Beschlussvorlage - 0465/2008
Grunddaten
- Betreff:
-
Bürgeranträge zur Neugestaltung der Bahnhofstraße
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- OB/A Amt des Oberbürgermeisters
- Bearbeitung:
- Elke Kramer
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Ausschuss für Bürgeranregungen und Bürgerbeteiligung
|
Entscheidung
|
|
|
|
21.05.2008
|
Sachverhalt
Kurzfassung
Mit ihren
Bürgeranträgen vom 8.3.2008 und 12.3.2008 nehmen eine Bürgerin und ein Bürger
aus Hagen-Mitte Stellung zur geplanten Neugestaltung der Bahnhofstraße sowie
zum Ablauf der diesbezüglichen Beratung in der Bezirksvertretung Mitte. Die
Antragsteller streben mit ihrem Bürgerantrag an, dass die Planungen noch einmal
überdacht werden, insbesondere im Hinblick darauf, ob das Fällen der
Straßenbäume entlang der Bahnhofstraße tatsächlich notwendig ist.
Begründung
In seinem Bürgerantrag vom 8.3.2008 beschwert sich ein Anwohner der
Straße „Am Höing“ darüber, dass im Zuge der Neugestaltung der
Bahnhofstraße auch eine Baumfällaktion vorgesehen sei. Die Baumschutzsatzung
sei zwar außer Kraft gesetzt, dies bedeute jedoch nicht, dass nicht weiterhin
jedes Grün in der Stadt, soweit es eben gehe, erhalten werden müsse. Es bestehe
überhaupt kein Grund, Geld, das nicht vorhanden sei, für die Vernichtung von
Grünflächen auszugeben.
Eine Bürgerin aus der Bülowstraße äußert sich mit einem Bürgerantrag vom
12.3.2008 zu den Ausbauplänen für die Bahnhofstraße. Sie führt aus, dass sie
sich in der Sitzung der Bezirksvertretung Mitte am 26.2.2008, in der über
dieses Thema beraten wurde, nicht habe äußern können, da in der Zeitung ein
falscher Sitzungstermin angegeben worden sei. Als Bürgerin der Stadt Hagen sei
sie erschüttert über das Konzept zur Neugestaltung der Bahnhofstraße, vor allem
jedoch darüber, dass hierbei sogar von einer „Aufwertung“ der
Straße gesprochen werde. Eine Aufwertung dieser Straße sei jedoch nur durch die
alten Straßenbäume gegeben. Das Abholzen dieser Bäume verschlechtere die
Lebensqualität, und zwar nicht nur dadurch, dass die Luft schlechter werde, sondern
auch dadurch, dass dann die unschönen Häuserfronten der Banken und Geschäftshäuser
das Straßenbild prägten. Es sei nicht nachzuvollziehen, dass die Bäume alle
einheitlich sein sollten. Verschiedene Arten seien interessanter und
abwechslungsreicher. Auf dem fußläufigen Weg vom Landgericht über die belastete
Heinitzstraße, den Emilienplatz und die Badstraße bis zum Hauptbahnhof/ Graf-von-Galen-Ring
bilde die Bahnhofstraße in Verlängerung zum Volkspark eine grüne Oase, die der
Autofahrer kaum realisiere, für Fußgänger jedoch wichtig sei. Die
Antragstellerin regt daher an, nur die fünf oder sechs wirklich kranken Straßenbäume
zu fällen, da junge Bäumchen erst in Jahrzehnten die gleichen Dienste leisten
könnten. Die Straßenbeleuchtung könne unabhängig von den Alleebäumen erneuert
werden, zudem könnten die alten Bäume größere Baumscheiben erhalten, die zum
Gehweg hin erweitert werden könnten. Hierdurch würde das Pflaster nicht mehr
aufgebrochen.
Die Antragstellerin stellt die Frage, warum die Anwohnerinnen und
Anwohner der Bahnhofstraße auch noch dafür zahlen sollen, dass ihnen die Bäume
genommen und damit die Luft verschlechtert und der Blick auf die Straße trostlos
werde. An den Ausschuss richtet sie die Bitte, den Beschluss zur Neugestaltung
der Bahnhofstraße im Interesse der Lebensqualität und der Gesundheit der
Bürgerinnen und Bürger noch einmal zu überdenken. Eine lebensgerechte
Straßengestaltung sei, mehr als alles andere, die beste Werbung für unsere
Stadt.
Stellungnahme
der Verwaltung
Die Verwaltung wurde bereits am 5.12.2006 von der Bezirksvertretung Mitte
beauftragt, die Voraussetzungen für die schrittweise Realisierung des Umbaus
der Nordseite der Bahnhofstraße zu schaffen. Grundlage für diesen Beschluss war
das Planungskonzept zur Neugestaltung der Bahnhofstraße, welches in der Vorlage
Nr. 1011/2006 vom 22.11.2006 in der Bezirksvertretung Mitte vorgestellt wurde.
Die Bürgeranträge beziehen sich auf die Vorlage Nr. 0045/2008 –
Umbau der Bahnhofstraße (Nordseite) -, die vom zuständigen Fachbereich Planen
und Bauen für Grün, Straßen und Brücken im Januar 2008 erstellt und den
zuständigen politischen Gremien zur Beratung zugeleitet wurde. Diese Vorlage
wurde am 30.1.2008 vom Umweltausschuss vorberaten und am 26.2.2008 von der
Bezirksvertretung Mitte beschlossen. Vorgesehen ist der Ausbau bzw. die Neugestaltung
der Bahnhofstraße in vier Bauabschnitten. Die Ausbaukosten sollen insgesamt
640.000 Euro betragen, die Finanzierung soll durch die Bereitstellung von
Mitteln aus dem Erneuerungsprogramm für Stromleuchten (80.000 Euro), aus
vorhandenen Haushaltsmitteln (250.000 Euro), aus Mitteln der Bezirksvertretung
Mitte (130.000 Euro) und aus Anliegerbeiträgen (180.000 Euro) erfolgen.
