Beschlussvorlage - 0766/2007

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Die Bezirksvertretung Hohenlimburg nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.

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Sachverhalt

 
Die SPD-Fraktion hat am 01.08.07 einen akuten Sachstandsbericht zur beabsichtigten Schließung des Gesundheitsamtes in Hohenlimburg beantragt. Hierzu wurde am 08.08.07 ein mündlicher Bericht durch das Gesundheitsamt in der Sitzung der Bezirksvertretung abgegeben. In dieser Sitzung hat die Bezirksvertretung folgenden Beschluss gefasst: Die Fachverwaltung wird beauftragt, neue Möglichkeiten bzw. Alternativen zur Erhaltung des Gesundheitsamtes in Hohenlimburg auszuarbeiten.

 

Sachverhalt:

 

Das Gesundheitsamt hat im Zuge der kommunalen Neugliederung die ehemalige Nebenstelle des Kreisgesundheitsamtes Iserlohn in der Stennertstrasse 6 übernommen und als Außenstelle weitergeführt. Zur Vermeidung der erheblichen Miet- und Nebenkosten der Außenstelle wurden diese Räumlichkeiten, die jetzt Eigentum der Sparkasse sind, zum 30.06.2007 mit Wirkung zum 31.12.2007 gekündigt.

 

In dieser Außenstelle wurden zuletzt mit wenigen Ausnahmen nur noch Schuleingangsuntersuchungen durchgeführt. Es fand dort in den letzten Jahren weder eine Mütterberatung im klassischen Sinne statt, noch wurden dort andere Dienstleistungen des Gesundheitsamtes angeboten.

 

In den vergangenen 10 Jahren wurden unter dem Konsolidierungszwang und weil der Bedarf einer Mütterberatung im klassischen Sinne nicht mehr bestand, ebenfalls im Stadtgebiet Hagen alle dezentralen Untersuchungsstellen des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes (es handelte sich insgesamt um 18 Stellen, die sog. Mütterberatungsstellen ) aufgegeben. Es erfolgte eine Konzentrierung des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes auf die Dienststelle in der Stadtmitte, jetzt im Rathaus II untergebracht. Lediglich die Hohenlimburger Außenstelle in der Stennertstraße war übriggeblieben.

 

Seitens des Gesundheitsamtes wird betont, dass eine Konzentrierung der Untersuchungen in der Hauptstelle favorisiert wird und sich bisher aus Sicht des Fachamtes bewährt hat. Dies sollte auch weiter das Ziel der organisatorischen Überlegung sein.

Neben der Kostenersparnis für die Anmietung der Räume in der Stennertstrasse und für andere Außenstellen ist der zentrale Dienstbetrieb einfacher und günstiger durchzuführen, weil durch

-                     den Wegfall von Wegezeiten

-                     eine ungeteilte Aktenführung

-                     den Wegfall der Aufarbeitung übermittelter Daten

-           problemlosere Vertretungsregelungen in einer größeren Einheit

ein erheblicher Aufwand für die Kommunikation und bei der Personalvorhaltung entfällt. Unter diesen Bedingungen ist der Wegfall einer Stelle einer sozialmedizinischen Assistentin (SMA) im Gesundheitsamt vorgesehen. (Ersparnis etwa 40.000,00 Euro pro Jahr).

 

Folgende Alternativen in Hohenlimburg wurden geprüft:

 

1.      Außensprechstunde in Räumlichkeiten in der Bezirksverwaltungsstelle Hohenlimburg:

 

Voraussetzung für diese Variante ist, dass dem Gesundheitsamt zwei Räume zuzüglich eines Wartebereiches in der Bezirksverwaltungsstelle Hohenlimburg zur Verfügung gestellt werden und dass die Räume kinderfreundlich gestaltet werden.

 

Vorteile:

Wohnortnahe Untersuchung

 

Nachteile:

-          Erhebliche organisatorische Maßnahmen im Kinder- und Jugendgesundheitsdienst für die Vorbereitung der Außensprechstunde.

