Beschlussvorlage - 0047/2008

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der geplanten Erweiterung des Reitplatzes an der Twittingstraße wird zugestimmt.

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Sachverhalt

Kurzfassung

 

entfällt

 

Begründung

 

 

1.         Planungsanlass

 

In der Reitanlage des Herrn Heinz-Jürgen Feldhaus, Twittingstraße 29,  ist eine Umnutzung der Reitplätze vorgesehen, verbunden mit der Erweiterung des Springreitplatzes und Neubau eines Paddocks.  

 

Anlass zu dieser Baumaßnahme ist die Grundüberholung des Kinderspielplatzes an der Friedrich-Harkort-Schule im Jahr 2006/2007. Im Zuge dieser Überholung wurde der Spielbereich in westlicher Richtung erweitert, mit der Zielsetzung, hier ein Spiel- und Aufenthaltsangebot für größere Kinder und Jugendliche zu schaffen. Es wurde eine 10 m hohe Schaukel, eine Seilbahn und ein kleiner Unterstand für Jugendliche errichtet. Durch die intensive Nutzung der Spielgeräte kommt es zwangsläufig zu einem höheren Lärmpegel, der sich negativ auf den ca. 50 m entfernten Dressurreitplatz der Reitanlage Feldhaus auswirkt. Eine Ausübung des Dressurreitens ist nicht mehr möglich, da die Pferde durch den erhöhten Lärm abgelenkt werden und die nötige Konzentration nicht gewährleistet ist.

Um das Angebot des Dressurreitens aufrecht zu halten, hat eine Verlagerung innerhalb der Anlage vom ursprünglichen Standort auf den etwas abseits liegenden Springreitplatz stattgefunden. Der ehemalige Dressurreitplatz und ein Paddock soll nun als Springreitplatz genutzt werden. Da die benötigte Fläche jedoch nicht ausreichend ist, soll der Reitplatz in südlicher Richtung um ca. 370 qm erweitert, und der Paddock (ca. 600 qm) auf einer als Weide genutzten Fläche zwischen Twittingbach und neuem Dressurreitplatz errichtet werden.

 

2.         Planerische Vorgaben

 

Das Plangebiet liegt im Außenbereich und wird im Flächennutzungsplan der Stadt Hagen als „Fläche für die Landwirtschaft“ ausgewiesen. Der Landschaftsplan stellt in der Festsetzungskarte den Bereich als Landschaftsschutzgebiet (L 1.2.2.19 Tücking, Auf der Halle und Umgebung) und im östlichen und südlichen Bereich als geschützter Landschaftsbestandteil (LB 1.4.2.54 Quambusch) da. An der westlichen Plangebietsgrenze verläuft der Twittingbach. Der Landschaftsplan setzt als Maßnahme (4.1.3.15) die Renaturierung auf einer Strecke von ca. 400 m fest, da dieser Abschnitt begradigt ist und Ufergehölze fehlen.
In der  Entwicklungskarte des Landschaftsplanes wird der Untersuchungsraum mit dem Entwicklungsziel 1 - Erhaltung – dargestellt (Erhaltung einer mit naturnahen Lebensräumen oder sonstigen natürlichen Landschaftselementen reich oder vielfältig ausgestalteten Landschaft).

 

 

 

3.         Bestandsaufnahme

 

Nach Abstimmung mit der Unteren Landschaftsbehörde, wird die ökologische Bewertung der in Anspruch genommenen Flächen nach dem vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen herausgegebenen Verfahren beurteilt (Numerische Bewertung von Biotoptypen für die Eingriffsregelung in NRW).

 

 

3.1 Erweiterungsfläche Springreitplatz

 

Bei dem zur Erweiterung für den Springreitplatz vorgesehenen Bereich handelt es sich um eine rd. 320 m²  großen, mit heimischen Gehölzen (Acer, Crataegus, Viburnum, Corylus, Carpinus, u.a.) bepflanzten, ca. 7 m breiten Böschungsstreifen, welcher im Zuge der Reitplatzerrichtung vor ca. 10 Jahren angelegt worden ist. An diese Böschung schließt eine Wiesenfläche an, die als Lagerplatz für landwirtschaftliche Geräte und Materialien genutzte wird. Für den Gehölzbestand wird, bedingt durch die geringe Flächengröße und des jungen Alters, eine mittlere ökologische Wertigkeit zugrunde gelegt. Die als Lagerplatz genutzte Wiesenfläche wird aufgrund der Verdichtung und des teilweise fehlenden Bewuchses (Rohboden), als geringwertig eingestuft.

