Beschlussvorlage - 0444/2008
Grunddaten
- Betreff:
-
Bürgerantrag zur Einrichtung eines Boule- Platzes in Hagen-Emst
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- OB/A Amt des Oberbürgermeisters
- Bearbeitung:
- Elke Kramer
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Geplant
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Ausschuss für Bürgeranregungen und Bürgerbeteiligung
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Entscheidung
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16.09.2008
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12.11.2008
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Sachverhalt
Kurzfassung
Der Antragsteller strebt mit seinem Bürgerantrag vom 18.03.2008 an, dass
die Stadt Hagen im Stadtteil Emst einen Boule- Platz einrichtet bzw. eine
vorhandene Anlage erweitert.
Begründung
Zur Begründung seines Antrags trägt der Antragsteller vor, dass sich in
Hagen mittlerweile eine Gruppe von ca. 25 Boule-Spielern/Innen etabliert habe,
die regelmäßig dienstags, donnerstags und sonntags auf einer bestehenden Anlage
hinter dem Café Busche in Emst spiele. Es würden dort auch Turniere mit
auswärtiger Beteiligung ausgetragen. Für die bereits jetzt vorhandene
Gruppenstärke, aber auch für die Durchführung größerer Turniere, reiche die
vorhandene Anlage jedoch nicht aus. Es gebe weder sanitäre Anlagen noch Unterstellmöglichkeiten
bei schlechtem Wetter.
Da dieser Sport sehr viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, auch für
ältere Sportlerinnen und Sportler biete, sieht der Antragsteller auch in der
demografischen Entwicklung eine Begründung für die Notwendigkeit der
Einrichtung einer neuen bzw. Erweiterung der vorhandenen Anlage. Dass sich der
Boule-Sport gerade bei dieser Zielgruppe zunehmender Beliebtheit erfreue und
eine Alternative zu den konventionellen Sportarten darstelle, gehe unter
anderem auch aus den Veröffentlichungen des Boule- und Pétanque- Verbandes
Nordrhein-Westfalen e.V. hervor (siehe Anlage). In verschiedenen umliegenden Kommunen
sei dies bereits erkannt und umgesetzt worden, so zum Beispiel in Witten (siehe
Anlage), Essen und Gelsenkirchen, wo entsprechende Plätze eingerichtet wurden.
Für eine Anlage mit sechs Bahnen werde eine Fläche von 25 x 14 Metern
benötigt, zudem Flächen für Ruhebänke und Unterstellmöglichkeiten. Ideal wäre
nach den Vorstellungen des Antragstellers, die Fläche so anzulegen, dass die
sanitären Anlagen der Sporthalle Emst (Neubau oder Altbau) genutzt werden
könnten. Als Parkfläche könne der Emster Marktplatz dienen.
Stellungnahme
der Verwaltung
Der Boule- Platz hinter dem Café Busche wurde auf Anregung des
Antragstellers Anfang des Jahres 2006 auf einer städtischen Fläche hergerichtet
und zwischenzeitlich auch noch einmal erheblich vergrößert und mit zwei
Ruhebänken ausgestattet. Diese Anlage umfasst derzeit eine 28 x 12 Meter große
Fläche, die nach den Vorstellungen des Antragstellers gestaltet wurde und nach
Auffassung der Verwaltung ausreicht, um die sportlichen Bedürfnisse der
Boule-Spieler/Innen in Hagen zu erfüllen. Zwar wird die Meinung des
Antragstellers, dass im Zuge der demografischen Entwicklung auch ein wachsender
Bedarf an Freizeitmöglichkeiten für Ältere entstehen wird, durchaus geteilt,
jedoch stehen für die Erweiterung des vorhandenen oder die Schaffung eines
neuen Boule-Platzes derzeit keine Mittel zur Verfügung. Es kann angesichts der
derzeitigen Haushaltslage auch nicht angenommen werden, dass dies in nächster
Zukunft der Fall sein wird.
Die Nutzung der sanitären Anlagen der Bezirkssportanlage Emst bzw. der
dortigen Sporthalle wäre zu den üblichen Betriebszeiten grundsätzlich möglich,
die Boule- Spieler/Innen müssten dem Hausherrenamt, dem Sportamt der Stadt
Hagen, hierzu die Termine bekannt geben, zu denen gespielt wird. Auch in den
Abendstunden ist in der Sporthalle Emst eine Hilfskraft eingesetzt, so dass die
Nutzung der Nebenräume der Sporthalle bis in den Abend hinein unproblematisch
wäre. Außerhalb der Betriebszeiten der Sporthalle wäre eine Nutzung allerdings nur
dann möglich, wenn eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen und die
Herausgabe eines Schlüssels genehmigt würde. Dies stößt jedoch auf die
Problematik, dass die Boule-Spieler/Innen nicht in einem Sportverein
organisiert sind und daher weder die Frage der Haftung für Schäden noch die
Frage der Versicherung der Sportler/Innen geklärt ist. Der Abschluss von
Vereinbarungen über die Nutzung öffentlicher Sportanlagen mit Privatpersonen
wird aus diesen Gründen abgelehnt.
Die Nutzung des Parkplatzes in Emst bleibt den Spieler/Innen unbenommen,
da es sich hierbei um einen öffentlichen Parkplatz handelt.
Dem Antragsteller könnte empfohlen werden, zusammen mit seinen
Mitspielern/Innen entweder selbst einen Boule-Verein zu gründen oder sich einem
bereits existierenden Sportverein anzuschließen. Über diesen Weg wäre es für
die Beteiligten leichter, den Spielbetrieb auf der vorhandenen Anlage zu
organisieren. Möglicherweise würde sich hierdurch auch die Chance eröffnen,
dass ein Sportverein dieses Thema aufgreifen und die Errichtung einer solchen
Anlage in eigener Regie übernehmen könnte.
