Beschlussvorlage - 0037/2008
Grunddaten
- Betreff:
-
Strategisches Leitbild/Strategische Handlungsfelder für die Stadt Hagen
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- OB/BC Beteiligungscontrolling
- Bearbeitung:
- Jürgen Reiß
- Beteiligt:
- 19 Zentrale Steuerung
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Haupt- und Finanzausschuss
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Vorberatung
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16.04.2008
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29.05.2008
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Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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19.06.2008
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Beschlussvorschlag
Der Rat der Stadt beschließt das Leitbild „Lebendiges Hagen“ mit den in der Vorlage beschriebenen strategischen Handlungsfeldern und erklärt es zur Grundlage des künftigen Handelns.
Der Rat beauftragt die Verwaltung, die in der Vorlage beschriebenen strategischen Felder unmittelbar in den Planungsprozess 2009 einzuarbeiten.
Die Vorlage wird nach Ratsbeschluss am 09.05.08 realisiert.
Sachverhalt
Kurzfassung
In
den vergangenen Jahren sind von Politik, Verwaltung und gesellschaftlich
relevanten Gruppen Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken für die
Stadt Hagen erarbeitet worden. Hieraus lassen sich eine Vielzahl von
strategischen Handlungsfeldern entnehmen.
Der
Rat hat über die Lenkungsgruppe einen Arbeitskreis aus politischen Vertretern
und Verwaltung beauftragt, auf dieser Basis ein strategisches Leitbild mit
strategischen Handlungsfeldern zu entwickeln.
Die
Verwaltung schlägt vor, dass sich die künftigen Entscheidungen des Rates an dem
verabschiedeten Leitbild (siehe Seite 5 der Vorlage) und den darin enthaltenen
Handlungsfeldern ausrichten. Die Verwaltung wird die gleichen Grundlagen für
ihr Handeln anwenden und insbesondere dafür Sorge tragen, über Produktplanungen
die strategischen Felder in die operativen Ziele und Kennzahlen einzuarbeiten.
Dies soll für den Planungsprozess 2009 soweit wie möglich und in den
Folgejahren abschließend erfolgen.
Begründung
Wer
mit bescheidenen Mitteln die richtigen Dinge tut, wird mehr erreichen, als
einer, der mit aller Kraft an den falschen Aufgaben arbeitet. Die Kunst, diese
Einsicht in die Tat umzusetzen, nennt man Strategie.
Die
Notwendigkeit einer städtischen Gesamtplanung, die strategische Vorgaben strukturiert
in operative Planungen umsetzt, ist in den vergangenen Jahren in vielen Städten
diskutiert worden. Hierbei wurde deutlich, dass die Vielzahl der in den
Kommunen zu bearbeitenden Aufgaben und die Abstimmung von politischen und
administrativen Gesichtspunkten eine besondere Herausforderung darstellt.
Gemeinsame
Zielsetzung von Politik und Verwaltung war es, bereits für die Aufstellung des
Haushaltsplanes 2009 ein strategisches Leitbild und strategische
Handlungsfelder als Orientierungsfelder zu nutzen.
Der
Rat hat daraufhin über die Lenkungsgruppe einen Arbeitskreis aus politischen Vertretern
und Verwaltung beauftragt, ein strategisches Leitbild mit strategischen Handlungsfeldern
zu entwickeln.
Die
Diskussion im Arbeitskreis hat sehr schnell gezeigt, dass ein eigenständiger neuer
Leitbildprozess nicht erforderlich ist, weil die Stadt Hagen in den vergangenen
Jahren durch verschiedene Aktivitäten Politik, Verwaltung und gesellschaftlich
relevante Gruppen zusammengeführt hat, um die Voraussetzungen hierfür zu
schaffen. Unter anderem sind zu nennen:
Lebendiges Hagen –
demographische Entwicklung der Stadt Hagen (2007)
Diskussionspapier
Wirtschaftsförderung Hagen (2007)
Hagener Nachhaltigkeitsbericht
(2006)
Masterplan Wohnen (2006)
Stärken und Schwächen –
Turnusmäßige Umfrage (2003)
Räumliches
Stadtentwicklungskonzept Hagen 2015 (2001)
Bürgerschaftliches Engagement
– Umfrageergebnisse (2001)
Stärken
und Schwächen der Stadt wurden im Rahmen dieser Aktivitäten ebenso analysiert
wie Chancen und Gefahren, die von außen auf die Stadt einwirken. Folgerichtig
hat der Arbeitskreis aus Politik und Verwaltung die vielfältigen Ergebnisse
zusammengetragen, bewertet und daraus einen Vorschlag für das strategische
Leitbild mit den strategischen Handlungsfeldern entwickelt.
