Beschlussvorlage - 0387/2008

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Kultur- und Weiterbildungsausschuss nimmt das Programm des Historischen Centrums Hagen 2008/2009 zur Kenntnis.

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Sachverhalt

Kurzfassung

Das Historische Centrum Hagen veranstaltet 2008/2009 wieder eine Reihe von Ausstellungen und museumspädagogischen Aktionen. Sie dienen dem Zweck, den Auftrag der Vermittlung an verschiedene Zielgruppen, speziell an Kinder und Jugendliche sowie Schulklassen zu erfüllen.

Die Einnahmen aus den museumspädagogischen Veranstaltungen decken die Kosten in diesem Bereich. Bei der Durchführung des Ausstellungsprogramms und der Vortragsreihe wird das Historische Centrum Hagen durch Fördermittel, Sponsoren und den Verein Pro Stadtgeschichte Hagen e.V. unterstützt.

 

 

 

 

Begründung

 

Programm des Historischen Centrums Hagen

 

Ausstellungsprogramm des Stadtmuseums Hagen

 

Neben der Dauerausstellung zur Geschichte der Stadt Hagen  präsentiert das Stadtmuseum Hagen ergänzend und erweiternd Wechselausstellungen zu unterschiedlichen Themen. Diese ermöglichen es, spezielle Punkte der Dauerausstellung vertiefend zu behandeln oder neue, bisher nicht berücksichtigte Themen aufzugreifen und zumindest für einen vorübergehenden Zeitraum museal zu präsentieren.

Damit ergänzt das Stadtmuseum sein inhaltliches Angebot, nutzt die thematische Vielfalt seiner Sammlungen und stärkt seine Möglichkeiten als außerschulischer Lernort.

Neue Besucherzielgruppen können dadurch erschlossen werden, und für Besucherinnen und Besucher, die das Museum mit seiner Dauerausstellung bereits kennen, wird die Attraktivität gesteigert.

Dem Stadtmuseum ist es bislang gelungen, sich durch die Wechselausstellungen einen großen Besucherstamm aufzubauen und auch weit über die Stadtgrenzen hinaus mit den angebotenen Ausstellungen große Beachtung zu finden.

 

Ausstellung „100.000 Jahre Sex“

12.10.2007 – 10.2.2008

In Zusammenarbeit mit dem renommierten Drents Museum in Assen (NL) wurde die kulturgeschichtliche Darstellung der Sexualität auf hohem wissenschaftlichen Niveau präsentiert. Rund 250 Ausstellungsstücke aus 60 Museen des In- und Auslandes führten durch die Geschichte der Sexualität.

Ein umfangreiches Begleitprogramm wurde zur Ergänzung der Ausstellung angeboten und erreichte zahlreiche Interessierte. Insbesondere die an besondere Zielgruppen gerichteten Führungsangebote durch die Ausstellung für Frauen und Singles wurden gut angenommen. Auch der neu eingeschlagene Weg, die Ausstellung mit unterhaltsamen Abendprogrammen wie dem Chansonabend „Ich bin im Mai idiotisch erotisch“ und dem kulinarischen Angebot  „Das erotische Diner“ zu bereichern, wurde sehr positiv aufgenommen, so dass die Veranstaltungen teilweise bis an die Kapazitätsgrenzen ausgebucht waren.

Am erfreulichsten war die Resonanz auf die den Schulen angebotenen Workshops zur Sexualaufklärung. Das Stadtmuseum wurde hier wieder seinem Anspruch gerecht, als außerschulischer Lernort Themen zu vermitteln, deren Behandlung im regulären Schulunterricht in der Qualität nur mit großen Schwierigkeiten zu bewältigen wäre.

