Beschlussvorlage - 0635/2007
Grunddaten
- Betreff:
-
Ebene II
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 41 Kulturbüro
- Bearbeitung:
- Angelika Josten
- Beteiligt:
- 66 Fachbereich Planen und Bauen für Grün, Straßen und Brücken; OB/GB - Gleichstellungsstelle; FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Kultur- und Weiterbildungsausschuss
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Vorberatung
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14.08.2007
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Erledigt
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Frauenbeirat
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Vorberatung
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15.08.2007
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Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Mitte
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Vorberatung
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21.08.2007
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Erledigt
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Stadtentwicklungsausschuss
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Vorberatung
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28.08.2007
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Erledigt
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Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie
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Vorberatung
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06.09.2007
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Erledigt
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Haupt- und Finanzausschuss
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Vorberatung
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13.09.2007
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Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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11.10.2007
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Beschlussvorschlag
Der Rat der Stadt Hagen stimmt der Realisierung des Projektes
„Sehnsucht nach Ebene II“ als Bestandteil der Kulturhauptstadt 2010
zu. Die Maßnahme wird in 2008 umgesetzt. Grundlage der Zustimmung ist der
aktuelle Kosten- und Finanzierungsplan. Zur Kompensation von bislang nicht
gedeckten Finanzierungsanteilen wird ein Sponsor/eine Stiftung im Rahmen einer
Ausfallbürgschaft aufkommen. Städtische Sonderzahlungen über die
bereitzustellenden Etats des laufenden Haushalts hinaus werden ausgeschlossen.
Sachverhalt
Das interkulturell wie städtebaulich innovative Projekt Sehnsucht nach Ebene 2 soll zu einem der Leitprojekte Hagens für die Kulturhauptstadt Ruhr 2010 werden. Es liefert zudem Strategien für den demografischen Wandel und den Umgang mit den unterschiedlichen Migrantenkulturen in der Stadt.
Die Neugestaltung der Hochbrücke Ebene 2 unter Beteiligung der AnwohnerInnen sowie die begleitenden Kunstprojekte, die von einer breiten künstlerischen Szene getragen werden, sollen ein Zeichen setzen für Akzeptanz und Anerkennung. Gleichzeitig wird auf diese Weise eine städtebauliche Aufwertung des Gebiets zwischen Hauptbahnhof und Altenhagen vorgenommen.
Gegenstand dieser Vorlage ist die Realisierung des künstlerischen Konzeptes durch Farb- und Lichtgestaltung an der Hochbrücke in 2008. Die dafür veranschlagten Kosten in Höhe von rund 780.000 € werden – neben städtischen Haushaltsmitteln - durch Zuschüsse aus verschiedenen öffentlichen und privaten Mitteln aufgebracht, so wie im anliegenden Finanzierungsplan aufgeführt. Eine über die ausgewiesenen städtischen Mittel hinausgehende Finanzierung durch zusätzliche städtische Mittel wird ausgeschlossen.
Begründung
Die Sehnsucht nach Ebene II
– Kunstprojekt für eine Brücke“
Einleitung
Voraussetzung für ein friedliches Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft ist es, Kommunikationsformen zu finden, mit denen Toleranz und Akzeptanz entwickelt und erprobt werden können. In einer vom demografischen Wandel und Bevölkerungsverlusten gekennzeichneten Kommune wie Hagen sind gerade Kultur- und Bildungspolitik zentrale Handlungsfelder, mit denen eine tolerante und gewaltfreie Stadtgesellschaft entwickelt werden kann. Mit Bildungseinrichtungen, Kulturschaffenden und Künstlern müssen neue Wege erprobt und neue Konzepte entwickelt werden, um die Herausforderungen der demografischen Entwicklung bewältigen zu können. Hagen hat als interkulturelle Pilotstadt die Chance, sich im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 mit neuen Impulsen zu positionieren.
1. Idee
Neben fünf weiteren Städten in NRW ist Hagen seit 2005 interkulturelle Pilotstadt. Hier wurde 2005/2006 ein Kommunales Handlungskonzept Interkultur entwickelt, das im Medium der Künste und Kulturen - unterstützt durch einen entsprechenden Ratsbeschluss im Juni 2006 - städtische Netzwerke und Strukturen initiierte.
