Beschlussvorlage - 1001/2006
Grunddaten
- Betreff:
-
Neuausrichtung der städtischen Ferienangebote
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB55 - Jugend und Soziales
- Bearbeitung:
- Beate Westermann
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Jugendhilfeausschuss
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Entscheidung
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05.12.2006
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Sachverhalt
Auf Grund der veränderten Bedarfssituation bei
den Ferienangeboten wird eine Neuausrichtung
der städtischen Ferienangebote vorgeschlagen. Künftig soll noch ein
Grundangebot von Ferienfreizeiten vorgehalten werden, das durch Kurzfreizeiten
in der Region und pädagogisch gestalteten verbindlichen Betreuungsangeboten
ergänzt wird.
Gesetzliche Grundlage
Gemäß § 11 des Kinder – und Jugendhilfegesetzes sind jungen Menschen die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Der Gesetzgeber nennt in diesem Zusammenhang ausdrücklich Kinder – und Jugenderholungsmaßnahmen als einen der Schwerpunkte der Jugendarbeit, dem u.a. die Träger der öffentlichen Jugendhilfe verpflichtet sind.
Mit den Ferienangeboten für das Jahr 2007 legt der Fachbereich Jugend & Soziales der Stadt Hagen zum 60. Mal ein entsprechendes Angebot an Kinder – und Jugendfreizeiten vor.
Veränderungen in den letzten Jahren hinsichtlich der Bedarfe und Nachfragen haben dazu geführt, dass neben den klassischen zweiwöchigen Ferienfreizeiten auch Kurzfreizeiten und Betreuungsangebote in den Sommerferien mit in das Ferienprogramm aufgenommen werden.
2007 werden die klassischen Fahrten im Durchschnitt aus 30 Kindern bzw. Jugendlichen bestehen
Teilnehmerstruktur bei den städtischen Ferienfreizeiten
Insbesondere der sozialen Ausrichtung der Freizeiten wird in hohem Maße Rechnung getragen.
Ca. 30 % der Teilnehmer stammten 2006 aus wirtschaftlich schwachen Familien. Diese wurden hinsichtlich der Zahlung des Teilnehmerbeitrages mit einem einkommensabhängig gewährten individuellen Zuschuss im Rahmen der wirtschaftlichen Jugendhilfe unterstützt.
Weiterhin kommen viele der Teilnehmer aus Familien mit mehreren Kindern, aus Familien in denen ein Elternteil alleinerziehend ist oder aus Kinderheimen.
Nachfrage und Bedarfssituation
2006 war nach Abschluss der Fahrten eine Auslastung von nur 76 % zu verzeichnen.
In der Planung für 2006 waren ursprünglich 208 Plätze in insgesamt sechs Freizeiten vorgesehen.
Davon haben tatsächlich 159 Teilnehmer an den Fahrten teilgenommen.
Bereits kurz nach den Osterferien wurden Plätze an die Jugendherbergen zurück gegeben, da absehbar war, dass es hinsichtlich der Auslastung einen starken Rückgang geben wird.
Durch die frühzeitige Rückgabe von Plätzen konnte die Zahlung von Stornokosten an die Jugendherbergen vermieden werden. Der für die Ferienfreizeiten vorgesehene Budgetanteil wurde eingehalten.
Hinsichtlich der Veränderung bei den Angeboten von Ferienfreizeiten ist nicht nur in Hagen, sondern bundesweit der Trend erkennbar, dass die Fahrten insgesamt kürzer werden und auch die Fahrten ins Ausland reduziert werden. Auch bei den Angeboten der freien Träger in Hagen ist dies Entwicklung feststellbar. Lediglich Jugendverbände, die hauptsächlich Kinder und Jugendliche aus der eigenen Arbeit als Zielgruppe ansprechen, sind hiervon ausgenommen.
Die geringere Nachfrage hängt zum einen mit der steigenden Preisentwicklung in den Unterkünften und bei den Beförderungskosten zusammen, zum anderen bieten kommerzielle Jugendreiseveranstalter auf diesem Sektor vielfältige Fahrten an, die bei geringerer pädagogischer Betreuungsleistung teilweise kostengünstiger angeboten werden.
