Beschlussvorlage - 1097/2008

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Die Stadt Hagen nimmt die Schenkung der Zeichnungen sowie Dokumente aus dem Nachlass Christian Rohlfs von Prof. Vogt mit großem Dank an.

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Sachverhalt

Kurzfassung

 

 

 

Begründung

 

Prof. Dr. Paul Vogt, der derzeitige Vorstand der Kulturstiftung Ruhr und ehemaliger Direktor des Museum Folkwang in Essen, hat dem Osthaus Museum Hagen aus seinem Besitz eine umfangreiche Schenkung mit Werken und Dokumenten von Christian Rohlfs vermacht. Prof. Vogt ist der Neffe des Künstlers und Verwalter des Nachlasses von Christian Rohlfs.

 

Bei der Schenkung handelt es sich um 203 Zeichnungen aus dem Spätwerk des Künstlers, entstanden in den Jahren zwischen 1921 und 1937. Ein inhaltlicher Schwerpunkt liegt auf Landschaftsschilderungen aus Ascona und dem Tessin, wo der Künstler seit 1927 bis zu seinem Tod im Januar 1938 mehrere Monate des Jahres verbrachte. Eine große Zahl von Blumenbildern bildet einen weiteren Schwerpunkt. Außerdem beinhaltet das Konvolut Strandszenen aus Misdroy an der Ostsee, wo sich Rohlfs 1925/26 aufhielt. Eine Reihe von Figuren- sowie Tierdarstellungen ergänzt den Bestand. Schließlich enthält die Schenkung noch sechs außergewöhnliche Zeichnungen aus der so genannten „Westheim-Serie“.

 

Die Zeichnungen fertigte Rohlfs zumeist in violetter, teilweise in grüner, brauner oder grauer Kreide oder Tintenstift auf Zeichenpapier, gelegentlich auf stabilem Karton oder vereinzelt auf strukturiertem Japanpapier. Einzelne Blätter sind vorder- und rückseitig bezeichnet. Die Blätter demonstrieren auf faszinierende Weise die Vielfalt der Möglichkeiten, die Rohlfs der Gestaltung eines einzelnen Motivs abgewinnen konnte: von äußerster Reduktion bis hin zur malerischen Auffassung.

 

Am 22. Oktober 2008 wurde die Schenkung übernommen. Die Blätter lagern seitdem in der grafischen Sammlung des Osthaus Museums und wurden zunächst gesichtet und thematisch wie chronologisch geordnet.

 

Die Schenkung stellt eine erhebliche Bereicherung der Rohlfs-Sammlung des Osthaus Museums dar, zumal sämtliche Blätter aus einer Schaffensphase stammen, die bisher anhand der zeichnerischen Arbeiten kaum dokumentiert werden konnte. Sowohl von den Ostsee-Aufenthalten als auch aus dem Tessin besitzt das Osthaus Museum bisher lediglich jeweils ein einziges Blatt im Zeichnungs-Konvolut, nun kann diese Zeit ausführlich dargestellt werden. Außerdem erschließen sich wichtige Korrespondenzen zwischen einigen Tempera-Arbeiten aus der Sammlung des Osthaus Museums und einer Reihe von Blättern aus der Schenkung, die sich inhaltlich und formal sehr eindeutig aufeinander beziehen („Gasse in Ascona“, „Fischer auf dem See“ oder „Weiße Wolke am Berg“.)

 

Bisher besitzt das Osthaus Museum 293 Werke des Künstlers. Durch die Schenkung vergrößert sich der Bestand auf nahezu 500 Werke. Das Osthaus Museum verfügt somit wahrscheinlich über die umfangreichste Rohlfs-Sammlung eines Museums.

 

Zusätzlich zu den Zeichnungen schenkte Prof. Vogt dem Osthaus Museum sechs Ordner mit Briefen und Dokumenten des Künstlers aus dem Nachlass. Nach Angaben von Prof. Vogt handelt es sich um die vollständigen Archivalien zu dem Künstler, so dass das Osthaus Museum nun über das Christian Rohlfs Archiv verfügt. Diese Dokumente stellen eine äußerst wertvolle Bereicherung der Archive im Osthaus Museum dar, die in Bezug auf Rohlfs bisher große Lücken aufwiesen.

 

Der Wert der Zeichnungen wird auf ca. 700.000,- Euro beziffert. Dazu kommt der Wert der Rohlfs-Briefe, bei denen sich um wertvolle Autographen handelt, die zum Teil wiederum kleine beiläufige Skizzen des Künstlers enthalten.

 

Ab Januar 2009 wird das Schenkungskonvolut im Rahmen eines Werkvertrages inventarisiert, wobei auch die genauen Einzelwerte fixiert werden können.

Die Inventarisierung dient auch als Voraussetzung für die Aufnahme der Arbeiten in das derzeit in Arbeit befindliche Sammlungsverzeichnis mit Werken von Christian Rohlfs.

 

Ebenfalls im Hinblick auf die Publikation werden die zahlreichen Dokumente ausgewertet. Rohlfs’ interessante Persönlichkeit gewinnt deutlich an Kontur durch das authentische Material.

 

Eine Auswahl der neuen Zeichnungen wird in der großen Christian Rohlfs-Ausstellung zur Wiedereröffnung des Osthaus Museums präsentiert werden. Es wird ein hervorragender Überblick über die Entwicklung des Werkes von Christian Rohlfs im Verlauf von nahezu sieben Jahrzehnten vermittelt werden können.

Vor dieser Präsentation müssen die Arbeiten, die bislang kein Passepartout und keine Rahmung haben, entsprechend konservatorisch bearbeitet werden.

 

 

Aus der Annahme der Schenkung entstehen verschiedene Folgekosten bezüglich der Inventaririsierung sowie der konservatorischen Behandlung der Werke.

 

2 Grafikschränke, veranschlagt mit 1.500,- Euro pro Stück = 3.000,- Euro im investiven Bereich

Passepartoutkarton für 203 Zeichnungen und Seidenpapier zur Abdeckung, veranschlagt mit 400,- Euro

Fotografie der 203 Zeichnungen zzgl. der Verso- Darstellungen, veranschlagt mit 4.600,- Euro

Werkvertrag Inventarisierung, veranschlagt mit 5.000,- Euro, somit ergibt sich für die o. g. Schenkung ein einmaliger finanzieller Aufwand in Höhe von 13.000,- Euro.

Dieser splittert sich wie folgt auf:

3.000,- Euro im investiven Bereich, der Rest über 10.000 Euro wie im konsumtiven Bereich veranschlagt.

Weitere Folgekosten zur Annahme dieser Schenkung sind ausgeschlossen.

 

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Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

 

 

Es entstehen keine finanziellen und personellen Auswirkungen

 

Rechtscharakter

 

 

 

Auftragsangelegenheit

 

Fiskalische Bindung

 

Pflichtaufgabe zur Erfüllung nach Weisung

x

Beschluss RAT, HFA, BV, Ausschuss, sonst.

 

Pflichtaufgabe der Selbstverwaltung

 

Dienstvereinbarung mit dem GPR

x

Freiwillige Selbstverwaltungsaufgabe

 

Ohne Bindung

 

Vertragliche Bindung

 

 

 

1)  Gesamtkosten der Maßnahme/ Aufwand

0,00 €

a)  Zuschüsse Dritter

0,00 €

b)  Eigenfinanzierungsanteil                                                                                             ca.

13.000,- €

2)  Investive Maßnahmen           

 

     Die Finanzierung der Maßnahme ist gesichert/ soll gesichert werden durch

     Veranschlagung im investiven Teil des

 

     Teilfinanzplans

2520

, Teilfinanzstelle

5800085

 

 

 

 

Jahr

2008 lfd Jahr

Folgejahr 1

Folgejahr 2

Folgejahr 3

 

 

Betrag

0,00 €

3.000,- €

0,00 €

0,00 €

 

3.000,00 €

 

3)  Konsumtive Maßnahmen

 

    Die Finanzierung der Maßnahme ist beantragt zum/ vorgesehen im

    Ergebnisplan

2520

Produktgruppe

1.25.20.02

Aufwandsart

529100

Produkt:

1.25.020.02.01

4)  Folgekosten

 

a) jährliche Kreditfinanzierungskosten für den Eigenfinanzierungsanteil

0,00€

    (nur bei investiven Maßnahmen)

 

b) Gebäudeunterhaltsaufwand je Jahr

0,00€

c) sonstige Betriebskosten einmalig

10.000,-€

d) personelle Folgekosten je Jahr

0,00€

    Stellen-/Personalbedarf:

 

 

Anz.

Stelle(n) nach BVL-Gruppe

Bewertung

sind im Stellenplan

Jahr

einzurichten

 

Anz.

üpl. Bedarf(e) in BVL-Gruppe

Bewertung

sind befristet bis

Datum

anzuerkennen

e) Abschreibung je Jahr (nur bei investiven Maßnahmen)

0,00€

Zwischensumme

0,00€

abzüglich zusätzlicher Erlöse je Jahr

0,00€

Ergibt Nettofolgekosten im Jahr von insgesamt

0,00€

5)  Bilanzielle Auswirkungen (von der Kämmerei auszufüllen)

 

 

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Beschlüsse

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10.12.2008 - Kultur- und Weiterbildungsausschuss - ungeändert beschlossen

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29.01.2009 - Haupt- und Finanzausschuss - ungeändert beschlossen

Erweitern

12.02.2009 - Rat der Stadt Hagen - ungeändert beschlossen