Aus dieser Arbeit ist in den vergangenen zwei Jahren ein interkulturell geprägtes und integrativ wirkendes, nachhaltiges großes Kunstwerk entwickelt worden, welches sichtbar den Dialog zwischen den Kulturen aktiviert und Zeichen setzt für eine neue, auf Verständigung und Begegnung, Qualifizierung und Kommunikation basierende interkulturelle Arbeit in Hagen.
Das Kunstprojekt Die Sehnsucht nach Ebene II steht in unmittelbarer Folge dieser Struktur bildenden Entwicklungen und zeigt schon in der Anfangsphase durch seinen Facettenreichtum und die breite Mitwirkung der Akteure, das es bestens geeignet ist, nachhaltige interkulturelle Akzente zu setzen, städtebaulich zu wirken und überregionale Aufmerksamkeit zu erzielen.
2. Konzept
Ausgangsidee des Hagener Projektes „Die Sehnsucht nach Ebene II - Kunstprojekt für eine Brücke“ im Stadtteil Altenhagen ist die künstlerische Neugestaltung der Hochbrücke Ebene II mit Hilfe eines Licht- und Farbkonzeptes. Konzept und künstlerische Realisierung liegen in der Hand der Künstlerinnen Milica Reinhart,
Hagen, und Marjan Verkerk, Amsterdam, unter Einbeziehung der weitgehend eingewanderten Bevölkerung aus 82 Nationen rund um die Brücke.
Begleitend und ergänzend wurden und werden verschiedene Kunstprojekte aus den Sparten Tanz, Theater, Musik, Literatur und Film entwickelt, die in Kooperation zwischen professionellen Künstlern, Kultureinrichtungen und AnwohnerInnen aus Altenhagen umgesetzt wurden und werden.
Den Künstlerinnen kommt es neben dem ästhetischen Aspekt darauf an, die kulturelle Vielfalt des Quartiers augenfällig sichtbar zu machen, die Anwohnerinnen und Anwohner in die Realisierung einzubinden und damit zur kulturellen Belebung und sozialen Aufwertung des Viertels beizutragen. Indem das Projekt der kulturellen Vielfalt ein Gesicht gibt, will es ein richtungweisendes Modell sein: als Beitrag zur Kulturhauptstadt Ruhr 2010 im kulturellen Schmelztiegel Ruhrgebiet und als Exempel für die Partizipation von Migrantinnen und Migranten in künstlerischen und städtebaulichen Prozessen.
Die Hochbrücke Ebene II (offizielle verkehrstechnische Bezeichnung), ist ein dominantes Bauwerk aus den siebziger Jahren; sie trennt den Stadtteil Altenhagen optisch vom Zentrum der Stadt. Das monumentale Bauwerk fällt zwangsläufig in den Blick aller, die den Hauptbahnhof passieren und die Stadt Richtung Nordwesten erreichen oder verlassen (ca. 40.0000 Autos täglich). In einer dicht besiedelten Umgebung gelegen, führt diese schnelle Verbindungsstraße nur wenige Meter an den angrenzenden Wohnhäusern vorbei und ermöglicht Blicke bis in die Wohnungen der Anwohner in den oberen Etagen der Häuser. Rund um die Brücke erstreckt sich ein Quartier mit Einzelhandel, Wettbüros, Spielhallen und Gastronomie, zumeist von Migranten geführt und besucht.