 

3.2 Erweiterungsfläche Paddock

 

Der Paddock soll auf einer intensiv genutzten Grünlandfläche, zwischen Twittingbach und Dressurreitplatzes angelegt werden. Die Fläche ist nach Südwesten geneigt und in den nördlichen und östlichen Randbereichen mit heimischen Gehölzen bestanden. Entlang des Twittingbaches sind bis auf eine kleine Erlengruppe keine weiteren Gehölze vorhanden. Die durch starken Weidedruck beeinträchtigte Grünlandfläche wird als ökologisch geringwertig eingestuft.

 

Übersicht des Bestandes und derzeitige Flächennutzungen:

Kinderspielplatz

 

Paddock

 

           Dressurreitplatz

 

Springreitplatz

 

 

 

4.         Planung

 

4.1 Erweiterungsfläche Springreitplatz

 

Für die geplante Erweiterungsfläche (ca. 17 m x 45 m) wird der bestehende Gehölzbestand entfernt und das Gelände um ca. 2,50 m in südöstlicher Richtung aufgefüllt. Die Böschungsflächen werden in einem Verhältnis 1:2 angelegt und mit standortgerechten, heimischen Feldgehölzen bepflanzt. Der Springreitplatz erhält eine ca. 25 cm starke, dränierte, wasserduchlässige Tragschicht und eine Sandauflage. Das Oberflächenwasser wird seitlich zur Versickerung gebracht.

 

4.2 Erweiterungsfläche Paddock

 

Der Paddock (ca. 35 m x 22 m) soll in einem Abstand von ca. 5 m vom Twittingbach entfernt angelegt werden. Da das Gelände leicht geneigt ist, wird nach Abtrag des Oberboden der Platz teilweise in das Gelände eingegraben. Der Massenausgleich des Bodens wird auf der Fläche vorgenommen, Boden wird nicht abgefahren. Die Anlage des Paddocks erfolgt in gleicher Art und Weise wie die Springreitplatzerweiterung.

 

5. Zulässigkeit der Maßnahme

 

Die Durchführung der Maßnahme bedarf einer Ausnahmegenehmigung von den Festsetzungen des Landschaftsplanes Hagen, da es sich um eine Baumaßnahme im Außenbereich handelt.

Die Pferdezucht und die Reitanlage werden im Rahmen eines bestehenden  Landwirtschaftsbetriebes durchgeführt. Es handelt sich also um ein privilegiertes Bauvorhaben im Außenbereich. Die entsprechende Ausnahmegenehmigung ist deshalb zu erteilen.

 

 

6. Eingriffsermittlung / Kompensationsmaßnahmen

 

Durch die Planung werden insgesamt rd. 1.550 m² Fläche (einschließlich Böschungsflächen) in Anspruch genommen. 320 m²  bestehen aus einem jungen Gehölzbestand mittlerer ökologischer Wertigkeit und 1.230 m², aus intensiv als Grünland oder landwirtschaftlicher Lagerplatz genutzten, ökologisch geringwertigen Flächen. Nach Umsetzung der Planung ergeben sich 970 m² Sandfläche mit einer sehr geringen ökologischen Wertigkeit. 580 m² Böschungsflächen werden mit heimischen, standortgerechten Feldgehölzen bepflanzte, die eine hohe ökologische Wertigkeit erreichen.

 

Zusätzlich zu den oben beschriebenen Maßnahmen sollen im Bereich des Paddocks, sowie südlich des Dressurreitplatzes weitere Anpflanzungen mit Feldgehölzen vorgenommen werden. Entlang des Feldweges ist die Pflanzung von 4 Stück hochstämmigen Laubbäumen vorgesehen. Die derzeitig als Grünland intensiv genutzte, 500 m² groß Fläche, ist von geringer ökologischer Wertigkeit und wird durch das Anpflanzen mit heimischen, standortgerechten Feldgehölzen nachhaltig ökologisch aufgewertet. In der nachfolgenden Tabelle werden die Biotoptypen mit ihren jeweiligen Wertigkeiten dargestellt und die Biotopwertpunkte ermittelt.

