Beschlussvorlage - 0452/2004
Grunddaten
- Betreff:
-
Gutachten zur Beurteilung der Aufgabenwahrnehmung im Amt für öffentliche Sicherheit, Verkehr und PersonenstandswesenEinnahmeerhöhung durch zusätzliche Ambientetrauungen
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB32 - Öffentliche Sicherheit und Ordnung
- Bearbeitung:
- Hans Sporkert
- Beteiligt:
- VB 2/KM Konsolidierungsmanagement
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Haupt- und Finanzausschuss
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Vorberatung
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01.07.2004
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●
Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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15.07.2004
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Sachverhalt
Das Institut für
Verwaltungswissenschaften hat in dem Gutachten zur “Beurteilung der
Aufgabenwahrnehmung im Amt für
öffentliche Sicherheit, Verkehr und Personenstandswesen” dargelegt, dass
nach den durchgeführten Untersuchungen im
Bereich des Standesamtes kein offenkundiges personal- oder
finanzwirtschaftliches Problemfeld
besteht. Aufgrund eines Vergleiches mit der Stadt Aachen wurde
jedoch festgestellt, daß die Aachener
Ambientequote von 23,97% (304 Ambientetrauungen
bei 1.298 Eheschließungen und Lebenspartnerschaften) die Hagener Ambientequote von 12,03% (99 Ambientetrauungen bei 823 Eheschließungen und
Lebenspartnerschaften) wesentlich übersteigt.
Die Gutachter haben dazu folgende Empfehlungen abgegeben:
“Wir empfehlen, Möglichkeiten zu schaffen, die Anzahl
der Ambientetrauungen und damit die Einnahmen daraus zu steigern.
Dies kann durch die weitere Aufnahme von attraktiven
Standorten geschehen und parallel dazu durch Öffentlichkeitsarbeit in Form von
Zeitungsinseraten als auch durch Handzettel oder persönliches Anbieten bei den
Anmeldungen zur Eheschließung bzw. zur Eintragung von Lebenspartnerschaften.
Die Sensibilisierung der potentiellen Klientel für Ambientetrauungen muss
erhöht werden.”
Bezogen auf die derzeitige Anzahl von
rund 100 Ambientetrauungen würde eine Verdoppelung der Ambientetrauungen nach den Darstellungen
der Gutachter eine jährliche
Mehreinnahme von 17.500 € einbringen.
Entsprechend den Empfehlungen wurde die
Öffentlichkeitsarbeit für Ambientetrauungen durch das Standesamt bereits weiterentwickelt. Es wurde eine farbige,
mehrseitige Werbebroschüre erstellt, die bei den Anmeldungen zur Eheschließung
und auch bei den Trauungen verteilt wird. Außerdem werden die Brautleute bei
der Anmeldung zur Eheschließung gezielt auf das vielfältige Hagener
Ambienteangebot hingewiesen. Die Broschüren liegen zudem in den Bürgerämtern
und der Hageninformation aus.
Weiterhin wurde das Internetangebot maßgeblich erweitert.
Unter www.hagen.de/standesamt
werden ausführliche Informationen zum Ambienteheiraten in Hagen bereitgehalten.
Neben einer Beschreibung aller Ambienteorte mit entsprechenden Fotos können
auch die angebotenen Termine, die individuelle Gebührenhöhe und die Ansprechpartner abgefragt werden.
Weitere Werbemaßnahmen, wie z.B. die Präsentation der Hagener Ambienteorte anhand eines
Video-Terminals in der Wartezone des Standesamtes werden demnächst geprüft.
Außerdem ist eine Aktivierung der standesamtlichen Trauungen in Kirchen, die in
Hagen als vermutlich einzige Stadt in
Deutschland angeboten werden, geplant.
