Beschlussvorlage - 0600/2007
Grunddaten
- Betreff:
-
Klimaschutzkonzept Hagen
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB69 - Umweltamt
- Bearbeitung:
- Fred Weber
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Umweltausschuss
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Vorberatung
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23.08.2007
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Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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30.08.2007
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Sachverhalt
Mit diesem 2. Sachstandsbericht möchte die Verwaltung zusätzlich über den Wettbewerb “Bundeshauptstadt Klimaschutz” informieren, den die Deutsche Umwelthilfe im vergangenen Jahr mit Unterstützung des Deutschen Städtetages durchgeführt hat. Die beiliegenden Kopie der Broschüre ist als Original auch im Internet einzusehen.
Zusätzlich soll die weitere Vorgehensweise erläutert
werden. Im Klimaschutzbereich sind in Hagen bereits einige Maßnahmen und
Projekte umgesetzt worden, die beispielhaft aufgeführt werden.
Um diese Ziele zu erreichen, bietet sich eine Analyse im
Rahmen des European Energy Award an. Der European Energy Award® ist ein
Managementsystem, eingebunden in ein Verfahren, das es ermöglicht, die Qualität
der Energieerzeugung und -nutzung in der Kommune zu bewerten und regelmäßig zu
überprüfen. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert Kommunen, die am European Energy
Award teilnehmen möchten.
Für eine der nächsten Sitzungen ist vorgesehen, die
zwischenzeitlichen Stellungnahmen zu dem klimarelevanten Maßnahmenkatalog der
Beschlussfassung des Rates, zusammenzufassen. Des weiteren wird die Umsetzung
der 55 Maßnahmen des Kommunalwettbewerbs mit den zuständigen Stellen in Hagen
überprüft.
Der Rat hat in seinem Beschluss vom 22.03.2007
sein Klimaschutzziel von 1995 bekräftigt und die Verwaltung beauftragt, das
bisherige Klimaschutzkonzept zu aktualisieren. Darüber hinaus wurde die
Verwaltung beauftragt zu prüfen, welche Maßnahmen anderer Städte, die bereits
von der Deutschen Umwelthilfe für den Klimaschutz ausgezeichnet wurden, in
Hagen umsetzbar sind. Hierzu
hatte die Verwaltung bereits im Mai d.J. einen 1. Sachstandsbericht gegeben (s.
Drs.Nr. 0515/2007).
Mit dem nun vorliegenden 2. Sachstandsbericht möchte die Verwaltung über den Wettbewerb “Bundeshauptstadt Klimaschutz” informieren, den die Deutsche Umwelthilfe im vergangenen Jahr mit Unterstützung des Deutschen Städtetages durchgeführt hat. Die “Guten Beispiele aus dem Wettbewerb” sind in der beiliegenden Kopie der Broschüre zusammengefasst (siehe Anlage). Die Originalbroschüre ist im Internet einzusehen.
http://www.deutscherstaedtetag.de/imperia/md/content/schwerpunkte/fachinfos/2007/21.pdf
Zusätzlich
soll die weitere Vorgehensweise erläutert werden. Im Klimaschutzbereich sind in
Hagen bereits einige Maßnahmen und Projekte umgesetzt worden, die beispielhaft
aufgeführt werden.
Das
war in der Vergangenheit möglich, da durch den Kooperationsvertrag mit der
Mark-E AG Geldmittel für die Öffentlichkeitsarbeit und verschiedene
Klimaschutzprojekte zur Verfügung standen. Allein für die Förderung von
effizienter Energienutzung, Wärmedämmung und regenerativen Energien standen in
den letzten 7 Jahren 250.000 bis 350.000 Euro pro Jahr zur Verfügung.
Daneben
konnten Teilbeträge für Klimaschutzmaßnahmen, die zur Öffentlichkeitsarbeit
oder zur Unterstützung sozialer Einrichtungen im Rahmen des Klimaschutzes
dienten, eingesetzt werden. Beispiele sind hier der Tag der Erneuerbaren
Energien in Hagen oder der Qualitätsnachweis mittels Luftdichtheitstest am
Neubau des Kinderschutzbundes.
Mittlerweile
hat die Stadt Hagen ihr Klimaziel von 1995 durch einen Ratsbeschluss bekräftigt
und beschließt die Aktualisierung ihres Klimaschutzkonzeptes. In den folgenden
Gremiendurchläufen wird das Klimaschutzkonzept Hagen präzisiert und mit
weiteren Maßnahmevorschlägen aus Politik und Verwaltung angereichert. Einzelne
Maßnahmen werden in diesem Zusammenhang geprüft und an die Fachausschüsse
überwiesen.
