Beschlussvorlage - 0565/2007
Grunddaten
- Betreff:
-
Familienzentren in Hagen
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB55 - Jugend und Soziales
- Bearbeitung:
- Renate Haack
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Jugendhilfeausschuss
|
Entscheidung
|
|
|
|
19.06.2007
|
Beschlussvorschlag
Der Jugendhilfeausschuss stimmt den Vorschlägen aus den stadtteilbezogenen Trägerunden zur Gründung von 7 weiteren Familienzentren für Hagen ab dem Kindergartenjahr 2007/2008 zu.
Der Jugendhilfeausschuss beauftragt die Verwaltung die ausgewählten Einrichtungen an das Ministerium zu melden.
Sachverhalt
Mit Schreiben
vom 5.02.2007 teilte das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und
Integration (MGFFI) des Landes Nordrhein – Westfalen mit, dass die
Einrichtungen für die zweite Stufe der Weiterentwicklung zu Familienzentren ab
dem Kindergartenjahr 2007/2008 bis zum 29.06.2007 von den Kommunen gemeldet
sein müssen. Für das kommende Kindergartenjahr wurde der Stadt Hagen vom
Ministerium ein Kontingent von 9 Familienzentren zugesprochen. Davon sind die
beiden Pilotprojekte abzuziehen. Der in der Vorlage dargestellte
Findungsprozess ergab ein einvernehmliches Votum aller Träger zur Bildung von 7
Familienzentren, die alle zum 01. August 2007 starten werden.
Mit Schreiben vom 5.02.2007
teilte das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration
(MGFFI) des Landes Nordrhein – Westfalen mit, dass die Einrichtungen für
die zweite Stufe der Weiterentwicklung zu Familienzentren ab dem
Kindergartenjahr 2007/2008 bis zum 29.06.2007 von den Kommunen gemeldet sein
müssen. Hierbei sollen geeignete Einrichtungen durch Beschluss des Jugendhilfeausschusses
ausgewählt werden.
Rahmenbedingungen und
Anforderungen
Der Stadt Hagen wurde für
das Kindergartenjahr 2007/2008 vom Ministerium ein Kontingent von insgesamt 9
Familienzentren zuerkannt. Von diesen 9 Einrichtungen sind die Piloteinrichtungen
abzuziehen. Da in Hagen zwei Einrichtungen (St. Engelbert am Remberg und die
Kita im Stadtteilhaus Vorhalle) in der Pilotphase waren, bleiben noch 7 neu
einzurichtende Familienzentren für das kommende Kindergartenjahr übrig. Bis zur
Endstufe im Jahr 2012 wird der Stadt Hagen auf Basis der Anzahl der Kinder im
Alter von 0 bis 6 Jahren ein Gesamtkontingent von 31 Familienzentren
zugestanden. Diese Zuteilung bedeutet jedoch nicht, dass auch 31
Familienzentren mit einer jährlichen Förderung von 12.000 € pro
Einrichtung in Hagen eingerichtet werden
müssen. Vielmehr ist es die Entscheidung der Kommune (im Rahmen des
Gesamtkontingents) einem Familienzentrum auch mehr als eine Fördersumme zur
Verfügung zu stellen. Voraussetzung für eine dauerhafte Förderung als
Familienzentrum ist der Erhalt des Gütesiegels. Mit der Meldung an das
Ministerium zum 29.06.2007 werden die genannten Einrichtungen zur
Zertifizierung zugelassen. Diese muss dann binnen eines Jahres erfolgen.
Für den Erhalt des Gütesiegels wurden seitens des Ministeriums Leistungs – und Strukturkriterien festgelegt, die von den Einrichtungen erfüllt werden müssen. Von den nachfolgend aufgeführten Basisleistungen müssen in jedem der vier Leistungsbereiche 5 von 8 Kriterien als Minimum nachgewiesen werden. Bei den anschließend dargestellten Basisstrukturen sind in jedem der vier Strukturbereiche 3 von 4 Kriterien zu erbringen.
