Beschlussvorlage - 1023/2007
Grunddaten
- Betreff:
-
Initiative der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Migrantenvertretungen in NRW (LAGA) zum kommunalen Wahlrecht
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB55 - Jugend und Soziales
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie
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Vorberatung
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27.11.2007
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Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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13.12.2007
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Beschlussvorschlag
Der Rat der Stadt Hagen
unterstützt die landesweite Kampagne der Landesarbeitsgemeinschaft der
kommunalen Migrantenvertretungen in NRW (LAGA NRW) und setzt sich bei der
Landesregierung und den Landtagsfraktionen mit dem beigefügten Appell für die
Einführung des kommunalen Wahlrechts für alle seit mindestens 5 Jahren rechtmäßig
in der Bundesrepublik lebenden Migrantinnen und Migranten ein
Sachverhalt
Kurzfassung
Die Landesarbeitsgemeinschaft der
kommunalen Migrantenvertretungen in NRW (LAGA NRW) hat ihre Mitgliedsbeiräte
dazu aufgerufen, erneut eine Kampagne durchzuführen, die für das kommunale Wahlrecht für Zugewanderte wirbt.
Der Integrationsrat der Stadt Hagen
ist in seiner Sitzung am 18. 9. 2007 diesem Aufruf gefolgt und hat einen
entsprechenden Empfehlungsbeschluss an den Rat der Stadt gerichtet.
Begründung
Der Integrationsrat der Stadt Hagen
hat in seiner Sitzung am 18. 9. 2007 den folgenden Beschluss gefasst:
“Der Integrationsrat empfiehlt
dem Rat der Stadt, folgendes zu beschließen:
>Der Rat der Stadt Hagen unterstützt die landesweite
Kampagne der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Migrantenvertretungen in
NRW (LAGA NRW) und setzt sich bei der Landesregierung und den
Landtagsfraktionen mit dem beigefügten Appell für die Einführung des kommunalen
Wahlrechts für alle seit mindestens 5 Jahren rechtmäßig in der Bundesrepublik
lebenden Migrantinnen und Migranten ein.<
Begründung:
Eine ernstgemeinte Integrationspolitik muss die Verbesserung
der politischen Partizipation und damit eine aktive Gestaltung des
Lebensumfeldes für Menschen mit Migrationshintergrund beinhalten.
Das kann nur erreicht werden durch die Einführung des
kommunalen Wahlrechts für alle seit 5 Jahren rechtmäßig in der
Bundesrepublik lebenden Migrantinnen und Migranten.
Appell:
Kommunales Wahlrecht für alle Migrantinnen und Migranten:
Jetzt!
Politische Gleichberechtigung muss am Anfang jeder
gelungenen Integration stehen!
Nur
wer die Möglichkeit hat, sich durch die Wahl seiner Vertreterinnen und
Vertreter an der Politik vor Ort zu beteiligen, wird ernst genommen. Diese
Menschen sind dann nicht mehr Objekte des politischen Handelns, sondern
gestalten das Leben in ihrem Umfeld aktiv mit.
Nicht jede Migrantin und jeder Migrant, die/der schon seit
vielen Jahren in Deutschland lebt, kann oder will aber die deutsche
Staatsangehörigkeit annehmen oder kann dies nur unter erschwerten Bedingungen
tun.
Deshalb fordern wir das kommunale Wahlrecht für alle
Migrantinnen und Migranten, sie sich seit mindestens 5 Jahren rechtmäßig in der
Bundesrepublik aufhalten, unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit.
Das Bundesverfassungsgericht hat bereits 1990 entschieden,
dass ein kommunales Wahlrecht auch für Migrantinnen und Migranten nach einer
Änderung des Grundgesetzes möglich ist.
Der Europarat mit seinen 43 Mitgliedsländern fordert seit
Jahren, allen Ausländern mit legalem Aufenthaltsrecht, unabhängig von der
Nationalität das uneingeschränkte aktive und passive Wahlrecht auf kommunaler
Ebene zuzusprechen.
Der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau hat bereits im
Jahr 2003 u.a. gesagt: >>Es ist falsch, dass wir ein kommunales Wahlrecht
haben, das die Mehrheit der bei uns lebenden Ausländer ausschließt, nämlich die
türkischen Mitbürger, die nicht mit wählen dürfen, weil und so lange die Türkei
nicht ‘Zur Europäischen Union gehört‘. Ich glaube, dass man Wege finden
müsste, damit auf der kommunalen Ebene alle dauerhaft hier lebenden Ausländer
das Wahlrecht haben “” das kommunale Wahlrecht””…
<<
Das kommunale Wahlrecht für alle lange hier lebenden Migrantinnen und Migranten ist jetzt durch den Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD auf Bundesebene wieder in das Bewusstsein der Politik gerückt worden. Es muss jetzt darum gehen, den Prüfauftrag aus dem Koalitionsvertrag in eine offensive Politik umzuwandeln, NRW sollte dabei an der Spitze stehen. In der Integrationsoffensive NRW hat sich im Jahr 2001 die Mehrheit der im Landtag vertretenen Parteien für das kommunale Wahlrecht ausgesprochen.
Eine demokratische Bürgergesellschaft kann es sich auf Dauer
nicht leisten, einen großen Teil ihrer Mitglieder von den elementarsten
Mitwirkungsrechten auszuschließen.
Deshalb:
Kommunales Wahlrecht für alle Migrantinnen und Migranten - Jetzt!”
Auf Geheiß des Integrationsrates liegt
diesem Empfehlungsbeschluss bei:
·
Der Beschluss des Hagener Rates von 1988 (Auszug aus der
Niederschrift der Ratssitzung vom 17. 11. 1988)
·
Die Liste der Kommunen, die sich momentan mit der Frage des Kommunalwahlrechts für
Zuwanderer befassen (Die Liste wurde von der Landesarbeitsgemeinschaft der
kommunalen Migrantenvertretungen LAGA erstellt).
Abstimmungsergebnis: einstimmig
angenommen
Anlage
Auszug aus
der Niederschrift der Sitzung des Integrationsrates vom 18. 9. 2007
Liste der
Kommunen, die sich mit der Thematik befasst haben,
Auszug aus
der Niederschrift der Sitzung des Rates der Stadt Hagen vom 17. 11. 1988
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
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1
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(wie Dokument)
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483,1 kB
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27.11.2007 - Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie - geändert beschlossen
Beschluss:
Die Entscheidung wird auf den Rat verschoben, da innerhalb der
13.12.2007 - Rat der Stadt Hagen - geändert beschlossen
Beschluss:
Der Rat der
Stadt Hagen unterstützt die landesweite Kampagne der Landesarbeitsgemeinschaft
der kommunalen Migrantenvertretungen in NRW (LAGA NRW) und setzt sich bei der
Landesregierung und den Landtagsfraktionen mit dem beigefügten Appell für die
Einführung des kommunalen Wahlrechts für alle seit mindestens 10 Jahren rechtmäßig in der
Bundesrepublik lebenden Migrantinnen und Migranten ein
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Abstimmungsergebnis: |
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x |
Mit Mehrheit beschlossen |