Beschlussvorlage - 0627/2006
Grunddaten
- Betreff:
-
Bürger- und mittelstandsfreundliche Verwaltung
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 19 Zentrale Steuerung
- Bearbeitung:
- Stefan Keßen
- Beteiligt:
- OB/SZW Servicezentrum Wirtschaft
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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31.08.2006
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Sachverhalt
Der Rat der Stadt Hagen hat auf Initiative der Fraktion Bürger für Hagen
(BfH) in seiner Sitzung am 17.11.2005 beschlossen, das Leitziel einer bürger-
und mittelstandsfreundlichen Verwaltung im Servicezentrum Wirtschaft (SZW) zu
verankern.
Die Vorlage enthält einen ersten Zwischenbericht zum Stand der
Angelegenheit.
Der Rat der Stadt
Hagen hat auf Initiative der Fraktion Bürger für Hagen (BfH) in seiner Sitzung
am 17.11.2005 (Verwaltungsvorlage 0976/2005) beschlossen, das Leitziel einer
bürger- und mittelstandsfreundlichen Verwaltung im Servicezentrum Wirtschaft
(SZW) zu verankern.
Durch die seinerzeitige Ausweitung des Beschlusses von
“mittelstandsfreundlich” auf “bürger- und
mittelstandsfreundlich” geht die Thematik über den eigentlichen
Aufgabenbereich des SZW hinaus und betrifft damit eigentlich alle Bereiche der
Verwaltung, in denen Kunden-/bzw. Bürgerkontakte bestehen.
Insofern hat die Zentrale Steuerung zu Beginn des Jahres eine
verwaltungsweite Umfrage gestartet, inwieweit in den Organisationseinheiten der
einzelnen Vorstandsbereiche bereits “Leistungs- bzw.
Serviceversprechen” i. S. von z. B. garantierten Warte-, Öffnungs- und
Bearbeitungszeiten bestehen. Auf die seinerzeitige Grundlage des
Ratsbeschlusses, die Serviceversprechen des Märkischen Kreises, wurde dabei Bezug
genommen.
Im Ergebnis bleibt festzustellen, dass zum jetzigen Zeitpunkt in vielen
verschiedenen Organisationseinheiten (“Ämtern”) derart
serviceorientiertes Verhalten in unterschiedlichsten Ausprägungen praktiziert
und gelebt - in der Regel bislang aber nicht explizit als echtes
“Service- oder Garantieversprechen” kommuniziert wird. Auch hat die
Stadt Hagen in der Tat dies bislang nicht generell für ihre
Verwaltungsdienstleistungen abstrakt beschrieben (“Sie erhalten auf Ihren
Antrag / Ihren Anruf / Ihre E-Mail eine Rückmeldung bzw. Zwischennachricht
spätestens am nächsten Arbeitstag”). Insofern existiert kein
flächendeckendes, formales Qualitätsmanagement.
In den Kernbereichen der Verwaltung, in denen es zu häufigen Bürger- und
damit Kundenkontakten kommt, werden jedoch Leistungen konsequent gemessen und
“kontrolliert”. So gibt es z. B. ein monatliches Controlling im
Bereich der Bürgerämter, wo u. a. Wartezeiten mit dem Ziel gemessen werden, den
Personaleinsatz entsprechend planen zu können, um durch ggf.
“überlappende” Arbeitszeiten gerade publikumsintensive
Spitzenzeiten abdecken zu können und somit adäquate Wartezeiten zu
gewährleisten. Gleichzeitig wurden und werden besonders zeitintensive
Dienstleistungen aus der allgemeinen Bearbeitung herausgelöst und z. B. nur
gegen Terminvereinbarung angeboten, um das “Alltagsgeschäft” im
Hinblick auf akzeptable Wartezeiten nicht zu belasten. An diesem Beispiel wird
deutlich, dass insbesondere in den publikumsintensiven Bereichen intensiv an
einer Verbesserung der Servicequalität gearbeitet wird, ohne dass es bislang zu
formalen Leistungs- und Serviceversprechen gekommen ist.
Gleichwohl ist schon jetzt die Resonanz in der Bürgerschaft nach
Kontakten zur Verwaltung mehr als positiv. Dies belegen zahlreiche durch das
Ressort Statistik und Stadtforschung (61/1; früher Amt 12) durchgeführte
Umfragen, in denen Bürgerinnen und Bürger (“Kundinnen und Kunden”)
nach ihren Erfahrungen beim “Behördengang” befragt wurden.
In allen diesen Umfragen seit 1990, die in unterschiedlichsten Bereichen
der Verwaltung durchgeführt wurden und kontinuierlich weiter durchgeführt
werden (u. a. Bürgerämter (s.o.), Fachbereich Jugend & Soziales,
Volkshochschule, SZW ), bestätigen immer mehr als 95% der befragten Bürgerinnen
und Bürger i. S. der Schulnoten “sehr gut”, “gut” und
“befriedigend”, dass sie hilfreich und freundlich behandelt, gut
und umfassend informiert wurden und dies zeitnah ohne längere Wartezeiten in
einer angenehm persönlichen Atmosphäre erfolgt ist.
