Beschlussvorlage - 0895/2007
Grunddaten
- Betreff:
-
Barrierefreiheit öffentlicher Toilettenanlagen
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB55 - Jugend und Soziales
- Bearbeitung:
- Martina Gleiß
- Beteiligt:
- 23 Fachbereich Immobilien, Wohnen und Sonderprojekte
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie
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Vorberatung
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30.10.2007
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●
Erledigt
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Haupt- und Finanzausschuss
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Entscheidung
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22.11.2007
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Sachverhalt
Kurzfassung
Die
Verwaltung hat in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe ”Bauen und
Verkehr” des Behindertenbeirates festgestellt, dass es in öffentlich
zugänglichen Gebäuden (Behörden, Kaufhäusern, Begegnungsstätten) in Hagen
zahlreiche barrierefreie Toiletten gibt. Jedoch sind zurzeit nur drei
(voraussichtlich demnächst vier) Toiletten auch in den späten Abendstunden und
am Wochenende jederzeit für Menschen mit Behinderung zugänglich, davon liegt
lediglich eine Toilette in der Hagener Innenstadt. Es wird daher für die
Hagener Innenstadt ein weiterer Bedarf an barrierefreien Toiletten gesehen.
Begründung
Der Rat der Stadt Hagen hat in
seiner Sitzung vom 14.12.2006 folgenden Beschluss gefasst:
“Die Verwaltung überprüft in Zusammenarbeit mit
dem Behindertenbeirat die Situation und den Bedarf an behindertengerechten
Toiletten in Hagen und erstellt eine Bedarfsplanung mit einer realistischen
Zielvereinbarung. Eine Berichterstattung sowie eine eventuelle Beschlussfassung
erfolgt im Haupt- und Finanzausschuss.”
Die
Verwaltung hat in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe ”Bauen und
Verkehr” des Behindertenbeirates festgestellt, an welchen Standorten in
Hagen Behindertentoiletten vorhanden sind. Außer in Gebäuden der
Stadtverwaltung können behinderte Menschen auch in anderen öffentlich
zugänglichen Gebäuden Behindertentoiletten aufsuchen (Behörden, Geschäfte,
Begegnungsstätten, Sportanlagen, Krankenhäuser). Bislang wurden ca. 65
barrierefreie Toilettenanlagen erfasst und in einer Liste zusammengestellt. Die
Liste wird demnächst veröffentlicht werden. Von den bislang erfassten
Toilettenanlagen sind jedoch nur folgende Toilettenanlagen jederzeit, d.h. 24
Stunden täglich, nutzbar:
·
Behindertentoilette
im Volkspark (Mitte)
·
Toilettenhäuschen
mit barrierefreier Toilette in der Vollbrinkstraße (Haspe)
·
Behindertentoilette
an der Bezirkssportanlage in Haspe
Die vorgenannten
Toilettenanlagen sind alle vom Verkehrsraum frei zugänglich und mit einem
sogenannten Euroschlossversehen.
Zurzeit
wird die Toilettenanlage im Hagener Hauptbahnhof umgebaut. Hier wird die
Behindertentoilette neu gestaltet und nach den Angaben des Bahnhofsmanagements
ebenfalls mit einem Euroschloss versehen werden, so dass in Hagen demnächst
insgesamt vier Behindertentoiletten rund um die Uhr genutzt werden können.
Seit
vielen Jahren sind WC-Anlagen für Behinderte auf öffentlichen Plätzen und in
öffentlichen Gebäuden oftmals mit einem bundeseinheitlichen Schließsystem
ausgerüstet. Menschen mit Behinderung, die auf eine Behindertentoilette
angewiesen sind, können diesen Schlüssel erhalten und damit überall in der
Bundesrepublik Türen zu Behindertentoiletten öffnen.
Alle
weiteren Behindertentoiletten, die in der genannten Liste erfasst wurden,
können nur während der Öffnungszeiten der jeweiligen Einrichtung genutzt
werden. Auch in einigen Krankenhäusern können Behindertentoiletten rund um die
Uhr genutzt werden. Da die Krankenhäuser jedoch - außer dem Marienhospital -
außerhalb der Einkaufszentren der Stadtteile liegen, sind diese Toiletten in
der Regel nur für Besucher der jeweiligen Krankenhäuser von Bedeutung.
Behinderte
Menschen, die auf eine Behindertentoilette angewiesen sind und die in den
späten Abendstunden oder am Wochenende in den Stadtteilen unterwegs sind, haben
somit zurzeit in Hagen nur an drei (demnächst vier) Stellen die Gelegenheit,
eine Toilette aufzusuchen; dabei liegen zwei dieser Toilettenanlagen in Haspe.
