Beschlussvorlage - 1074/2006
Grunddaten
- Betreff:
-
Fortschreibung BEP (Bibliotheksentwicklungsplan) für 2007 bis 2008der HagenMedien Stadtbücherei
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 43 Amt für Weiterbildung und Medien
- Bearbeitung:
- Cornelia Steinbach
- Beteiligt:
- FB20 - Finanzen und Controlling; VB3 Vorstandsbereich für Jugend und Soziales, Integration, Bildung und Kultur
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Kultur- und Weiterbildungsausschuss
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Vorberatung
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13.02.2007
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Erledigt
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Bezirksvertretung Hohenlimburg
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Vorberatung
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28.02.2007
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Erledigt
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Bezirksvertretung Haspe
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Vorberatung
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07.03.2007
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Erledigt
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Personalausschuss
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Vorberatung
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07.03.2007
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Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Mitte
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Vorberatung
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13.03.2007
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Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Nord
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Vorberatung
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14.03.2007
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Erledigt
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Haupt- und Finanzausschuss
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Vorberatung
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26.04.2007
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Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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10.05.2007
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Beschlussvorschlag
1. Die Fortschreibung des Bibliotheksentwicklungsplans 2007 bis 2008 wird
beschlossen.
2. Die Ergebnisse der durchgeführten Konsolidierung werden zur Kenntnis
genommen.
3. Die Verwaltung wird beauftragt, die personellen und finanziellen Ressourcen für
die HagenMedien Stadtbücherei bereitzustellen, um das vorhandene
Bibliotheksangebot (Springe und drei Stadtteilbüchereien) aufrechtzuerhalten.
4. Die Verwaltung wird beauftragt, auf der Grundlage des aktuellen Stellen- und
Finanztableaus ab 2008 HagenMedien Stadtbücherei und die Volkshochschule unter Zugrundelegung gemeinsam vereinbarter Ziele und Kennzahlen zu steuern.
Der Beschluss wird zum 01.06.07 umgesetzt.
Sachverhalt
Die HagenMedien Stadtbücherei bildet mit ihrer Zentrale auf der Springe sowie den drei Stadtteilbüchereien einen wesentlichen Bestandteil der Hagener Bildungslandschaft. Ihren bildungspolitischen Auftrag erfüllt sie durch Leseförderung und zielgruppenorientierte Angebote zur Entwicklung von Medienkompetenz. Sie fördert das lebenslange Lernen und unterstützt sowohl das schulische als auch das nicht-institutionalisierte, individuelle Lernen und sieht sich als Ausgangspunkt für das Erlernen von Methoden zum Umgang mit Informationen und zur Erschließung von Wissen, speziell auch bei der Nutzung des Internets. Sie leistet einen Beitrag zur Orientierung im Alltag und zur kreativen Freizeitgestaltung.
Dabei erhebt die HagenMedien Stadtbücherei den Anspruch, Medien und Informationen als leicht zugängliche Angebote für alle Kundinnen und Kunden bereitzustellen, insbesondere auch für Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund. Nicht zuletzt sieht sie sich als Ort der Begegnung für alle Bürgerinnen und Bürger, als Treffpunkt, Freizeitstätte sowie Lern- und Arbeitsort.
Im Rahmen der gesamtstädtischen Konsolidierungsmaßnahmen sind seit 2003
5 Personalstellen eingespart
worden. Mit den verbleibenden 35 Planstellen müssen die Zentrale auf der
Springe sowie die drei Stadtteilbüchereien Boele, Haspe und Hohenlimburg
personell versorgt werden. Die momentan geltenden Öffnungszeiten und Angebote,
die bereits einen Schließungstag in den drei Stadtteilbüchereien beinhalten,
können nur aufrecht erhalten werden, wenn alle 35 Stellen mit qualifiziertem
Fachpersonal besetzt sind. Eine weitere Reduzierung des Fachpersonals durch
unbesetzte Stellen könnte nur durch Schließung einer Stadtteilbücherei erreicht
werden.
Bibliotheksentwicklungsplan
2007 bis 2008 für die HagenMedien Stadtbücherei
1.
Ausgangssituation
Am 04.06.2003 hat der Rat der Stadt Hagen den Bibliotheksentwicklungsplan (BEP) für die Jahre 2003 bis 2006 verabschiedet. Ziele dieses BEP waren die
Entwicklung struktureller Perspektiven insbesondere für die Stadtteilbüchereien,
die Leistung notwendiger Konsolidierungsbeiträge zur Haushaltsentlastung sowie die grundsätzliche Erhaltung der Leistungs- und Innovationsfähigkeit der Einrichtung HagenMedien Stadtbücherei.
