Beschlussvorlage - 1007/2006

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

1.      Die Bezirksvertretung Mitte nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.

2.      Die Verwaltung wird gebeten, mit den Deutschen Städtemedien über die Aufstellung, Wartung, Instandsetzung und den ggf. erforderlichen Ergänzungen des Fußgängerleitsystems zu verhandeln.

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Sachverhalt

 

Die Verwaltung stellt den Planungsstand des Wegweiserkonzeptes "Zu Fuß in der Hagener City - Bessere Orientierung durch ein Fußgängerleitsystem" vor. Die Konzeption wurde durch einen kooperativen Arbeitskreis begleitet, der aus Vertretern der für die Innenstadt relevanter Institutionen, Politik und Behörden bestand. Die Stadt Hagen hat prozessbegleitend das Planungsbüro AB Stadtverkehr GbR (Projektbegleitung u.a. in Bonn, Hamburg, etc.) aus Köln beauftragt.

Das Fußgängerleitsystem soll die Fußgänger zu markanten und wichtigen Punkten im Bereich der Innenstadt (z.B. Stadttheater, Museen) führen.

 


 
Der Arbeitskreis ‚Fußgängerleitsystem‘ hat über die allgemeinen Anforderungen an ein Leit- und Informationssystem, die Zielgruppen, die Ziel- und Wegeprioritäten, das Design und die Farbgestaltung in mehreren Sitzungen beraten. Im ersten Arbeitsschritt wurden Vereinbarungen zum generellen Systemaufbau getroffen. Im zweiten Schritt wurden detailliertere Vorgaben erarbeitet, die inhaltliche und formale Aspekte zum Aufbau der Beschilderung und dessen Anforderungen für eine gute Erkennbarkeit umfassen. Die Anforderungen an das Leit- und Informationssystem sind u.a. eine schwerpunktmäßig freizeitorientierte Ausrichtung, eine vereinfachte Orientierung und eine Unterstützung von Bürgern und Gästen, bei der Suche nach für sie relevanten Zielen.

 

Planungsraum:

Der Planungsraum deckt den fußläufigen Innenstadtkern ab, also den Bereich innerhalb der Ringe, zwischen Hauptbahnhof und Markt. Hinzu kommen einige angrenzende Bereiche wie Stadthalle, Elbershallen und Mediencenter.

Nutzergruppen / Zielgruppen:

Die primären Zielgruppen des Systems sind auswärtige Besucher, insbesondere die große Gruppe der Tagesbesucher aus dem regionalen Umfeld, welche in der Regel nur wenige bzw. unsystematische Informationen über Hagen und die fußläufigen Wegeverbindungen besitzen. Als weitere Zielgruppe sind Hagener Bürgerinnen und Bürger anzusehen, die in der Innenstadt unterwegs sind, um dort zu bummeln und einzukaufen, aber auch Bürger die ihre Stadt zu Fuß erkunden und dabei auch bisher weniger beachtete Ziele oder neue Wegebeziehungen entdecken möchten.

 

Zielkategorien:

Eine der wichtigsten Aufgaben des Arbeitskreises war die Beratung darüber, welche Ziele ausgeschildert werden sollen. Das Fußgängerleitsystem für die Hagener Innenstadt berücksichtigt die für die o.g. Zielgruppen relevanten Ziele, daher erfolgte um eine Überfrachtung zu verhindern eine weitgehende Konzentration der Wegweisung auf touristisch- bzw. freizeitorientierte Ziele. Eine Hierarchisierung der Ziele nach Prioritäten diente ebenfalls der Reduzierung der erforderlichen Zielangaben an den einzelnen Standorten. Hierbei spielen Bedeutung und Verteilerfunktion eine wesentliche Rolle.

Hauptziele sind z.b. Hauptbahnhof, Theater und Rathaus. Diese werden über längere Strecken ausgeschildert.

Zu Nebenzielen gehören wichtige Straßen und Plätze, wie z.b. Volkspark, Friedrich-Ebert-Platz etc.. Diese werden über kürzere Entfernungen als die Hauptziele ausgewiesen.

Die weitaus größte Gruppe bilden die Ziele im Nahbereich – hierzu gehören Sehenswürdigkeiten, Haltestellen, öffentliche Toiletten etc.. Sie liegen in einem Entfernungsbereich bis ca. 500 Meter. Es sind insgesamt 22 Ziele festgelegt worden, welche in zwei Stufen umgesetzt werden. Aus den definierten Zielen resultieren insgesamt 38 Wegweiserstandorte.

 

Wegeverbindungen:

Das Fußgängerleitsystem führt den Fußgänger entlang von ausgewählten Routen vom Ausgangspunkt bis zum Erreichen des gewünschten Ziels. Hierbei wurde auf die Wegelängen und die Attraktivität der Etappen geachtet, sowie Aspekte der sozialen Sicherheit und der Barrierefreiheit berücksichtigt. Fußwegebeziehungen, die Treppen enthalten werden entsprechend gekennzeichnet.

 

Entfernungsangaben:

Entfernungen werden in Metern angegeben – da eine Entfernungsangabe in Minuten je nach körperlicher Konstitution zu stark variieren.

