Beschlussvorlage - 0706/2007
Grunddaten
- Betreff:
-
Ergebnis des Workshops zur Erstellung eines städtebaulichen Umnutzungskonzepteshier: Entwicklung der Fläche des ehemaligen städtischen Schlachthofes in Wehringhausen
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Britta Wimpelberg
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Mitte
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Vorberatung
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21.08.2007
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●
Erledigt
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Stadtentwicklungsausschuss
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Vorberatung
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28.08.2007
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Beschlussvorschlag
Der Bericht der Verwaltung wird
zur Kenntnis genommen.
Die Verwaltung wird beauftragt,
mit möglichen Investoren auf Grundlage der in der Vorlage beschriebenen
Rahmenbedingungen und Kriterien über den Verkauf der Besitzung zu verhandeln
und das Ergebnis den politischen Gremien vorzustellen.
Der Beschluss wird bis zum 31.12.2007
umgesetzt.
Sachverhalt
Die Stadt Hagen organisierte im
Mai / Juni 2007 einen kooperativen Workshop mit einer intensiven
Bürgerbeteiligung, um ein Konzept für eine stadtteilverträgliche und
ökonomische Umnutzung der Brachfläche des ehemaligen Schlachthofgeländes in
Wehringhausen zu suchen.
Der Workshop mit dem Arbeitstitel „Cool Tour Hof
– Alter Schlachthof Wehringhausen“ sollte zu Ideen für eine
zukünftige Nutzung des Schlachthofgeländes führen. Dabei sollte ein
Umsetzungskonzept erkennbar werden, das sowohl zeitlich als auch wirtschaftlich
und inhaltlich in Schritten realisierbar ist.
Verfahrensablauf:
Wie
in der Bezirksvertretung Mitte im März 2007 angekündigt, hat die Stadt Hagen
einen Workshop mit dem Titel „Cool Tour Hof – Alter Schlachthof
Wehringhausen“ organisiert, in dem ein „cooles“ Konzept zur
Umnutzung der städtischen Schlachthoffläche gesucht wurde. Die
Auftaktveranstaltung fand am 23.05.2007 in der ehemaligen
Schlachthof-Gaststätte statt. Durch Verteilung persönlicher Anschreiben in der
Nachbarschaft des Schlachthofes, eine Vorveranstaltung im Rahmen des
Zukunftsmeetings und eine intensive Pressearbeit wurde die Öffentlichkeit auf
die Veranstaltung aufmerksam gemacht. Die breite Öffentlichkeitsarbeit wurde
durch die rege Teilnahme der interessierten Bürgerinnen und Bürger (ca. 80 - 100
Anwesende) bestätigt.
Bei der Auftaktveranstaltung des
kooperativen Workshopverfahrens wurden die Potenziale und Chancen der
Schlachthoffläche aufgezeigt. Anschließend wurden die Anregungen und die
Wünsche für die zukünftige Nutzung und Gestaltung des Schlachthofgeländes
gesammelt. Es wurden unterschiedliche Ideen vorgetragen, die teilweise Bedenken
und zum Teil große Zustimmung im Auditorium auslösten. Abschließend kam das
Publikum zu der Auffassung, dass bei allen Vorschlägen die Wirtschaftlichkeit
berücksichtigt, die Schaffung von Arbeitsplätzen vorangetrieben und keine
höheren Lärm- und Schmutzimmissionen verursacht werden sollten. Des Weiteren
sollten die bestehenden Nutzungen bestehen bleiben und keine Konkurrenz zu dem
bestehenden Einzelhandel in der Nahversorgung von Wehringhausen geschaffen
werden.
Die Anregungen aller Beteiligten aus
dem Workshop wurden von den Planungsteams in der weiteren Bearbeitungszeit in
konkrete Konzepte umgesetzt.
Die
entstandenen Entwürfe wurden am 20. Juni 2007 in einer offenen Präsentation der
zahlreich erschienenen Zuhörerschaft vorgestellt und abschließend von einem
Empfehlungsgremium mit den folgenden Kriterien beurteilt.
Städtebauliche
Beurteilungskriterien:
1.
Städtebauliche
Beurteilung unter Berücksichtigung der bestehenden Kubaturen, der Eigenart und
der Rauheit des Geländes im Kontext des Stadtteils.
2.
Funktionales
Konzept: Nutzungs-Mix in Anlehnung zur Vermarktungsfähigkeit und zu
Realisierungschancen.
3.
Erschließung und
ruhender Verkehr
Beurteilung
des Empfehlungsgremiums:
Das
Empfehlungsgremium würdigte zunächst die hohe Bearbeitungstiefe durch die drei
teilnehmenden Büros. In jedem Entwurf sind Ansätze festzustellen, die den Ort
zukünftig stärken können.