Im Folgenden wird dargelegt, inwieweit die im BEP vorgesehenen Planungen und Ziele realisiert werden konnten und wie sich die momentane Situation darstellt.
Entwicklung in den Stadtteilbüchereien:
Seit 01.01.2003 wurden
bedingt durch den Abbau von 4 Personalstellen die Öffnungszeiten in den
Stadtteilbüchereien Boele, Haspe und Hohenlimburg
um 1 Ausleihtag reduziert.
Die Benutzer der Stadtteilbüchereien haben dies weitgehend akzeptiert. Einen
Rückgang im Bereich der Entleihungen um 8,8 % (von 2002 bis 2005) hat es
lediglich in der Stadtteilbücherei Hohenlimburg aufgrund der damaligen
schlechten räumlichen Bedingungen im Gebäude Grünrockstraße gegeben.
Medienbestand und –präsentation in den Stadtteilbüchereien wurden in Anlehnung an das Konzept der “Familien- und Nachbarschaftsbibliothek” (Bertelsmann-Projekt Bibliotheksfilialen) kundenorientiert umgestellt. Der Bestand wurde den Zielgruppen Kinder und Jugendliche, Schüler, Eltern und ratsuchende Laien angepasst und reduziert. In Boele und Haspe wurde der im BEP vorgegebene Zielbestand von 25.000 Medieneinheiten unterschritten, ohne die Angebotsqualität zu verringern (Boele zur Zeit ca. 17.000 Medieneinheiten, Haspe ca. 20.000 Medieneinheiten). Hohenlimburg als größte Stadtteilbücherei verfügt nach dem Umzug an die Langenkampstraße über einen Bestand von ca. 26.500 Medieneinheiten. Hier bildet die Stadtteilbücherei gemeinsam mit der VHS seit August 2005 die neue gemeinsame Bildungsetage.
Alle drei Stadtteilbüchereien führen und führten erfolgreich vom Land NRW geförderte Projekte durch:
· Projekt “Medienpartner Schule und Bibliothek” in den Stadtteilbüchereien Boele und Haspe 2004 und 2005,
· Projekt “Bibliothekarische Unterstützung für Recherche und Facharbeit – Informationskompetenz entwickeln und festigen” 2006 in der Stadtteilbücherei Hohenlimburg.
·
Die Einbindung ehrenamtlicher Helfer und die Unterstützung der Stadtteilbüchereien durch Fördervereine verläuft positiv. In den Jahren 2002/2003 wurden der “Förderverein HagenMedien Stadtbücherei e.V.” und der “Freundeskreis Hohenlimbuch” gegründet, die die Arbeit der Stadtbücherei kontinuierlich unterstützen.
Entwicklung in der Stadtbücherei auf der
Springe
Im Bereich der Entleihungen
hat sich die Stadtbücherei auf der Springe überaus positiv entwickelt: die
Entleihungen stiegen von 2003 auf 2005 um 36,6 % an.
Hier wirkt sich das attraktive Medienangebot aus, das nicht zuletzt durch den Bestsellerservice im Bereich der neuen Medien stark erweitert werden konnte.
Bereichert wurde das
Angebot an der Springe durch vielfältige Ausstellungen und Veranstaltungen, die
größtenteils in Kooperation mit anderen Bildungsträgern (VHS, Kulturamt,
Allerwelthaus u.a.) durchgeführt wurden.
Ein besonderes Augenmerk lag bei der bibliothekarischen Arbeit auf der Förderung der Lese- und
Medienkompetenz: Im Jahr 2005 wurde ein umfangreiches Projekt zur
frühkindlichen Leseförderung durchgeführt mit dem Titel “Bist Du auch
lesekalisch?” Im Rahmen dieses Projektes konnten viele Veranstaltungen
und Fortbildungen für Lehrer-/innen und Erzieher-/innen durchgeführt und die
Kontaktarbeit zu Schulen und Kindergärten intensiviert werden.
Weiterhin hat die Stadtbücherei auf der Springe durch zentrale Dienstleistungen
sowie durch die Vernetzung im Gesamtsystem die Stadtteilbüchereien in vielen Bereichen unterstützt (z.B. durch die zentrale Beschaffung von Medien und die zentrale Arbeit an der Homepage der Stadtbücherei).
Konsolidierungsbeiträge
Das im BEP aufgestellte Personalkonzept wurde realisiert.
Seit 01.01.2006 sind 36 Planstellen besetzt. Am 01.01.2007 wird das Ziel
erreicht, nur noch Personal für die im Stellenplan 2006 ausgewiesenen 35
Planstellen bereitzuhalten.
Anmerkung:
Als weiterer
Konsolidierungsbeitrag außerhalb des BEP wurde 1 Planstelle durch die bereits
in 2005 erfolgte Inbetriebnahme eines Selbstverbuchungsplatzes in der
Stadtbücherei auf der Springe eingespart. Der Anteil der an diesem Platz
verbuchten Medien liegt konstant bei lediglich 5 Prozent der durchschnittlichen
Wochenausleihen und kann einen Personalarbeitsplatz nicht ersetzen. Die
fehlende Arbeitskraft wurde letztendlich durch Rationalisierungsmaßnahmen bei
der buchtechnischen Bearbeitung der Medien kompensiert.
Durch die 2002
beschlossenen Gebührenerhöhungen im Bereich der Jahresgebühren für Erwachsene
sowie durch die Einführung von Jahresgebühren für bisher beitragsfreie
Kundinnen und Kunden (Kinder und Jugendliche ab 13 Jahren, Schüler, Studenten,
Auszubildende, Wehr- und Ersatzdienstleistende) hat die Stadtbücherei
Mehreinnahmen erzielen können (2004 ca. 12.000 Euro, 2005 ca. 10.000 Euro). Mit
diesen Mehreinnahmen ist die Stadtbücherei jedoch unter dem angestrebten Soll
geblieben (2004: 35.000 Euro, 2005: 55.000 Euro).
Ursache hierfür ist der
Kundenrückgang nach der Gebührenerhöhung, der bisher
nicht wieder rückgängig
gemacht werden konnte: Die Anzahl der eingetragenen Kundinnen und Kunden der
Stadtbücherei hat sich von 18.032 im Jahr 2002 auf 15.118 Ende des Jahres 2005
verringert.
Die Unterstützung durch die Fördervereine erfolgt durchweg als geldwerte Leistungen durch personelle Unterstützung sowie durch Sachspenden, insbesondere für die Stadtteilbüchereien. Ein zentrales Anliegen der Fördervereine ist, dass ihre Leistungen zur Attraktivitätssteigerung der Bücherei beitragen und nicht städtische Eigenmittel ersetzen sollen.
Erhaltung der Leistungs- und
Innovationsfähigkeit
Bereich Technik
Im Jahr 2003 wurde das integrierte Bibliothekssystem Sisis-Sunrise eingeführt. Seitdem gibt es ein interaktives web-Angebot für Büchereikunden (web-OPAC):
Kunden können von Zuhause aus ihr Benutzerkonto einsehen, Leihfristverlängerungen vornehmen sowie Vormerkungen für entliehene Medien tätigen.
Seit 2005 steht den Büchereikunden an der Springe ein Selbstverbuchungsplatz zur Verfügung, mit dem ein Großteil der angebotenen Medien selbsttätig registriert werden kann (s. auch Konsolidierungsbeiträge).
Bereich Medienangebot
Seit 01.09.2002 gibt es den Bestsellerservice für Romane, Spielfilm-DVDs sowie Musik-CD-Charts. Die Büchereikunden zahlen für das Entleihen dieser Medien zusätzliche Gebühren, die zum Kauf neuer Medien in diesem Bereich verwendet werden.
Bürgerschaftliches Engagement
Im Januar 2003 wurden zwei Fördervereine gegründet:
Der Förderverein für die HagenMedien Stadtbücherei für die gesamte Bücherei sowie der Förderverein Freundeskreis Hohenlimbuch, der speziell die Stadtteilbücherei Hohenlimburg unterstützt.
2.
Vorhaben / Ziele der Bibliotheksarbeit
für 2007 bis 2008
Im Leitbild der HagenMedien Stadtbücherei ist unter “Unser Auftrag” folgendes aufgeführt:
“Wir leisten einen fachlichen Beitrag zur Leseförderung und Medienkompetenz. Unsere Angebote dienen neben der schulischen Bildung insbesondere der Aus-, Fort- und Weiterbildung. Wir fördern die Kultur und unterstützen aktive Freizeitgestaltung. Wir arbeiten bürgernah und wirtschaftlich und tragen zur Lebensqualität in Hagen bei.”