Die Gestaltung der Brücke will - nicht nur für die Stadt Hagen - Beispiel sein „Brücken zu schlagen“ für die Verständigung zwischen den deutschen und immigrierten Bevölkerungsgruppen. Das eingängige Gestaltungskonzept bestehend aus Farbe und Licht ist auch im Vorüberfahren verstehbar. Die Farbflächen an beiden Seiten der Brücke wurden auf der Grundlage von Interviews mit 42 Anwohnerinnen entwickelt. Die Frauen unterschiedlicher Herkunft wurden nach ihren Heimaterinnerungen, ihren Beweggründen zur Auswanderung oder Flucht und ihren Wahrnehmungen der neuen Heimat Hagen befragt. Die an wesentliche Erinnerungen geknüpften Farberinnerungen protokollierten die Künstlerinnen sorgfältig und schufen aus diesen Farbbiografien ein stimmiges Farbkonzept für die Brücke. Der Dialog wird zur Quelle einer Alltagsästhetik und zum künstlerischen Sujet, das Welten verbindet. Die Brücke wird zur Dokumentation und zum Gedächtnis der beteiligten Anwohnerinnen.
Ein zweiter wesentlicher Bestandteil der künstlerischen Gestaltung ist das Wort „Brücke“ als neue Beleuchtung. In den unterschiedlichen Sprachen schreiben die Interviewten das Wort Brücke mit ihrer Handschrift. Diese Schriftzüge werden in Neonleuchten nachgebildet und auf den Farbflächen angebracht. Ein Dokumentarfilm von Ute Badura, Berlin, und eine Internetseite geben Auskunft über den bisherigen Entwicklungsprozess.
Die Entwicklung des Projektes wird begleitet von Tanz-, Theater-, Musik-, Film- und Ausstellungsprojekten mit Akteuren unterschiedlicher Altersstufen aus dem Stadtteil, mit renommierten Künstlern und Hagener Kulturinstituten. In dem eigens zu diesem Zweck reaktivierten Gloria Kino entstanden seit September 2006 eine Reihe von Inszenierungen. Die Akzeptanz des Aufführungsortes ist bei der Anwohnerschaft groß, die als Akteur und Publikum beteiligt ist.
Die Aufführungen eines Jugendtheaters mit Hauptschülern aus Altenhagen unter der Leitung von Werner Hahn, ein Kurzfilm von Mustafa Özgür Arslan, einem jungen Hagener Filmemacher, die Choreografie Estacao esperanca von Ballettleiter Ricardo Fernando, der Roman „Die Schatten der Liebe“ von Ali Arslan, die Ausstellung „1 km² Stadt und eine Brücke von Milica Reinhart und Marjan Verkerk und das HipHopProjekt des MusikOfficeHagen unter Leitung von Gandhi Chahine – dies alles sind Projekte, die unter der Leitung des Kulturamtes zwischen Herbst 2006 und Frühjahr 2007 im Rahmen des Projektes Ebene II entstanden. Sie alle richten den künstlerischen Fokus auf den Alltag und die Lebenswelten der Migranten in Hagen. Und sie haben bereits bewiesen, dass sie mit hoher künstlerischer Qualität und gleichzeitiger Einbeziehung der Anwohner Altenhagens hohen Publikumszuspruch und große Medienresonanz erreichen konnten. Weitere begleitende Kunstprojekte wie ein neues Jugendtheaterstück noch in 2007 werden folgen.
3. Bedeutung und Resonanz
Das von den Künstlerinnen entwickelte Gestaltungskonzept als auch die parallel entstandenen Kunstprojekte haben weit über Hagen hinaus bereits jetzt große Anerkennung gefunden. Das Büro der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 bescheinigte bereits im August 2006 dem Hagener Oberbürgermeister:„Die Art, wie hier Stadtentwicklung, Integration und Kunst in Wechselwirkung und positive Spannung gesetzt werden, macht anschaulich, wie eine Wirkungskette „Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel“ in der Realität eines Stadtteiles konkret organisiert werden kann“ (Oliver Scheytt).
Die Kulturabteilung der Staatskanzlei bezeichnete in einer Veranstaltung im Frühjahr 2007 in Hagen dieses Projekt als beispielhaft für die interkulturelle Arbeit in NRW und wird die Ebene II in einer im Herbst erscheinenden Publikation zur Interkultur in NRW besonders herausstellen. Sie kenne kein Projekt, das auf so herausragende Weise den Kriterien der interkulturellen Kulturpolitik in unserem Lande entspräche, so Ulla Harting aus der Referat für Interkultur u.a..
Auch Fritz Pleitgen, Geschäftsführer des Ruhr 2010, äußerte sich gegenüber der Presse sehr positiv zu dem Projekt.
Im März 2007 wurde das Projekt mit weiteren Bausteinen bis 2010 angereichert und als Beitrag zur Kulturhauptstadt zum Schwerpunktthema „Stadt der Kulturen“ eingereicht. Die Entscheidung, ob dieses Projekt zu einem der Leitprojekte der Ruhr 2010 wird, entscheidet eine Jury voraussichtlich Ende Oktober. Erste Hinweise lassen auf eine positive Entscheidung hoffen.
4. Realisierung
Die Umsetzung des Farb- und Lichtkonzeptes erfordert eine langwierige Vorbereitungsphase. Neben der Prüfung der technischen Gegebenheiten und Erfordernisse wird in 2007 die Umsetzung der Farbentwürfe erprobt. Dazu erhalten die Künstlerinnen kostenlose Unterstützung und Beratung eines Farbenherstellers. Unterstützt mit Mitteln der Staatskanzlei werden die vorbereitenden Arbeiten durchgeführt, so dass im März 2008 mit der Realisierung des Kunstprojektes begonnen werden kann.
Baulicher Zustand des Brückenbauwerkes
Das Bauwerk ist in den Jahren 1963 – 1968 erstellt worden. Es handelt
sich hierbei um einen vorgespannten mehrzelligen Hohlkasten in Stahlbetonbauweise.
Der bauliche Zustand des
Brückenbauwerkes erfordert in den nächsten sieben bis zehn Jahren die Sanierung
von Schadstellen im Bereich der Spanngliedverankerungen.
Des Weiteren müssen im Zuge dieser Arbeiten die Betonunterseiten der Brückenüberbauten
mit einem Oberflächenschutzsystem beschichtet werden.
Es sinnvoll, die Sanierungsarbeiten am Bauwerk vorzuziehen, um anschließend das
Kunstprojekt „Sehnsucht nach Ebene II“ uneingeschränkt realisieren
zu können. Eine spätere Sanierung des Brückenbauwerkes würde wahrscheinlich
große Teile des Kunstwerkes zerstören.
Die Herstellung des Kunstprojektes erfordert die Einrüstung und Einhausung der
Überbauten. Diese Einrüstung kann gleichzeitig für die Sanierung des Bauwerkes
im Vorfeld genutzt werden.
Baulicher Ablauf
Das Bauwerk besteht aus 15 Überbaufeldern mit Stützweiten von je 30 –
50 m
14 Felder sollen nacheinander saniert, beschichtet und farblich gestaltet
werden. Ein Feld wurde bereits vor einigen Jahren saniert (Brandschaden).
Anschließend werden an einigen Feldern des Bauwerkes Leuchtschriften mit der
Aufschrift „Brücke“ in verschiedenen Sprachen befestigt.
Aus Kostengründen sollen zeitgleich nur jeweils drei Felder des
Brückenbauwerkes eingerüstet werden. Dadurch wird gewährleistet, dass die
Sanierungs- und Gestaltungsarbeiten am Bauwerk fortlaufend ausgeführt werden
können.
Für die Sanierungs- und Gestaltungsarbeiten an den einzelnen Bauwerksfeldern
stehen jeweils nicht mehr als drei Wochen Zeit zur Verfügung.
In diesem Zeitraum werden auch die Haltekonstruktionen für die Beleuchtungseinrichtungen
am Bauwerk montiert. Anschließend erfolgt die Montage der Licht-Schriftzüge
„Brücke“ am Bauwerk.
Die Stromversorgung für die Lichtinstallation erfolgt über ein neu unter der Brücke zu verlegendes Kabelnetz in Edelstahlschutzrohren. Die Stromeinspeisung und Verbrauchsermittlung ist über einen separat vorgesehenen Schaltschrank mit Zähleinrichtung vorgesehen, so dass die Lichtanlage unabhängig von der öffentlichen Straßenbeleuchtung betrieben und geschaltet werden kann.
