Beschlussvorlage - 0784/2008
Grunddaten
- Betreff:
-
Bürgerantrag zur Verbesserung der Stadtsauberkeit in Altenhagen
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- OB/A Amt des Oberbürgermeisters
- Bearbeitung:
- Elke Kramer
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Geplant
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Ausschuss für Bürgeranregungen und Bürgerbeteiligung
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Entscheidung
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16.09.2008
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12.11.2008
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Sachverhalt
Kurzfassung
Der Antragsteller
schildert in seinem Bürgerantrag vom 11.08.2008, dass er sich, wenn er in
Altenhagen unterwegs sei, ständig über den ungepflegten Zustand der Gehwege und
der Begrünung ärgere. Mit seinem Antrag möchte er erreichen, dass die
Verwaltung gegen diesen Zustand Maßnahmen ergreift.
Begründung
Der Antragsteller, selbst wohnhaft in Hohenlimburg, schildert in seinem
Bürgerantrag, dass er oft in Altenhagen unterwegs sei. Dabei ärgere er sich
ständig über den ungepflegten Zustand der Gehwege und der Begrünung in den
Straßen neben der Altenhagener Brücke. Es sei fraglich, warum es von Seiten der
Stadt Hagen toleriert werde, dass eine Reinigung der Gehwegflächen durch die
Anwohner/Innen offensichtlich nicht erfolge und die diesbezüglichen Regelungen
der Satzung keinerlei Beachtung fänden. Dieses Viertel sei kein Beispiel für
praktizierte Stadtsauberkeit, man müsse bei jedem Schritt aufpassen, dass man
in keinen ekligen Abfall gerate. Der Unrat werde teilweise mehrere Wochen lang
nicht entfernt, auch die Grünanlagen seien zum Teil völlig verwahrlost. Der
Antragsteller stellt die Frage, wie sinnvoll es sei, die Altenhagener Brücke
mit „Kunst“ zu versehen, wenn die Anwohner/Innen bzw.
Hauseigentümer/Innen nicht einmal die Umgebung ihrer Wohnungen sauber halten
wollten.
Der Ausschuss werde darum gebeten, für Abhilfe zu sorgen. Gegebenenfalls
könne eine zwangsweise Reinigung durch die Stadt erfolgen und den
Hauseigentümern/Innen in Rechnung gestellt werden.
Stellungnahme der Verwaltung
Der Stadtteil Altenhagen ist einer der dicht besiedelten Stadtteile
Hagens. Es existieren kaum Einfamilienhäuser, meistens älterer Wohnungsbestand
mit einem niedrigen Mietpreisniveau. Die Struktur des Stadtteils wird auch
geprägt durch die Nähe zum Hauptbahnhof und zur Innenstadt, durch die
ansässigen mittelständischen Unternehmen, den Einzelhandel und
Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Sporthallen und ein Krankenhaus. Ein
Stadtteil also, in dem sich vieles auf engstem Raum bewegt, ähnlich wie in
Wehringhausen. Dass in einem solchen Stadtteil eher mit Verunreinigungen auf
den Straßen zu rechnen ist als in reinen Wohngebieten, liegt auf der Hand.
Selbst wenn die Grundstückseigentümer ihrer satzungsgemäßen
Straßenreinigungspflicht, die sich aus § 2 Absatz 1 in Verbindung mit § 3
Absatz 1 der Straßenreinigungssatzung für die Stadt Hagen ergibt, nachkommen
und einmal pro Woche, in der Regel freitags, die Gehwege reinigen, sieht es an
den übrigen Tagen der Woche dort schmutziger aus als in manchen anderen Teilen
dieser Stadt. Darüber hinaus gibt es in der Tat einige Hauseigentümer, die sich
nicht um ihre Häuser kümmern und auch die wöchentliche Reinigung der Gehwege
nicht mit ihren Mietern abstimmen bzw. kontrollieren, ob diese Pflicht auch erfüllt
wird. Dieses Verhalten wird von der Ordnungsbehörde der Stadt Hagen nicht toleriert,
jedoch kann ordnungsrechtlich erst dann etwas unternommen werden, wenn in einem
ganz konkreten Fall auch ein ganz bestimmter Verursacher zu ermitteln ist. Dazu
wäre eine ständige Überwachung des Bereiches durch die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der Ordnungsbehörde notwendig. Dies kann personell kaum geleistet
werden. Zudem müsste, um die Verunreinigungen zwangsweise entfernen zu lassen
bzw. dem Grundstückseigentümer die Kosten hierfür aufzuerlegen, zunächst ein
Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet werden, das sehr viel Zeit in
Anspruch nehmen und nur den konkreten Fall betreffen würde. Dennoch wird auch
diese Möglichkeit derzeit geprüft, in der Erwartung, hiermit möglicherweise eine
Signalwirkung zu erzeugen.
