Beschlussvorlage - 0706/2007

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Bericht der Verwaltung wird zur Kenntnis genommen.

Die Verwaltung wird beauftragt, mit möglichen Investoren auf Grundlage der in der Vorlage beschriebenen Rahmenbedingungen und Kriterien über den Verkauf der Besitzung zu verhandeln und das Ergebnis den politischen Gremien vorzustellen.

Der Beschluss wird bis zum 31.12.2007 umgesetzt.

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Sachverhalt

 

Die Stadt Hagen organisierte im Mai / Juni 2007 einen kooperativen Workshop mit einer intensiven Bürgerbeteiligung, um ein Konzept für eine stadtteilverträgliche und ökonomische Umnutzung der Brachfläche des ehemaligen Schlachthofgeländes in Wehringhausen zu suchen.

Der Workshop mit dem Arbeitstitel „Cool Tour Hof – Alter Schlachthof Wehringhausen“ sollte zu Ideen für eine zukünftige Nutzung des Schlachthofgeländes führen. Dabei sollte ein Umsetzungskonzept erkennbar werden, das sowohl zeitlich als auch wirtschaftlich und inhaltlich in Schritten realisierbar ist.


 
Verfahrensablauf:

Wie in der Bezirksvertretung Mitte im März 2007 angekündigt, hat die Stadt Hagen einen Workshop mit dem Titel „Cool Tour Hof – Alter Schlachthof Wehringhausen“ organisiert, in dem ein „cooles“ Konzept zur Umnutzung der städtischen Schlachthoffläche gesucht wurde. Die Auftaktveranstaltung fand am 23.05.2007 in der ehemaligen Schlachthof-Gaststätte statt. Durch Verteilung persönlicher Anschreiben in der Nachbarschaft des Schlachthofes, eine Vorveranstaltung im Rahmen des Zukunftsmeetings und eine intensive Pressearbeit wurde die Öffentlichkeit auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht. Die breite Öffentlichkeitsarbeit wurde durch die rege Teilnahme der interessierten Bürgerinnen und Bürger (ca. 80 - 100 Anwesende) bestätigt.

Bei der Auftaktveranstaltung des kooperativen Workshopverfahrens wurden die Potenziale und Chancen der Schlachthoffläche aufgezeigt. Anschließend wurden die Anregungen und die Wünsche für die zukünftige Nutzung und Gestaltung des Schlachthofgeländes gesammelt. Es wurden unterschiedliche Ideen vorgetragen, die teilweise Bedenken und zum Teil große Zustimmung im Auditorium auslösten. Abschließend kam das Publikum zu der Auffassung, dass bei allen Vorschlägen die Wirtschaftlichkeit berücksichtigt, die Schaffung von Arbeitsplätzen vorangetrieben und keine höheren Lärm- und Schmutzimmissionen verursacht werden sollten. Des Weiteren sollten die bestehenden Nutzungen bestehen bleiben und keine Konkurrenz zu dem bestehenden Einzelhandel in der Nahversorgung von Wehringhausen geschaffen werden.

Die Anregungen aller Beteiligten aus dem Workshop wurden von den Planungsteams in der weiteren Bearbeitungszeit in konkrete Konzepte umgesetzt.

Die entstandenen Entwürfe wurden am 20. Juni 2007 in einer offenen Präsentation der zahlreich erschienenen Zuhörerschaft vorgestellt und abschließend von einem Empfehlungsgremium mit den folgenden Kriterien beurteilt.

Städtebauliche Beurteilungskriterien:

1.      Städtebauliche Beurteilung unter Berücksichtigung der bestehenden Kubaturen, der Eigenart und der Rauheit des Geländes im Kontext des Stadtteils.

2.      Funktionales Konzept: Nutzungs-Mix in Anlehnung zur Vermarktungsfähigkeit und zu Realisierungschancen.

3.      Erschließung und ruhender Verkehr

Beurteilung des Empfehlungsgremiums:

Das Empfehlungsgremium würdigte zunächst die hohe Bearbeitungstiefe durch die drei teilnehmenden Büros. In jedem Entwurf sind Ansätze festzustellen, die den Ort zukünftig stärken können.

