Beschlussvorlage - 1007/2006
Grunddaten
- Betreff:
-
"Zu Fuß in der Hagener City - Bessere Orientierung durch ein Fußgängerleitsystem"
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Britta Wimpelberg
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Mitte
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Entscheidung
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05.12.2006
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Sachverhalt
Die Verwaltung stellt den
Planungsstand des Wegweiserkonzeptes "Zu Fuß in der Hagener City - Bessere
Orientierung durch ein Fußgängerleitsystem" vor. Die Konzeption wurde
durch einen kooperativen Arbeitskreis begleitet, der aus Vertretern der für die
Innenstadt relevanter Institutionen, Politik und Behörden bestand. Die Stadt
Hagen hat prozessbegleitend das Planungsbüro AB Stadtverkehr GbR
(Projektbegleitung u.a. in Bonn, Hamburg, etc.) aus Köln beauftragt.
Das Fußgängerleitsystem
soll die Fußgänger zu markanten und wichtigen Punkten im Bereich der Innenstadt
(z.B. Stadttheater, Museen) führen.
Der
Arbeitskreis ‚Fußgängerleitsystem‘ hat über die allgemeinen
Anforderungen an ein Leit- und Informationssystem, die Zielgruppen, die Ziel-
und Wegeprioritäten, das Design und die Farbgestaltung in mehreren Sitzungen
beraten. Im ersten Arbeitsschritt wurden Vereinbarungen zum generellen
Systemaufbau getroffen. Im zweiten Schritt wurden detailliertere Vorgaben
erarbeitet, die inhaltliche und formale Aspekte zum Aufbau der Beschilderung
und dessen Anforderungen für eine gute Erkennbarkeit umfassen. Die
Anforderungen an das Leit- und Informationssystem sind u.a. eine
schwerpunktmäßig freizeitorientierte Ausrichtung, eine vereinfachte
Orientierung und eine Unterstützung von Bürgern und Gästen, bei der Suche nach
für sie relevanten Zielen.
Planungsraum:
Der Planungsraum
deckt den fußläufigen Innenstadtkern ab, also den Bereich innerhalb der Ringe,
zwischen Hauptbahnhof und Markt. Hinzu kommen einige angrenzende Bereiche wie
Stadthalle, Elbershallen und Mediencenter.
Nutzergruppen / Zielgruppen:
Die primären Zielgruppen des Systems sind
auswärtige Besucher, insbesondere die große Gruppe der Tagesbesucher aus dem
regionalen Umfeld, welche in der Regel nur wenige bzw. unsystematische
Informationen über Hagen und die fußläufigen Wegeverbindungen besitzen. Als
weitere Zielgruppe sind Hagener Bürgerinnen und Bürger anzusehen, die in der
Innenstadt unterwegs sind, um dort zu bummeln und einzukaufen, aber auch Bürger
die ihre Stadt zu Fuß erkunden und dabei auch bisher weniger beachtete Ziele
oder neue Wegebeziehungen entdecken möchten.
Zielkategorien:
Eine der
wichtigsten Aufgaben des Arbeitskreises war die Beratung darüber, welche Ziele
ausgeschildert werden sollen. Das Fußgängerleitsystem für die Hagener Innenstadt
berücksichtigt die für die o.g. Zielgruppen relevanten Ziele, daher erfolgte um
eine Überfrachtung zu verhindern eine weitgehende Konzentration der Wegweisung
auf touristisch- bzw. freizeitorientierte Ziele. Eine Hierarchisierung der
Ziele nach Prioritäten diente ebenfalls der Reduzierung der erforderlichen
Zielangaben an den einzelnen Standorten. Hierbei spielen Bedeutung und
Verteilerfunktion eine wesentliche Rolle.
Hauptziele sind z.b. Hauptbahnhof, Theater und Rathaus.
Diese werden über längere Strecken ausgeschildert.
Zu Nebenzielen gehören wichtige Straßen und Plätze, wie
z.b. Volkspark, Friedrich-Ebert-Platz etc.. Diese werden über kürzere
Entfernungen als die Hauptziele ausgewiesen.
Die weitaus größte Gruppe bilden die Ziele im Nahbereich
– hierzu gehören Sehenswürdigkeiten, Haltestellen, öffentliche Toiletten
etc.. Sie liegen in einem Entfernungsbereich bis ca. 500 Meter. Es sind
insgesamt 22 Ziele festgelegt worden, welche in zwei Stufen umgesetzt werden.
Aus den definierten Zielen resultieren insgesamt 38 Wegweiserstandorte.
Wegeverbindungen:
Das Fußgängerleitsystem führt den Fußgänger entlang von
ausgewählten Routen vom Ausgangspunkt bis zum Erreichen des gewünschten Ziels.
Hierbei wurde auf die Wegelängen und die Attraktivität der Etappen geachtet,
sowie Aspekte der sozialen Sicherheit und der Barrierefreiheit berücksichtigt.
Fußwegebeziehungen, die Treppen enthalten werden entsprechend gekennzeichnet.
Entfernungsangaben:
Entfernungen werden in Metern angegeben – da eine
Entfernungsangabe in Minuten je nach körperlicher Konstitution zu stark
variieren.
Multilingualität:
Da die meisten Zielangaben aus Eigennamen
bestehen, die nicht übersetzt werden können, wurde auf Mehrsprachigkeit
verzichtet. Zudem ist auf Grund von Schildermaßen und einer ausreichenden
Lesbarkeit (Schriftgröße) eine mehrsprachige Ausführung der Ziele aus
Platzgründen häufig nicht realisierbar. Die Verständlichkeit der Informationen
wird über international gebräuchlichen Piktogrammen gewährleistet.
Zielsystem:
Ein
Nutzergerechtes und stadträumlich angepasstes Fußgängerleit- und
Informationssystem besteht aus verschiedenen Elementen, die qualitativ
unterschiedliche Informationsinhalte bereitstellen. Die wegweisende
Beschilderung ist Hauptbestandteil und Basis des Leitsystems. Das System soll
möglichst “kompakt” und “flexibel” sein.
Um dies zu gewährleisten entschied sich der Arbeitskreis
einvernehmlich für ein Leitsystem aus einer Kombination von Pfeilwegweisern und
Stelen.