-          Wegezeiten für das Personal.

-          Kosten für die zusätzlich vorgehaltenen Räume, Nebenkosten wie Heizung, Wasser, Strom.

-          Synergieeffekte durch Konzentrierung des Dienstes in der Innenstadt werden nicht voll ausgenutzt. Der geplante Wegfall einer vollzeitigen SMA-Stelle kann nicht stattfinden.,

-          Ein plötzlicher Personalausfall kann nicht immer kompensiert werden, so dass mitunter Termine auch kurzfristig abgesagt werden müssen.

-          Leerlauf beim Personal durch nicht von den Eltern wahrgenommene Termine.

-          Der Zugang zu diesen angedachten Räumen im 1. Obergeschoss ist nicht behinderten- und ”kinderwagengerecht”. (Viele Mütter bringen zur Schulanfängeruntersuchung kleinere Geschwisterkinder mit.)

 

2.      Schuleingangsuntersuchung in den Hohenlimburger Grundschulen:

 

Vorteile:

-          Wohnortnahe Untersuchung.

-          Für Eltern und Kinder fallen geringe Wegezeiten an.

 

Nachteile:

-          Organisatorischer Aufwand des Planens des Außentermins.

-          Wegezeiten.

-          Alle Utensilien müssen aus der Hauptstelle in die Schulen transportiert werden. Es handelt sich hierbei um mehrere schwere Geräte wie Apparate für den Seh- und Hörtests, Materialien für standardisierte Tests, unter anderem Bildermaterial, Büromaterial, Formulare, Waage, Messlatte und auch ein Teppich für motorische Tests.

-          Hoher Zeitaufwand, die Räumlichkeiten mit dem Material herzurichten und abzubauen.

-          In der Regel können Untersuchungen in Schulen nur nachmittags stattfinden. Dieses ist für die meisten Mütter schwierig, da dann Geschwisterkinder nicht in Schulen oder Kindergärten untergebracht sind. Die Schulanfänger sind in der Regel nachmittags weniger leistungsfähig, da sie bereits einen Vormittag im Kindergarten verbracht haben. Die Testungen für die Schuleingangsuntersuchungen sollten aber möglichst mit einem ausgeschlafenen und nicht einem bereits ermüdeten Kind durchgeführt werden.

-          Keine standardisierte Untersuchung möglich.

-          Ein plötzlicher Personalausfall kann nicht immer kompensiert werden, so dass mitunter Termine auch kurzfristig abgesagt werden müssen.

-          Leerlauf beim Personal durch nicht von den Eltern wahrgenommene Termine.

-          Synergieeffekte durch Konzentrierung des Dienstes in der Innenstadt werden nicht voll ausgenutzt. Der geplante Wegfall einer vollzeitigen SMA-Stelle kann nicht stattfinden.

 

3.      Schuleingangsuntersuchung in den Hohenlimburger Kindergärten:

 

Vorteile:

-          Wohnortnahe Untersuchungen:

-          Es entfallen aufwendige Wegezeiten für Mütter und Kinder.

-          Für das Kind vertraute Umgebung bei der Untersuchung, sofern es diesen Kindergarten besucht.

 

Nachteile:

-          Organisatorischer Aufwand des Planens des Außentermins.

-          Wegezeiten.

-          Alle Utensilien müssen aus der Hauptstelle in die Kindergärten transportiert werden. (s. Untersuchung in Schulen)

-          Räumliche Probleme: Nicht alle Kindergärten können Räume anbieten, in denen in Ruhe derartige Untersuchungen absolviert werden können.

-          Hoher Zeitaufwand, die Räumlichkeiten mit dem Material herzurichten und abzubauen.

-          Keine standardisierte Untersuchung möglich.