 

Ausstellung „Die Rückkehr des Ötzi“

29.05.2008 – 28.09.2008

Am 19. September 1991 fand ein Bergsteigerehepaar einen gefriergetrockneten Leichnam in den Ötztaler Alpen. Etwa 5.000 Jahre hatte der Gletscher die Leiche eines Mannes konserviert. Diese Entdeckung versetzte sowohl Wissenschaftler als auch die Öffentlichkeit in Aufruhr, denn einen so gut erhaltenen Menschenkörper aus der Jungsteinzeit hatte die Welt noch nicht gesehen. Die älteste vollständig erhaltene Mumie der Welt wird „Ötzi“ genannt.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine lebensechte, detailgetreue und nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen rekonstruierte Figur des Ötzi samt Kleidung und Ausrüstung. Die gesamte bei der Mumie gefundene Ausrüstung wurde Schritt für Schritt aus Originalmaterialien nachgebaut. Anhand der Auswahl der verschiedenen Rohstoffe und ihrer Verarbeitung werden die Materialkenntnisse und die technischen Fähigkeiten des Mannes vom Hauslabjoch deutlich.

Im Frühjahr 2004 entdeckte der Arbeitskreis Kluterthöhle e.V. in der Blätterhöhle in Hagen Überreste steinzeitlicher Menschen.

Die Sensation war zunächst, dass die Höhle den ältesten modernen Westfalen mit einem Alter von 10700 Jahren beherbergte. Die Hagener Bevölkerung nannte ihn später liebevoll „Lenni Steinhagener“.

Das Rätsel um die Blätterhöhle in Hagen gewann eine neue Dimension, als feststand, dass neben „Lenni“ die Überreste einer „jungen Schönen“ entdeckt worden waren. Diese ca. 18-20 Jahre junge Frau wurde vor ca. 5500 Jahren in der Hagener Höhle bestattet und stand damit Ötzi zeitlich näher als „Lenni“.

Aus der Blätterhöhle sind Kollektivbestattungen aus der späten Jungsteinzeit bekannt, die vor rund 5.600 bis 5.200 Jahren, für archäologische Begriffe nur wenig älter als "Ötzi", dort deponiert wurden. Die jungsteinzeitlichen Menschen wurden zu einer Zeit in der Blätterhöhle bestattet, in der der Raum Hagen in europäische Transportnetze einbezogen war. Archäologische Funde von Steinwerkzeugen belegen, dass nicht nur Feuerstein aus jungsteinzeitlichen Bergwerken in den heutigen Ländern Frankreich, Belgien und Holland, sondern auch aus Nordeuropa, Süddeutschland und dem zirkumalpinen Raum die Siedlungen an Ruhr, Lenne und Volme erreichten. Dabei wurden Entfernungen von über 500 Kilometer überbrückt, aber auch Rohstoffe aus Gegenden bezogen, die auch "Ötzi" beliefert hatten. Der Vergleich von "Ötzi" mit den Fundstellen in Hagen definiert sich über Rohstoffe, Handel und Lebensweise. Die "Feuersteinstraße" aus Süddeutschland und dem Alpenraum führte auch nach Hagen, und es ist interessant, dass gerade im Raum Hagen vergleichsweise viele und vor allem auch aus unterschiedlichen jungsteinzeitlichen Bergwerken stammende Fundstücke entdeckt wurden. Lag der heutige Raum Hagen vielleicht schon damals besonders „verkehrsgünstig“?

Mit der Übernahme der Ausstellung „Die Rückkehr des Ötzi“ vom Neanderthal Museum in Kooperation mit der Zeitschrift GEO wird die langjährige Zusammenarbeit der beiden Museen fortgeschrieben. Darüber hinaus wird die Ausstellung mit einem spannenden Bezug zur Besiedlung des Hagener Raumes in derselben Zeit durch viele Exponate ergänzt.

Die Ausstellung, die bereits im Neanderthal Museum gezeigt wurde, erzielte dort eine große Besucherzahl. Die Ausstellung soll die Lebensbedingungen und die Spuren der Jungsteinzeit in Hagen thematisieren.

Insbesondere für Schulklassen ist das Thema von herausragender Bedeutung. Für diese Zielgruppe wird das Stadtmuseum Hagen spezielle museumspädagogische Programme anbieten, die es ermöglichen, das spannende Thema in den Unterricht einzubetten.