Zur
weiteren Information sind die Maßnahmen anderer Städte, die von der Deutschen
Umwelthilfe für den Klimaschutz ausgezeichnet wurden, im Anhang aufgelistet. Es
handelt sich dabei um die sogenannten guten Beispiele einer Reihe zahlreicher
Maßnahmen, die in anderen Städten umgesetzt wurden. Einige Beispiele davon sind
bereits auch in Hagen erprobt. Bei den anderen von insgesamt 55 Maßnahmen wird
zur Zeit überprüft, ob sie ebenfalls in Hagen durchführbar sind. Da hierzu
einige Akteure eingebunden werden müssen, ist es sinnvoll externe Hilfe in
Kombination mit einer öffentlichen Förderung in Anspruch zu nehmen.
Um diese Ziele zu erreichen,
bietet sich eine Analyse im Rahmen des European Energy Award an. Der European
Energy Award® (eea®) ist ein Managementsystem, eingebunden in ein Verfahren,
das es ermöglicht, die Qualität der Energieerzeugung und -nutzung in der
Kommune zu bewerten und regelmäßig zu überprüfen sowie Potenziale zur
Steigerung der Energieeffizienz zu identifizieren und zu erschließen.
Die Erfolge der Stadt Hagen im Bereich der Energieeinsparung, rationellen
Energieverwendung und der Nutzung regenerativer Energieträger werden nicht nur
durch den eea® bescheinigt bzw. zertifiziert, die Kommune wird dafür auch
öffentlich ausgezeichnet.
Das Land Nordrhein-Westfalen fördert Kommunen, die am European Energy Award
teilnehmen möchten.
Durch den eea® erhält die Kommune anwendungsoptimierte Werkzeuge zur Planung
und Steuerung von Aktivitäten im Energie- und Klimaschutzbereich. Unterstützung
bei der Umsetzung des Zertifzierungsverfahrens erhält die teilnehmende Kommune
durch einen kompetenten Fachexperten, der als akkreditierter eea® -Berater zur
Seite gestellt wird.
Konkret sind mit der Durchführung des eea® die folgenden Vorteile verbunden:
·
Die Einführung eines
erprobtes Verfahrens zur Strukturierung der Energiearbeit
·
Die
öffentlichkeitswirksame Auszeichnung mit dem "European Energy Award®"
bzw. dem "European Energy Award® GOLD"
·
Die effektive
Organisation der Energiearbeit durch ein kommunales Energie-Team
·
Die fachliche
Unterstützung durch einen von Ihrer Kommune ausgewählten eea®-Energie-Experten
·
Die Nutzung eines
umfassenden Katalogs mit effizienzsteigernden Maßnahmen (Maßnahmenkatalog) aus
dem Energiebereich und weitere Werkzeuge
·
Die 70%ige finanzielle
Unterstützung (Förderung) durch das Land NRW bei der Durchführung des eea®.
Da das Land eine hohe
Anteilsförderung gewährt liegt der Eigenanteil, der über die Stadt aufgebracht
werden müsste, zur Zeit bei rund 10.000 bis 14.000 Euro im Zeitraum von 4
Jahren. Hierzu wird die Verwaltung eine Unterstützung der Übernahme der
Anteilsfinanzierung über die Mark-E AG überprüfen.
Einige von den zahlreichen im
Anschluss aufgeführten Maßnahmen sind bereits in der Stadt Hagen umgesetzt.
Beispielhaft seien die folgenden Beschreibungen aufgeführt:
Energiegerechte Bauleitplanung:
Die Bewertung der Energiegerechten
Bebauungsplanung und der Vorhabenbezogenen Erschließungspläne erfolgt bereits
durch die Berechnungen, die mit Hilfe der Mark-E AG durchgeführt werden. Darin
werden verschiedene Varianten der effizienten Energieversorgung eines
Neubaugebietes vorgelegt. Dies beinhaltet i.d.R. 4 Varianten: die Versorgung
aller Gebäude mit Brennwertheizungen und Solarspeichern zur
Warmwasserversorgung, Nahwärmeversorgung, Wärmepumpenheizungen oder
Holzpelletheizungen mit solarer Warmwassererwärmung.
Klimaschonende Verkehrsmittel für kommunale Angestellte
Im Rahmen der Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit" wollen
ADFC und AOK gemeinsam mit vielen regionalen Partnern aus Wirtschaft, Verbänden
und Politik die Vorteile einer fahrradbezogenen Alltagsmobilität praktisch
erfahrbar machen. An Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen, darunter auch Stadt- und
Gemeindeverwaltungen wurde appelliert, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
bei der Nutzung des Fahrrads auf dem Weg zur Arbeit zu unterstützen. Die zur
Zeit 33 Mitarbeiter der Stadt Hagen nehmen zum 3. Mal an dieser Aktion teil,
die zwischen dem 1. Juni und dem 31. August 2007 läuft. Mindestens 20mal soll
jeder Teilnehmer mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Dabei trägt er nicht nur
aktiv zum Klimaschutz bei, sondern fördert zudem die Gesundheit. Im Jahr 2006
wurde bundesweit mit 125 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein neuer Rekord
aufgestellt.