Die Finanzierung der städtischen Ferienfreizeiten erfolgt überwiegend aus Teilnehmerbeiträgen. Hinsichtlich der bereits erreichten Teilnehmerbeiträge können weitere Kostensteigerungen nicht mehr durch weitere Erhöhungen der Teilnehmerbeiträge aufgefangen werden.
Auf Grund der dargestellten Entwicklung wird vorgeschlagen, die Ausrichtung der Ferienangebote des Fachbereiches Jugend und Soziales orientiert an den veränderten Bedarfen neu auszurichten.
Hierbei soll der Grundbedarf an klassischen Ferienfreizeiten durch drei altersdifferenzierte Inlandsangebote abgedeckt werden.
Ergänzend werden zwei preisgünstige aber attraktive einwöchige Angebote in der Region angeboten.
Insbesondere für berufstätige Eltern soll als Ergänzung zu den Angeboten der Ferienmaus ein wochenweise buchbares ganztägiges Ferienangebot durchgeführt werden.
Zusätzlich werden bei der Erarbeitung der Ferienangebote auch die Jugendeinrichtungen in stärkerem Maße bei gesamtstädtischen Bedarfen berücksichtigt. Die ehrenamtlichen Freizeitleiter werden sowohl bei den verbleibenden Freizeiten als auch bei den neuen Angeboten berücksichtigt.
Nachfolgend sind die Planungen für das Jahr 2007 aufgeführt:
1. Cuxhaven
/ Nordsee
Altersgruppe: 8 – 11 Jahre
Gruppengröße: 30 Teilnehmer / -innen
2. Sylt
/ Hörnum
Altersgruppe: 12 – 13 Jahre
Gruppengröße: 30 Teilnehmer / -innen
3. Norderney
/ Nordsee
Altersgruppe: 14 – 16 Jahre
Gruppengröße: 30 Teilnehmer / -innen
4. Radtour
von Winterberg nach Hagen /
Ruhrtal
-Radweg / Radroute NRW 2007
Altersgruppe: 10 – 14 Jahre
Gruppengröße: 15 Teilnehmer / -innen
5. Kanutour
auf der Lenne
Altersgruppe: 8 – 12 Jahre
Gruppengröße: 15 Teilnehmer / -innen
6. Betreuungsangebote
in der Sommerferien
Über die Dauer der Sommerferien erfolgt jeweils an unterschiedlichen Standorten in Hagen ein Betreuungsangebot. Die Betreuungsangebote finden blockweise pro Woche ( 1. – 6. Ferienwoche ) statt. Sie werden inhaltlich thematisch ausgerichtet und finden von Montag bis Freitag jeweils von 8.00 – 16.00 Uhr statt
Da Angebot richtet sich an Kinder von 8 – 12 Jahren und bieten pro Block 15 Kindern Platz.
Darüber hinaus wird der Spiel – und Sportpark Emst wie bereits in den vergangenen Jahren durchgehend in den Sommerferien Angebote darbieten.
Der Abenteuerspielplatz ( Zipp ) in Haspe wird 2007 erstmalig für die Dauer der Sommerferien durchgängig geöffnet sein.
Die
Darstellung der einzelnen Maßnahmen sowie die Auftragsvergabe wird durch eine
gesonderten Vorlage erfolgen.

05.12.2006 - Jugendhilfeausschuss - geändert beschlossen
Beschluss:
1.
Der
Jugendhilfeausschuss beauftragt die Verwaltung, die Ferienfreizeiten und
Ferienangebote für das Jahr 2007 entsprechend der vorgeschlagenen
Neuausrichtung vorzubereiten und zur Beschlussfassung vorzulegen.
2.
Die
Verwaltung wird beauftragt, die Richtlinien zur Übernahme der Kosten für
Ferienfreizeiten im Rahmen
der wirtschaftlichen Jugendhilfe zu überarbeiten. Künftig
sollen auch einwöchige
Maßnahmen bezuschusst werden. Die Bezuschussung ist
auf eine Freizeitteilnahme
pro Jahr zu beschränken.
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Abstimmungsergebnis: |
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X |
Einstimmig beschlossen |