Beschlussvorlage - 0094/2004
Grunddaten
- Betreff:
-
Städtebauliches Entwicklungskonzept für das Zentrum Hagen-Westerbauer
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Hans-Martin Schaefer
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Stadtentwicklungsausschuss
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Entscheidung
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09.03.2004
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Sachverhalt
Westerbauer
Im Westen Hagens befindet sich der
Siedlungsschwerpunkt Haspe. Zum
statistischen Bezirk Haspe-West gehört
Westerbauer.
Es handelt sich um einen Ortsteil
frühindustriellen Ursprungs. Der
wichtigste Wirtschaftsfaktor in Haspe
war die Eisen- und Stahlerzeu-
gung gewesen. Am Anfang des letzten
Jahrhunderts kam die Lebensmittel-
herstellung in Form eines Keks-,
Waffel- und Zwiebackwerks "Brandt"
hinzu.
Diese Bereiche stellten einen Großteil
der Arbeitsplätze in Westerbau-
er. Die abflauende Konjunktur in der
Eisen- und Stahlerzeugung führte
auch in Haspe in den 70er Jahren zu
einem hohen Arbeitsplatzrückgang.
Dazu kam die Verlagerung des Keks-,
Waffel- und Zwiebackwerks nach
Thüringen, das erneut zu einem großen
Arbeitsplatzverlust führte.
Städtebauliche Situation
Durch die geographischen
Gegebenheiten; in der Tallage mit Fluss, sie-
delten sich die ersten Gewerbebetriebe
an, das Wohnen zog sich zum
größten Teil auf die Hanglagen zurück,
entstand entlang der Haupt-
durchgangsstraße (B7) im Tal die heute
bestehende Gemengelage. Dabei
entstanden durch die räumliche
Begrenzung teilweise mehrgeschossige
Fabrikgebäude. Das Ortsbild
Westerbauers wird heute geprägt durch die
verkehrsreiche B7, die das Zentrum
durchschneidet, die Ansiedlung
kleiner und großen Gewerbebetriebe,
Geschosswohnungsbau und den Fluss
Ennepe. Die Einkaufsmöglichkeiten
reihen sich entlang der Bundesstra-
ße.
Durch diese Reihung von Gewerbe,
Einkaufen und Wohnen entlang der
Hauptverkehrsstraße ist der Ortskern
nicht erkennbar. Westerbauer
wirkt wie eine langgezogene
Straßenrandbebauung, von der aus die Wohn-
bereich nur zu erahnen sind. Durch die
Schließung von Gewerbebetrie-
ben im Zentrum Westerbauers entstanden
Brachen, deren Flächenpotenti-
al die Möglichkeit zu einer sinnvollen
Neustrukturierung des Ortskerns
ermöglicht.
Städtebauliche Zielsetzung
Stärkung des Ortsmittelpunktes
Durch die Stärkung des
Ortsmittelpunktes soll Westerbauer mehr Identi-
tät bekommen. Dadurch sollen die
Bewohner und auch die Besucher West-
erbauer als Ort besser
wahrnehmen.
Im Außenbereich sind in den letzten
Jahren mehrere Wohnquartiere neu
erschlossen worden. Die dadurch
gewonnene Stabilisierung der Einwoh-
nerzahl in Westerbauer und die
vorhandenen Flächenpotentiale machen
die weitere Entwicklung eines
Stadtteilzentrums in Westerbauer möglich
und sinnvoll.
Die vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten
liegen zum größten Teil entlang
der Enneper Straße. Diese Reihung von
Geschäften entlang der stark be-
fahrenen B7 schafft für den Bürger
keine große Aufenthaltsqualität. Um
die Verweildauer und die damit
verbundene Steigerung von Kommunikation
unter den Bürgern zu verbessern,
sollte eine gemischte Nutzung um ei-
nen zentralen Platz gruppiert werden.
Die Gewerbebrache der früheren Firma
Gummi Becker liegt im Ortszentrum
zwischen den Gemeindezentren der
evangelischen und katholischen Kir-
che. An dieser Stelle einen zentralen
Platz mit unterschiedlichen
Dienstleistungen und
Einkaufsmöglichkeiten zu schaffen, wäre sinnvoll.
Auch zentral gelegen ist der südliche
Gebäudekomplex der Firma Brandt.
Der größt Teil des Komplexes soll
unter Denkmalschutz gestellt werden
und könnte für Einzelhandel, aber auch
als Zwiebackmuseum, Fit-
ness/Wellness oder Bürofläche genutzt
werden.
Nicht im unmittelbaren Kernbereich
liegt der nord/westliche Gebäude-
komplex der Firma Brandt.(Auch hier
sollen eine Halle und eine Decken-
konstruktion in einer der Hallen unter
Denkmalschutz gestellt werden).
Da der Verwaltungsbereich der Firma
Brandt im an der Enneper Straße
gelegenen Gebäude bestehen bleiben
soll, ist daran gedacht, hier z.B.
ein Hotel direkt an dieses Gebäude
anzubauen. So könnten bestehende
Konferenz- und Ausstellungsräume
mitgenutzt werden. Auf der übrigen
Fläche könnte neben verträglichen
Gewerbe- und Büroflächen ein groß-
flächiger Einzelhandel angesiedelt
werden, der nur ein untergeordnetes
zentrenrelevantes Sortiment anbietet
um keine Kaufkraft dem Unterzen-
trum Haspe zu entziehen. Anbieten
würde sich zum Beispiel ein Garten-
center.
Außer der Schaffung eines zentralen
Bereiches mit Aufenthaltsqualität,
der Ansiedlung von Einzelhandel und
Dienstleistern zur Nahversorgung
des Quartiers soll die Möglichkeit
genutzt werden, den Fluss Ennepe
ins Stadtbild mit einzubinden. So ist
die Wiedererlebbarmachung der
Ennepe eine weitere städtebauliche
Zielsetzung. Hierzu zählen, die An-
lage eines durchgehenden Fuß- und
Radweges entlang der Ennepe und die
teilweise Begrünung des Flussufers.
Auch Wegeverbindungen zwischen der
Enneper Straße und dem Fluss sollten
angelegt werden.
Die städtebauliche Rahmenplanung
stellt die Grundlage für die Bauleit-
planung dar. Am 17.07.2003 wurde die
Einleitung des Bebauungsplanent-
wurf Nr. 4/03 Enneper Straße - Bereich
von der westlichen Stadtgrenze
bis zur Martinstraße - beschlossen.
Mit ihm sollen städtebaulich unge-
wollte Entwicklungen verhindert und
Planungsrecht für eine sinnvolle
Stadtentwicklung geschaffen werden.

09.03.2004 - Stadtentwicklungsausschuss - geändert beschlossen
Die
städtebauliche Rahmenplanung wird zur Kenntnis genommen.
Die Verwaltung
wird beauftragt, auf der Grundlage der städtebaulichen
Rahmenplanung,
das eingeleitete Bebauungsplanverfahren fortzuführen.
Der in der Vorlage genannte
Ortsmittelpunkt von Westerbauer wird prä-
zisiert als der Bereich zwischen den
Straßen An der Wacht und Nord-
straße. Es wird Wert darauf gelegt,
dass westlich der Nordstraße kein
Lebensmittelgewerbe zugelassen wird,
welches nicht der konkretisierten
Zielsetzung der Konzeption entspricht.