Unter dieser Prämisse hat sich die HagenMedien Stadtbücherei für die Jahre 2007 und 2008 zum Ziel gesetzt, auch mit dem auf 35 Planstellen verringerten Personalbestand die qualitativ gute und erfolgreiche bibliothekarische Arbeit der vergangenen Jahre fortzusetzen. Die Schwerpunkte liegen dabei auf der Bereitstellung und Vermittlung von Medien und Informationen sowie auf der Veranstaltungs- und Programmarbeit.
Bereitstellung von Medien und Informationen
Die Stadtbücherei auf der
Springe und die drei Stadtteilbüchereien bieten ihren Kundinnen und Kunden
derzeit ein Angebot von rund 220.000 Medien.
Das Medienangebot besteht neben Büchern, Zeitschriften und Zeitungen aus neuen Medien wie Hörbüchern, CD-ROMs und DVD-ROMs, DVD-Spielfilmen, Bilderbuchkinos, Spielen, CDs und Noten. Der Anteil der neuen Medien am Gesamtbestand liegt bei derzeit 20 Prozent.
Der Bestandsaufbau erfolgt zielgruppenorientiert und offen für neue Entwicklungen im Bibliotheks- und Medienbereich. Wichtige Merkmale für die Qualität des Medienbestandes sind die Aktualität sowie der Zustand der Medien: Bei fortlaufenden Bestandsrevisionen werden Medien ausgesondert, die inhaltlich veraltet sind und somit fehlerhafte Informationsquellen darstellen. Hinzu kommen zerlesene Exemplare, insbesondere stark genutzte Kinder- und Jugendbücher und Romane. Der derzeitige Medienbestand kann jedoch nur aktuell und ansprechend gehalten werden, wenn ein ausreichender Medienetat (mindestens in der Höhe des Haushaltsansatzes 2006: 205.000 Euro) zur Verfügung steht.
Zur Erhaltung der Angebotsattraktivität ist das Ziel für 2007 und 2008, eine Erneuerungsquote von 8 % im Bereich des Medienbestandes zu erreichen (das bedeutet: 8 % des Medienbestandes ist nicht älter als 1 Jahr). Einer Erneuerungsquote von 8 % entsprechen bei einem Gesamtbestand von 220.000 Medieneinheiten ungefähr 18.000 Medieneinheiten.
Für den Haushalt 2007 wurde für Neuanschaffungen ein Ansatz von 205.000
Euro beantragt. Bei einem Durchschnittspreis pro Medium von 12,82 Euro in 2006
kann die Stadtbücherei für diesen Betrag knapp 16.000 Medieneinheiten kaufen. Dies entspricht einer Erneuerungsquote von 7,3 %, liegt damit 2 % unter der durchschnittlichen Erneuerungsquote (= 9,3 %) der am Bibliotheksindex 2006
beteiligten öffentlichen Bibliotheken über 100.000 Einwohner (Beispiele aus anderen Städten: Erneuerungsquote der Stadtbücherei Münster: 12,9 %,
der Stadtbücherei Paderborn: 15,4 %, der Stadtbücherei Solingen: 8,2 %).
Um 18.000 Medieneinheiten kaufen und damit das selbstgesteckte Ziel von 8 % Erneuerungsquote erreichen zu können, müssten im Ansatz für den Medienetat 230.000 Euro zur Verfügung stehen. Die fehlende Differenz von 25.000 Euro hofft die Stadtbücherei durch Einnahmen aus dem Bestsellerservice erzielen zu können.
In den Jahren 2003 bis 2006 ist es gelungen, durch die Einführung des Bestsellerservice über den städtischerseits zur Verfügung gestellten Medienetat hinaus Zusatzeinnahmen zu erzielen. Diese Einnahmen dienten und dienen dazu, den Bestsellerservice weiter auszubauen und mit neuen Medien die Angebotsattraktivität der Bücherei auf der Springe und der drei Stadtteilbüchereien zu steigern. Dies bleibt weiterhin unser Ziel und kann nur erreicht werden, wenn die zusätzlichen Einnahmen auch zukünftig für diesen Zweck verwendet werden.
Vermittlung von Medien und Informationen
Teilnahme an der Initiative Bildungspartner
NRW Bibliothek und Schule
Wie im 1.Teil geschildert, hat die HagenMedien Stadtbücherei erfolgreich an dem Landesprojekt “Medienpartner Schule und Bibliothek” teilgenommen.