Leistungsbereiche
Beratung und Unterstützung von Kindern und Familien
|
Ø
|
Verzeichnis von Beratungs– und Therapiemöglichkeiten |
|
Ø
|
Verzeichnis von Angeboten zur Gesundheits- und Bewegungsförderung |
|
Ø
|
Beratung zu Fragen interkultureller Öffnung |
|
Ø
|
Organisation von Eltern-Kind-Gruppen für Familien mit unter 3 jährigen Kindern |
|
Ø
|
Vermittlung von Familien zur Erziehungs-/ Familienberatung |
|
Ø
|
Organisation von offenen Sprechstunden für Erziehungs-/ Familienberatung |
|
Ø
|
Durchführung von Verfahren zur allgemeinen Früherkennung |
|
Ø
|
Durchführung aufsuchender Elternarbeit |
Familienbildung und Erziehungspartnerschaft
|
Ø
|
Verzeichnis von Angeboten der Eltern- und Familienbildung |
|
Ø
|
Organisation von Kursen zur Stärkung der Erziehungskompetenz |
|
Ø
|
Offenes Elterncafe in der Einrichtung |
|
Ø
|
Organisation von Elternveranstaltungen zu pädagogisch wichtigen Themen |
|
Ø
|
Organisation von interkulturell ausgerichteten Veranstaltungen und Aktivitäten |
|
Ø
|
Aufbau von Beteiligungsstrukturen für Eltern an der Planung und Durchführung von Aktivitäten des Familienzentrums |
|
Ø
|
Zeitliche Organisation der Angebote auch für berufstätige Eltern (nach 19.00 Uhr und am Wochenende) |
|
Ø
|
Organisation von Aktivitäten für Eltern (Sport-, Kreativkurse, etc.) |
Kindertagespflege
|
Ø
|
Informationsmaterialien zur Kindertagespflege |
|
Ø
|
Informationsmaterialien und Beratung über die Wege zur Vermittlung von Tageseltern |
|
Ø
|
Organisation von Infoveranstaltungen für Eltern zur Kindertagespflege |
|
Ø
|
Kompetente Beratung (Mitarbeiterin mit Fortbildung /Zusatzausbildung) |
|
Ø
|
Darstellung eines eigenen Angebots zur Kindertagespflege und Information von Familien mit Kindern, die nicht die Kita besuchen (unter 3 Jährige) |
|
Ø
|
Gestaltung des Übergangs in die Kita durch Hospitation von Tageseltern (in Spielgruppen etc.) |
|
Ø
|
Kontakte zu und Einbindung von Tageseltern im Stadtteil |
|
Ø
|
Organisation von Tagespflegevermittlung |
Vereinbarkeit von Familie und Beruf
|
Ø
|
Erfassung auch von Bedarfen, die über die Öffnungszeit der Kita hinausgehen |
|
Ø
|
Abfrage der Betreuungsbedarfe einmal jährlich |
|
Ø
|
Beratung bzw. Organisation von Beratung der Eltern bei zusätzlichen Betreuungsbedarfen |
|
Ø
|
Organisation eines Mittagessens |
|
Ø
|
Organisation von Betreuungsangebote für unter 3 Jährige |
|
Ø
|
Organisation von regelmäßigen Betreuungsangeboten bis mindestens 18.30 Uhr |
|
Ø
|
Babysitterpool zur Vermittlung an interessierte Eltern |
|
Ø
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Notfallbetreuung von Geschwisterkindern |
Strukturbereiche
Sozialraumbezug
|
¨
|
Vorhandensein aktueller qualitativer Informationen über das Umfeld (soziale Lage, Wohnbebauung, Freiflächen, etc.) |
|
¨
|
Organisation von Leistungen für Familien, die keine Kinder in der Kita haben |
|
¨
|
Belegung des Sozialraumbezugs der vorgehaltenen Angebote |
|
¨
|