Die vorhandene Straßenbeleuchtung bleibt durch die vorhandenen Leuchten in ihrer Lichtstärke unverändert gewährleistet. Der Bereich „Altenhagener Brücke“ ist seit Jahren ein Unfallschwerpunkt. Von daher ist eine Veränderung der technischen Beleuchtung in ihrer Gesamtstärke aus Sicherheitsgründen zu vermeiden. Lediglich kann eine Reduzierung der Lichtstärke einzelner Leuchten mit gleichzeitiger Erhöhung der Leistungsaufnahme der benachbarten Leuchten zur Akzentuierung der Neonschriftzüge nach Vorlage detaillierter Lagepläne mit Darstellung der geplanten Schriftzüge der vorh. Leuchten und Nennung der Leistungsaufnahmen auf Basis einer lichttechnischen Berechnung in Erwägung gezogen werden. Eine Demontage von Leuchten wird ausgeschlossen.
Danach wird das Gerüst im fertig
gestellten Feld demontiert, umgesetzt und vor den bereits eingerüsteten Feldern
wieder aufgebaut.
Diese zeitliche Taktung des Bauablaufes ist zwingend und kann nicht verändert
werden.
Zeitvorgaben
Mit der Einrüstung der ersten drei Brückenfelder soll im Februar 2008 begonnen
werden. Die Einrüstung hierfür wird ca. drei Wochen in Anspruch nehmen. Die
weitere Umsetzung der einzelnen Gerüstfelder erfordert jeweils ca. fünf bis
sieben Tage.
Ab März 2008 soll mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden.
Die Fertigstellung aller Arbeiten ist für den November 2008 geplant.
Verkehrliche Besonderheiten
Mit Beeinträchtigungen des Straßenverkehrs (temporäre Sperrung von einzelnen
Fahrspuren) während der Einrüstungsarbeiten der einzelnen Brückenfelder muss
gerechnet werden.
5. Gesamtkonzept
Kulturhauptstadt Ruhr 2010
2006: Ein km² Stadt
und eine Brücke
- Die Projekte wurden wie
beschrieben realisiert.
2007: Die Sehnsucht
nach Ebene II
- Ab Frühjahr : Vorbereitende Arbeiten für die Realisierung des Farb- und Lichtkonzeptes. Erstellung einer Dokumentation und einer Internetseite
- Fortführung des Jugendtheaters mit der Hauptschule Altenhagen unter Leitung von Werner Hahn und der Tanzpädagogin Vera Ivancic.
2008: Die Sehnsucht
nach Ebene II – Farb- und Lichtgestaltung der Brücke
- Von März bis November 2008 wird in einem abgestimmten Konzept zwischen Künstlerinnen und Brückenbauamt der Stadt die Realisierung des Farb- und Lichtplans erfolgen. Voraussetzung ist ein bis dahin abgeschlossenes Finanzierungskonzept.
2009: crossover: the
bridge
- Das Philharmonische
Orchester des Theater Hagen und die deutschsprachige Rap-Gruppe Sons of
Gastarbeita (mit Gandhi Chahine) erarbeiten gemeinsam ein Musikwerk zur
Brücke Ebene II und führen dies unter Einbeziehung von Musikern und Laien
aus der Stadt auf. Voraussetzung
ist eine entsprechende Förderung durch das Kulturhauptstadtbüro und die
Staatskanzlei.
2010: inside outside
- Sommer 2010: Die international bekannte und agierende Performance-Künstlerin Angie Hiesl, Köln, und Roland Kaiser, Darstellender und Bildender Künstler aus Köln, entwickeln auf der Grundlage ihrer Aktions-Installationen eine temporäre Gesamtbespielung der Hochbrücke. Indem sie mit entsprechendem Mobiliar einen Teil der Innenwelten der dort lebenden Bevölkerung nach draußen auf die Brücke holen und bespielen, wird nicht nur die Vielfalt familiärer, kulturell tradierter Lebenswelten aus dem Verborgenen in die Öffentlichkeit geholt, sondern der durch die Brücke radikal zerschnittene Lebensraum der Häuser nach draußen erweitert. Voraussetzung ist eine entsprechende Förderung (s.o.).
- Parallel wird eine Internationale Tagung unter dem Thema „Gateways to Heaven“ mit Jugendlichen aus Estland, Litauen, Polen, Italien, Russland, Weissrussland und der Ukraine unter der Leitung der Evangelischen Schülerinnen und Schülerarbeit in Westfalen stattfinden.
6. Ziele
Das Kunstprojekt rund um die Ebene II wird als innovatives Projekt von der Landesregierung beispielhaft publiziert und gefördert. Es steht in unmittelbarer Folge der Struktur bildenden Initiativen zur interkulturellen Entwicklung in der Stadt.
- Das Projekt unterstützt den Dialog der in Hagen lebenden Kulturgruppen positiv und trägt zur Integration bei.
- Es setzt sich mit in qualitativ hochwertiger Weise künstlerisch mit eigenen und fremden kulturellen Lebensweisen auseinander.
- Es besitzt aufgrund seines modellhaften Charakters und durch die Einbeziehung international erfolgreicher Künstler eine national wie international wirkende Anziehungskraft.
- Es experimentiert mit unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen und stellt einen Diskurs zwischen den Künsten und den beteiligten Akteuren her.
- Es trägt dazu bei, die kulturelle Vielfalt der Stadt als Bereicherung und Chance zu begreifen und zur Stadtidentität zugehörig wahrzunehmen.
- Es intensiviert nachhaltig die interkulturellen Strukturen in der Stadt und implantiert interkulturelle Prozesse in die traditionellen Kulturinstitute.
7. Dimensionen
Neue Verknüpfungen: Das Projekt verbindet mit seinem künstlerischen Ansatz verschiedene Felder: Kunst, Städtebau und Stadtplanung, Integration, Frauen und Jugend. Kultur wird hier zum Motor für Begegnung und Integration, städtebauliche Erneuerung und kulturelle Reaktivierung eines Stadtteils mit besonderem Erneuerungsbedarf.
Neue Kooperationen: Mit breit angelegter innerstädtischer Kooperation, die besonders auf
die aktive Partizipation der Migrantinnen und Migranten gemeinsam mit
kommunalen Institutionen und Initiativen setzt, werden die Potentiale solcher
Zusammenarbeit erstmals langfristig erprobt und für die Zukunft gefestigt.
Das Besondere ist die intensive Einbeziehung der Anwohner, insbesondere der Frauen, und der verschiedenen kommunalen Akteure über die gesamte Dauer: von der Planungsphase über begleitende Veranstaltungen bis hin zur Durchführung über einen Zeitraum von fünf Jahren!
Neue Identifikationen: Die Realisierung des spartenübergreifenden Projektes „Die Sehnsucht nach Ebene II“ dient in der neuen Kontaktaufnahme und der breiten Beteiligung der Hagener Bevölkerung als Modell und Symbol für Verbindendes und Verständigung. Die künstlerische Bearbeitung der Brücke verweist jeden Passierenden auf diesen Dialog und auf die für manche Einwohner unbekannten Seiten der Stadt.
Bisherige Erfahrungen lassen darauf schließen, dass die kollektiven Gestaltungsprozesse dazu führen, dass Kunstwerke zu einem höheren Identifikationspotential und einer besonderen Wertschätzung der Anwohnerinnen und Anwohner mit ihrem Stadtteil führen. Durch eine Aufnahme des Projektes in das Angebot zur Kulturhauptstadt 2010 kann die gesamteuropäische Dimension der kulturellen und sozialen Annäherung in einem sich neu definierenden Europa abgebildet werden.
Europäische Dimension: Das Projekt, der Prozess der Gestaltung der Brücke selbst, verbunden mit dem breiten Spektrum an Aktivitäten zum Thema Migration, versteht sich als innerstädtische Kommunikations- und Kooperationsplattform zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Anknüpfend an vergleichbare städtebauliche „Irrtümer“ der letzten dreißig Jahre, wie sie in vielen europäischen Städten auf ähnliche Weise entstanden, bietet das exemplarische Projekt Anleitungen zur Nachahmung auch über die nationalen Grenzen hinaus. Die Verknüpfung sozialer, kultureller, künstlerischer und städtebaulicher Ambitionen kann zur Neubewertung von städtischen Räumen mit Hilfe der AnwohnerInnen führen. Eine Weitergabe der dokumentarischen Ausstellung an interessierte Städte ist möglich und erwünscht. Eine Kooperation über deutsche Grenzen hinaus ist beabsichtigt und vorbereitet. Eine Realisierung des Projektansatzes in Amsterdam wird derzeit geprüft.