 

Multilingualität:

Da die meisten Zielangaben aus Eigennamen bestehen, die nicht übersetzt werden können, wurde auf Mehrsprachigkeit verzichtet. Zudem ist auf Grund von Schildermaßen und einer ausreichenden Lesbarkeit (Schriftgröße) eine mehrsprachige Ausführung der Ziele aus Platzgründen häufig nicht realisierbar. Die Verständlichkeit der Informationen wird über international gebräuchlichen Piktogrammen gewährleistet.

 

Zielsystem:

Ein Nutzergerechtes und stadträumlich angepasstes Fußgängerleit- und Informationssystem besteht aus verschiedenen Elementen, die qualitativ unterschiedliche Informationsinhalte bereitstellen. Die wegweisende Beschilderung ist Hauptbestandteil und Basis des Leitsystems. Das System soll möglichst “kompakt” und “flexibel” sein.

Um dies zu gewährleisten entschied sich der Arbeitskreis einvernehmlich für ein Leitsystem aus einer Kombination von Pfeilwegweisern und Stelen.

 

 
Das Standart-Systemelement ist ein Pfosten, an dem die Schilder (Pfeilwegweiser) befestigt werden. Um allzu große Schilderbäume zu vermeiden, werden an wichtigen Verteilerplatzen mit besonderes vielen Zielangaben, sowie an sonstigen exponierten bzw. prominenten Standorten anstelle von Pfosten so genannte Wegweiserstelen eingesetzt. Zudem sollen Informationstafeln mit Stadtplänen in das System integriert werden. Die Pfeilwegweiser werden rechteckig ausgeführt und werden keine geformte Pfeilspitze besitzen. Die Systemelemente sollen doppelseitig und mit einer nahezu stufenlosen Richtungseinstellung der Schilder ausgeführt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Beispiel: Hamburg)


Design:

Das Fußgängerleitsystem soll ein einheitliches Design bekommen, so dass eine Wiedererkennung gegeben ist. Die Wegweiser sollen sich harmonisch in den Stadtraum einfügen und dennoch gleichzeitig prägnant ins Auge fallen. Bei der Festlegung von Schriftart, Schriftgröße, Piktogrammen und Anordnung der Schilderinhalte sind Aspekte der Wahrnehmung, Erkennbarkeit und Lesbarkeit maßgebend.

Für die beiden Systemelemente (Pfosten/Pfeilwegweiser und Stele) wird eine klare Lösung mit einem ansprechenden Design gefordert, die den zahlreichen funktionalen und gestalterischen Anforderungen gerecht werden.

 

Materialwahl:

Die Materialwahl orientiert sich ebenfalls sowohl an gestalterischen, als auch an funktionalen Aspekten. Die Oberflächen sollen so ausgebildet werden, dass sie auch dem Vandalismus entgegen wirken. Aufkleber und Schmierereien sollen sich leicht entfernen lassen. Für die Schilder für die Pfeilwegweiser sind Aluminiumbleche vorgesehen, die an Vierkantpfosten mit Bodenhülsen befestigt werden.

 

Ausbau und Erweiterung:

Das Fußgängerleitsystem ist in mehrfacher Hinsicht ausbaufähig. Es kann in begrenzten Umfang um weitere Ziele (Stufe 2) in der Innenstadt ergänzt und/oder die Ausweitung auch über den jetzigen Planungsraum hinaus erweitert werden. Ebenso ist auch eine Übertragung auf andere Bezirke oder Stadteilzentren möglich. Wichtig ist dabei ebenfalls das einheitliche Gestaltungsbild des Fußgängerleitsystems einzuhalten.

 

Realisierung des Fußgängerleitsystems:

Es wurden unterschiedliche Möglichkeiten geprüft, das Projekt zu realisieren. Dafür wurden unverbindliche Preisvergleiche von Herstellern eingeholt. Angesichts der angespannten Haushaltslage, wird eine Kooperation zwischen der Kommune und einem privaten Unternehmen auf Public-Private-Partnership-Basis angestrebt. Eine Möglichkeit der Kompensation besteht grundsätzlich darin, Teilflächen der Systemelemente für dezente Eigenwerbezwecke zu nutzen, wie es auch bei Fußgängerleitsystemen in einigen anderen Städten praktiziert wird. Im Rahmen der bestehenden Vertragsbeziehungen über Werbung im öffentlichen Raum, könnte daher mit den Deutschen Städtemedien (DSM / Ströer) über die Realisierung des Projektes verhandelt werden.

 

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Beschlüsse

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05.12.2006 - Bezirksvertretung Hagen-Mitte - geändert beschlossen

Beschluss:

1.      Die Bezirksvertretung Mitte nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.

2.      Die Verwaltung wird gebeten, mit den Deutschen Städtemedien über die Aufstellung, Wartung, Instandsetzung und die ggf. erforderlichen Ergänzungen des Fußgängerleitsystems zu verhandeln.

3.      Die Verwaltung wird beauftragt, das Verhandlungsergebnis vorzustellen.

4.      Der Behindertenbeirat ist einzubeziehen.

Abstimmungsergebnis:

X

 Einstimmig beschlossen

 

Dafür:

 18

Dagegen:

 0

Enthaltungen:

 0