Zudem wurden in den vergangenen Monaten mit dem Schloß in
Hohenlimburg und dem Arcadeon in Halden zwei weitere attraktive Objekte für
Ambientetrauungen gewidmet. Die Widmung des Personenfahrtschiffes
“Freiherr vom Stein” für Trauungen auf dem Hengsteysee wird in
Kürze erfolgen.
Wie bereits herausgestellt wurde, hat sich an der
Vergleichsumfrage nur die Stadt Aachen beteiligt. Das Umfrageergebnis kann daher nicht als repräsentativ angesehen werden. Für eine
gesicherte Prognose über mögliche zusätzliche Einnahmepotentiale ist neben weiteren Vergleichszahlen insbesondere auch die bisherige Entwicklung
der Ambientetrauungen in Hagen und das überregionale Angebot von Bedeutung.
Eine kürzlich durch das Fachamt durchgeführte Umfrage
bei verschiedenen Städten in NRW hat
ergeben, dass die Anzahl der Ambientetrauungen von den meisten Standesämtern
nicht nachgehalten wird. Ergänzend zu den Feststellungen der Gutachter konnten
jedoch folgende Quoten ermittelt werden:
Duisburg-Mitte 7,3%
Duisburg-West 14,2 %
Wuppertal
10,0%
Bochum
0,5 %
Iserlohn
9,9%
Dortmund 22,0%
(geschätzte Angabe)
Die Entwicklung der Samstags- und Ambientetrauungen in Hagen
und die Verteilung der durchgeführten Trauungen auf die einzelnen Ambienteorte
ist in der Anlage dargestellt. Diese
gibt auch Aufschluss über die Entwicklung der Haushaltsansätze und der
Rechnungsergebnisse.
Danach konnte die
Anzahl der Ambientetrauungen und das Rechnungsergebnis in den Jahren 1996 – 2000 stetig gesteigert werden.
Bis zu diesem Zeitpunkt wurden nur von sehr
wenigen Städten im Umkreis Ambientetrauungen angeboten.
Zwischenzeitlich werden die
Ambientetrauungen in NRW nahezu flächendeckend angeboten. Selbst kleinere
Gemeinden, wie z.B. Breckerfeld,
Herdecke und Wetter bieten seit geraumer Zeit
Ambientetrauungen an.
Bedingt durch das ausgeprägte überregionale
Angebot ist die Zahl der
Ambientetrauungen in Hagen seit 2001 rückläufig. Erschwerend kommt hinzu, dass
nach den einschlägigen personenstandsrechtlichen Vorschriften die Standesbeamten
nur in ihrem Standesamtsbezirk Trauungen durchführen dürfen. Da in Hagen zwei
selbständige Standesämter mit jeweils eigenem Bezirk bestehen, können
Ambientetermine für das Schloß in Hohenlimburg trotz der hervorragenden
Nachfrage nur im Rahmen der personellen Möglichkeiten des dortigen Standesamtes
angeboten werden. Eine Steigerung der
Ambientequote um nahezu 100%, wie sie
die Gutachter aus dem Vergleich mit nur einer Stadt abgeleitet haben, wird von dem Fachamt
deshalb für kaum realisierbar gehalten.
Weiterhin ist zu
berücksichtigen, dass die Vergütungen für die Standesbeamten, die nach den Ratsbeschlüssen vom 17.4.1997 und 8.10.
2002 als Nettobeträge zu zahlen sind,
aufgrund geänderter steuerrechtlicher Bestimmungen künftig nicht mehr in Form
einer Aufwandsentschädigung gezahlt werden können. Ob und in welcher Höhe dabei
Mehrausgaben, die das jährliche Rechnungsergebnis schmälern würden, einzuplanen sind, ist derzeit jedoch noch
nicht bekannt.
Das Gutachten enthält
folgende weitere Empfehlung:
“Wir empfehlen, aus wirtschaftlichen Gesichtpunkten im
Rahmen einer Kostenrechnung auch für Stadtteiltrauungen eine Raummiete zu
berechnen und die Gebühr einzukalkulieren.”