Öffnung der Angebote für Familien mit Kindern, die andere Kitas besuchen |
Kooperation und Organisation
|
¨
|
Vorhandensein ausreichender Räumlichkeiten für parallele Angebote |
|
¨
|
Verzeichnis der Kooperationspartner ( Erziehungsberatung, Familienbildungsstätte, Tagespflegestellen, etc.) |
|
¨
|
Einrichtung einer Lenkungsgruppe zur Steuerung des Familienzentrums (mit Kooperationspartnern) |
|
¨
|
Zuständigkeit für umfassenden Informationsfluss (innen und außen) |
Kommunikation
|
¨
|
Aktueller Flyer, Broschüre u.a. bzgl. der Angebote des Familienzentrums in allen Leistungsbereichen |
|
¨
|
Regelmäßig aktualisierter Aushang über die Angebote in der Einrichtung |
|
¨
|
Eigene Email-Adresse |
|
¨
|
Verbreitung der Angebote im Umfeld |
Leistungsentwicklung und Selbstevaluation
|
¨
|
Schriftliche Konzeption zur Entwicklung des Familienzentrums |
|
¨
|
Elternbefragung mit speziell auf das Familienzentrum ausgerichteten Fragestellungen mindestens alle zwei Jahre |
|
¨
|
Teambesprechungen zum Familienzentrum mindestens vierteljährlich |
|
¨
|
Kooperation mit Jugendhilfeplanung zur Planung und den Angeboten des Familienzentrums |
Zur Bildung eines Familienzentrums gibt es zwei Möglichkeiten. Es kann sich eine Kindertageseinrichtungen allein als Familienzentrum zertifizieren lassen oder es schließen sich mehrere Einrichtungen zu einem Verbund zusammen und werden als Gruppe zertifiziert. Darüber hinaus gibt es für alle Kindertageseinrichtungen in der näheren Umgebung die Möglichkeit als Kooperationspartner zu fungieren. Dies setzt keine eigene Zertifizierung voraus.
Bei einem Trägerverbund müssen alle Leistungsangebote des Familienzentrums in allen beteiligten Einrichtungen zugänglich sein. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, eigene Schwerpunkte zu bilden und sich so gegenseitig zu ergänzen bzw. das spezielle know-how jeder Einrichtung umfassend zu nutzen. Verbundeinrichtungen sollten sich in einer maximalen Entfernung von 3 km zueinander befinden. Voraussetzung für die Anmeldung zur Zertifizierung ist eine Verbundvereinbarung, die von allen beteiligten Einrichtungen zu unterzeichnen ist.
Findungsprozess in Hagen
Am 17. Januar 2007 fand ein
Fachtag der Leitungskräfte der Hagener Kindertageseinrichtungen statt. Der
Fachtag stand unter der Zielsetzung, die Leitungen der Tageseinrichtungen für
Kinder zu informieren, in erster Linie aber von den Fachfrauen und Fachmännern
vor Ort Informationen und Ideen zu sammeln, um den Prozess gemeinsam
erfolgreich zu gestalten. Zur Ergänzung wurde ein von der AG 3 nach § 78 SGB
VIII (Kindertagesbetreuung) entwickelter Fragebogen an alle Einrichtungen
versandt und anschließend im Fachbereich Jugend & Soziales ausgewertet. Die
vielfältigen Angaben der Kindertageseinrichtungen wurden durch aktuelle
soziodemografische Daten und Entwicklungszahlen aus dem Bereich Schule ergänzt.
Das daraus entstandene umfassende Abbild jedes Schulbezirkes war Grundlage für
die Klausurtagung der AG 3 am 26. April 2007.
