete führt dort zu längeren Fußwegen als von den gewohnten Haltestellen im Tagesverkehr.

 

- Einige Wohngebiete in den Stadtteilen sind aus der Innenstadt nur noch mit Umstieg in den Stadtteilzentren erreichbar.

 

 

Politische Gremien

 

Aus den politischen Gremien gab es einige konkrete Anregungen:

 

Bezirksvertretung Hagen Nord

 

Zur Angebotsgestaltung im Bereich Nord wurde angeregt, die Bereiche Boelerheide, Vossacker und Hengstey durch Schleifenfahrten der tangentialbedienenden Nachtexpresslinien 9, 5 und 1 besser zu erschließen. Außerdem wurde die Umsteigemöglichkeit zwischen den Linien NE 5 und NE 9 an der Haltestelle „Geitebrücke“ kritisiert.

 

Mit den verbliebenen im Spätverkehr bedienten Haltestellen im Bereich Boelerheide verlängern sich dort die Zuwege von im Mittel 137m auf 268m. Dies bedeutet eine Verlängerung des Weges der Fahrgäste von der Haltestelle zu ihrer Wohnung von annähernd 100% und entspricht somit der Rahmenvorgabe für die zugrunde gelegten maximalen Haltestelleneinzugsbereiche (s.o.). Demnach befinden sich auf Grundlage der Kleinblockdaten etwa zwei Drittel der Wohnstandorte noch innerhalb eines 300m-Radius zu den im Spätverkehr bedienten Haltestellen und ein Drittel im Bereich zwischen 300 und 600 Metern. Nur 1,7% der Haushalte liegen in Boelerheide  weiter entfernt als 600m (oberes Ende der Hügelstraße).  Eine verbesserte Erschließung ist im Rahmen der bestehenden Fahrzeiten und Umläufe nicht möglich und wäre mit einem erheblichen Mehraufwand hinsichtlich des Fahrzeugeinsatzes verbunden.

 

Der Bereich Vossacker in Vorhalle wird durch den NachtExpress nicht mehr angefahren. Dies betrifft etwa 1400 Bewohner (17% der Ew. in Vorhalle). Als Ausgleich ist im Spätverkehr jedoch das Angebot der Linie 591 der Busverkehr Rheinland GmbH bis nach 23 Uhr ausgeweitet worden. Die von der 591 bediente Haltestelle „Vorhalle West“ liegt je nach Wohnstandort in 300-400m Entfernung. Eine zusätzliche Bedienung des Bereichs Vossacker durch die NE5 würde unweigerlich zu einem umlauftechnischen Mehraufwand von einem weiteren Fahrzeug führen und eine Bedienung von Vossacker alternativ zum Bereich Brockhausen würde dann dort für etwa gleich viel Bewohner zu einem Angebotsdefizit führen.

 

Nach einer Herstellung des geplanten Straßendurchstichs an der Brüninghausstraße könnte die NE-Linie 9 über den Bf. Vorhalle das Zentrum, im Tausch dazu die NE-Linie 5 den Vossacker bedienen.

 

Hengstey gehört aufgrund seiner Lage und der niedrigen Zahl von etwa 320 Einwohnern zu den Wohnstandorten, für die ein vergleichsweise kostspieliges Angebot aufgrund der Länge der notwendigen Linienfahrt im Spätverkehr nicht mehr wirtschaftlich darstellbar ist.

 

Bezirksvertretung Haspe

 

Der fehlende Anschluss der Linien NE 7 und NE 12 an die Linien NE 31 und 32 im Hasper Stadtteilzentrum wurde beanstandet. Außerdem wurde angeregt, die Linie NE 32 bis in das Wohngebiet Baukloh zu verlängern. Zur Anbindung des Wohngebietes Geweke wurde vorgeschlagen, mit der Linie NE 12 hier eine Stichfahrt durchzuführen, und die Linie NE 3 zur Verbesserung der Umsteigebeziehungen in Richtung Gevelsberg komplett durch den Kreisel zu führen.

 

Durch eine Verschiebung der Abfahrtzeiten der Linien NE 31 und 32 um 6 Minuten kann die Anschlusssituation verbessert werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Linie NE 32 mit 3 Fahrten am Abend bis in das Wohngebiet Baukloh zu verlängern.

 

Eine zusätzliche Stichfahrt mit der Linie NE12 in das Wohngebiet Geweke ist aus umlauftechnischen Gründen nur mit erheblichen zusätzlichem Aufwand möglich, kann daher nicht realisiert werden. Eine Schleifenfahrt mit der Linie NE 3 im Hasper Kreisel ist umlauftechnisch nicht zu realisieren und durchfahrenden Fahrgästen nicht zuzumuten, so dass dieser Vorschlag nicht weiter verfolgt wird.

 

Die Veränderungen der Nachtexpresslinien 31 und 32 werden zusammen mit den übrigen Maßnahmen zum Fahrplanwechsel am 14.06.2009 umgesetzt

 

Bezirksvertretung Mitte

 

Aus dem Bereich Mitte wurde vorgeschlagen, den Verknüpfungspunkt im Spätverkehr von der Haltestelle „Stadtmitte“ zum Hauptbahnhof zu verlegen. Sowohl die zentrale Lage als auch das Fahrgastaufkommen und auch die Anzahl der Haltemöglichkeiten sprechen jedoch für die Haltestelle „Stadtmitte“. Darüber hinaus sind einige Linienumläufe aus zeitlichen Gründen bei einer Verlegung des Verknüpfungspunktes zum Hauptbahnhof nicht mehr zu realisieren, wodurch erheblicher Mehraufwand entsteht.

 

Aus diesem Grund ist vorgesehen, den bisherigen Verknüpfungspunkt an der Haltestelle „Stadtmitte“ beizubehalten. Die Linie NE 9 dient als Zubringerlinie zwischen Hauptbahnhof und Stadtmitte. Weiterhin können die Linien NE 1, 3, 5, 7 und 12 auf der Relation Stadtmitte – Hauptbahnhof genutzt werden.

 

Hagen wird im Nachtverkehr des SPNV -insbesondere am Wochenende- über die durchgehende S-Bahn-Linie S5/S8 aus Richtung Dortmund und Düsseldorf stündlich zur Minute 16 bzw. 40 angebunden.  Die Linie NE9 als Zubringer zur Stadtmitte fährt vom Hbf. um 23. Somit besteht fahrplanmäßig Anschluss für Fahrgäste aus Richtung Dortmund. Es ist zu prüfen, ob nicht auch für S-Bahnreisende aus Richtung Düsseldorf mit der Linie NE3 zur Minute 45 ein Anschluss in Richtung Innenstadt hergestellt werden kann, die derzeit zur Minute 39 vom Hbf. abfährt.

 

Es hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass innerhalb eines gut funktionierenden ÖPNV-Systems sich auch eine entsprechende Nachfrage einstellt. Dies gilt insbesondere für das Zusammenspiel von Bahn & Bus, dass gerade in Zeiten knapper Kassen hilft, mit geringen Ressourcen ein möglichst gutes Angebot aufrecht zu erhalten.

 

 

Citygemeinschaft

 

Von der Citygemeinschaft wurden die Fahrmöglichkeiten von Beschäftigten im Einzelhandel im Innenstadtbereich nach 20:00 Uhr kritisiert. Obwohl in dem Zeitbereich zwischen 20:00 Uhr und 21:00 Uhr insgesamt 47 Abfahrtsmöglichkeiten der Tageslinien bestehen, besteht der Wunsch mehr Fahrmöglichkeiten gegen 20:15 Uhr anzubieten. Im Rahmen der Fahrplandetailbearbeitung zum nächsten Fahrplanwechsel wird geprüft, ob hier Verbesserungen realisiert werden können.

 

 

Zusammenfassung

 

Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich die Beschwerden trotz erheblichen Veränderungen im Angebot des Spätverkehrs unmittelbar nach der Fahrplanumstellung in einem überschaubaren Rahmen gehalten haben und im Zeitverlauf praktisch ganz nachgelassen haben. Dies zeigt, dass sich die Nutzer auf die veränderten Rahmenbedingungen eingestellt haben und das Angebot, trotz Einschränkungen noch der Kundennachfrage gerecht wird. Über die dargestellt geringfügigen Korrekturen wurden keine weiteren Anpassungsnotwendigkeiten gesehen.

 

 

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Beschlüsse

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12.02.2009 - Rat der Stadt Hagen - ungeändert beschlossen

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04.03.2009 - Bezirksvertretung Eilpe/Dahl - ungeändert beschlossen

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04.03.2009 - Bezirksvertretung Hohenlimburg - geändert beschlossen

Beschluss:

Der Bericht der Verwaltung zu den Erfahrungen mit dem Spätverkehrsangebot der Hagener Straßenbahn wird zur Kenntnis genommen.

 

 

Abstimmungsergebnis:

X

 Einstimmig beschlossen

 

Dafür:

 14

Dagegen:

 0

Enthaltungen:

 0

 

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05.03.2009 - Bezirksvertretung Haspe - ungeändert beschlossen

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10.03.2009 - Bezirksvertretung Hagen-Mitte - ungeändert beschlossen

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18.03.2009 - Bezirksvertretung Hagen-Nord - ungeändert beschlossen

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24.03.2009 - Stadtentwicklungsausschuss - ungeändert beschlossen

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26.03.2009 - Rat der Stadt Hagen - ungeändert beschlossen