Beschlussvorlage - 0895/2008
Grunddaten
- Betreff:
-
Integrationskonzept für die Stadt Hagenhier: Ergänzungsvorlage zur Vorlage 0139/2008 für den Teilbereich Sport
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- SZS - Servicezentrum Sport
- Bearbeitung:
- Katja Bannenberg
- Beteiligt:
- FB55 - Jugend und Soziales
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Sport- und Freizeitausschuss
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Vorberatung
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22.10.2008
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Erledigt
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Haupt- und Finanzausschuss
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Vorberatung
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30.10.2008
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Erledigt
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Jugendhilfeausschuss
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Vorberatung
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11.11.2008
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Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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13.11.2008
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Sachverhalt
Kurzfassung
Begründung
Der Sport kann in besonderer
Weise die folgenden fünf für das gesellschaftliche Leben wichtigen Werte
vermitteln:
-
Respekt, Toleranz, Frieden, Solidarität,
Gerechtigkeit
Diese Werte sind für die
Integration in der Stadtgesellschaft von zentraler Bedeutung. Die Vermittlung
dieser Werte gerade bei Kindern und Jugendlichen gelingt nicht dadurch, dass
Werte nicht abstrakt und isoliert gelernt werden, sondern im gemeinsamen
Erleben und Handeln erfahren werden. Sport kann diese Werte in vielfältiger
Weise erlebbar machen.
- Respekt
Die
Achtung vor dem anderen, vor seiner Person, seinem Einsatz, seinem Können und
seinen Leistungen erleichtert zugleich die Achtung vor sich selbst.
Die
Vielfalt der Sportarten, die Differenzierung nach Alter, nach Behinderung und
Nicht-Behinderung ermöglicht jedem, dem anderen gegenüber für seinen Einsatz
Respekt zu zollen – unabhängig vom Passport und vom sozialen Status.
Der
gegenseitige Respekt gilt den Leistungen der anderen; Respekt ist aber auch
wichtig für sich selbst. So erwächst die Selbstachtung z. B. aus der
Eigendisziplin und die Eigenverantwortung z. B. aus der Förderung der eigenen
Gesundheit durch Sport.
Sport
trägt deshalb zu einer Kultur der Achtung
des anderen und der Eigenverantwortung bei.
- Toleranz
Die
Vielschichtigkeit der Lebensstile und der Wertvorstellungen verschiedener
Nationalitäten, die Veränderungsdynamik, die zu Anpassungs- und Leistungsdruck
führt, können zu einer Aversion und Abwehrhaltung gegenüber anderen, dem
Anderssein und dem Fremden führen. Das gemeinsame Sporterlebnis verbindet nicht
nur Menschen verschiedener sozialer und nationaler Herkunft, sondern hilft auch
beim Abbau von Vorurteilen gegenüber Fremden. Dies erleichtert die Achtung
gegenüber dem anderen, seiner unterschiedlichen Lebens- und Kulturgeschichte,
seinen anderen Erfahrungen und Lebensweisen.
Das
gesellschaftliche wie sportliche Leben in unseren Sportvereinen erleichtert das
gegenseitige Verstehen.
Sport
trägt deshalb zu einer Kultur des
Verständnisses von Fremden und der Akzeptanz vom Anderssein bei.
- Frieden
Nicht
zuletzt durch die tausendfachen medialen „Vorbilder“, in denen
Aggression und Gewalt gezeigt werden, neigen Jugendliche dazu, Konflikte durch
Gewalt zu lösen.
Sport
ist eine hervorragende Möglichkeit, durch Bewegung mögliche Aggressivität
abzubauen. Zugleich ist der sportliche Wettkampf ein wichtiges Beispiel dafür,
dass das andere Team nicht der böse Feind, sondern der faire Gegner ist, dem
man in einem mit klaren Regeln versehenen Wettstreit begegnet. Da die Spieler
aus verschiedenen Nationen und sozialen Verhältnissen kommen, tragen Mannschaftsspiele
zum friedlichen sozialen Miteinander bei.