8. Finanzen
Die Finanzierung des Projektes in 2008 mit einem Gesamtvolumen von rund 780.000 € ist dem anliegenden Kosten- und Finanzierungsplan zu entnehmen. Entsprechende Vorgespräche mit den zuständigen Ministerien, Stiftungen und der Staatskanzlei erlauben die Aussicht auf eine gesicherte Gesamtfinanzierung bis Ende 2007 bzw. Anfang 2008.
Hauptanteil der Förderung soll über Bundessondermittel „Soziale Stadt“ fließen. Ein entsprechendes Sondierungsgespräch führten Vertreter der Verwaltung im Mai mit Vertretern der Staatskanzlei und den zuständigen Ministerien.
Die anwesenden Vertreter des Landes begrüßten die mit dem Brückenprojekt verbundenen Ziele und Intentionen und stellten im Rahmen ihrer haushälterischen Möglichkeiten eine noch zu klärende anteilige Förderung in Aussicht unter der Voraussetzung eines entsprechenden Ratsbeschlusses und angemessener finanzieller Beteiligung der Stadt Hagen und möglicher Sponsoren.
Die Kosten für die Herstellung und den Betrieb der Lichtanlage werden nach Vorliegen der Planung auf Basis einer lichttechnischen Berechnung und anhand von örtlichen Aufmaßen ermittelt und können daher zum jetzigen Zeitpunkt nicht beziffert werden.
Die Arbeiten werden nur bei einer Zusage der dem Finanzierungsplan zu entnehmenden Zuschüsse begonnen. Die Finanzierung der Fortsetzungsprojekte in 2009 und 2010 werden durch gesonderte Anträge auf den Weg gebracht. Hier besteht die Möglichkeit, die vorgesehenen Konzepte dem jeweils verfügbaren Budget in 2009 und 2010 anzupassen.
9. Beteiligte
Veranstalter: Im Rahmen der bisherigen Aktivitäten haben sich verschiedene Bereiche der Stadtverwaltung Hagen eingebracht, vom Baudezernat über die Gleichstellungsstelle bis zum Kulturbereich mit Theater (LUTZ - junge bühne hAGEN, Ballett Theater Hagen), Kulturamt und Jugendamt sowie Schulen. Darüber hinaus sind freie KünstlerInnen aus Hagen und Kulturinitiativen tätig geworden. Die Einbindung weiterer Kulturbereiche ist für die nächsten Projekte vorgesehen.
Die Federführung des künstlerischen Teils des Gesamtprojektes liegt beim Kulturamt Hagen. Die Federführung der Sanierungsarbeiten am Bauwerk liegen beim Brückenbauamt. Der Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung ist für gestalterisches Licht und Werbung verantwortlich.
Die Agentur EXILE Kooperationen e.V., Essen ist mit dem Management von Teilaufgaben beauftragt.
Netzwerke und Institutionen (Eine Welt Netz NRW und die regionale Stelle Kommunale Entwicklungszusammenarbeit) aus der Region haben eine breite Unterstützung gegenüber dem Projekt und ihre Beteiligung mit verschiedenen selbst organisierten Beiträgen angekündigt.
KünstlerInnen:
Milica Reinhart, 1958
geboren in Djakova, Kroatien, lebt und arbeitet als Bildende Künstlerin in Hagen.
