Beschlussvorlage - 0358/2004
Grunddaten
- Betreff:
-
Bericht zur Förderung der Freien Kulturarbeit in Hagen 2003
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 41 Kulturbüro
- Bearbeitung:
- Angelika Josten
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Kultur- und Weiterbildungsausschuss
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Entscheidung
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17.06.2004
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Sachverhalt
1. Vorbemerkung
Die Stadt
Hagen fördert im 13. Jahr die Freie Kulturarbeit nach einem 1990
verabschiedeten Konzept zur Professionalisierung und Sicherung einer breit
gefächerten Kulturlandschaft der Kommune. Modifiziert wurde das Konzept 1996
durch einen jeweils dreijährigen Budgetvertrag mit den vier Kulturzentren.2001
wurde die zweite Verlängerung der Verträge vereinbart, die bis Ende 2004 gültig
ist. Für das Aufgabengebiet Kommunaler Popularmusikförderung wurde ein
Rahmenvertrag mit dem Träger des MusikOffice Hagen (der ESW) abgeschlossen.
Umfang und
Ergebnisse der Förderung werden im folgenden kurz skizziert.
2. Fördersituation
Seit
Einführung der Budgetverträge wirtschaften die vier Kulturzentren jährlich mit
einem vertraglich vereinbarten Etat, der gewisse Planungssicherheit für Personal-
und Sachkostenberechnungen bietet. Tariferhöhungen und Kostensteigerungen
innerhalb des Budgetzeitraums wurden bislang berücksichtigt. Eine Streichung
des Anpassungs-Indexes steht im Rahmen der Konsolidierung für die neuen
Verträge an.
Der
Fördertopf für Freie Kulturarbeit, der beim Kulturamt angesiedelt worden ist,
wurde im Zuge allgemeiner Haushaltseinsparungen um 30 % gekürzt!
Weitere
Ausführungen dazu in der Anlage 1
Anlage 1
1. Rückblick
1.1.
Kulturarbeit
in den Kulturzentren
Trotz zunehmend schwieriger Bedingungen konnten die vier städtisch geförderten Kulturzentren ihre Angebote halten oder sogar steigern (die Pelmke von 5900 auf 8200 BesucherInnen!)
Gemeinsam
boten sie dem Hagener Publikum 471 Veranstaltungen im Jahr 2003
und wurden von rund 30.000 BesucherInnen aus der Stadt und Umgebung
aufgesucht!
Neben dem
Veranstaltungsangebot bieten die Kulturzentren rund 65 Vereinen, Initiativen
und Kursen die Möglichkeit, regelmäßig unter ihren Dächern kreativ zu
werden.
Bemerkenswert
ist dabei die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die bei allen vier
Zentren einen wichtigen Schwerpunkt darstellt. So bieten der Hasper Hammer und
der Werkhof kontinuierliche Kindertheaterkurse an. AllerWeltHaus und
Hasper Hammer arbeiten regelmäßig in Projekten mit Schulen zusammen.
Dabei legt das AllerWeltHaus viel Gewicht auf die Kooperation mit weiteren
städtischen Partnern, Kinderschutzbund u.a. Akteuren und veranstaltet jährlich
das große Kinderfest.
Der
Jugendszene widmen sich insbesondere Werkhof und Pelmke mit wichtigen
Programmschwerpunkten. Die Zielgruppe des gut angenommenen Disco- und Musikprogramms
in der Pelmke sind 16- bis 25jährige. Im Werkhof trifft sich regelmäßig die HipHop-Szene
des Ruhrgebiets und Südwestfalen.
Erwähnenswert
bleibt die herausragende Arbeit des Programmkinos Babylon, das 2003 seine
Akzeptanz nochmals erheblich steigern konnte und für sein exzellentes Programm
erneut die Jahresfilmprogrammprämie der Filmstiftung NRW erhielt. Die
213 Filmvorführungen wurden zum Teil mit Theater, Kirche und Schulen
durchgeführt.
Ebenfalls
erwähnenswert ist die mittlerweile hervorragende Unterstützung der Hohenlimburger
Schlossspiele durch den Werkhof auf technischer wie künstlerischer Seite,
so dass diese traditionsreichen Festspiele dauerhaft gesichert scheinen.
Die Kürzungen
bzw. Streichungen von Drittmitteln verschärfen die finanzielle Situation
der Kulturzentren (Wegfall von GFG-Mitteln und Kürzung von kirchlichen
Zuschüssen an das AllerWeltHaus, drohende drastische Kürzungen von Ziel II
Mitteln beim Werkhof) wie auch der Rückzug von Sponsoren (Hasper Hammer). Das
hat u.a. den Wegfall der Eigeninszenierungen am Werkhof und die Streichung des
Hasper Hammer Kleinkunstpreises zur Folge.
Da durch Wegfall
bestimmter Arbeitsamtsmaßnahmen auch die Personaldecke immer dünner wird
(in der Pelmke gab es 1999 noch 6 Stellen, heute 3,2 Stellen), ist die
Fortsetzung der Budgetverträge als fest kalkulierbare Größe für die Zentren
existenziell wichtig. Doch auch hier wird es durch die Streichung der
Indexsteigerung im Rahmen der Konsolidierung noch zu Kürzungen kommen. Die
Grundsicherung ist aber bei Fortsetzung der Verträge derzeit bei keinem der
Zentren in Frage gestellt.
1.2 Weitere
Kulturinitiativen und Aktivitäten
1.2.1
Popularmusikförderung
Das MusikOffice
Hagen hat mit einer Vielzahl von Aktivitäten ein erfolgreiches Jahr hinter
sich und plant weitere Vernetzungsstrukturen in NRW aufzubauen. Ein
ausführlicher Bericht wird gesondert im KWA und Jugendhilfeausschuss
vorgestellt.
Die Initiative
Jazz in Hagen e.V. hat sich offiziell aufgelöst. Ein Teil der alten
Aktiven des Clubs gibt noch regelmäßig Konzerte in der Catacombe. Eine neue
Initiative ist derzeit nicht in Sicht.
Die 30prozentige Kürzung des Projektefonds aufgrund der Haushaltslage
haben den Zuschuss des Jazz Clubs inzwischen bereits geschluckt. Um das Thema
Jazz in Hagen nicht völlig untergehen zu lassen, wurden aus dem Projektefond
zwei hochkarätige Jazzkonzerte in der Galerie Michael Schlieper unterstützt,
die beide ausverkauft waren. Herr Schlieper war lange selbst in der Hagener
Jazzszene aktiv und ein Kenner des Jazz.
(siehe auch Projektefond)
1.2.3
Theater
Das einzige
freie Theater in Hagen, das Theater mit Puppen Firlefanz feierte sein
10jähriges am Hohenhof mit einem hervorragenden Figurentheaterfestival,
das über die gesamte Stadt verteilt
hochkarätiges Programm für Jung und Alt anbot. Unklar ist derzeit noch die
Standortfrage, wenn der Pavillon am Hohenhof nicht mehr zur Verfügung stehen
sollte.
1.2.4
Bildende Kunst
Die KünstlerInnen aus Wehringhausen und Haspe veranstalteten zum 3. Mal erfolgreiche Tage des offenen Ateliers, bei denen sie viel Zuspruch erhielten. Durch diese jährliche Aktion wird der Austausch zwischen den KünstlerInnen intensiviert. Das Kulturamt unterstützt diese Initiative durch einen Druckkostenzuschuss.
Die HagenRing Galerie und die Kooperative K erhielten wie in den Vorjahren einen Mietkostenzuschuss in Höhe von je 1610 € (beinhaltet eine 30%ige Haushaltssperre!).
1.2.5. Projektförderung
(HHSt. 3000.717.00304)
Die
Haushaltsstelle beinhaltet den Projektefond und die Jazz-Förderung.
Wegen der
Auflösung des Jazz-Clubs werden die Mittel zur Förderung von Jazzveranstaltungen vergeben (s.o.).
Aus dem um
30 Prozent gekürzten Projektefond wurden gemäß der Richtlinien 13.035 €
an insgesamt 15 Projekte und Veranstaltungen vergeben, ein kleiner Teil
wurde wie im KWA beschlossen nach 2004 verschoben für das Theaterfestival der
Pelmke. Gefördert wurden
6
Musikprojekte
2 aus dem
Bereich Bildende Kunst
2
Theaterprojekte
1
Filmprojekt
2 Schulkunstprojekte
2
interkulturelle Projekte
Die
Projekte und die Zuschussempfänger im Einzelnen:
Projektefonds 2003
1. Simon Busch Kurzfilm “Die drei Detektive” 1.400,- €
2. Hagener Kammerorchester Barocktage 2003 1.000,- €
3. Deutsch-Ind. Gesellschaft Indischer Kulturabend 300,- €
4. Realschule Hohenlimburg Sponsorenlauf
300,- €
5. Cafe Boelerbü Konzert Aaron Eckstaedt 285,- €
6. Kulisse e.V., Firlefanz Jubiläumsfestival 2.500,- €
7. Franz Leo Matzerath Sommerliche Abendmusiken 1.200,- €
8. AllerWeltHaus “naijaART 2003” 1.000,- €
9. Johanniskantorei Weihnachtsoratorium 700,- €
10.
Portugiesischer Kulturverein “Tag
Portugals 2003” 500,- €
11. ESW in
Westfalen HipHopWatch
2003 500,- €
12.
Würfelbühne “Ich,
HAMLET” 300,- €
13. Galerie
Hagenring Katalog 80
Jahre Hagenring 250,- €
14. Galerie
Michael Schlieper Jazz-Konzert 1.500,-
€
15. Galerie
Michael Schlieper Jazz-Konzert 1.300,-
€
gesamt : 13.035,- €
Mittelübertragung
für die Pelmke, Theaterfestival auf 2004 1.400,- €
14.435,- €