 

 

Ausstellung „Dinos & Co. - Fossilien aus Solnhofen“ (Arbeitstitel)

Oktober 2008 – März 2009

Im Jahre 2005 wurden der frühere Ziegelei-Steinbruch in Hagen-Vorhalle als international bedeutender Fundort von Fossilien aus dem Unteren Oberkarbon vor rund 318 Millionen Jahren und die Steinbrüche im Altmühltal bei Solnhofen und Eichstädt (Baden-Württemberg) mit ihren anstehenden Plattenkalken zu „Nationalen Geotopen“ erklärt. Bei den Steinbrüchen in Hagen-Vorhalle und in Solnhofen handelt es sich um Konservatlagerstätten: Die ungewöhnlich gute Erhaltung und die Vielfalt der in Solnhofen entdeckten Fossilien entspricht in ihrer wissenschaftlichen Bedeutung den wesentlich älteren Funden aus Hagen. Die Schichten der Plattenkalke in Solnhofen haben sich vor rund 150 Millionen Jahren im Oberen Jura auf dem Grund einer Lagune gebildet. Zu den bedeutendsten Funden aus Solnhofen gehören sicherlich die fossilen Überreste des weltberühmten Ur-Vogels Archaeopteryx.

In der durch das Historische Centrum Hagen konzipierten Ausstellung wird eine in dieser Zusammenstellung und Qualität bisher einzigartige Auswahl von herausragenden Fossilien aus Solnhofen gezeigt. Die private Sammlung enthält ausgezeichnet erhaltene und hervorragend präparierte Flugsaurier, darunter auch bis dato unbekannte und in Hagen weltweit erstmalig präsentierte Funde, die Überreste von Schwimmsauriern, darunter auch ein vollständiges Exemplar, Schildkröten und Fische sowie zahlreiche Gliedertiere, Insekten, hier mehrere große Libellen, und vielfältige Meerestiere - vom Seeigel bis zu Krebsen und Pfeilschwänzen.

Das Begleitprogramm zur Ausstellung wird unter anderem populärwissenschaftliche Vorträge von renommierten Saurierforschern, Wochenenden mit Sonderaktionen (zum Beispiel die öffentliche Präparation von Fossilien) sowie museumspädagogische Programme umfassen.

 

Ausstellung „Technisches Spielzeug - Heimliche Botschaften ins Kinderzimmer“

15.6.2008 – 14.9.2008 im Tuchmacher Museum Bramsche

Die vom Stadtmuseum Hagen konzipierte und dort bereits erfolgreich präsentierte Ausstellung „Technisches Spielzeug - Heimliche Botschaften ins Kinderzimmer“ ist überregional auf ein breites positives Echo gestoßen. Es liegen Anfragen anderer Museen vor, die Ausstellung zu übernehmen. Das Stadtmuseum Hagen nimmt diesen Bedarf auf und bietet den entsprechenden Museen die Übernahme der Ausstellung an. Die hierdurch erwirtschafteten Einnahmen dienen wiederum zur Finanzierung weiterer Ausstellungsprojekte und Aktionen im Stadtmuseum Hagen und im Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen.

Das Tuchmacher Museum Bramsche zeigt die Ausstellung von Juni bis September 2008.

 

Ausstellung „Volme-Galerie“

In 2007 hat das Historische Centrum Hagen begleitend zur von der Volme Galerie veranstalteten Schau „Giganten der Urzeit“ kooperativ ein attraktives museumspädagogisches Begleitprogramm angeboten. Damit wurde gleichzeitig die Möglichkeit genutzt, auf das Stadtmuseum Hagen und das Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen mit seinen Ausstellungen und Aktionen aufmerksam zu machen.

Dieses wirksame Marketinginstrument soll weiterhin genutzt werden. Mit der Volme Galerie sollen weitere Kooperationen realisiert werden. Dabei soll der bereits eingeschlagene Weg der Unterstützung von konkreten Ausstellungen der Volme Galerie durch gezielte museumspädagogische Angebote des Historischen Centrums Hagen weiter beschritten werden. Darüber hinaus plant das Historische Centrum Hagen durch eigene Ausstellungen in der Volme Galerie einen denkbar breiten Personenkreis für Ausstellungen und Aktionen des Stadtmuseums Hagen und des Museums für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen anzusprechen und so dauerhaft als Besucherinnen und Besucher zu gewinnen.

Vom 23.4. bis 13.5.2008 führt die Volme Galerie die Ausstellung „Dinos Erben“ durch. Das Historische Centrum Hagen wird diese Schau an den Samstagen und am verkaufsoffenen Sonntag mit museumspädagogischen Aktionen begleiten und sie als Plattform für Werbemaßnahmen für das Historische Centrum Hagen und das Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen nutzen.

 

Ausstellung „Und sie werden nicht mehr frei – Jugend im Nationalsozialismus“

ca. April – Oktober 2009

Unter dem Titel „Vielfalt tut gut“ führt die Stadt Hagen in Kooperation mit dem Jugendring ein breit gefächertes Programm durch, dass darauf angelegt ist, initiiert durch unterschiedliche Vereine und Gruppen bei Jugendlichen Vielfalt, Toleranz und Demokratie zu fördern.

Als Gegenentwurf zu einer Gesellschaft, die diese Werte für unerlässlich hält und sie deshalb fördert, steht der Nationalsozialismus. Der nationalsozialistische Staat vereinnahmte Kinder und Jugendliche schon früh und ordnete sie bedingungslos seinen Zielen unter. Dieser nationalsozialistische Ansatz markiert den am weitest entfernt gelegenen Punkt zu einer auf Vielfalt angelegten pluralistischen Gesellschaft auf der Grundlage von Demokratie und Toleranz.

In einer Ausstellung zum Thema „Jugend im Nationalsozialismus“ soll der Alltag von Kindern und Jugendlichen während der Zeit des Nationalsozialismus dargestellt werden. Kindern und Jugendlichen, die Hauptzielgruppe der Ausstellung sind, wird so vor Augen geführt, wo eine Gesellschaft endet, die nicht die Vielfalt als Leitziel ihr Eigen nennt. Dies geschieht in einem Bereich, der nicht abstrakt und weit entfernt ist, sondern in Lebensumfeldern, in denen sich Kinder und Jugendliche der heutigen Zeit selbst bewegen. Gerade dadurch, dass die Welt von Kindern und Jugendlichen zur Zeit des Nationalsozialismus Gegenstand der Ausstellung ist, wird der gegenwärtigen U-20-Generation der Zugang zum Thema ermöglicht. So können sie sich fundiert ihre Meinung darüber bilden, ob dieser Entwurf einer Gesellschaftsordnung für sie eine tragfähige Variante darstellt. Dies befähigt sie auch, zeitgenössische Formen rechtsradikaler Ideologien besser einordnen und beurteilen zu können.

Mit zahlreichen dreidimensionalen Ausstellungsstücken und Dokumenten ergänzt durch informative Erläuterungen wird der Alltag von Kindern und Jugendlichen im Nationalsozialismus anschaulich dargestellt. Da die Erziehungsziele, -methoden und –organisationen für Jungen und Mädchen im Nationalsozialismus unterschiedlich geprägt waren, nimmt die Ausstellung diesen Aspekt auf und konkretisiert ihn.

Ein vielfältiges museumspädagogisches Programm mit zahlreichen Veranstaltungen wird die Ausstellung ergänzen. Schulklassen und Jugendgruppen werden gezielt angesprochen und in der Ausstellung betreut.

 

 

Veranstaltungsprogramm des Museums für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen

 

In Ergänzung der Dauerausstellung des Museums für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen präsentiert das Museum ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm, das sich besonders an Schulklassen, Kinder und Jugendliche sowie Familien wendet. Das Museum erfährt große Zustimmung nicht nur als außerschulischer Lernort, sondern darüber hinaus hat es sich einen Namen gemacht für eine Vielzahl von Aktionen für Kinder und Familien.

In 2008 werden etwa 70 Veranstaltungen angeboten, die für alle Besucherinnen und Besucher geöffnet sind. Sie reichen von Erlebnisführungen über Seminare und Workshop bis hin zu Großveranstaltungen mit überregionaler Aufmerksamkeit und großem Medieninteresse.

Drei Großveranstaltungen aus den Bereichen Paläontologie, Steinzeit und Mittelalter, die auch Schwerpunktthemen des Museums sind, sind von herausragender Bedeutung.

Zusammen mit den frei buchbaren museumspädagogischen Angeboten des Museums werden jährlich ca. 400 Veranstaltungen durchgeführt.

 

Aktion „Lehnstag mit Ritterschlag – Ritter Spektakulum“

20.4.2008

In Zusammenarbeit mit der Ritterschaft der Wolfskuhle , die von weiteren mittelalterlichen Gruppen unterstützt wird, wird ein authentisches Ritter Spektakulum veranstaltet. Der Schlosshof verwandelt sich in ein Lager von Rittern mit ihren Edelfrauen in ihren bunten Gewandungen. Nach der großen Heerschau, bei der die Ritter Schild, Waffen und Rüstung präsentieren, geht es in die Schlacht. Beim Schaukampf zeigen die Ritter, ob sie ihren Mann stehen können und wie gut sie mit Schwert, Schild, Spieß und Streitaxt umzugehen wissen.

In der mittelalterlichen Abteilung des Museums wird die Gelegenheit geboten, Rüstungsteile einmal selbst anzuprobieren. Kinder haben obendrein die Möglichkeit, sich einen Ritterhelm zu basteln.

 

Aktion „STEINlive“

31.5., 1.6.2008

Unter dem Titel „STEINlive“ lockte das große Museumsfest mit dem Thema Alltag in der Steinzeit in den letzten Jahren viele tausend Besucher und Besucherinnen in das Wasserschloss Werdringen. Auch 2008 geht es im Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen an den beiden Aktionstagen wieder um die Faszination „Überleben in der Steinzeit“. Insbesondere unter dem Motto „Entdecken und Mitmachen“ wartet eine spannendes und einmaliges Programm auf alle Gäste. Vom Kochen ohne Herd und ohne Töpfe, Getreide mahlen mit einem steinzeitlichen Mahlstein über das Beschlagen eines Steines zu einem Werkzeug bis zum Versuch, selbst ohne Streichhölzer und Feuerzeug ein Feuer zu entfachen, überall können Besucher und Besucherinnen live nachvollziehen, was „Überleben in der Steinzeit“ für die damaligen Menschen bedeutet haben könnte.

Eine ganz besondere Attraktion ist das Bogenschießen und Speerschleuder werfen. Hier hat man die einmalige Gelegenheit, steinzeitliche Jagdwaffen selbst auszuprobieren. Wenn sich der hölzerne Bogen spannt und der Pfeil durch die Luft rauscht, erhält der Schütze eine genaue Vorstellung von der Effektivität dieser Waffe. Außerdem gibt es für Kinder noch zahlreiche weitere, attraktive Aktionen.

Die Spardabank Vorhalle und „Max Moritz“ werden in 2008 die Aktion „STEINlive“ mit Spenden unterstützen.

 

Aktion „Fossilientag“

31.08.2008

Fossilien haben in Hagen – wie oben dargestellt – eine besondere Bedeutung und zählen mit zu den Alleinstellungsmerkmalen aus einer über 450 Millionen Jahre alten Geschichte.

Bei dieser Aktion dreht sich alles um die Zeiten, die für heutige Menschen unvorstellbar weit zurück liegen und in denen der Mensch noch lange nicht anstand.

Gemessen wird hier in Millionen von Jahren. Die Fossilien genannten Überreste aus Ordovizium bis hin zur Kreide-Zeit sind in der entsprechenden Abteilung des Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen zu bewundern.