Sie ist regelmäßig vertreten in internationalen künstlerischen Austauschprojekten
die wesentlich durch ihr Engagement geprägt sind. In 2000 hat sie die
künstlerische Arbeit von Marjan Verkerk, 1956 in Amsterdam geboren,
kennengelernt. Mit dem internationalen Kunstprojekt „Visible
Visions“, das Milica Reinhart und Marjan Verkerk gemeinsam entwickelten,
und bei dem EXILE-Kulturkoordination auch schon die Projektorganisation
geleitet hat, ernteten sie viel Erfolg im In- und Ausland. Die für den
Weltgipfel in Johannesburg 2002 gemeinsam mit internationalen Künstlerinnen
erarbeitete Ausstellung wurde in verschiedenen Museen Deutschlands, der Niederlande
und Südafrikas gezeigt und wurde im Frühjahr 2005 beim Sitz des Umweltprogramms
der Vereinten Nationen in Nairobi gezeigt. Das Kunstprojekt wurde als
vorbildliches Agenda 21-Projekt des Landes NRW ausgezeichnet.
Curriculum Vitae Milica Reinhart
2001: Arka –Zeche Zollverein/Essen
2002: Goethe-Institut Salvador de Bahia/Brasilien
2002: bis 2005 „Visible Visions – Internationales Kunstprojekt“ im Kontext der UN-Konferenz Johannesburg/Südafrika, Deutschland Niederlande, Kenia
2003: „Farbflucht“ Galerie Clasen/Münster
2004: „Das Erinnerte Haus“ FolkwangMuseum/Essen
2004: Wasserkunstprojekt in der Volme/Hagen
2005 „Länderspiele“ – L‘Acropoleum Tunis/Tunesien
2005: Teilnahme an den Deutschen Kulturwochen in Moskau und Smolensk/Goethe Institut
Curriculum Vitae Marjan Verkerk
Studium der Malerei und Zeichnung an der Kunstakademie Arnheim, Niederlande
Einzel und Gruppenausstellungen in u.a. Amsterdam (NL), Istanbul (T), Brighton (UK), Wien (Au), Aachen (D), Hagen (D)
seit 1981: Multimediaprojekte: Kombinationen von Visueller Kunst mit Klang/Musik, Fotografie und Film in Installationen und Theaterprojekten.
u.a. ” Enige Nurksen” (“Einige Nörgler”), Klang, Gesang, Text und Bewegende Zeichnungen. Auftritte in u.a. Stedelijk Museum Amsterdam, Reithalle Bern und Cave 12 Genève (S), le 102 Grenoble (F) u.a. 2000: ”de Walvis” (”Der Wal“), Große Lichtinstallation mit Bewegten Bildern für ein Glasgebäude in Amsterdam.
Kuratorin von Ausstellungen, Kooperationsprojekte mit Künstlern aus verschiedenen Disziplinen und Ländern ab 1981.
Visible Visions 2002-2005: Internationales Multimedia-Ausstellungsprojekt mit 11 Künstlerinnen aus Brasilien, Kroatien, Niederlande, Irland, Deutschland
Unterrichtet Zeichnung und Malerei: Kunstakademie Arnheim (1989) und Breda (1994), Crea-Universität von Amsterdam (1998 bis heute),
Anlagen
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21.08.2007 - Bezirksvertretung Hagen-Mitte - geändert beschlossen
Beschluss:
Die Bezirksvertretung Hagen-Mitte empfiehlt dem Rat der Stadt Hagen
folgenden Beschluss zu fassen:
Der Rat der Stadt Hagen stimmt der Realisierung des Projektes
„Sehnsucht nach Ebene II“ als Bestandteil der Kulturhauptstadt 2010
zu. Die Maßnahme wird in 2008 umgesetzt. Grundlage der Zustimmung ist der
aktuelle Kosten- und Finanzierungsplan. Zur Kompensation von bislang nicht
gedeckten Finanzierungsanteilen wird ein Sponsor/eine Stiftung im Rahmen einer
Ausfallbürgschaft aufkommen. Städtische Sonderzahlungen über die
bereitzustellenden Etats des laufenden Haushalts hinaus werden ausgeschlossen.
Zusatz:
Die Bezirksvertretung Hagen-Mitte
empfiehlt dem Rat der Stadt Hagen, in den Verhandlungen mit den Künstlern den
Ausschluss des Urheberrechtes abzuklären.