Die geplanten Maßnahmen lösen eine Beitragspflicht der Anlieger nach § 8
Kommunal-Abgabengesetz (KAG) in Verbindung mit der Straßenbaubeitragssatzung
der Stadt Hagen aus. Es handelt sich um eine nachmalige Herstellung der Teilanlagen
Gehweg, Stellplätze, Grünanlagen (Bäume) und Beleuchtung. Die Kosten der
Stellplätze und des Gehwegs auf einer Breite von 2,50 m sind zu 50 %, die
Baumpflanzung zu 20 % und die Beleuchtung zu 30 % satzungsgemäß von den
Anliegern zu tragen.
Mit den Bedenken, die hier von den Antragstellern vorgetragen werden, hat
sich auch die Bezirksvertretung Mitte in ihrer Sitzung am 26.2.2008 auseinander
gesetzt, da sich im Rahmen der Einwohnerfragestunde zu Beginn der Sitzung bereits
einige Bürgerinnen und Bürger zu diesem Thema geäußert haben.
Zu dem Hinweis der Antragstellerin, dass in der Zeitung eine falsche
Uhrzeit zum Beginn der Sitzung angegeben worden sei, teilt die Verwaltung mit,
dass die Sitzungen der Bezirksvertretung grundsätzlich um 15.00 Uhr beginnen. Dies
ist auch der Presse bekannt. Einladungen und Drucksachen für die Sitzungen
werden der Presse regelmäßig mit dem Sitzungsspiegel zugestellt. Dies galt auch
für die Sitzung der Bezirksvertretung Mitte am 26.2.2008. In den
Terminkalendern der örtlichen Zeitungen waren der Sitzungstermin und der
Sitzungsbeginn richtig vermerkt. Zur Einwohnerfragestunde dieser Sitzung fanden
sich mehrere Bürgerinnen und Bürger ein und stellten Nachfragen zu dem
vorgesehenen Ausbau der Bahnhofstraße. Diese wurden von Politik und Verwaltung
ausführlich beantwortet. Die Einwohnerfragestunde dauerte ca. 50 Minuten, danach
trat die Bezirksvertretung in die Beratung der weiteren Tagesordnungspunkte
ein. Gegen 16.00 Uhr, also nach Beendigung der Einwohnerfragestunde, trafen
einige Bürgerinnen und Bürger ein, die sich erstaunt zeigten, dass die Sitzung
bereits begonnen hatte. Es ging jedoch keine Bürgerin und kein Bürger auf den
Bezirksvorsteher zu, um noch Fragen zum Thema „Ausbau der Bahnhofstraße“
stellen zu können. Der Bezirksvorsteher hatte von sich aus keinen Anlass,
erneut in die Einwohnerfragestunde einzutreten, da dieser Tagesordnungspunkt
bereits verlassen worden war und die aus der Bürgerschaft gestellten Fragen
bereits beantwortet wurden. Zudem konnten die anwesenden Bürgerinnen und Bürger
dem Verlauf der öffentlichen Sitzung weiter folgen. Wie sich im Nachhinein
herausstellte, kam die Irritation über den Beginn der Sitzung dadurch zustande,
dass eine Bürgerin von einer Fraktion eine falsche Sitzungszeit genannt bekommen
und diese an eine örtliche Zeitung weiter gegeben hatte, wodurch der Sitzungsbeginn
in einem Zeitungsartikel mit 16.00 Uhr angegeben wurde. Darauf hatte die Verwaltung
letztlich keinen Einfluss.
Die Bezirksvertretung Mitte fasste in der Sitzung am 26.02.2008 nach
ausführlicher Beratung mit Mehrheit folgenden Beschluss:
- Der vorgestellten
Ausbauplanung zum Umbau der Bahnhofstraße (Nordseite) wird zugestimmt.
- Die Verwaltung wird
beauftragt, die Ausbauplanung, verbunden mit der Beitragserhebung, im
Rahmen einer Informationsveranstaltung den betroffenen Grundstückseigentümern
(Anliegern) vorzustellen.
- Die Bezirksvertretung
Mitte stellt 130.000,-- € zur Realisierung der Baumaßnahme zur
Verfügung.
Die Umsetzung der
Maßnahme wurde aufgrund einer Verfügung der Bezirksregierung Arnsberg
inzwischen unbefristet ausgesetzt Die Bezirksregierung geht davon aus, dass die
finanzwirksamen Beschlüsse zu dieser Maßnahme gegenwärtig rechtswidrig sind.
Insofern wird von der Verwaltung und der Bezirksvertretung Mitte empfohlen, die
noch folgenden Gespräche mit der Bezirksvertretung in dieser Angelegenheit
abzuwarten.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
|
(wie Dokument)
|
88,9 kB
|

21.05.2008 - Ausschuss für Bürgeranregungen und Bürgerbeteiligung - geändert beschlossen
Beschluss:
Die Bürgeranträge werden vertagt, bis über das
weitere Vorgehen in dieser Angelegenheit entschieden ist.
Der Beschwerdeausschuss wird vor der nächsten
Beratung über diese Bürgeranträge einen Ortstermin mit einem sachkundigen
Vertreter der Verwaltung durchführen.
|
Abstimmungsergebnis: |
|
|
X |
Einstimmig beschlossen |