Beschlussvorlage - 0094/2004

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Die städtebauliche Rahmenplanung wird zur Kenntnis genommen.        

Die Verwaltung wird beauftragt, auf der Grundlage der städtebaulichen

Rahmenplanung, das eingeleitete Bebauungsplanverfahren fortzuführen.

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Sachverhalt

Westerbauer                                                              

                                                                         

Im Westen Hagens befindet sich der Siedlungsschwerpunkt Haspe. Zum       

statistischen Bezirk Haspe-West gehört Westerbauer.                      

                                                                          

Es handelt sich um einen Ortsteil frühindustriellen Ursprungs. Der       

wichtigste Wirtschaftsfaktor in Haspe war die Eisen- und Stahlerzeu-     

gung gewesen. Am Anfang des letzten Jahrhunderts kam die Lebensmittel-   

herstellung in Form eines Keks-, Waffel- und Zwiebackwerks "Brandt"      

hinzu.                                                                   

Diese Bereiche stellten einen Großteil der Arbeitsplätze in Westerbau-   

er. Die abflauende Konjunktur in der Eisen- und Stahlerzeugung führte    

auch in Haspe in den 70er Jahren zu einem hohen Arbeitsplatzrückgang.    

Dazu kam die Verlagerung des Keks-, Waffel- und Zwiebackwerks nach       

Thüringen, das erneut zu einem großen Arbeitsplatzverlust führte.

 

Städtebauliche Situation                                                

                                                                        

Durch die geographischen Gegebenheiten; in der Tallage mit Fluss, sie-  

delten sich die ersten Gewerbebetriebe an, das Wohnen zog sich zum      

größten Teil auf die Hanglagen zurück, entstand entlang der Haupt-      

durchgangsstraße (B7) im Tal die heute bestehende Gemengelage. Dabei    

entstanden durch die räumliche Begrenzung teilweise mehrgeschossige     

Fabrikgebäude. Das Ortsbild Westerbauers wird heute geprägt durch die   

verkehrsreiche B7, die das Zentrum durchschneidet, die Ansiedlung       

kleiner und großen Gewerbebetriebe, Geschosswohnungsbau und den Fluss   

Ennepe. Die Einkaufsmöglichkeiten reihen sich entlang der Bundesstra-   

ße.                                                                     

Durch diese Reihung von Gewerbe, Einkaufen und Wohnen entlang der       

Hauptverkehrsstraße ist der Ortskern nicht erkennbar. Westerbauer       

wirkt wie eine langgezogene Straßenrandbebauung, von der aus die Wohn-  

bereich nur zu erahnen sind. Durch die Schließung von Gewerbebetrie-    

ben im Zentrum Westerbauers entstanden Brachen, deren Flächenpotenti-   

al die Möglichkeit zu einer sinnvollen Neustrukturierung des Ortskerns  

ermöglicht.

 

Städtebauliche Zielsetzung                                               

                                                                         

Stärkung des Ortsmittelpunktes                                           

                                                                         

Durch die Stärkung des Ortsmittelpunktes soll Westerbauer mehr Identi-   

tät bekommen. Dadurch sollen die Bewohner und auch die Besucher West-    

erbauer als Ort besser wahrnehmen.                                       

Im Außenbereich sind in den letzten Jahren mehrere Wohnquartiere neu     

erschlossen worden. Die dadurch gewonnene Stabilisierung der Einwoh-     

nerzahl in Westerbauer und die vorhandenen Flächenpotentiale machen      

die weitere Entwicklung eines Stadtteilzentrums in Westerbauer möglich   

und sinnvoll.                                                            

Die vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten liegen zum größten Teil entlang    

der Enneper Straße. Diese Reihung von Geschäften entlang der stark be-   

fahrenen B7 schafft für den Bürger keine große Aufenthaltsqualität. Um   

die Verweildauer und die damit verbundene Steigerung von Kommunikation   

unter den Bürgern zu verbessern, sollte eine gemischte Nutzung um ei-    

nen zentralen Platz gruppiert werden.

Die Gewerbebrache der früheren Firma Gummi Becker liegt im Ortszentrum 

zwischen den Gemeindezentren der evangelischen und katholischen Kir-   

che. An dieser Stelle einen zentralen Platz mit unterschiedlichen      

Dienstleistungen und Einkaufsmöglichkeiten zu schaffen, wäre sinnvoll. 

Auch zentral gelegen ist der südliche Gebäudekomplex der Firma Brandt. 

Der größt Teil des Komplexes soll unter Denkmalschutz gestellt werden  

und könnte für Einzelhandel, aber auch als Zwiebackmuseum, Fit-        

ness/Wellness oder Bürofläche genutzt werden.                          

                                                                        

Nicht im unmittelbaren Kernbereich liegt der nord/westliche Gebäude-   

komplex der Firma Brandt.(Auch hier sollen eine Halle und eine Decken- 

konstruktion in einer der Hallen unter Denkmalschutz gestellt werden). 

Da der Verwaltungsbereich der Firma Brandt im an der Enneper Straße    

gelegenen Gebäude bestehen bleiben soll, ist daran gedacht, hier z.B.  

ein Hotel direkt an dieses Gebäude anzubauen. So könnten bestehende    

Konferenz- und Ausstellungsräume mitgenutzt werden. Auf der übrigen    

Fläche könnte neben verträglichen Gewerbe- und Büroflächen ein groß-   

flächiger Einzelhandel angesiedelt werden, der nur ein untergeordnetes

zentrenrelevantes Sortiment anbietet um keine Kaufkraft dem Unterzen-      

trum Haspe zu entziehen. Anbieten würde sich zum Beispiel ein Garten-      

center.                                                                    

                                                                           

Außer der Schaffung eines zentralen Bereiches mit Aufenthaltsqualität,     

der Ansiedlung von Einzelhandel und Dienstleistern zur Nahversorgung       

des Quartiers soll die Möglichkeit genutzt werden, den Fluss Ennepe        

ins Stadtbild mit einzubinden. So ist die Wiedererlebbarmachung der        

Ennepe eine weitere städtebauliche Zielsetzung. Hierzu zählen, die An-     

lage eines durchgehenden Fuß- und Radweges entlang der Ennepe und die      

teilweise Begrünung des Flussufers. Auch Wegeverbindungen zwischen der     

Enneper Straße und dem Fluss sollten angelegt werden.                      

                                                                           

Die städtebauliche Rahmenplanung stellt die Grundlage für die Bauleit-     

planung dar. Am 17.07.2003 wurde die Einleitung des Bebauungsplanent-      

wurf Nr. 4/03 Enneper Straße - Bereich von der westlichen Stadtgrenze      

bis zur Martinstraße - beschlossen. Mit ihm sollen städtebaulich unge-     

wollte Entwicklungen verhindert und Planungsrecht für eine sinnvolle       

Stadtentwicklung geschaffen werden.

 

 

 

 

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Beschlüsse

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09.03.2004 - Stadtentwicklungsausschuss - geändert beschlossen

Die städtebauliche Rahmenplanung wird zur Kenntnis genommen.        

Die Verwaltung wird beauftragt, auf der Grundlage der städtebaulichen

Rahmenplanung, das eingeleitete Bebauungsplanverfahren fortzuführen.

 

Der in der Vorlage genannte Ortsmittelpunkt von Westerbauer wird prä-

zisiert als der Bereich zwischen den Straßen An der Wacht und Nord-

straße. Es wird Wert darauf gelegt, dass westlich der Nordstraße kein

Lebensmittelgewerbe zugelassen wird, welches nicht der konkretisierten

Zielsetzung der Konzeption entspricht.

 

 

 

 

 

 

 

 

x

 Einstimmig beschlossen

 

 

 

 Mit Mehrheit beschlossen

 

 

 

 Einstimmig abgelehnt

 

 

 

 Mit Mehrheit abgelehnt

 

 

 

 Abgelehnt bei Stimmengleichheit

 

 

 

 Ohne Beschlussfassung

 

 

 

 Zur Kenntnis genommen

 

 

 

      

 

 

 

 

 

Dafür:

      

 

 

Dagegen:

      

 

 

Enthaltungen: