Beschlussvorlage - 0047/2008
Grunddaten
- Betreff:
-
Vergrößerung eines Reitplatzes im Außenbereich
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 66 Fachbereich Planen und Bauen für Grün, Straßen und Brücken
- Beteiligt:
- FB69 - Umweltamt
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Naturschutzbeirat
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Vorberatung
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29.01.2008
| |||
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●
Erledigt
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Bezirksvertretung Haspe
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Entscheidung
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30.01.2008
|
Sachverhalt
Kurzfassung
entfällt
Begründung
1. Planungsanlass
In der Reitanlage des Herrn Heinz-Jürgen
Feldhaus, Twittingstraße 29, ist eine
Umnutzung der Reitplätze vorgesehen, verbunden mit der Erweiterung des
Springreitplatzes und Neubau eines Paddocks.
Anlass
zu dieser Baumaßnahme ist die Grundüberholung des Kinderspielplatzes an der
Friedrich-Harkort-Schule im Jahr 2006/2007. Im Zuge dieser Überholung wurde der
Spielbereich in westlicher Richtung erweitert, mit der Zielsetzung, hier ein
Spiel- und Aufenthaltsangebot für größere Kinder und Jugendliche zu schaffen.
Es wurde eine 10 m hohe Schaukel, eine Seilbahn und ein kleiner Unterstand für
Jugendliche errichtet. Durch die intensive Nutzung der Spielgeräte kommt es
zwangsläufig zu einem höheren Lärmpegel, der sich negativ auf den ca. 50 m
entfernten Dressurreitplatz der Reitanlage Feldhaus auswirkt. Eine Ausübung des
Dressurreitens ist nicht mehr möglich, da die Pferde durch den erhöhten Lärm
abgelenkt werden und die nötige Konzentration nicht gewährleistet ist.
Um das Angebot des Dressurreitens aufrecht zu halten, hat eine Verlagerung
innerhalb der Anlage vom ursprünglichen Standort auf den etwas abseits
liegenden Springreitplatz stattgefunden. Der ehemalige Dressurreitplatz und ein
Paddock soll nun als Springreitplatz genutzt werden. Da die benötigte Fläche
jedoch nicht ausreichend ist, soll der Reitplatz in südlicher Richtung um ca.
370 qm erweitert, und der Paddock (ca. 600 qm) auf einer als Weide genutzten
Fläche zwischen Twittingbach und neuem Dressurreitplatz errichtet werden.
2. Planerische Vorgaben
Das
Plangebiet liegt im Außenbereich und wird im Flächennutzungsplan der Stadt Hagen
als „Fläche für die Landwirtschaft“ ausgewiesen. Der
Landschaftsplan stellt in der Festsetzungskarte den Bereich als
Landschaftsschutzgebiet (L 1.2.2.19 Tücking, Auf der Halle und Umgebung) und im
östlichen und südlichen Bereich als geschützter Landschaftsbestandteil (LB
1.4.2.54 Quambusch) da. An der westlichen Plangebietsgrenze verläuft der
Twittingbach. Der Landschaftsplan setzt als Maßnahme (4.1.3.15) die Renaturierung
auf einer Strecke von ca. 400 m fest, da dieser Abschnitt begradigt ist und
Ufergehölze fehlen.
In der Entwicklungskarte des
Landschaftsplanes wird der Untersuchungsraum mit dem Entwicklungsziel 1 - Erhaltung
– dargestellt (Erhaltung einer mit naturnahen Lebensräumen oder sonstigen
natürlichen Landschaftselementen reich oder vielfältig ausgestalteten
Landschaft).
3. Bestandsaufnahme
Nach
Abstimmung mit der Unteren Landschaftsbehörde, wird die ökologische Bewertung
der in Anspruch genommenen Flächen nach dem vom Landesamt für Natur, Umwelt und
Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen herausgegebenen Verfahren beurteilt
(Numerische Bewertung von Biotoptypen für die Eingriffsregelung in NRW).
3.1 Erweiterungsfläche Springreitplatz
Bei
dem zur Erweiterung für den Springreitplatz vorgesehenen Bereich handelt es
sich um eine rd. 320 m² großen, mit
heimischen Gehölzen (Acer, Crataegus, Viburnum, Corylus, Carpinus, u.a.)
bepflanzten, ca. 7 m breiten Böschungsstreifen, welcher im Zuge der Reitplatzerrichtung
vor ca. 10 Jahren angelegt worden ist. An diese Böschung schließt eine
Wiesenfläche an, die als Lagerplatz für landwirtschaftliche Geräte und
Materialien genutzte wird. Für den Gehölzbestand wird, bedingt durch die geringe
Flächengröße und des jungen Alters, eine mittlere ökologische Wertigkeit
zugrunde gelegt. Die als Lagerplatz genutzte Wiesenfläche wird aufgrund der
Verdichtung und des teilweise fehlenden Bewuchses (Rohboden), als geringwertig
eingestuft.
3.2 Erweiterungsfläche Paddock
Der
Paddock soll auf einer intensiv genutzten Grünlandfläche, zwischen Twittingbach
und Dressurreitplatzes angelegt werden. Die Fläche ist nach Südwesten geneigt
und in den nördlichen und östlichen Randbereichen mit heimischen Gehölzen
bestanden. Entlang des Twittingbaches sind bis auf eine kleine Erlengruppe
keine weiteren Gehölze vorhanden. Die durch starken Weidedruck beeinträchtigte
Grünlandfläche wird als ökologisch geringwertig eingestuft.
Übersicht des Bestandes und derzeitige
Flächennutzungen:
Kinderspielplatz Paddock Dressurreitplatz Springreitplatz

4. Planung
4.1 Erweiterungsfläche Springreitplatz
Für
die geplante Erweiterungsfläche (ca. 17 m x 45 m) wird der bestehende
Gehölzbestand entfernt und das Gelände um ca. 2,50 m in südöstlicher Richtung
aufgefüllt. Die Böschungsflächen werden in einem Verhältnis 1:2 angelegt und
mit standortgerechten, heimischen Feldgehölzen bepflanzt. Der Springreitplatz
erhält eine ca. 25 cm starke, dränierte, wasserduchlässige Tragschicht und eine
Sandauflage. Das Oberflächenwasser wird seitlich zur Versickerung gebracht.
4.2 Erweiterungsfläche Paddock
Der
Paddock (ca. 35 m x 22 m) soll in einem Abstand von ca. 5 m vom Twittingbach
entfernt angelegt werden. Da das Gelände leicht geneigt ist, wird nach Abtrag
des Oberboden der Platz teilweise in das Gelände eingegraben. Der Massenausgleich
des Bodens wird auf der Fläche vorgenommen, Boden wird nicht abgefahren. Die
Anlage des Paddocks erfolgt in gleicher Art und Weise wie die Springreitplatzerweiterung.
5.
Zulässigkeit der Maßnahme
Die
Durchführung der Maßnahme bedarf einer Ausnahmegenehmigung von den
Festsetzungen des Landschaftsplanes Hagen, da es sich um eine Baumaßnahme im
Außenbereich handelt.
Die
Pferdezucht und die Reitanlage werden im Rahmen eines bestehenden Landwirtschaftsbetriebes durchgeführt. Es handelt
sich also um ein privilegiertes Bauvorhaben im Außenbereich. Die entsprechende
Ausnahmegenehmigung ist deshalb zu erteilen.
6. Eingriffsermittlung / Kompensationsmaßnahmen
Durch
die Planung werden insgesamt rd. 1.550 m² Fläche (einschließlich
Böschungsflächen) in Anspruch genommen. 320 m²
bestehen aus einem jungen Gehölzbestand mittlerer ökologischer
Wertigkeit und 1.230 m², aus intensiv als Grünland oder landwirtschaftlicher
Lagerplatz genutzten, ökologisch geringwertigen Flächen. Nach Umsetzung der
Planung ergeben sich 970 m² Sandfläche mit einer sehr geringen ökologischen
Wertigkeit. 580 m² Böschungsflächen werden mit heimischen, standortgerechten
Feldgehölzen bepflanzte, die eine hohe ökologische Wertigkeit erreichen.
Zusätzlich zu den oben beschriebenen
Maßnahmen sollen im Bereich des Paddocks, sowie südlich des Dressurreitplatzes
weitere Anpflanzungen mit Feldgehölzen vorgenommen werden. Entlang des
Feldweges ist die Pflanzung von 4 Stück hochstämmigen Laubbäumen vorgesehen.
Die derzeitig als Grünland intensiv genutzte, 500 m² groß Fläche, ist von geringer
ökologischer Wertigkeit und wird durch das Anpflanzen mit heimischen,
standortgerechten Feldgehölzen nachhaltig ökologisch aufgewertet. In der nachfolgenden
Tabelle werden die Biotoptypen mit ihren jeweiligen Wertigkeiten dargestellt
und die Biotopwertpunkte ermittelt.
Bestand:
Biotoptyp Fläche BW* BW-Punkte
- Wirtschaftsgrünland
Intensivwiese
/ - (mäh)weide, artenarm 1.230
m² x 3 = 3.690 Pkt.
- Gehölzstreifen
Mit lebensrautypischen
Gehölzen > 70 %
320 m² x 6 = 1.920
Pkt.
1.550
m² 5.610
Pkt.
Ausgleichsfläche
- Wirtschaftsgrünland
Intensivwiese / - (mäh)weide,
artenarm
500 m² x 3 = 1.500
Pkt.
2.050
m² 7.110
Pkt.
Planung:
- Teilversiegelte
Fläche (Sandflächen) 970 m² x 1 =
970 Pkt.
- Feldgehölz
Strukturen lebensraumtypischer Baumarten,
gut ausgeprägt
580 m² x 8 = 4.640
Pkt.
1.550
m² 5.610
Pkt.
Ausgleichsfläche
- Feldgehölz
Strukturen lebensraumtypischer Baumarten,
gut ausgeprägt.
500 m² x 8 = 4.000
Pkt.
2.050
m² 9.610
Pkt.
Für die ökologische Wertigkeit des
Bestandes wird ein Biotoptypenwert von 7.110 Pkt. ermittelt. Nach Umsetzung der
Maßnahme werden 9.610 Pkt. erreicht, was ein Plus von
2.500 Pkt. bedeutet. Der Eingriff durch
die Erweiterung der Reitplatzanlage und Errichtung des Paddocks ist somit
ausgeglichen.
* Biotopwert
Übersicht der geplanten
Flächennutzungen:
Anpflanzung von Feldgehölzen Paddock Kinderspielplatz
Dressurreitplatz Erweiterung Springreitplatz

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6. Pflanzenliste
Nachfolgend aufgeführte Gehölze sind
für die Feldgehölzanpflanzungen vorgesehen:
Anzahl Gehölzart Qualität Größe
4 St. Acer pseudoplatanus (Bergahorn) H.
3xv., oB STU 16 / 18
100 St. Carpinus betulus (Hainbuche) Hei. 100 / 125
100 St. Corylus
avellana (Hasel) verpfl.
Str., 5 Tr. 100 / 150
30 St. Ilex aquifolium (Stechpalme) Str. mB/Co 60 / 80
200 St. Crataegus
monogyna (Weißdorn) verpfl.Str.,
3 Tr. 100
/ 150
100 St. Prunus padus (Traubenkirsche) verpfl.Str. 4 Tr. 100 / 150
250 St. Prunus
spinosa (Schlehe) verpfl.
Str. 3 Tr. 100 / 150
100 St. Sambucus
nigra (Holunder) verpfl.
Str. 3 Tr. 100 / 150
100 St. Sorbus aucuparia (Gem. Eberesche) Hei.
125 / 150
100 St. Viburnum
opulus (Gem. Schneeball) verpfl.
Str. 5 Tr. 100
/ 150
Anhang: Verfahrensplan