Der
Arbeitskreis hat sich dabei von folgenden Überlegungen leiten lassen:
-
Das Motto
„Lebendiges Hagen“ ist zentraler Leitbegriff.
-
Die Bestimmung
von strategischen Handlungsfeldern bedeutet eine bewusste Auswahl aus der Zahl
der insgesamt möglichen Handlungsfelder für die Stadt. So können die Kräfte
gebündelt und die knappen Ressourcen zielgerichtet eingesetzt werden.
Ausgewählt wurden diejenigen Handlungsfelder, bei denen es zwischen den
„Vorarbeiten“ die meisten/größten Überschneidungen gab.
-
Diejenigen
Handlungsfelder, die nicht direkt als strategische Handlungsfelder gewählt
wurden, fallen nicht aus der politischen Betrachtung heraus, sondern lassen
sich häufig ganz oder in Teilen den strategischen Handlungsfeldern zuordnen
(z.B. kann Sport in der Integrationspolitik oder bei der Gestaltung einer
familiengerechten Stadt eingebracht werden).
-
Die breiteste
Beteiligung von Verwaltung, Politik und gesellschaftlich relevanten Gruppen gab
es beim Projekt „Lebendiges Hagen – demographische Entwicklung der Stadt Hagen“. Daher
wurden die dortigen ersten vier Handlungsfelder (Wirtschaft und Arbeit; Kinder,
Familien, Senioren; Integration/Migration; Wohnen, Wohnumfeld und Mobilität)
hoch gewichtet und übernommen.
-
Das Handlungsfeld
„Umwelt“ und der Nachhaltigkeitsbericht fließen in die strategische
Handlungsweise „Nachhaltige Vorgehensweise bei allen ökonomischen,
ökologischen und sozialen Belangen“ an herausgehobener Stelle ein.
Unterpunkte im Nachhaltigkeitsbericht werden zudem durch Überschneidungen zu
dem Projekt „Lebendiges Hagen – demographische Entwicklung der
Stadt Hagen“ berücksichtigt.
-
Der
„Masterplan Wohnen“ ist durch das Handlungsfeld „Wohnen,
Wohnumfeld und Mobilität“ im Projekt „Lebendiges Hagen -
…“ ebenfalls abgedeckt.
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Das
Diskussionspapier „Wirtschaftsförderung Hagen GmbH“ gibt einen
Beitrag zum Handlungsfeld „Wirtschaft und Arbeit“.
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Das
„Räumliche Stadtentwicklungskonzept Hagen 2015“ weist direkte Verbindungen
zu den strategischen Handlungsfeldern Wohnungsangebot/Wohnumfeld,
Arbeitsplätze/Wirtschaft, Fort- und Weiterbildung auf und setzt sich mit dem
Thema Positionierung der Stadt Hagen auseinander.
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Der Schwerpunkt
Hagens in der Fort- und Weiterbildung (FernUniversität, Fachhochschulen,
Kollegs, VHS, Berufschulen, Büchereien, Bibliotheken, Museen), soll als die
überregional kennzeichnende Besonderheit und als Alleinstellungsmerkmal Hagens durch
das strategische Handlungsfeld „Stadt des lebenslangen Lernens“ herausgestellt
werden.
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Die
Haushaltskonsolidierung wird bei jedem strategischen Handlungsfeld als wichtige
Einflussgröße berücksichtigt. Ohne spürbare Haushaltskonsolidierung/-sanierung
ist die politische Handlungsfähigkeit nicht
mehr gegeben.
-
Bürgerschaftliches
Engagement ist für das Funktionieren jeder Stadt wichtig und hat in Hagen eine
lange und gute Tradition. Wenn sich die Stadt aufgrund der Haushaltssituation
zwangsweise – teilweise oder ganz – aus bisherigen Tätigkeitsfeldern
zurückziehen muss, gewinnt das bürgerschaftliche Engagement noch einmal an
Bedeutung. Deshalb wird als zweite
strategische Handlungsweise die „Initiierung und Unterstützung
bürgerschaftlichen Engagements“ positioniert.