Am Fossilientag können Groß und Klein selbst zu Forschern und Entdeckern werden. In einem bunten Programm.

 

Museumspädagogische Angebote

frei buchbar

Neben dem öffentlichen Programm wird im Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen ein breit gefächertes Angebot an buchbaren Veranstaltungen vorgehalten. Dieses richtet sich in erster Linie an Erwachsenen- und Kindergruppen. Insbesondere sind es museumspädagogische Programme für Schulklassen, die das Museum als außerschulischen Lernort weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht haben, und die Kindergeburtstagsfeiern, die vor dem Hintergrund einer fundierten Wissensvermittlung das jeweilige Thema spannend und kindgerecht aufbereiten. Mittlerweile steht für die Kindergeburtstagsfeiern eine Auswahl von 14 verschiedenen Programmen zur Verfügung. Schulklassen können unter 12 verschiedenen Angeboten wählen.

Die Nachfrage ist überwältigend groß. Vielfach können Veranstaltungen auf Grund fehlender Räumlichkeiten nicht zu den gewünschten Terminen durchgeführt werden.

Die museumspädagogischen Veranstaltungen werden durch die Einnahmen in diesem Bereich finanziert. Aus den erwirtschafteten Überschüssen werden neue Programme und Sonderaktionen entwickelt. Damit wird die Fortführung und Sicherung des museumspädagogischen Angebotes erreicht.

 

 

Vortragsreihe des Historischen Centrums Hagen

 

Die jährliche Vortragsreihe des Historischen Centrums Hagen ist ein fester Bestandteil der Geschichtskultur in Hagen und in ihrer Region. Die verschiedenen, auf das Jahr verteilt stattfindenden Vorträge und Veranstaltungen sprechen ein breites Publikum an und sind thematisch vielfältig angelegt. Für die Vorträge können bekannte und fachlich ausgewiesene, in der Regel auch überregional bekannte Referentinnen und Referenten gewonnen werden. Zeitweise sind bis zu 200 Gäste bei denVeranstaltungen zugegen. Die Veranstaltungen der Vortragsreihe nehmen eine wichtige Mittlerfunktion zwischen Forschung und interessierter Öffentlichkeit ein. Sie fördern auf diesem Weg die Akzeptanz wissenschaftlicher Erkenntnisse und Vermittlung, um dadurch auch den Stellenwert des Historischen Centrums Hagen für die kulturelle Vielfalt und überregionale Bedeutung der Stadt Hagen zu erhöhen.

Ein besonderes Highlight wird im Oktober 2008 die Präsentation des mit renommierten Preisen mehrfach ausgezeichneten, durch das Historische Centrum Hagen wissenschaftlich begleiteten Dokumentarfilms "Das Schweigen der Quandts" (NDR) sein, bei der die für Hagen wichtige Accumulatoren Fabrik AG (Varta) thematisiert wird.

 

Die wissenschaftliche Vortragsreihe des Historischen Centrums Hagen wird seit ihrem Bestehen finanziell getragen vom Förderverein des Historischen Centrums Hagen, dem Verein Pro Stadtgeschichte Hagen e.V., der das Historische Centrum Hagen auch bei zahlreichen anderen Veranstaltungen, Ausstellungen und Anschaffungen unterstützt hat.

 

 

