Vorschlag zur Tagesordnung - 0819/2008
Grunddaten
- Betreff:
-
Bürgerantrag Bündnis 90/Die Grünen: Standortdiskussion Schulschließungenhier: Ergänzende Beratungskriterien aus Sicht der Stadtbezirke
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Vorschlag zur Tagesordnung
- Federführend:
- 31 Zentrales Bürgeramt
- Bearbeitung:
- Iris Schünadel
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Bezirksvertretung Eilpe/Dahl
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Entscheidung
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17.09.2008
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Beschlussvorschlag
1.
Für alle Schulgebäude
und die ggf. angeschlossenen Sporthallen wird über die bislang vorliegenden
Informationen hinaus eine Aufstellung der außerschulischen Nutzungen erstellt.
2.
Die Diskussion über
Standortschließungen wird über den Schulausschuss hinaus auch in den
Bezirksvertretungen und dem Stadtentwicklungsausschuss geführt. Deren
Stellungnahmen müssen auch die durch die Gebäudeschließungen wegbrechenden
Angebote für den Stadtteil und ggf. räumliche Kompensationsmöglichkeiten
berücksichtigen und gehen in gleicher Weise in die Entscheidung des Rates ein
wie die Empfehlungen des Schulausschusses.
3.
Sofern durch
Schulschließungen auch Ganztagsangebote wegfallen, wird der Einzugsbereich für
die Erreichbarkeit der nächstliegenden OGS-Angebote genauso bzw. nach dem
gleichen Entfernungsradius geschnitten wie der vom Schulverwaltungsamt zugrunde
gelegte Radius für die Erreichbarkeit der nächstgelegenen Schulen der gleichen
Schulform. Insofern sind die räumlichen Möglichkeiten zur Durchführung von
OGS-Angeboten ebenfalls ein wichtiges Kriterium für Standortschließung oder
–erhalt.
4.
Die Bündelung aller
Kriterien zu einem abgestimmten Vorschlag erfolgt in einer gemeinsamen Sitzung
von Schulausschuss und Stadtentwicklungsausschuss.
5.
Vor einer endgültigen
Beschlussfassung im Rat wird der Vorschlag öffentlich angemessen kommuniziert.
Den betroffenen Schulen und den außerschulischen Nutzern der betreffenden
Gebäude ist Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.
Sachverhalt
Begründung
(Allgemein)
Angesichts der demografischen Entwicklung und
der Haushaltslage ist unbestritten, dass Infrastrukturen insbesondere im
städtischen Gebäudebestand verringert werden müssen. Dies wird auch
Schulgebäude betreffen müssen. Bisher wurde die Diskussion jedoch ausschließlich
unter finanzwirtschaftlichen und rein schulfachlichen Gesichtspunkten geführt.
Dies trägt der exponierten Bedeutung von Schulstandorten in den Stadtteilen
nicht hinreichend Rechnung. Wenn schmerzliche Entscheidungen wie
Schulschließungen öffentlich vermittelbar sein sollen, muss nachgewiesen und
kommuniziert werden, dass alle wesentlichen Kriterien angemessen berücksichtigt
wurden.
Zu 1)
Schulgebäude haben eine Reihe von außerschulischen Funktionen. Gerade
in Zeiten, wo keine neuen Mittel für Stadtteilhäuser, Treffpunkte etc. zu
erwarten sind, muss die Bedeutung dieser Gebäude für den jeweiligen Stadtteil
vor einer Schließung mit ins Kalkül gezogen werden.
Zu 2)
Erst die Zusammenführung der bisherigen Informationen (schulische
Nutzung, Gebäudezustand etc.) mit den neu zu erhebenden Informationen über
außerschulische Nutzungen ergeben eine sachgerechte Beurteilungsgrundlage für
die Schließung von Standorten. Die Entscheidung über diese Standortschließungen
kann auf der Basis aller wesentlichen Informationen nicht alleine Aufgabe der
Schulentwicklungsplanung sein. Angesichts der über die Schule hinausgehenden
Funktionen dieser Gebäude ist dies auch eine Frage von Stadt- und insbesondere
Stadtteilentwicklung.
Zu 3)
Ein zentrales für das Leben im Stadtteil wichtiges außerschulisches
Angebot ist in vielen Schulen der Offene Ganztag. Die gesicherte Teilnahme
hieran muss genauso in zumutbarer Entfernung vom Wohnort der Schülerinnen und
Schüler gewährleistet werden wie der Schulbesuch an sich.
Zu 4)
Wenn alle erforderlichen Informationen zusammengetragen worden sind,
beruht die Entscheidung über Schließung von Schulstandorten auf drei Kriterien:
Baulicher Zustand/Sanierungsbedarf, schulfachliche Bedarfsbeurteilung und
außerschulische Funktionen der betreffenden Gebäude für die
Stadt(teil)entwicklung. Diese Kriterien müssen abgewogen und gebündelt werden,
um zu einem sachgerechten Vorschlag zu kommen. Das kann nicht im Plenum des
Rates erfolgen. Deswegen schlagen wir vor, die zuständigen Fachgremien in dieser
Frage gemeinsam tagen zu lassen.
Zu 5)
Die bisherige Beschäftigung mit diesem Thema war geprägt von in hohem
Maße unzulänglicher Öffentlichkeitsarbeit mit den absehbaren Effekten wie
Bürgerprotesten, Verunsicherung der Eltern und Rückgängen bei den Anmeldungen an Schulen, die schon
ohne erfolgten Schließungsbeschluss ins Gerede gekommen sind. Um überhaupt eine
Akzeptanz für die letztlich erfolgenden Maßnahmen zu erzeugen, müssen die
Vorschläge erheblich sensibler kommuniziert und schlüssiger erklärt werden.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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947,6 kB
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