Um die Nachhaltigkeit
dieses Projektes zu sichern, hat das Ministerium für Städtebau und Wohnen,
Kultur und Sport des Landes NRW (MSWKS) als Nachfolgemaßnahme die Initiative
“Bibliotheken und Schulen werden Bildungspartner in NRW” ins Leben
gerufen. Die Initiative ist für einen Zeitraum von 5 Jahren angelegt, beginnend
mit dem Jahr 2006. Ziel ist, die Lese-, Medien- und Informationskompetenz von Schülerinnen
und Schülern zu steigern.
Im Rahmen dieser Initiative führt die HagenMedien Stadtbücherei im Jahr 2006 das bereits erwähnte Projekt “Bibliothekarische Unterstützung für Recherche und Facharbeit – Informationskompetenz entwickeln und festigen” in der Stadtteilbücherei Hohenlimburg durch. Die durch die Projektarbeit erzielten Ergebnisse werden dann in den Folgejahren in der Stadtbücherei auf der Springe sowie in den beiden Stadtteilbüchereien Boele und Haspe genutzt (beispielsweise Module für Klassenführungen).
Zusammenarbeit mit vorschulischen
Einrichtungen sowie Schulen
Sowohl in der Stadtbücherei
auf der Springe als auch in den Stadtteilbüchereien findet eine intensive
Zusammenarbeit mit vorschulischen Einrichtungen und Schulen statt. Ziel ist,
Kinder im Vorschulalter mit Büchern vertraut zu machen und durch Angebote an
Kinder und Eltern den frühkindlichen Spracherwerb zu fördern.
Kindergärten und Schulen
werden zu Veranstaltungen und Führungen in den verschiedenen Büchereistandorten
eingeladen: neben reinen Informationsbesuchen rückt gerade bei Kindern immer
mehr der Aspekt der spielerischen Erfahrung einer Stadtbücherei in den
Vordergrund. Hier bietet die Stadtbücherei daher vielfältige Aktionen wie
Bilderbuchkino, Kinderaktionstage oder Bastelnachmittage an.
Nachgefragt wird im Kinderbereich auch verstärkt das Angebot, Lesenächte in der Bücherei zu verbringen. Hier wird die Bücherei als Ort mit einer eigenen
Erlebnisqualität erfahren.
Ältere Schüler werden bei Klassenführungen mit der Bücherei vertraut gemacht.
In der Stadtteilbücherei
Boele beispielsweise werden jedes Jahr alle neuen 5.Klassen in die Benutzung
der Bücherei eingeführt.
Im Jahr 2005 wurden insgesamt 192 Führungen für Schulklassen und Gruppen durchgeführt. Diese Zahl gilt als Richtschnur auch für die kommenden Jahre.
Klassensätze
Seit 2006
bietet die HagenMedien Stadtbücherei Klassensätze für die Ausleihe an Schulen
an. Die angebotenen Romane dienen als Klassenlektüre und werden in
Klassenstärke angeboten (30 Exemplare des Romans und ein Lehrerheft mit
Begleitmaterial). Zur Zeit kann aus 16 verschiedenen Titeln ausgewählt werden.
Die Spanne reicht vom Erstlesebuch bis zum Jugendroman. Das neue Angebot soll
weiter ausgebaut werden, da es auf große Resonanz in den Schulen gestoßen ist.
Leseförderung mit Antolin
Seit 2006 beteiligt sich die HagenMedien Stadtbücherei an dem Projekt des Schroedel-Verlags “Leseförderung mit Antolin”. Antolin ist eine web-basierte Plattform für die Leseförderung (www.antolin.de). Kinder wählen eigenständig Bücher aus, die sie gern lesen möchten; nach dem Lesen beantworten sie im Internet Fragen zu dem jeweiligen Buch. Auf diese Weise fördert Antolin das sinnentnehmende Lesen und motiviert die Kinder, sich mit den Inhalten der gelesenen Werke auseinander zu setzen. Viele Antolin-Titel, die im Bestand der Stadtbücherei vorhanden sind, können über den Katalog der HagenMedien Stadtbücherei gefunden werden. Ein weiteres Angebot ist die Zusammenstellung von Medienkisten mit Antolin-Titeln für Schulen.
Sommerleseclub für Jugendliche ab 12 Jahren
Um der Leseförderung bei Jugendlichen neue Impulse zu
verleihen und in dieser Zielgruppe neue Kundinnen und Kunden zu gewinnen, plant
die HagenMedien Stadtbücherei, sich ab 2008 am “Sommerleseclub” zu
beteiligen. Die Idee des Sommerleseclubs wurde 2001
von der Stadtbücherei Brilon als “Best-Practice-Beispiel” aus
amerikanischen Bibliotheken importiert und mit großem Erfolg durchgeführt.
Inzwischen beteiligen sich rund 40 Bibliotheken landesweit an diesem Projekt. Bei dieser Sommerferienaktion melden sich Jugendliche im Sommerleseclub der Stadtbücherei an, lesen bestimmte Titel und tauschen sich untereinander sowie mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bücherei über das Gelesene aus. Als Kooperationspartner sind die weiterführenden Schulen vorgesehen, idealerweile die Deutschlehrer. Ein schulischer Nebeneffekt für die Jugendlichen könnte sein, sich durch die Teilnahme am Sommerleseclub “Pluspunkte” im Unterricht und auf dem Zeugnis zu verschaffen.
ABC-Lesetüte
Für 2008 ist angedacht,
eine weitere Aktion zur gleichzeitigen Leseförderung und Kundengewinnung zu
starten. Zielgruppe bei der ABC-Lesetüte sind die Erstklässler, die in 2008
eingeschult werden. Diese erhalten am 1.Schultag eine Lesetüte, die ein Buch
für Erstleser enthält, zusätzlich Informationen zur HagenMedien Stadtbücherei
und zu den Möglichkeiten der Nutzung für die Erstklässler und ihre Eltern.
Erfahrungen aus anderen Bibliotheken zeigen, dass sich eine solche Aktion nur
mit einem finanzstarken Sponsor durchführen lässt.
Die HagenMedien Stadtbücherei wird daher rechtzeitig das Gespräch mit potentiellen Sponsoren suchen.
Büchereiarbeit mit Migrantinnen und
Migranten
Vor dem Hintergrund des “Kommunalen Handlungskonzepts Interkultur”
hat sich die HagenMedien Stadtbücherei das Ziel gesetzt, die Büchereiarbeit mit Migrantinnen und Migranten zu verstärken, um dieser anwachsenden Bevölkerungsgruppe bessere Bildungschancen durch verbesserte Sprachkenntnisse zu verschaffen. Angesprochene Zielgruppen sind zunächst Kinder und Eltern aus türkischen Familien sowie Lehrer/Lehrerinnen und Erzieher/Erzieherinnen. Seit 2006 erfolgt die Erweiterung des Medienangebotes, beginnend mit Büchern in türkischer Sprache.
Für das Jahr 2007 ist geplant, ein vom Land gefördertes Projekt im Bereich Interkultur für türkische Migrantinnen und Migranten zu initiieren. Im Rahmen eines solchen Projektes sollen vielfältige Aktivitäten stattfinden: Autorenlesungen für Kinder und Erwachsene, die Entwicklung eines Konzeptes für türkischsprachige Büchereiführungen für Erwachsene und Kinder, die Erstellung eines türkischsprachigen Leitfadens zur Benutzung der Bücherei, die Einführung deutsch-türkischer Vorlesenachmittage in der Kinderabteilung auf der Springe, die Einführung einer Veranstaltungsreihe “Deutsch lernen für Mütter und Kinder türkischer Herkunft”, die Einführung einer Veranstaltungsreihe deutsch-türkisches Bilderbuchkino sowie Fortbildungsveranstaltungen für Lehrer/Lehrerinnen und Erzieher/Erzieherinnen zum Thema “Interkulturelles Lernen”. Dies soll in Zusammenarbeit mit anderen städtischen Institutionen sowie mit Migrantenselbstorganisationen erfolgen.
Veranstaltungs-
und Programmarbeit
Kooperation der
HagenMedien Stadtbücherei im Inforaum Hagen
Die HagenMedien
Stadtbücherei kooperiert seit 1998 erfolgreich mit den Bibliotheken der
Fernuniversität Hagen und der Bibliothek der Fachhochschule Südwestfalen im
Inforaum Hagen. Damit sind in einem sich ergänzenden Angebot über 1 Million
Medien für die Hagener Bevölkerung zugänglich.
Neben dem unkomplizierten Leihverkehr zwischen wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken richtet sich die Kooperation auf gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit, Fort- und Weiterbildung, Internetauftritt und Informationsvermittlung. Zum Fortbestehen der Kooperation wurde im Jahr 2005 ein entsprechender Vertrag zwischen dem Oberbürgermeister der Stadt Hagen, dem Rektor der Fernuniversität und dem Rektor der Fachhochschule Südwestfalen abgeschlossen.
Jährlich findet zu den Aktivitäten des Inforaums eine Informationsveranstaltung in der HagenMedien Stadtbücherei statt und soll auch weiterhin stattfinden.
Kooperation mit anderen
Kultur- und Informationsanbietern
Die HagenMedien
Stadtbücherei führt in Zusammenarbeit mit anderen Kultur- und
Informationsanbietern bewährte Veranstaltungsreihen fort und beteiligt sich an
der Entwicklung neuer Formate. Mit ihren Veranstaltungen und Ausstellungen
präsentiert sich die Stadtbücherei als Ort der Begegnung, an dem zum einen
aktiv der Umgang mit Literatur gefördert wird, zum anderen die Hagener
Bürgerinnen und Bürger Informationen aus verschiedenen Bereichen erhalten und
mit lokal interessierenden sowie gesellschaftspolitischen Themen der Zeit
konfrontiert werden. Beispiele hierfür sind die Veranstaltungen unter dem Motto
“Hagen wörtlich” in Kooperation mit der VHS sowie die Reihe
“Literazzia” in Kooperation mit dem Kulturamt. Weitere wichtige
Kooperationspartner sind das Allerwelthaus, die Verbraucherzentrale, andere
Ämter der Hagener Stadtverwaltung sowie soziale Einrichtungen in Hagen.
Internet-Informationsveranstaltungen
Mit großem Erfolg finden
monatlich Informationsveranstaltungen zum Umgang mit dem Internet in der
Stadtbücherei auf der Springe statt. Je eine Veranstaltung für Anfänger sowie
eine für Fortgeschrittene machen mit dem Internet vertraut und geben
Hilfestellung beim zielgerichteten Recherchieren im Netz. Diese Veranstaltungen
erhöhen die Medienkompetenz der Teilnehmer und werden besonders gern von
älteren Bürgerinnen und Bürgern genutzt. Eine Weiterführung in den nächsten
zwei Jahren ist vorgesehen.
Leselust – Die jährlichen
Kinder- und Jugendbuchwochen im Herbst
LeseLust
ist ein Kooperationsprojekt von Kulturamt Hagen, VHS,
HagenMedien
Stadtbücherei, AllerWeltHaus, Kulturzentrum Pelmke –
Kino
Babylon, LUTZ – junge bühne hAGEN, Kulturzentrum hasperhammer,
Käthe-Kollwitz-Berufskolleg,
Stadtbücherei Altena, Stadtbücherei Iserlohn, filmriss kino Gevelsberg.
Im Mittelpunkt der Veranstaltungen
für Kinder und Jugendliche stehen die Begegnungen mit Autoren und Autorinnen,
mit nahen und fernen Welten, mit aktuellen Filmen, mit Workshops, in denen man
die eigenen kreativen Möglichkeiten entdecken kann. Das LeseLust-Programm
wendet sich an Kindergärten und Schulen, aber auch an Eltern,
Lehrer/Lehrerinnen und Erzieher/Erzieherinnen.
Sonstige Vorhaben
Verbesserungen in Hinblick auf die
Kundenorientierung
Kundenorientierung,
Bürgernähe und Kundenzufriedenheit sind erklärte Ziele der HagenMedien
Stadtbücherei. Diese Ziele werden erreicht durch ein auf die entsprechenden
Zielgruppen abgestimmtes Medienangebot, durch Öffentlichkeitsarbeit und nicht
zuletzt durch nachfragegerechte Öffnungszeiten.
Im Bereich der Stadtbücherei auf der Springe ist neben dem Donnerstag (Öffnungszeit von 10 bis 19 Uhr) der Samstag der am stärksten frequentierte Ausleihtag mit einer hohen Besucher- und Ausleihzahl (bisherige Öffnungszeit von 10 bis 13 Uhr). 2007 und 2008 erfolgt eine probeweise Ausweitung der Samstagsöffnung bis 14 Uhr. Bei entsprechender Kundenakzeptanz und ausreichenden personellen Ressourcen soll dieses Angebot auch über 2008 hinaus beibehalten werden.
Eine weitere Maßnahme zur Steigerung der Kundenzufriedenheit ist die Einführung eines Beschwerdemanagements für die Kundinnen und Kunden der Stadtbücherei in 2007: Anregungen, Wünsche und Beschwerden sollen dazu genutzt werden, verbesserte Dienstleistungen anzubieten, gemachte Fehler zukünftig zu vermeiden und damit die Kundenbindung zu erhöhen.
Weiter gearbeitet wird zudem an dem Vorhaben, die Erreichbarkeit der Stadtbücherei auch außerhalb der Öffnungszeiten zu verbessern (durch Angebote auf der Homepage, Telefondienst, Anrufbeantworter u.a.).
Weiterführung der begonnenen
Konsolidierungsmaßnahmen
Wie im 1.Teil dieses
Berichtes dargestellt ist die Konsolidierungsmaßnahme “Personaleinsparung
durch BEP 2003-2006” erfolgreich zu Ende gebracht worden. Dies war nur
möglich, weil qualifiziertes Fachpersonal auch extern eingestellt werden
konnte. An dieser Regelung soll daher festgehalten werden.
Bis 2008 arbeitet die
HagenMedien Stadtbücherei weiterhin daran, die gesteckten Ziele der
Konsolidierungsmaßnahmen “Mehreinnahmen durch geänderte Gebühren”
sowie “Einnahmen von Beiträgen und Spenden” zu erreichen.
Im Bereich Steigerung der
Gebühreneinnahmen arbeitet die Stadtbücherei mit zwei Strategien: zum einen ist
zum 01.12.2006 eine geänderte Gebührenordnung in Kraft getreten, zum anderen
werden verstärkt Aktionen zur Kundenwerbung durchgeführt, um die Zahl der
eingetragenen Leser zu erhöhen und somit Mehreinnahmen im Bereich der
Benutzungsgebühren zu erzielen.
Im Bereich der Einnahmen
von Beiträgen und Spenden setzt die Stadtbücherei nach wie vor auf das Engagement
der beiden bestehenden Fördervereine, die durch Sachspenden und durch
persönliche Arbeit erhebliche geldwerte Leistungen für die Stadt Hagen
erbringen.
Einführung des neuen kommunalen Finanzmanagements (NKF)
Die HagenMedien Stadtbücherei gehört mit zu den sogenannten “Ämtern der
1.Welle” und beschäftigt sich seit Anfang 2006 intensiv mit der Einführung des NKF. Damit wird die wirtschaftliche Arbeitsweise der Stadtbücherei durch die neue Art der Buchführung unterstützt.
Im Rahmen des NKF hat die HagenMedien Stadtbücherei für die Produkte “Bereitstellung und Vermittlung von Medien und Informationen” sowie “Veranstaltungs- und Programmarbeit” Ziele definiert und Kennzahlen festgelegt, die als Messlatte für die Zielerreichung genutzt werden sollen.
Wichtige Ziele und Kennzahlen für die Jahre 2007 und 2008 sind:
Kundenorientierte Öffnungszeiten für die Ausleihe von Medien und qualifizierte Beratung:
Ø 37 Öffnungsstunden in der Stadtbücherei auf der Springe
Ø 21 Öffnungsstunden in der Schul- und Stadtteilbücherei Boele (13 Stunden für alle Bürgerinnen und Bürger, 8 Stunden für die Schülerinnen und Schüler der Fritz-Steinhoff-Gesamtschule)
Ø 19 Öffnungsstunden in der Stadtteilbücherei Haspe
Ø 19 Öffnungsstunden in der Stadtteilbücherei Hohenlimburg
Angestrebtes Angebot an Medien: 230.000 Medieneinheiten (Bücher, Zeitschriften, CD-ROM, Hörbücher, DVD, CD, Noten, Schallplatten)
Angestrebte Erneuerungsquote: 8 % des Medienbestandes
Angestrebte Anzahl Entleihungen: 800.000
Angestrebte Anzahl Besucher: 180.000
Angestrebte Anzahl Neuanmeldungen: 4.000
Angestrebte Anzahl von Veranstaltungen: 250
Angestrebte Anzahl von Teilnehmern an Veranstaltungen: 3.000
Angestrebte Anzahl Führungen: 200
Angestrebte Anzahl von Teilnehmern an Führungen: 4.000
Mit der Einführung des NKF wird die notwendige Basis gelegt, die Aufgaben und Ziele der HagenMedien Stadtbücherei samt Leistungsindikatoren sowie die dafür benötigten Ressourcen darzustellen.
Die Volkshochschule hat im gemeinsamen Amt für Weiterbildung und Medien bisher positive Erfahrungen mit Vereinbarungen im Rahmen eines Kontraktes gemacht.
Der zurzeit gültige Kontrakt der Volkshochschule ist bis Ende 2008 befristet.
Ziel ist, danach die beiden Bereiche Stadtbücherei und Volkshochschule über die in den Teilhaushaltsplänen festgelegten Ziele und Kennzahlen gemeinsam zu steuern.