Das
Standart-Systemelement ist ein Pfosten, an dem die Schilder (Pfeilwegweiser)
befestigt werden. Um allzu große Schilderbäume zu vermeiden, werden an
wichtigen Verteilerplatzen mit besonderes vielen Zielangaben, sowie an
sonstigen exponierten bzw. prominenten Standorten anstelle von Pfosten so
genannte Wegweiserstelen eingesetzt. Zudem sollen Informationstafeln mit
Stadtplänen in das System integriert werden. Die Pfeilwegweiser werden
rechteckig ausgeführt und werden keine geformte Pfeilspitze besitzen. Die
Systemelemente sollen doppelseitig und mit einer nahezu stufenlosen
Richtungseinstellung der Schilder ausgeführt werden.

(Beispiel:
Hamburg)
Design:
Das Fußgängerleitsystem soll ein
einheitliches Design bekommen, so dass eine Wiedererkennung gegeben ist. Die
Wegweiser sollen sich harmonisch in den Stadtraum einfügen und dennoch
gleichzeitig prägnant ins Auge fallen. Bei der Festlegung von Schriftart,
Schriftgröße, Piktogrammen und Anordnung der Schilderinhalte sind Aspekte der
Wahrnehmung, Erkennbarkeit und Lesbarkeit maßgebend.
Für die beiden Systemelemente (Pfosten/Pfeilwegweiser und
Stele) wird eine klare Lösung mit einem ansprechenden Design gefordert, die den
zahlreichen funktionalen und gestalterischen Anforderungen gerecht werden.
Materialwahl:
Die Materialwahl
orientiert sich ebenfalls sowohl an gestalterischen, als auch an funktionalen
Aspekten. Die Oberflächen sollen so ausgebildet werden, dass sie auch dem
Vandalismus entgegen wirken. Aufkleber und Schmierereien sollen sich leicht
entfernen lassen. Für die Schilder für die Pfeilwegweiser sind Aluminiumbleche
vorgesehen, die an Vierkantpfosten mit Bodenhülsen befestigt werden.
Ausbau und
Erweiterung:
Das
Fußgängerleitsystem ist in mehrfacher Hinsicht ausbaufähig. Es kann in
begrenzten Umfang um weitere Ziele (Stufe 2) in der Innenstadt ergänzt und/oder
die Ausweitung auch über den jetzigen Planungsraum hinaus erweitert werden.
Ebenso ist auch eine Übertragung auf andere Bezirke oder Stadteilzentren
möglich. Wichtig ist dabei ebenfalls das einheitliche Gestaltungsbild des Fußgängerleitsystems
einzuhalten.
Realisierung des Fußgängerleitsystems:
Es wurden unterschiedliche Möglichkeiten geprüft, das Projekt zu realisieren. Dafür wurden unverbindliche Preisvergleiche von Herstellern eingeholt. Angesichts der angespannten Haushaltslage, wird eine Kooperation zwischen der Kommune und einem privaten Unternehmen auf Public-Private-Partnership-Basis angestrebt. Eine Möglichkeit der Kompensation besteht grundsätzlich darin, Teilflächen der Systemelemente für dezente Eigenwerbezwecke zu nutzen, wie es auch bei Fußgängerleitsystemen in einigen anderen Städten praktiziert wird. Im Rahmen der bestehenden Vertragsbeziehungen über Werbung im öffentlichen Raum, könnte daher mit den Deutschen Städtemedien (DSM / Ströer) über die Realisierung des Projektes verhandelt werden.

05.12.2006 - Bezirksvertretung Hagen-Mitte - geändert beschlossen
Beschluss:
1. Die Bezirksvertretung Mitte nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.
2. Die Verwaltung wird gebeten, mit den Deutschen Städtemedien über die Aufstellung, Wartung, Instandsetzung und die ggf. erforderlichen Ergänzungen des Fußgängerleitsystems zu verhandeln.
3. Die Verwaltung wird beauftragt, das Verhandlungsergebnis vorzustellen.
4. Der Behindertenbeirat ist einzubeziehen.