Eine konkrete Abschätzung der
Mehreinnahmen durch die zusätzliche
Raummiete wurde im Gutachten nicht vorgenommen.
Vom Hagener Standesamt werden die nachfolgenden Raummieten von den Brautpaaren erhoben und an
die Eigentümer der Ambienteorte abgeführt. Außerdem wird ein Servicezuschlag
erhoben, der den erhöhten Verwaltungsaufwand abdeckt.
|
Örtlichkeit |
Servicezuschlag |
Raummiete |
Gesamtkosten |
Wasserschloß Werdringen |
131,61 € |
153,39 € |
285,00 € |
|
KEO-Museum |
131,61 € |
153,39 € |
285,00 € |
|
Hohenhof |
131,61 € |
153,39 € |
285,00 € |
|
Freilichtmuseum |
131,61 € |
153,39 € |
285,00 € |
|
Arcadeon |
131,61 € |
153,39 € |
285,00 € |
|
Altes
Stadtbad Haspe |
131,61 € |
153,39 € |
285,00 € |
|
Heubingschule |
110,00 € |
0 € |
110,00 € |
|
Bezirksverwaltungsstelle
Haspe |
110,00 € |
0 € |
110,00 € |
|
Bezirksverwaltungsstelle
Dahl |
110,00 € |
0 € |
110,00 € |
|
Evangelische
Kirchengemeinden |
110,00 € |
0 € |
110,00 € |
|
Trauzimmer
Hochstraße 71 |
110,00 € |
0 € |
110,00 € |
Hinweis:
Die gesetzlichen Gebühren
bleiben unberührt.
Hierzu liegen folgende
Vergleichszahlen vor:
|
Standesamt |
Raummieten |
Servicezuschläge |
Aachen
|
105,00 € |
55,00 € |
|
Duisburg-Mitte |
22,00 € |
153,00 € |
|
Duisburg-West |
75,00 € u. 154,00 € |
153,00 € |
|
Wuppertal |
Keine |
100,00 € |
|
Bochum |
Keine |
55,00 € |
|
Iserlohn |
Keine |
55,00 € u. 95,00 € |
|
Dortmund |
25,00 € |
55,00 € |
|
Hagen |
Keine u. 153,39 € |
110,00 u. 131,61 € |
Betroffen von der zusätzlichen Erhebung einer Raummiete wären
die Trauungen in der Bezirksverwaltungsstelle Dahl, in der
Bezirksverwaltungsstelle Haspe und in
der Heubingschule. Das Interesse der Brautleute an Trauungen in
diesen 3 betroffenen Standorten ist jedoch nur sehr gering. Insgesamt wurden im Jahr 2003 dort nur 2
Trauungen durchgeführt. Ein nachhaltiger Einnahmeeffekt kann daher nicht
erzielt werden. Die Einführung einer Raummiete
würde aus Sicht des Fachamtes
sogar dazu führen, daß die Nachfrage für die Stadtteiltrauungen ganz
erlischt.
Aus der Darstellung
wird außerdem deutlich, daß die in Hagen erhobenen Raummieten vergleichsweise bereits an der Spitze liegen.
Eine weitere Anhebung der Raummieten wäre somit für die Attraktivität des
Hagener Ambienteangebotes wenig
förderlich. Das Fachamt bemüht sich zudem, in den Verhandlungen mit den
Eigentümern der zukünftigen Ambienteorte zu günstigeren Raummieten zu gelangen.
Auch die Servicezuschläge stellen sich im Vergleich als
recht hoch dar. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, daß die Brautleute in
Hagen den Trauort an allen angebotenen Terminen frei wählen können, während
die auswärtigen Standesämter die Termine
in der Regel an nur einen bestimmten Trauort gekoppelt haben. Aus Sicht des
Fachamtes ist daher der Hagener Servicezuschlag
in der festgelegten Höhe durchaus angemessen und konkurrenzfähig.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
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1
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(wie Dokument)
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