Internet

Das unter www.historisches-centrum.de erreichbare Internet-Angebot ist seit vielen Jahren ein stark frequentiertes Portal mit überregionaler und auch internationaler Ausstrahlung. Mit monatlich rund 40.000 Besuchern und über 300.000 Seitenaufrufen gehört es zu den wichtigsten Online-Angeboten von Museen und wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland. Die Umstellung auf ein Content Management System hat die Pflege und Präsentation der Seiten erheblich erleichtert, so dass die einzelnen Arbeitsbereiche im Historischen Centrum Hagen in der Lage sind, ihre eigenen Seiten zu pflegen. Besondere Aufmerksamkeit erfahren die international ausgerichteten Virtual Libaries (VL). Das Historische Centrum Hagen bietet die Portalseite der VL Zeitgeschichte, Museen und Frühe Neuzeit. Ab Frühjahr 2008 wird auch die Portalseite der übergreifenden VL Geschichte vom Historischen Centrum Hagen angeboten. Damit verfügt die Stadt Hagen über die zentralen Verteilerseiten von zwei angesehenen und wichtigen Online-Angeboten für Geschichte und Museen, im letztgenannten Fall auch in Zusammenwirken mit dem Internationalen Museumsrat ICOM. Durch die redaktionelle Anbindung an das H-Net (Michigan State University) ist das Historische Centrum Hagen darüber hinaus in internationale Wissens- und Forschungsnetzwerke eingebunden, wie zum Beispiel CLIO-Online an der Humboldt-Universität zu Berlin und historicum.net an der Bayerischen Staatsbibliothek in München. Die durch den Förderverein Pro Stadtgeschichte Hagen e.V. finanzierten Aktivitäten im Internet kommen nicht zuletzt der Ausstrahlung der Stadt Hagen als Wissens- und Bildungsstandort zu Gute. Von der guten Internet-Präsenz profitieren aber auch die Historischen Vereine in Hagen: Der Hagener Geschichtsverein und der Hagener Heimatbund haben 2008 ihre Online-Anbindung an das Historische Centrum Hagen erhalten.

 

 

Weitere Forschungen zur Blätterhöhle

Die Blätterhöhle in Hagen avancierte nach der Entdeckung der archäologischen Funde im Frühjahr 2004 zu einer der wichtigsten Fundstellen der Steinzeit in Nordrhein-Westfalen. Die hier entdeckten Menschenreste aus der Frühen Mittelsteinzeit sind nicht nur die frühesten direkten Nachweise anatomisch moderner Menschen in Westfalen und im Ruhrgebiet, sondern auch die bislang ältesten Menschenreste aus dem nacheiszeitlichen Holozän in Deutschland und auch in Europa. Darüber hinaus lassen sich auch den 2007 entdeckten Grabungsbefunden einer Deponierung von Menschenresten im Zusammenhang mit drei großen Wildschweinschädeln weltweit erstmalig Hinweise auf die Behandlung von Toten während der Frühen Mittelsteinzeit erkennen. Die in der Blätterhöhle entdeckten Menschenreste aus der Jungsteinzeit gehörten vermutlich zu Kollektivbestattungen, die bisher nur im Zusammenhang mit Großsteingräbern der Megalithkultur in Europa bekannt sind. Ihre Fundsituation in einer Höhle bietet der Forschung einzigartige Möglichkeiten, die durch die Ergebnisse der bisherigen Grabungskampagnen in der Blätterhöhle ansatzweise erkennbar sind. Für die Außendarstellung der Stadt Hagen sind die Funde aus der Blätterhöhle ein Glücksfall, da keine andere Stadt in Deutschland über eine derartig breit gefächerte Fundlandschaft verfügt. Neben den geologischen und paläontologischen Funden , wie zum Beispiel der Ur-Insekten aus dem Nationalen Geotop Steinbruch Hagen-Vorhalle, über die Steinzeitfunde aus der Blätterhöhle bis hin zu der Burgenlandschaft an Ruhr und Lenne bietet dieses Alleinstellungsmerkmal der Stadt Hagen auch wegen des großen öffentlichen Interesses an diesen Themen bisher weitgehend ungenutzte Möglichkeiten für Tourismus und Marketing der Stadt Hagen.

Die Ausgrabungen in den 2008 und 2009 unter dem bei der Stadt Hagen zeitlich befristet beschäftigten Ausgrabungsleiter Dr. Jörg Orschiedt sollen der Sicherung der langfristigen Forschung dienen und einen Antrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft u.a. vorbereiten.

 

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Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

 

x

 Es entstehen keine finanziellen und personellen Auswirkungen.

 

 

 

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Beschlüsse

Erweitern

28.05.2008 - Kultur- und Weiterbildungsausschuss - ungeändert beschlossen