Ausgehend
von diesen Überlegungen wurde für die Stadt Hagen das strategische Leitbild
„Lebendiges Hagen“ mit strategischen Handlungsfeldern und
strategischen Handlungsweisen erarbeitet:
Damit Leitbild/Strategische Handlungsfelder ihre konkrete
Steuerwirkung erzielen können, muss eine enge Verzahnung mit den operativ
Handelnden erreicht werden.
Bei
allen Entscheidungen im Konzern Stadt ist hierbei das Ziel des baldmöglichst
ausgeglichenen Haushalts die wegweisende Richtschnur.
Dabei sind folgende Eckpunkte zu
berücksichtigen:
1.
Die Ableitung von operativen Zielen aus den strategischen
Handlungsfeldern ist ein stufenweiser Prozess, der von oben nach unten über die
Hierarchiestufen hinweg für alle
Produkte, Produktgruppen und Produktbereiche durch die Führungskräfte
initiiert, moderiert und verantwortet wird.
2.
Diese Führungsaufgabe ist nicht delegierbar.
3.
Verbesserungen bei den strategischen Handlungsfeldern können nur erreicht
werden, wenn diese unmittelbar mit dem Ressourceneinsatz verknüpft sind. Die
knappen Mittel müssen zielgerichtet zur Umsetzung der Strategien eingesetzt
werden.
4.
Die Verbindung zwischen Strategie und Budgets geschieht auf allen Hierarchieebenen
der Haushaltsplanung, das heißt sowohl auf der Produktbereichsebene als auch
auf der Produktgruppen- und Produktebene.
5.
Auf allen Planungsebenen (Produktbereichs-, Produktgruppen- und Produktebene)
sind in den Planungsblättern folgende Mindestangaben zu machen:
Welche Leistungen (Output) sollen erzielt
werden? –
Erträge (z.B. Gebühren), Stückzahlen der produzierten Produkte/Dienstleistungen
(z.B. Anzahl der durchgeführten Trauungen), Teilnehmerzahlen, etc.
Welche Ressourcen (Input) werden eingesetzt? – Aufwand (Budget für Personal, Material, Kapital?),
Planstellen, Bürofläche, Anzahl PC, Anzahl eingesetzter PKW, etc.
Welche Ergebnisziele sollen für welche
strategischen Handlungsfelder erzielt werden? – Erhöhung des Outputs bei gleichem
Input, Verringerung des Inputs bei gleichem Output, Verbesserung von
Output/Input-Relationen (z.B. Zuschussbedarfe senken, Kostendeckungsgrad
erhöhen, Kosten pro Leistungseinheit verringern, Leistung pro Mitarbeiter
verbessern, Leistung pro qm verbessern, Anteil von Kindern/Senioren/Migranten
auf x% erhöhen, Verschmutzungsgrad senken, etc.
Die Ergebnisziele müssen durch
Kennzahlen/Indikatoren beschrieben werden und überprüfbar sein. Sie sind den
strategischen Handlungsfeldern zuzuordnen.
6.
Geplant ist: Für alle Produktbereiche, Produktgruppen und Produkte sind
auf einem Maßnahmenblatt die jeweiligen TOP-Maßnahmen zur Erreichung der Ergebnisziele
zu benennen. Jede Maßnahme hat einen Verantwortlichen, einen Zeitplan, die
geplante Wirkung auf das Ziel und eine Kommentierung bezüglich der
Nachhaltigkeit der Maßnahme und einer möglichen Initiierung und Unterstützung
bürgerschaftlichen Engagements (strategische Handlungsweisen). Die
Ausgestaltung dieses Maßnahmenmanagements muss noch weiter konkretisiert
werden.
7.
Die Angaben von den Planungsblättern und den Maßnahmen bilden die Grundlage
für ein aufzubauendes Berichtswesen.
8.
Das Berichtswesen wiederum ist Basis für eine Reviewsystematik, bei der
in definierten Zeitabständen auf den einzelnen Führungsebenen besprochen wird,
wo man bei den Ergebniszielen und Maßnahmen steht und wie die Entwicklung in
Bezug auf die Verbesserungen bei den strategischen Handlungsfeldern zu beurteilen
ist. Aus Plan/Ist-Abweichungen sind ggf. neue Maßnahmen zu kreieren.