Trotzdem sieht sich die Verwaltung - auch i. S. des Beschlusses des Rates
vom 17.11.2005 - weiter in der Verantwortung, dieses serviceorientierte
Verhalten ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stetig zu verbessern und
daraus auch allgemeine Leistungs- und Serviceversprechen zu entwickeln,
festzuschreiben und den Bürgerinnen und Bürgern zu kommunizieren. Das gilt
insbesondere auch für die Verwaltungsbereiche, die nicht so stark vom
Publikumsverkehr frequentiert werden.
Umgesetzt wird dies im Rahmen der Arbeiten zur Einführung des neuen
Kommunalen Finanzmanagements (NKF) spätestens zum 01.01.2008, wo zur
Aufstellung eines produktorientierten Haushaltes die Arbeits- und
Leistungsprozesse in der Verwaltung analysiert und in die künftige
Produktstruktur überführt werden müssen. Alle Organisationseinheiten sind
aufgefordert, entsprechende Produkte zu bilden und zu beschreiben und
produktbezogen Kennzahlen und Ziele zu formulieren. In diesem Zusammenhang sind
auch Leistungs- und Serviceversprechen zu berücksichtigen, die so einerseits
konkret für die jeweilige Organisationseinheit entstehen und andererseits
daraus abgeleitet auch abstrakt-generell für die Gesamtverwaltung entwickelt
werden können.
Dieselbe Zielrichtung haben auch Projekte zur Weiterentwicklung der
eGovernment-Aktivitäten bei der Stadt Hagen. Durch das Innenministerium NRW
werden unter anderem in Hagen die Arbeiten am Aufbau eines
“Prozessregisters NRW” gefördert. Dabei geht es in erster Linie um
eine Verbesserung der Kundenschnittstellen “Internet-Portal”, aber auch
darum Arbeits- und Dienstleistungsprozesse durch den Einsatz von neuen
Technikbausteinen, durch Rationalisierung und Bürokratieabbau effektiver und
schlanker zu machen. Dazu ist es erforderlich, die existierenden Prozesse zu
beschreiben und auf ihr Optimierungspotential hin zu untersuchen. Auch dabei
werden Grundlagen für Standards der Qualitäts- und Leistungsversprechen
entstehen:
Im Vorstandsbereich OB hat das SZW den Auftrag
erhalten, in Zusammenarbeit mit den betroffenen Ämtern die Prozesse im sog.
“Leistungsbündel Wirtschaft” zu untersuchen. Damit sind alle
Prozesse gemeint, die auch das Aufgabenspektrum des SZW bilden. In einem ersten
Schritt sollen die Bereiche Baugenehmigungswesen - mit allen
Schnittstellenprozessen in zuliefernden Dienststellen - und der Bereich
Gewerbemeldewesen untersucht werden. Mit ersten Ergebnissen in diesen Bereichen
ist bereits zum Ende des Jahres zu rechnen. Im kommenden Jahr sollen weitere
Prozesse aus anderen Bereichen untersucht werden, die u.a. für das Gütesiegel
“Mittelstandsfreundliche Verwaltung” relevant sind, bei dem
ebenfalls Qualitäts- und Leistungsaspekte im Vordergrund stehen.
Im Vorstandsbereich 4 werden durch die Dezentrale
Steuerung die Bereiche Führerschein- und Zulassungswesen im Amt für öffentliche
Sicherheit, Ordnung, Verkehr und Personenstandswesen (32) untersucht.
Insofern kann diese Vorlage bezogen auf den Ratsbeschluss vom 17.11.2005
nur als Zwischenbericht verstanden werden, stellt aber aus Sicht der Verwaltung
durchaus dar, dass die Intention des Beschlusses, die Stadt Hagen als
serviceorientierte sowie bürger- und mittelstandsfreundliche Verwaltung
aufzustellen, bereits verfolgt wurde und zielorientiert kontinuierlich
weiterentwickelt wird. Die Verwaltung wird über die weitere Entwicklung
sukzessive berichten.

31.08.2006 - Rat der Stadt Hagen - geändert beschlossen
Beschluss:
1. Der Zwischenbericht der
Verwaltung wird zur Kenntnis genommen.
2. Die Verwaltung wird
beauftragt, in der Ratssitzung Oktober 2006 erneut zu berichten und eine kurze Projektplanung mit Endtermin des
Projektes vorzulegen.
Insofern wird diese Vorlage zum 01.09.2006 realisiert.
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Abstimmungsergebnis: |
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x |
Einstimmig beschlossen |