In
Hagen gibt es insgesamt ca. 32.000 Menschen mit einer anerkannten
Schwerbehinderung, dies sind rund 16 % der Hagener Bevölkerung.
Rollstuhlfahrer, Gehbehinderte und Schwerbehinderte, die eine Hilfsperson
benötigen, sind darauf angewiesen, eine Behindertentoilette benutzen zu können.
Aber auch für Stomaträger und Menschen mit bestimmten Erkrankungen (Multiple
Sklerose, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, chronische Blasen-/ Darm Erkrankte)
ist es vorteilhaft, wenn sie eine Behindertentoilette nutzen können. Bei einer
Stadt von fast 200.000 Einwohnern sind aus Sicht des Behindertenbeirates drei
(vier) jederzeit zugängliche
Behindertentoiletten in den Stadtteilzentren entschieden zu wenig.
Der Behindertenbeirat der
Stadt Hagen hat daher in seiner Sitzung am 22.05.07 folgenden Beschluss
gefasst:
1. Der Bericht der Verwaltung wird zur Kenntnis genommen.
2. Der Behindertenbeirat stellt fest, dass in Hagen Behindertentoiletten fehlen, die ständig benutzt werden können.
3. Von der Verwaltung ist eine Zielvereinbarung mit folgendem Inhalt vorzubereiten:
a) An der Toilettenanlage auf dem Johanniskirchplatz wird bis zum Ende des Jahres 2008 ein Anbau mit einer Behindertentoilette errichtet.
b) Die Behindertentoilette im Volkspark wird bis zum Ende des Jahres 2009 renoviert bzw. durch einen Neubau ersetzt.
c) Im Jahr 2010 wird der Behindertenbeirat erneut die Situation in Hagen überprüfen und ggf. neue Vorschläge zur Errichtung von Behindertentoiletten unterbreiten.
4.
Nach Ermittlung der Kosten für die genannten
Baumaßnahmen ist die Zielvereinbarung dem Haupt- und Finanzausschuss zur
Beschlussfassung vorzulegen.
Die
Gebäudewirtschaft Hagen hat nunmehr die
Kosten für die barrierefreie Erreichbarkeit der Bedürfnisanstalten Märkischer
Ring 121 (Johanniskirchplatz) und Hohenzollernstr. 8 (Volkspark) ermittelt.
Die ebenerdige Integration einer behindertengerechten
Toilette in den derzeit ungenutzten Pavillon Märkischer Ring 121 würde lt. GWH
Kosten in Höhe von
rd. 16.000 € verursachen. Hierdurch gingen Nutzflächen verloren. Die
Entscheidung über den Einbau einer barrierefreien Toilette kann daher nur im
Zusammenhang mit einer Entscheidung über die künftige Nutzung des Pavillons
getroffen werden. Im Zuge der Umgestaltung des Johanniskirchplatzes sollte
jedoch versucht werden, den Empfehlungen des Behindertenbeirates zu folgen und
eine Behindertentoilette zu errichten.
Für eine behindertengerechte Toilette im Volkspark (als
Ersatz der vorhandenen) hat GWH Varianten untersucht. Je nach Variante muss mit
Kosten zwischen 50.000 € und 80.000 € gerechnet werden.
Nach dem Beschluss des Behindertenbeirates ist ggfl.
jedoch auch eine Renovierung ausreichend. Es wären z.B. ein neuer Anstrich und
eine bessere Lüftung wünschenswert.
Über das weitere Vorgehen sind noch
verwaltungsinterne Gespräche zu führen. Eine weitere Berichterstattung folgt zu
gegebener Zeit.

30.10.2007 - Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie - geändert beschlossen
Beschluss:
1. Der Zwischenbericht der Verwaltung wird zur Kenntnis genommen.
2. Sollte die Toilettenanlage auf dem Johanniskirchplatz einer
anderweitigen Bebauung
zum Opfer fallen, wird die
Toilettenanlage im Volkspark bereits im Jahre 2008
renoviert bzw. durch einen
Neubau ersetzt.
22.11.2007 - Haupt- und Finanzausschuss - geändert beschlossen
Beschluss:
Der Zwischenbericht der Verwaltung wird zur Kenntnis genommen.
Sollte
die Toilettenanlage auf dem Johanniskirchplatz einer anderweitigen Bebauung zum
Opfer fallen, wird die Toilettenanlage im Volkspark bereits im Jahre 2008
renoviert bzw. durch einen Neubau ersetzt.