Ergänzend
kann angeführt werden, dass die Stadt Hagen bereits 1991 das Jobticket
eingeführt hat, welches den Mitarbeitern ein vergünstigtes Abonnement für den
ÖPNV über die Hagener Straßenbahn AG anbietet. Der Effekt dieser
Klimaschutzmaßnahme wurde 1992 berechnet.
Photovoltaik
Von den 6 Schulgebäuden ist
bislang die Turnhalle der Hauptschule Dahl überprüft worden, ob sie für den
Verein BINSE e.V. als Fläche für eine Bürgerstromanlage in Frage käme. Von der
Statik her grundsätzlich geeignet, lässt allerdings die zu erwartende Rendite
bei der eingeschränkten Ausnutzung des Daches die Umsetzung durch den Verein
nicht zu.
Wegen der Öffentlichkeitswirkung
eignen sich besonders Schulen für den Verein BINSE e.V. für die Nutzung. Die
Liste der Gebäudewirtschaft Hagen beinhaltet folgende Schulen/-objekte:
- Schulzentrum Wehringhausen
- Schulzentrum Eilpe
- Hauptschule Dahl (wie schon
erörtert)
- Fritz-Steinhoff-Gymnasium
- Theodor-Heuss-Gymnasium
- Turnhalle Altenhagen
Holzhackschnitzelheizung im Forstbetriebshof Kurk
Seit 2005 liefert eine Holzhackschnitzelanlage im forstlichen
Betriebshof die Wärmeenergie für die Räumlichkeiten, das Wohngebäude und das
Warmwasser, so dass pro Jahr rund 6.000 kg Flüssiggas eingespart werden können.
Die Anlage wurde vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und durch
das Förderprogramm der Mark-E AG und der Stadt Hagen gefördert.
Öffentlichkeitsarbeit zum energiesparendes Bauen und Sanieren
Hinsichtlich der Investitionen beim Neubau oder bei der Sanierung
von Gebäuden kann mit einer zielgerichteten Öffentlichkeitsarbeit den
Bewohnerinnen und Bewohnern aufgezeigt werden, wie der Gebäudeenergieverbrauch
und damit auch die Ausgaben reduzieren werden können. Veranstaltungen wurden in
Hagen in Zusammenarbeit mit Architekten, Architekturbüros, beispielsweise
Diskussionsforen oder anerkannten Fortbildungen zum energiesparenden und
umweltfreundlichen Bauen durchgeführt. Dabei wird die speziell für diesen Zweck
aufgelegte 2. Auflage der Broschüre “Energetische Sanierung”
eingesetzt.
Im Zusammenhang mit dem Förderprogramm der Mark-E AG und der Stadt
Hagen stellt die Thermografie eine beliebte Methode zur Aufdeckung von
energetischen Schwachpunkten an Gebäuden dar. Bei dieser Methode werden die
thermischen Schwachstellen eines Gebäudes mit einer Infrarotkamera sichtbar
gemacht. Thermografie-Aufnahmen liefern die Grundlage für eine gezielte
Wärmeisolierung.
Im Jahre 2006 wurden allein 409 Thermografie-Termine gebucht und
auch gefördert. Neben der Erstellung der Fotos beinhaltet die Aktion auch eine
energetische Einschätzung des Gebäudes. Zudem erhalten die
Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümer Hinweise auf Zuschüsse und
zinsgünstige Darlehen für die Altbausanierung.
Die
große öffentlichkeitswirksame Aktion in der ersten Hälfte des Jahres 2007
betraf die bundesweit angelegte Eisblockwette mit insgesamt 700 teilnehmenden
Bürgern in Hagen und einer Reihe von Beteiligten ortsansässigen Akteuren und
Sponsoren. Das Thema der effektiven Dämmung im Gebäudebereich war über 2 Monate
lang in der Zeitung und im Radio vertreten und wurde am Umwelt- und
Kinderaktionstag abgeschlossen. Schüler der Sekundarstufe I haben das Thema und
die Eisblockwette mitgestaltet.
Weiteres
Vorgehen
Für
eine der nächsten Sitzungen ist vorgesehen, die von den verantwortlichen Ämtern
und Einrichtungen vorgelegten zwischenzeitlichen Stellungnahmen zu dem
klimarelevanten Maßnahmenkatalog der Beschlussfassung des Rates
zusammenzufassen und als Bericht vorzulegen. Des weiteren werden im weiteren
Verlauf die 55 Maßnahmen des Kommunalwettbewerbs mit den zuständigen Stellen in
Hagen in Bezug auf eine Umsetzung überprüft. Ferner wird sich die Verwaltung
unter Einbeziehung von finanziellen Mitteln der Mark-E AG und des Landes um
eine Analyse im Rahmen des European Energy Award bemühen.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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1,1 MB
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