Hier ging es um die
zentralen Fragestellungen: “Welche Kindertageseinrichtungen sehen sich in
der Lage zum Kindergartenjahr 2007/2008 an den Start zu gehen?” und
“Für welche Stadtteile wird die Notwendigkeit der Einrichtung eines
Familienzentrums gesehen?” Ergebnis der Klausurtagung war, dass insgesamt
in 21 Stadtteilen (siehe nachfolgende Tabelle) Kindertageseinrichtungen ihr
Interesse bekundeten Familienzentrum zu werden. In 9 Stadtteilen (ohne
Piloteinrichtungen) waren die Einrichtungen bereit zum kommenden
Kindergartenjahr zu starten.
Bezirk
|
Mit Beginn des Kindergartenjahres 2007/2008 |
Später
|
01 Boele/Kabel
|
Kath. Kiga Kirchstr. 22 |
|
02 Helfe
|
Städt. Kiga Eschenweg |
|
03 Loxbaum
|
AWO Kiga Overbergstraße |
Ev. Paul-Gerh.-Gemeinde,
Verbund mit DW DW Kita Oase Loxbaum +
ev.Kiga Overbergstr. |
04 Eckesey
|
|
Ev. Kita Melanchthon,
Schillerstr. Auch Verbund |
05 Vorhalle
|
AWO Kiga Vorhalle |
|
06 Altenhagen
|
Ev. Kita
Altenhagen/Stadtkirche (evtl. Verbund) Ev. Kita
Rheinstr./Stadtkirche (evtl.Verbund) AWO Kiga Stadionstr.
“Ischeland” |
Kath. Kiga Pfefferstück |
07 Remberg
|
St. Engelbert |
Ev. Kita Lützowstr. +
Dümpelstr. (Verbund) Kath. Kiga Franziskanerstr.
(Verbund) Ev. Kita Yorkstr. /
Stadtkirche (evtl. Verbund) Ev. Kita Lützowstr. |
08 Boloh
|
Städt. Kiga Boloh Ev. Kiga Eppenhausen (auch
später) |
|
09 Reh
|
AWO Kiga Hasselbach |
Ev.Kiga Unterm Regenbogen,
Auf dem Bauloh Kath. Kiga Neuer Kronocken |
10 Hhlbg.
Mitte/ Elsey
|
|
Kiga “Auf der
Heide” im Verbund Ev. Kiga Lindenbergstr. Im
Verbund |
11 Wesselbach
|
|
AWO Piepenstock Kath Kiga ImWeinhof Ev. Kiga Kaiserstr. im
Verbund |
12 Eilpe
|
Ev. Kita Franzstraße
/Stadtkirche (evtl. Verbund) |
Spiel- und Kinderhaus
Kurfürstenstr. Kath. Kiga In der Welle 32 Waldorf-Kiga Delstern, Am
Berghang |
13 Innenstadt
|
Städt. Kita Konkordiastr. Elterninitiative
“Tigerente e.V” Ev. Kita Böhmerstr. (evtl.
Verbund) |
|
14 Wehringhausen
|
Städt. Kiga Wehringhausen DW Haus Zoar + Ev. Kiga
Siemensstr. |
Kath.Kiga Lange Str. 72 |
15 Hestert
|
|
Kath. Kiga Berliner Str. 125 Haspe Voerderstraße Ev. Kita Haspe Waldeckerstr. Ev. Kita Haspe, Bebelstr |
16 Quambusch
|
|
Waldorf-Kiga Hagen-Haspe Ev. Kita Haspe, Enneperstr. |
17 Spielbrink
|
|
Ev. Kita Haspe Spielbrink |
18 Kuhlerkamp
|
|
Paulusgemeinde
“Kuhlerkamp” Verbundlösung z.B. mit DW “Kinderhaus
Arche” DW Kinderhaus Arche, offen
für Verbund |
19 Dahl
|
|
Ev. Kita Dahl (offen für
Entwicklung in Region) |
20 Emst
|
|
Städt. Kiga Emst Heilpädagogischer
Kindergarten Emst (offen für Verbund) Kath. Kiga An der Egge
(Verbund) |
21 Boelerheide
|
|
Kath. Kiga Overbergstr. 67 |
Da nur 7 Kontingente für
das kommende Kindergartenjahr zur Verfügung stehen, mussten im nächsten Schritt
Kriterien für eine Auswahl 7 aus 9 festgelegt werden. Die AG 3 einigte sich auf
die ausgearbeiteten soziodemografischen Daten, die nachfolgendes Ranking
ergaben.
|
Stadtteil |
Grundschul-bezirke |
Kinder unter 3 |
Alt/Jung Quotient |
Wert |
Kinder von
Alleinerziehenden (unter 6) |
Wert |
Migrantenanteil
(Kinder unter 6) |
Wert |
Sozialhilfebezug (0 bis unter 18) * |
Wert |
Gesamt |
Ranking |
|
absolut |
in % |
in % |
in % |
in % |
||||||||
|
Boele / Kabel |
Vincke |
563 |
153,5 |
0 |
20,8 |
0 |
6,0 |
-1 |
16,0 |
0 |
-1 |
5 |
|
Helfe |
Helfe |
284 |
219,6 |
-2 |
16,9 |
-2 |
1,8 |
-2 |
9,3 |
-1 |
-7 |
8 |
|
Loxbaum |
Erwin-Hegemann |
555 |
99 |
2 |
24,5 |
0 |
14,8 |
1 |
28,1 |
1 |
4 |
3 |
|
Alten-hagen |
Funckepark |
666 |
142,3 |
1 |
25,2 |
0 |
11,7 |
0 |
23,1 |
1 |
2 |
4 |
|
Boloh |
Boloh |
341 |
215,9 |
-1 |
13,8 |
-2 |
2,3 |
-2 |
4,0 |
-2 |
-7 |
8 |
|
Ho- Reh |
Im Kley / Reh |
639 |
160,5 |
0 |
17,7 |
-1 |
6,3 |
-1 |
9,3 |
-1 |
-3 |
7 |
|
Eilpe |
Franzstr. / Eilpe / Astrid-Lindgren |
548 |
169,1 |
0 |
30,3 |
1 |
4,0 |
-2 |
10,6 |
-1 |
-2 |
6 |
|
Innen-stadt |
Goldberg / Janusz-Korczak |
778 |
112,6 |
2 |
29,8 |
1 |
17,0 |
2 |
28,9 |
2 |
7 |
1 |
|
Wehring- hausen |
Emil-Schumacher |
474 |
122,7 |
2 |
33,1 |
2 |
11,4 |
0 |
28,3 |
1 |
5 |
2 |
|
Hagen |
10216 |
153,5 |
0 |
20,6 |
0 |
7,6 |
0 |
14,5 |
0 |
0 |
|
|
* Daten zum Stichtag
31.12.2004
Am 03. Mai 2007 verabredete
die AG 3 in einer weiteren Sitzung, dass mit den Kindertageseinrichtungen (plus
Trägervertretern) der Ränge 1 bis 7 in den nachfolgenden Wochen Gespräche zu
führen sind. Die Stadtteile Helfe und Boloh wurden auf das nächste
Kindergartenjahr verschoben.
Ziel der Gespräche in den
ersten sieben Stadtteilen war es, unter Berücksichtigung der Trägervielfalt, zu
einer einvernehmlichen Entscheidung zu kommen. Dabei ging es um die
Fragestellung: Positioniert sich eine Kindertageseinrichtung allein als
Familienzentrum oder entstehen Trägerverbünde bzw. werden Kooperationszusagen
zwischen den Kindertageseinrichtungen abgesprochen?
Ergebnisse der
Trägerrunden
1.
Hagen
Innenstadt
Die
Kindertageseinrichtungen Grabenstraße (Elterninitiative Tigerente) und
Konkordiastraße (Stadt Hagen) bilden einen Trägerverbund.
Start:
01.08.2007
Zum
01.08.2008 wird sich die Kita Böhmerstraße (ev. Kirche) eventuell dem Verbund
anschließen.
Die
Einrichtungen Tigerente und Konkordiastraße bedienen eine unterschiedliche
Elternschaft. Bei der Elterninitiative handelt es sich um engagierte Mittel -
und Oberschichtfamilien. In der Konkordiastraße finden sich in erster Linie
Migrantenfamilien und Kinder aus sozial schlechter gestellten Familien. Darüber
hinaus werden sehr viele Kinder von Alleinerziehenden betreut. Somit ergänzen
sich beide Einrichtungen in ihren Zielgruppen und aufgrund der
unterschiedlichen Problemstellungen auch in ihren Schwerpunkten. Die Kita
Böhmerstraße wird sich von Beginn an der Entwicklung zum Familienzentrum
beteiligen. Sie ist an einer Verbundteilnahme sehr interessiert. Aufgrund von
Umstrukturierungen bei der Stadtkirchengemeinde kann zum jetzigen Zeitpunkt
keine klare Zusage erfolgen. Die ev. Kita in der Franzstr. wird aufgrund des
sich überschneidenden Einzugsgebietes mit der Böhmerstraße kooperieren
2.
Wehringhausen
Die Träger Diakonisches Werk, ev.
Kirche und die Stadt Hagen bilden mit ihren 4 hiesigen Einrichtungen
einen Trägerverbund.
Start: 01.08.2007
Zum 01.08.2008 wird sich die Kita Lange Str. der kath. Kirche dem Trägerverbund anschließen.
Aufgrund der vielschichtigen sozialen und kulturellen Situation im
Stadtteil gibt es von jeher eine umfassende und intensive Zusammenarbeit der
Kindertageseinrichtungen. Ebenso wurden auch schon immer weitere räumliche
Kapazitäten (Gemeindehäuser, Familiencafe DW) und fachliche Angebote der Träger
in die Arbeit einbezogen. Das Familienzentrum Wehringhausen wird im Endausbau
aus 5 Kindertageseinrichtungen bestehen, die alle die geforderten
Basisleistungen erbringen werden. Darüber hinaus wird es in jeder Einrichtung einen besonderen
Schwerpunkt geben. Die Kita Lange Str. wird von Beginn an die
Entwicklungsarbeit mit gestalten. Für das Familienzentrum Wehringhausen wird
aufgrund der notwendigen umfangreichen Angebote eine höhere Finanzierung
angestrebt.
3.
Loxbaum
Die Kindertageseinrichtungen der AWO und der ev. Kirche (Overbergstr. 125
und 79) bilden einen Trägerverbund für den Stadtteil Bolerheide.
Start: 01.08.2007
Die Kita Oase Loxbaum wird Familienzentrum für den Stadtteil Loxbaum.
Start: 01.08.2008
Die intensive Diskussion bei der Trägerrunde führte zu dem Ergebnis, dass
die Stadtteile Loxbaum und Boelerheide nicht von einem Familienzentrum bedient
werden können. Die geografische Trennung durch die Boeler Straße ist auch eine gelebte Trennung. Der Wunsch der
Paul-Gerhard-Gemeinde durch ein gemeinsames Familienzentrum diese Grenze zu
überwinden und die Stadtteile zusammenwachsen zu lassen, kann nicht Auftrag des
Familienzentrums sein. Durch Kooperation der Gemeinde mit dem zukünftigen
Familienzentrum Loxbaum und als Verbundmitglied im Familienzentrum Boelerheide
durch die zugehörige Kita, kann dies zu einer Kernaufgabe der Gemeindearbeit
werden. Die katholische Einrichtung in der Overbergstr. wird mit dem
zukünftigen Familienzentrum Boelerheide kooperieren. Der Trägerverbund wird in
diesem Jahr starten. Das zukünftige Familienzentrum Loxbaum wird im nächsten
Jahr seine Arbeit aufnehmen. Ein bereits vorliegendes Konzept wird in der
Zwischenzeit weiterentwickelt und an die neuen Vereinbarungen angepasst.
4.
Altenhagen
Die Kindertageseinrichtungen Stadionstraße (AWO) und Pfefferstück (kath.
Kirche) bilden einen Trägerverbund.
Start: 01.08.2007
Zum 01.08.2008 wird sich die Kita Rheinstraße (ev. Kirche) dem Verbund
anschließen.
Rein geografisch betrachtet bildet der Stadtteil Altenhagen ein Dreieck.
Die drei Einrichtungen Stadionstraße, Pfefferstück und Rheinstr. befinden sich
an den Eckpunkten dieses Dreiecks. Entsprechend sind die Einzugsbereiche der
Kitas in der Regel auf die umliegenden
Straßenzüge konzentriert. Um die soziale Vielschichtigkeit des
Stadtteils umfassend abdecken zu können, hat sich die Bildung eines Verbundes
angeboten. Die konfessionellen Einrichtungen verfügen über weitere Raumkapazitäten (z.B.
Gemeindehäuser); die Einrichtung der AWO über umfangreiche Kooperationsstränge
in anderen Bereichen der Jugend -und Familienhilfe. Die ev. Einrichtung wird
erst im nächsten Jahr dem Verbund beitreten. An der konzeptionellen
Entwicklungsarbeit zum Aufbau des Familienzentrums Altenhagen wird sich die
Einrichtung von vornherein beteiligen.
5.
Boele/Kabel
Die Kita Kirchstraße wird zum Familienzentrum für die Stadtteile Boele
und Kabel.
Start: 01.08.2007
Es lag nur die Bewerbung der Kita Kirchstraße vor. Andere Träger wollten
sich im Stadtteil nicht positionieren. Die Raumkapazitäten in der Kita sind
ausreichend. Es besteht zudem die Möglichkeit weitere Räume durch Umbau
hinzuzugewinnen (Investitionsszuschüsse). Außerdem können auch Räume im
Gemeindehaus genutzt werden. Die Gemeinde unterstützt den Ausbau als
Familienzentrum. Die Kooperationen sind bereits jetzt vielfältig. Die Caritas
in unmittelbarer Nähe mit den Angeboten Familiencafe und Seniorenberatung,
Kleiderkammer u.a. sind ein weiteres Standbein.
6.
Eilpe
Die
Kindertageseinrichtungen Kurfürstenstraße (Elterninitiative) und Franzstraße
(Stadt Hagen) bilden einen Trägerverbund.
Start: 01.08.2007
Zum
01.08.2008 wird sich die Kita In der Welle (kath. Kirche) voraussichtlich dem
Verbund anschließen.
Die
kath. Einrichtung In der Welle wird
zunächst mit dem Trägerverbund kooperieren und später entscheiden, ob sie dem
Verbund im nächsten Jahr beitritt. Sie wird sich von Beginn an der
Entwicklungsarbeit beteiligen. Die ev. Einrichtung In der Welle wird mit dem
Trägerverbund kooperieren. Der Waldorf Kindergarten Am Berghang wird zwar mit
dem Verbund kooperieren, sieht sich jedoch eher Richtung Emst verortet. Die Einrichtung wird von vielen Kindern aus
Emst und vom Boloh besucht. Auch geografisch befindet sich die Kita näher an
Emst als am Eilper Stadtkern. Die ev. Einrichtung in der Franzstr. bedient das
Wohnumfeld Goldberg, Richtung
Innenstadt. Auch sie sieht sich nicht unbedingt in Richtung Eilpe orientiert.
Auch hier wird es eine Kooperation mit den Eilper Einrichtungen geben, aber
auch in Richtung des Familienzentrums Innenstadt bzw. mit der Kita
Böhmerstraße.
7.
Hohenlimburg -
Reh
Die Kindertageseinrichtungen Hasselbach (AWO) und Neuer Kronocken (kath.
Kirche) bilden einen Trägerverbund.
Start: 01.08.2007
Zum 01.08.2008 wird sich die Kita
Auf dem Bauloh (ev. Kirche) dem Verbund anschließen.
Die drei Einrichtungen im Stadtteil bedienen alle die jeweiligen
Bevölkerungsschichten ihres direkten Einzugsgebietes. In der Kita Hasselbach
findet sich der höchste Migrantenanteil, die kath. Einrichtung ist eher mittel
- bis oberschichtsorientiert und die ev. Einrichtung bedient sowohl Familien
aus den angrenzenden Wohnblocks wie auch der Mittelschicht. Alle Einrichtungen
verfügen durch ihre Träger über weitere Raumkapazitäten (z.B. Gemeindehäuser)
bzw. Kooperationsstränge in andere Bereiche der Jugend -und Familienhilfe.
Aufgrund interner Umstrukturierungen wird die ev. Einrichtung erst im nächsten
Jahr dem Verbund beitreten. An der konzeptionellen Entwicklungsarbeit zum
Aufbau des Familienzentrums Hohenlimburg -Reh wird sich die Einrichtung von
Beginn an beteiligen.
Zusammenfassung
Zum Kindergartenjahr
2007/2008 wird es in Hagen insgesamt 9 Familienzentren unter Beteiligung von 8
Trägern geben.
Davon sind in 3 Stadtteilen
einzelne Einrichtungen alleinige Träger der Familienzentren und in 6
Stadtteilen wird es Trägerverbünde geben.
Die von den Kindertageseinrichtungen
erstellten ausführlichen Bewerbungskonzepte sind beim Fachbereich Jugend &
Soziales und natürlich bei den Trägern einsehbar.
In der nachfolgenden
Tabelle sind die neuen Hagener Familienzentren und alle beteiligten
Einrichtungen nochmals zusammenfassend dargestellt.
|
Stadtteil |
Einrichtung |
Träger |
|
Vorhalle |
Stadtteilhaus Vorhalle |
AWO |
|
Remberg |
Kita St. Engelbert |
Caritas |
|
Innenstadt |
Tigerente Konkordiastraße Böhmerstraße |
Elterninitiative Stadt Hagen Ev. Kirche |
|
Wehringhausen |
Haus Zoar Siemensstraße Grünstraße Gutenbergstraße Lange Straße |
Diakonisches Werk Ev. Kirche Ev. Kirche Stadt Hagen Kath. Kirche |
|
Boelerheide |
Overbergstraße 125 Overbergstraße 79 |
AWO Ev. Kirche |
|
Altenhagen |
Stadionstraße Pfefferstück Rheinstraße |
AWO Kath. Kirche Ev. Kirche |
|
Boele/Kabel |
Kirchstraße |
Kath. Kirche |
|
Eilpe |
Spiel –und
Kinderhaus Franzstraße In der Welle |
Elterninitiative Stadt Hagen Kath. Kirche |
|
Hohenlimburg - Reh |
Hasselbach Neuer Kronocken Auf dem Bauloh |
AWO Kath. Kirche Ev. Kirche |
Der Stadtteil Loxbaum ist
für das Kindergartenjahr 2008/2009 verbindlich gesetzt.
In Bezug auf die restlichen
12 Stadtteile wird es bis zum Jahresende unter Zuhilfenahme eines neuen
Rankings Gespräche mit den Kindertageseinrichtungen und den Trägervertretern
geben. Da zur Zeit nicht erkennbar ist,
in welchen Schritten die Umwandlungskontingente seitens des Ministeriums frei
gegeben werden, kann eine Zeitschiene zur Zeit nur unverbindlich erstellt
werden.