 


 

Bestand:

 

                        Biotoptyp                                                                                                                          Fläche                           BW*            BW-Punkte

 

  • Wirtschaftsgrünland

                  Intensivwiese / - (mäh)weide, artenarm                                                                                                                                                       1.230 m²           x          3          =          3.690 Pkt.

  • Gehölzstreifen

                  Mit lebensrautypischen Gehölzen > 70 %                         

  320 m²           x          6          =          1.920 Pkt.

                                                                                                                                                                                                                               1.550 m²                                              5.610 Pkt.

 

 

Ausgleichsfläche

 

  • Wirtschaftsgrünland

                  Intensivwiese / - (mäh)weide, artenarm                          

   500 m²          x          3          =          1.500 Pkt.

                                                                                                                                                                                                                               2.050 m²                                              7.110 Pkt.

 

 

 

Planung:

 

    • Teilversiegelte Fläche (Sandflächen)                                                                                                                                         970 m²             x          1          =            970 Pkt.
  • Feldgehölz       

           Strukturen lebensraumtypischer Baumarten,

      gut ausgeprägt                                                                                                           

   580 m²          x          8          =          4.640 Pkt.

                                                                                                                                                                                                                               1.550 m²                                              5.610 Pkt.

 

 

Ausgleichsfläche

 

  • Feldgehölz       

           Strukturen lebensraumtypischer Baumarten,

      gut ausgeprägt.                                                                                              

   500 m²          x          8          =          4.000 Pkt.

                                                                                                                                                                                                                               2.050 m²                                              9.610 Pkt.

 

 

 

 

 

Für die ökologische Wertigkeit des Bestandes wird ein Biotoptypenwert von 7.110 Pkt. ermittelt. Nach Umsetzung der Maßnahme werden 9.610 Pkt. erreicht, was ein Plus von

2.500 Pkt. bedeutet. Der Eingriff durch die Erweiterung der Reitplatzanlage und Errichtung des Paddocks ist somit ausgeglichen.

 

 

 

 

 

 

 

* Biotopwert

 

Übersicht der geplanten Flächennutzungen:

Anpflanzung von Feldgehölzen

 

Paddock

 

Kinderspielplatz

 

   Dressurreitplatz

 

     Erweiterung

 

Springreitplatz

 

 


 

6. Pflanzenliste

 

Nachfolgend aufgeführte Gehölze sind für die Feldgehölzanpflanzungen vorgesehen:

 

Anzahl              Gehölzart                                                         Qualität                        Größe                         

 

    4 St.             Acer pseudoplatanus     (Bergahorn)                   H. 3xv., oB                   STU 16 / 18

100 St.             Carpinus betulus (Hainbuche)                            Hei.                              100 / 125

100 St.             Corylus avellana (Hasel)                        verpfl. Str., 5 Tr. 100 / 150

  30 St.             Ilex aquifolium (Stechpalme)                              Str. mB/Co                     60 / 80

200 St.                         Crataegus monogyna (Weißdorn)                       verpfl.Str., 3 Tr.              100 / 150

100 St.             Prunus padus (Traubenkirsche)                          verpfl.Str. 4 Tr.              100 / 150

250 St.             Prunus spinosa (Schlehe)                                 verpfl. Str. 3 Tr.              100 / 150

100 St.             Sambucus nigra (Holunder)                               verpfl. Str. 3 Tr.              100 / 150

100 St.                         Sorbus aucuparia (Gem. Eberesche)                  Hei.                              125 / 150

100 St.             Viburnum opulus (Gem. Schneeball)                  verpfl. Str. 5 Tr.              100 / 150

 

 

Anhang: Verfahrensplan

 

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Beschlüsse

Erweitern

29.01.2008 - Naturschutzbeirat - ungeändert beschlossen

Erweitern

30.01.2008 - Bezirksvertretung Haspe - ungeändert beschlossen