Nach
der Einstiegsdiskussion und Festlegung der Kriterien erörterte das Gremium die
Arbeiten der Reihenfolge nach. Dabei wurde deutlich, dass das Konzept der
Arbeit von Lill + Sparla / Kirsch Sianidis sowohl konzeptionell, als auch
hinsichtlich etwaiger Veränderungen über einen längeren Entwicklungszeitraum
das flexibelste bzw. robusteste ist. Die Idee, bestehende Nutzungen über eine
zeitliche Perspektive miteinander zu kombinieren und weiter zu entwickeln, wird
mit einer Akzentuierung und Herausarbeitung. des Standortes verknüpft. Der
Standort wird mit wenigen Mitteln (Kopfbauwerk, Aussichtsturm, Aktivierung
S-Bahn Zugang) neu positioniert und damit eine Adresse gebildet.
Insbesondere
überzeugte die orthogonale Erschließung im bebauten Quartier, da damit eine
zukünftige Grundstücksaufteilung gut ermöglicht wird. Auch die multifunktionale
Parkplatz / Spielfläche als Entree wurde gewürdigt. In diesem Zusammenhang
überzeugten die Planverfasser auch mit dem klugen Gedanken, die S-Bahn vertikal
über einen Aufzug barrierefrei anzubinden. Andererseits ist auch die fußläufige
Vernetzung in den Stadtteil gegeben.
Die
Beibehaltung der derzeitigen Nutzer und die vorgeschlagenen Nutzungsergänzungen
scheinen möglich. Die schrittweise Umsetzung ist lobenswert. Breites und
verträgliches Nutzungskonzept durch kleine Eingriffe im Bestand!
Die
qualitativ hochwertige Architektursprache muss möglicherweise noch einmal auf
den Ort hin überprüft werden à
Teilweise zu aufwendig in der Materialität (z.B. Gastronomie im gläsernen
Kopfgebäude).
Empfehlung
des Gremiums:
Das
Empfehlungsgremium empfiehlt der Stadt Hagen die von außen eingebrachte Idee
eines Wurstmuseums nicht weiter zu verfolgen. Dies geschieht insbesondere vor
dem Hintergrund das die Marktplayer der deutschen Wurst- und Fleischszene ihre
Standorte nicht in der Region Südwestfalen haben, sondern sich räumlich
anderweitig ausprägen.
Das
Gremium empfiehlt der Stadt Hagen das Konzept von Lill + Sparla / Kirsch
Sianidis als Entwicklungskonzept für den Schlachthof zugrunde zulegen
Langfristig
könnte eine Verflechtung mit dem westlichen Grundstückseigentümer untersucht
werden.
Abschließend
war das Gremium der Überzeugung, dass das Verfahren für das Areal aufgrund der
intensiven Bürgerbeteiligung und des initiativen Charakters positiv bewertet
wird.
Weiteres
Verfahren:
Auf der Grundlage des Workshops haben sich
zwischenzeitlich Interessenten gemeldet, mit denen gegenwärtig über eine
Entwicklung und über den Verkauf des Grundstücks verhandelt wird.
Dabei konkretisiert sich das vorgeschlagene Konzept
des Wettbewerbsfavoriten und erscheint mit dem stadtteilverträglichen
Nutzungsmix aus bestehender Produktion mit Arbeitsplätzen /
Musik-Kulturszene-Möglichkeiten mit neuer Gastronomie und einer kleinen
Marktfläche als realisierbar.
Entscheidend in den weiteren Verhandlungen ist dabei,
die Deutsche Bahn AG mit einzubeziehen, da die Bahnbögen eine reizvolle
Ergänzung mit kleinteiliger Nutzung darstellen können.
Im weiteren Verfahren werden seitens der Verwaltung
folgende Punkte mit in die Verhandlungen eingebracht:
·
Schaffung und
Erhalt von Arbeitsplätzen
·
Öffnung des
Grundstücks zur Wehringhauser Straße (fußläufig)
·
Gliederung des
Grundstücks in Parkplatz / Kultur / Produktion
·
Gestaltung der
Freiflächen und Freihalten der Parkplatzfläche
·
Sicherung des
S-Bahn Zugangs
·
Erhalt und ggf.
Umsetzung der historischen Dampfmaschine
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
|
(wie Dokument)
|
2,9 MB
|

28.08.2007 - Stadtentwicklungsausschuss - geändert beschlossen
Beschluss:
Der Bericht der Verwaltung wird zur
Kenntnis genommen.
Die Verwaltung wird beauftragt, mit
möglichen Investoren unter Berücksichtigung der in der Vorlage beschriebenen
Rahmenbedingungen und Kriterien über den Verkauf der Besitzung zu verhandeln
und das Ergebnis den politischen Gremien vorzustellen.
Der Beschluss wird bis zum 31.12.2007
umgesetzt.
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Abstimmungsergebnis: |
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x |
Einstimmig beschlossen |