Sport
trägt deshalb zu einer Kultur des
sozialen Friedens und des friedlichen Miteinanders bei.
- Solidarität
Vor
allem Mannschaftssportarten schaffen einen Teamgeist über alle gesellschaftlichen
Schichten und Nationalitäten hinweg. Dieses Gemeinschaftserlebnis ist zugleich
eine wichtige Antwort auf das sich Einspinnen in eigenen Interessen und die
Vereinsamung vor den Medien.
Das
gemeinschaftliche Ringen um den Sieg, die gemeinschaftliche Anstrengung zur
Erreichung eines Zieles fördert den Teamgeist und das Verantwortungsbewusstsein
für andere.
Sport
trägt deshalb zu einer Kultur des
gegenseitigen Helfens und Vertrauens bei.
- Gerechtigkeit
Das
Einhalten von gemeinsamen Regeln ist zwingende Voraussetzung für ein gerechtes,
friedliches Miteinander. Zu den Grundregeln gehört auch die Gleichheit; d.h.
die Gleichbehandlung bei der Einhaltung von Regeln sowie das gleiche Recht auf
Teilhabe am Sport – unabhängig vom sozialen Status und der Nationalität.
Weil
die Spielregeln für alle gelten, ist die Teilhabe-Gerechtigkeit zugleich eine
Absage an Ausgrenzungen und Diskriminierung.
Sport
trägt deshalb zu einer Kultur des
Fairplay und der sozialen Teilhabe aller bei.
Aufgaben:
Sport kann und soll Heimat für
alle bieten. Deshalb ist es wichtig, dass die Verantwortlichen in Politik,
Gesellschaft und den Sportorganisationen die integrative Funktion des Sports
nachhaltig unterstützen.
Entsprechend dem Grundsatz der Subsidiarität sollte
deshalb nicht die Kommune direkt, sondern vor allem die gemeinnützigen
Sportorganisationen und Sportvereine in ihrer Arbeit unterstützt werden. Im
Verein können ganzheitliche Angebote umgesetzt werden, die werteorientiert
sind. Aber auch in unseren Kindergärten, Schulen und Betrieben kann durch Sport
für die Integration Wichtiges geleistet werden.
Es ist deshalb wichtig die
notwendige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, besonders Sporthallen,
Sportplätze, Schwimmbäder sowie durch öffentliche Bewegungsräume, z. B.
Schulhöfe, Bolzplätze, Joggingpfade, Wanderwege, etc..
Die Integration durch Sport
bleibt ein dynamisch lernender Prozess,
bei dem Sportverbände, Sportvereine und die Städte aufgerufen sind, zu einer
zukunftsorientierten Sportentwicklung beizutragen. Dies auch angesichts der
sich verändernden Freizeitgewohnheiten und neuer Trendsportarten wie einer
wachsenden Professionalisierung und Kommerzialisierung des Sports.
Fazit
1. Es sollte
festgestellt und archiviert werden, welche Veranstaltungen wo, von wem und mit welchem Inhalt in Hagen bereits
durchgeführt werden.
Diese
Aktivitäten sind zu vernetzen und zu unterstützen.
2. Es sollten Partner für das Programm des
Landessportbundes
„Integration
durch Sport“
gefunden werden.
Die Zielgruppen sind Sportvereine und
-organisationen, die bereits in Deutschland lebenden und für die kommenden
Jahre zu erwartenden Spätaussiedler und weitere Zuwanderer sowie sozial
benachteiligte Einheimische.
Über den Aspekt „Schwerpunktverein für die
Integration“ sollte innerhalb der nächsten 2 Jahre das Thema intensiv
bearbeitet werden.
Hierbei kommt dem Stadtsportbund Hagen e.
V. eine besondere Bedeutung zu.