Nach der Einstiegsdiskussion und Festlegung der Kriterien erörterte das Gremium die Arbeiten der Reihenfolge nach. Dabei wurde deutlich, dass das Konzept der Arbeit von Lill + Sparla / Kirsch Sianidis sowohl konzeptionell, als auch hinsichtlich etwaiger Veränderungen über einen längeren Entwicklungszeitraum das flexibelste bzw. robusteste ist. Die Idee, bestehende Nutzungen über eine zeitliche Perspektive miteinander zu kombinieren und weiter zu entwickeln, wird mit einer Akzentuierung und Herausarbeitung. des Standortes verknüpft. Der Standort wird mit wenigen Mitteln (Kopfbauwerk, Aussichtsturm, Aktivierung S-Bahn Zugang) neu positioniert und damit eine Adresse gebildet.

Insbesondere überzeugte die orthogonale Erschließung im bebauten Quartier, da damit eine zukünftige Grundstücksaufteilung gut ermöglicht wird. Auch die multifunktionale Parkplatz / Spielfläche als Entree wurde gewürdigt. In diesem Zusammenhang überzeugten die Planverfasser auch mit dem klugen Gedanken, die S-Bahn vertikal über einen Aufzug barrierefrei anzubinden. Andererseits ist auch die fußläufige Vernetzung in den Stadtteil gegeben.

Die Beibehaltung der derzeitigen Nutzer und die vorgeschlagenen Nutzungsergänzungen scheinen möglich. Die schrittweise Umsetzung ist lobenswert. Breites und verträgliches Nutzungskonzept durch kleine Eingriffe im Bestand!

Die qualitativ hochwertige Architektursprache muss möglicherweise noch einmal auf den Ort hin überprüft werden à Teilweise zu aufwendig in der Materialität (z.B. Gastronomie im gläsernen Kopfgebäude).

Empfehlung des Gremiums:

Das Empfehlungsgremium empfiehlt der Stadt Hagen die von außen eingebrachte Idee eines Wurstmuseums nicht weiter zu verfolgen. Dies geschieht insbesondere vor dem Hintergrund das die Marktplayer der deutschen Wurst- und Fleischszene ihre Standorte nicht in der Region Südwestfalen haben, sondern sich räumlich anderweitig ausprägen.

Das Gremium empfiehlt der Stadt Hagen das Konzept von Lill + Sparla / Kirsch Sianidis als Entwicklungskonzept für den Schlachthof zugrunde zulegen

Langfristig könnte eine Verflechtung mit dem westlichen Grundstückseigentümer untersucht werden.

Abschließend war das Gremium der Überzeugung, dass das Verfahren für das Areal aufgrund der intensiven Bürgerbeteiligung und des initiativen Charakters positiv bewertet wird.

Weiteres Verfahren:

Auf der Grundlage des Workshops haben sich zwischenzeitlich Interessenten gemeldet, mit denen gegenwärtig über eine Entwicklung und über den Verkauf des Grundstücks verhandelt wird.

Dabei konkretisiert sich das vorgeschlagene Konzept des Wettbewerbsfavoriten und erscheint mit dem stadtteilverträglichen Nutzungsmix aus bestehender Produktion mit Arbeitsplätzen / Musik-Kulturszene-Möglichkeiten mit neuer Gastronomie und einer kleinen Marktfläche als realisierbar.

Entscheidend in den weiteren Verhandlungen ist dabei, die Deutsche Bahn AG mit einzubeziehen, da die Bahnbögen eine reizvolle Ergänzung mit kleinteiliger Nutzung darstellen können.

Im weiteren Verfahren werden seitens der Verwaltung folgende Punkte mit in die Verhandlungen eingebracht:

·                        Schaffung und Erhalt von Arbeitsplätzen

·                        Öffnung des Grundstücks zur Wehringhauser Straße (fußläufig)

·                        Gliederung des Grundstücks in Parkplatz / Kultur / Produktion

·                        Gestaltung der Freiflächen und Freihalten der Parkplatzfläche

·                        Sicherung des S-Bahn Zugangs

·                        Erhalt und ggf. Umsetzung der historischen Dampfmaschine

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Anlagen

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Beschlüsse

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21.08.2007 - Bezirksvertretung Hagen-Mitte - ungeändert beschlossen

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28.08.2007 - Stadtentwicklungsausschuss - geändert beschlossen

Beschluss:

Der Bericht der Verwaltung wird zur Kenntnis genommen.

Die Verwaltung wird beauftragt, mit möglichen Investoren unter Berücksichtigung  der in der Vorlage beschriebenen Rahmenbedingungen und Kriterien über den Verkauf der Besitzung zu verhandeln und das Ergebnis den politischen Gremien vorzustellen.

Der Beschluss wird bis zum 31.12.2007 umgesetzt.

 

Abstimmungsergebnis:

x

 Einstimmig beschlossen