Derzeit achten sowohl der Außendienstmitarbeiter (Bezirksbeamte) der
allgemeinen Ordnungsverwaltung als auch die Mitarbeiter der
Ordnungspartnerschaft im Rahmen ihrer Tätigkeit auf besondere Verunreinigungen
und veranlassen gegebenenfalls deren Beseitigung. Die Aussage des
Antragstellers, dass in Altenhagen Abfälle teilweise mehrere Wochen lang nicht
entfernt werden, kann nicht bestätigt werden. Sobald den Außendienstmitarbeitern
bekannt wird, dass es an einer Stelle verstärkt Verunreinigungen gibt, wird
Kontakt zum Hagener Entsorgungsbetrieb oder zum Fachbereich für Grünanlagen und
Straßenbetrieb aufgenommen und die Verunreinigung beseitigt.
Auch das Bürgerbüro Altenhagen hat die Erfahrung gemacht, dass der
anfallende Müll im Stadtteil ein Problem ist, das von den Bürgerinnen und
Bürgern immer wieder thematisiert wird, wogegen es aber auch aus Sicht des
Bürgerbüros bisher kein wirksames Konzept gibt. In der Vergangenheit wurde durch
den Einsatz von sogenannten „1-Euro-Kräften“ im Bereich
Straßenreinigung zwischenzeitlich immer wieder versucht, hiergegen Abhilfe zu schaffen,
der Einsatz der zusätzlichen Reinigungskräfte machte sich im Stadtbild sofort
bemerkbar. Das vom Hagener Entsorgungsbetrieb organisierte und betreute
Projekt, bei dem eine Sondergruppe mit jeweils sechs 1-Euro-Kräften in Wehringhausen
und Altenhagen eingesetzt wurde, war jedoch zum 20.06.2008 befristet. Die Aktion
wird nicht mehr verlängert, so dass diese Leistung künftig nicht mehr kostenlos
angeboten werden kann.
Der Fachbereich für Grünanlagen und Straßenbetrieb teilt mit, dass die
Grünflächen unter der Altenhagener Brücke an der Wehrstraße aufgrund
personeller Engpässe noch nicht gepflegt werden konnten, dies wird jedoch in
der zweiten Septemberwoche der Fall sein. Ebenso wird in diesem Zeitraum der
Bereich Altenhagener Straße zwischen dem Märkischen Ring und der
Wittekindstraße gärtnerisch bearbeitet. Die Pflege der Baumscheiben an der
Adolfstraße und der Gertrudstraße ist an ein Unternehmen vergeben und wird ca.
viermal jährlich durchgeführt. Im Rahmen der gärtnerischen Pflegemaßnahmen
erfolgt auch eine Säuberung dieser Flächen, darüber hinaus wird zu Beginn eines
jeden Jahres eine Sonderreinigung durchgeführt. Weitere Reinigungsgänge sind
nicht vorgesehen und können auch nicht geleistet werden. Auch die mit Unkraut bewachsenen
Mittelinseln führten in der Vergangenheit immer wieder zu Beschwerden der
Anwohnerinnen und Anwohner. Bisher war jedoch keine Möglichkeit gegeben, das Unkraut
regelmäßig zu entfernen, da diese Arbeiten ausschließlich per Hand durchzuführen
waren und dies personell nicht zu leisten war. Ab 2009 steht dem Fachbereich
eine Maschine zur Verfügung, mit der das Unkraut entfernt werden kann, so dass
künftig eine intensivere Pflege der Inseln möglich wird.
Die Sinnhaftigkeit des Projektes „Sehnsucht nach Ebene 2“,
das als maßgebliches Integrationsprojekt im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010
für den Bereich Altenhagener Brücke geschaffen wurde, spielt nach Auffassung der
Verwaltung bei der Frage, wie es um die Stadtsauberkeit in Altenhagen bestellt
ist, kaum eine Rolle. Dennoch dürfte sich im Zuge der Aktionen, die im Rahmen
dieses Projektes an der Altenhagener Brücke durchgeführt werden, ein positiver
Effekt auch auf diesen Bereich ergeben.