-          Ein plötzlicher Personalausfall kann nicht immer kompensiert werden, so dass mitunter Termine auch kurzfristig abgesagt werden müssen.

-          Leerlauf beim Personal durch nicht von den Eltern wahrgenommene Termine.

-          Synergieeffekte durch Konzentrierung des Dienstes in der Innenstadt werden nicht voll ausgenutzt. Der geplante Wegfall einer vollzeitigen SMA-Stelle kann nicht stattfinden.

 

 

Als Ergebnis bleibt festzuhalten, dass seitens des Gesundheitsamtes die Varianten 2 und 3 nicht positiv gesehen werden. Diese führen zu nicht standardisierten Untersuchungen, bei denen viele Faktoren nicht beeinflussbar und nicht beherrschbar sind. Das Fachamt würde derartige Untersuchungen als qualitativ nicht ausreichend ablehnen müssen. Die Variante 1 (Untersuchung in der Außenstelle Hohenlimburg) ist standardisierbar durchführbar, würde aber den angestrebten Einspareffekt nicht realisieren lassen.

 

Seitens des Gesundheitsamtes wird favorisiert und wird von der Verwaltung als sinnvollste Variante geplant, die Kinder aus Hohenlimburg in die zentralen Schulanfängeruntersuchungen einzubeziehen. Es muss hierbei mitgeteilt werden, dass die Schulanfänger aller anderen Hagener Stadtteile ihre Untersuchungen schon seit vielen Jahren zentral im Rathaus II erhalten und dass es hier keine Beschwerden über den Untersuchungsort gegeben hat. Auch in den vergangenen sieben Monaten, in denen Hohenlimburger Schulanfänger in der Innenstadt untersucht wurden, hat es keine Klagen über den Untersuchungsort gegeben.

 

Der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst hat im Rathaus II kindgerecht eingerichtete Räume. Es arbeiten parallel in der Regel drei Untersuchungsteams. Hierdurch können Wartezeiten auf ein Minimum reduziert werden. Auch unerwartete Personalausfälle durch Krankheit können in einem solchen System gut beherrscht werden, sodass Termine nicht abgesagt werden müssen. Die Untersuchungen können standardisiert durchgeführt werden. Alle Kinder haben die gleichen Untersuchungsbedingungen. Auch Geschwisterkinder können problemlos mitgebracht werden, da einerseits die Räumlichkeiten für Geschwisterkinder zum Spielen geeignet sind, andererseits immer eine andere Mitarbeiterin ein Auge auf den Wartebereich und das spielende Kind werfen kann, während die Mutter mit dem Schulanfänger bei der Untersuchung ist. Ein solches von einigen Müttern gern angenommenes Nebenangebot ist in Außenstellen mit nur auf die Untersuchung beschränktem Personal nicht möglich. Es gibt Schulanfängern mit Geschwistern die Chance, allein und nicht abgelenkt die Untersuchung mit den Testreihen zu absolvieren und trägt zur Standardisierung und zur Qualitätssteigerung bei.

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Auswirkungen

x

 Es entstehen keine finanziellen und personellen Auswirkungen.

 

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Beschlüsse

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05.09.2007 - Bezirksvertretung Hohenlimburg - geändert beschlossen

Beschluss:

 

  1. Der Bericht der Verwaltung wird zur Kenntnis genommen.

    

      2. Die Bezirksvertretung Hohenlimburg fordert, die sich aus der Vorlage ergebenden

          Dienstleistungen des Gesundheitsamtes im Rathaus Hohenlimburg anzubieten.

 

 

 

Abstimmungsergebnis:

 

 Einstimmig beschlossen

X

 Mit Mehrheit beschlossen

 

 Einstimmig abgelehnt

 

 Mit Mehrheit abgelehnt

 

 Abgelehnt bei Stimmengleichheit

 

 Ohne Beschlussfassung

 

 Zur Kenntnis genommen

 

Dafür:

12

Dagegen:

2

Enthaltungen: