Vorschlag zur Tagesordnung - 0418/2007
Grunddaten
- Betreff:
-
Gemeinsamer Vorschlag der Fraktionen Bündnis 90/ Die Grünen und Bürger für Hagenhier: Mehr Demokratie beim Wählen
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Vorschlag zur Tagesordnung
- Federführend:
- OB/A Amt des Oberbürgermeisters
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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10.05.2007
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Sachverhalt
Kurzbegründung entfällt.
Die Volksinitiative „Mehr Demokratie beim
Wählen“ fordert die Einführung von Kumulieren und Panaschieren als
Kommunalwahlrecht in Nordrhein-Westfalen.
Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa glauben 82 Prozent der Deutschen, dass die Politiker "auf die Interessen des Volkes keine Rücksicht" nehmen. 61 Prozent sind mit dem Funktionieren des politischen Systems unzufrieden. Nur fünf Prozent glauben, dass man mit Wahlen "in starkem Maße" die Politik mitbestimmen kann. Dieser Einstellung kann man mit der Einführung eines demokratischeren Wahlrechts in NRW entgegen treten.
Der Gesetzentwurf der Volksinitiative sieht vor, dass
die Bürger bei Wahlen zu den Stadt- und Gemeinderäten in Zukunft die von ihnen
favorisierten Kandidatinnen und Kandidaten gezielt auswählen können. Dazu
sollen sie so viele Stimmen bekommen, wie der jeweilige Stadtrat Sitze hat.
Diese Stimmen können die Wähler auf Mandatsbewerber verschiedener Parteien
verteilen und bis zu drei Kreuze bei einem Kandidaten machen. Wie bisher sollen
die Wähler den Listenvorschlag einer Partei aber auch weiterhin mit nur einem
Kreuz bestätigen können. Dieses „Kumulieren und Panaschieren“
genannte Wahlrecht ist bereits in 13 von 16 Bundesländern gängige Praxis. In
Bundesländern wie Baden-Württemberg und Bayern wird bereits seit Jahrzehnten
nach diesem System gewählt.
Die Wähler bekommen mit diesem Wahlrecht mehr
Einfluss darauf, wer in die Räte und Kreistage einzieht. Der Gesetzentwurf der
Volksinitiative orientiert sich bei seinem Vorschlag am 1999 von CDU und FDP in
Hessen eingeführten Wahlrecht. Dort konnten die Bürger inzwischen zweimal
direkt die aus ihrer Sicht besten Kandidaten für die Gemeindevertretungen
auswählen.
Kumulieren und Panaschieren gibt den Bürgerinnen und
Bürgern mehr Entscheidungsmöglichkeiten bzgl. der Zusammensetzung der Räte und
Kreistage. Dies verringert das bei vielen Menschen vorhandene Ohnmachtsgefühl
gegenüber aktuellen politischen Entscheidungen.
Vorteile
von Kumulieren und Panaschieren
· bessere Transparenz der Kandidatinnen und Kandidaten und ihrer Ziele durch stärkere Motivation zur Selbstdarstellung und kandidatenbezogenere Medienberichterstattung
· mehr Interesse der Wählerinnen und Wähler an den Kandidaten, mehr Nähe der Kandidaten zu Ihren Wähler
· Abbau der skeptischen Haltung vieler Bürger gegenüber Parteien, weil die Bürger mehr Einfluss auf die Besetzung der Räte haben
· wachsende Attraktivität des Engagements in Parteien, weil die Chancen auch für Quereinsteiger wachsen, die nicht die "Ochsentour" durch die Partei machen müssen, um einen aussichtsreichen Listenplatz zu ergattern, sondern das Mandat direkt von den Wähler bekommen können.
· mehr Unabhängigkeit der Politiker von ihren Parteien, weil diese nicht mehr durch die Aufstellung der Kandidatenlisten fast alleine darüber entscheiden, wer in Rat oder Kreistag kommt
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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(wie Dokument)
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44,7 kB
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