Ausblick:
Die
strategischen Ziele sind nach Beschlussfassung durch den Rat auf die Verwaltung
zu übertragen. Diese Übertragung muss rasch erfolgen, damit sich die ersten
Wirkungen bereits im Jahr 2009 entfalten können. Dabei sind allerdings
Randbedingungen zu beachten, die diesen Plan erheblich erschweren, nicht aber unmöglich
erscheinen lassen:
Der Zeitplan für die Übertragung in die Planungen für
2009 ist äußerst eng. Bis zu einer Beschlussfassung über die strategischen
Ziele sind einige Vorbereitungen notwendig und danach verschiedene zeitgebundene
Arbeitsschritte zu erledigen.
·
Im April 2008 findet die Schulung der betriebswirtschaftlichen
Stellen statt. Mit der Durchführung der einzelnen Schulungen wird die kommunale
Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) betraut, auf deren
gutachtlichen Stellungnahmen zu Zielen und Kennzahlen auch die Hagener Systematik
basiert.
·
Nach
Abstimmung soll ein Angebot für die
Politik/Verwaltungsführung zur Frage von (strategischen) Zielen und Kennzahlen
geschaffen werden.
·
Mai 2008 Schulung über Ziele und Kennzahlen für
Führungskräfte. Der Punkt „Ziele“ wurde bereits im Rahmen der
Schulungen zum Beurteilungswesen angesprochen.
·
Mai und Juni
2008 sollen dann die
Zielklärungsgespräche zwischen den Ebenen der Vorstandsbereiche mit den
Fachbereichen und Ämtern stattfinden.
·
Juni bis
August 2008 muss die Ziel- und
Kennzahlenbildung bis auf Produktgruppenebene erfolgen. Diese Ebene ist für die
Haushaltsplanung entscheidend. Um die Ziele und Kennzahlen zu formulieren, wird
auf die Vorarbeiten der ersten und zweiten Welle zu den Produkten und
Produktgruppen zurückgegriffen. Dabei sind Anpassungen im Sinne einheitlicher
Richtlinien vorzunehmen. In den Folgejahren sind die Ziele und Kennzahlen
jeweils kritisch zu überprüfen.
·
September
2008 sollen die Ziele und Kennzahlen
nach Rückkopplung mit den Vorstandsbereichen in die Haushaltsplanung 2009
einfließen.
·
Oktober bis
Dezember 2008 sollen die Ziele und
Kennzahlen für Produkte und Teilprodukte aufgestellt werden (zur Feinsteuerung
der Produkte).
Es
ist vorgesehen, einen einheitlichen Handlungsrahmen zu entwickeln. Die strategischen
Zielsetzungen sollen sich von den Produktbereichen, den Produktgruppen bis zu
den Produkten (top down) abbilden. Sogar zum Beurteilungssystem und zu den Leistungsentgelten
gibt es Berührungspunkte und Schnittmengen, weil die Mitarbeiter/innen über
Vereinbarungen an der Erreichung der Ziele mitwirken. Führende Frage im Zusammenhang
mit der strategischen Zielsetzung wird beispielsweise sein, welchen Beitrag
jedes einzelne Produkt zu den Strategiezielen leisten kann (bottom up).
Aus
der Erfahrung in anderen Städten ist zu berichten, dass dieses grob
beschriebene Verfahren nicht in einem sondern in mehreren Jahren zur Reife gebracht
werden kann. Wichtig ist es zu starten und die bereits in der ersten und
zweiten NKF-Welle gemachten Erfahrungen zu nutzen und zu vervollkommnen.
Mit
dem Aufbau eines Ziel-/Kennzahlensystems lässt sich ein Controllingsystem strukturieren.
Grundlagen von einem Controllingsystem sind bereits gemeinsam mit dem politischen
Raum erarbeitet worden. Wesentliche Aussagen eines Controllings basieren auf
der Auswertung von Kennzahlen. Die angestrebte Verwaltungssteuerung über
Produkte würde mit Hilfe des Ziel- und Kennzahlensystems verwirklicht.
Die
Arbeit mit Zielvereinbarungen und Zielsystemen gibt Anlass zu neuen
Überlegungen zu verwaltungsinternen Anreizsystemen, die über Motivation wie
beispielsweise Stärkung der Verantwortung zu Veränderungen in der „Unternehmenskultur“
der Stadt Hagen genutzt werden kann. Hieran wird die Verwaltung arbeiten.
