Beschlussvorlage - 0686/2024
Grunddaten
- Betreff:
-
Mobil aufsuchende Jugendarbeit
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB55 - Jugend und Soziales
- Bearbeitung:
- Meltem Sarioglu
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Jugendhilfeausschuss
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04.09.2024
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Sachverhalt
Kurzfassung
Die „Mobil aufsuchende Jugendarbeit“ ergänzt das Angebot der bestehenden Jugendeinrichtungen und richtet sich stadtweit an Kinder und Jugendliche, die einen Aufenthalt im öffentlichen Raum, insbesondere auf Straßen und Plätzen bevorzugen, anstatt institutionelle Angebote zu nutzen. Durch die aufsuchende Arbeit werden diese Kinder und Jugendlichen direkt angesprochen. Die Präsenz vor Ort ermöglicht es, frühzeitig auf Probleme und Bedürfnisse der jungen Menschen zu reagieren und präventive Maßnahmen zu ergreifen. Zudem erlaubt die direkte Arbeit im Lebensumfeld der Kinder und Jugendlichen eine maßgeschneiderte Unterstützung, die den individuellen Bedürfnissen und Herausforderungen gerecht wird.
Begründung
Träger der „Mobil aufsuchenden Jugendarbeit“ ist die evangelische Jugendhilfe Iserlohn-Hagen. Die personelle Ausstattung umfasst zwei Mitarbeiter*innen mit einem Stellenumfang von 39 Std. und 19,5 Stunden pro Woche, sowie der Qualifikation als Sozialarbeiter*in.
Das Ziel der „Mobil aufsuchenden Jugendarbeit“ ist die gesellschaftliche Teilhabe von Kindern und Jugendlichen zu fördern und soziale Benachteiligungen abzubauen. Die Fachkräfte setzen sich dafür ein, die Lebenssituation von jungen Menschen nachhaltig zu verbessern und ihre Entwicklung zu unterstützen.
Die „Mobil aufsuchende Jugendarbeit“ fährt regelmäßig folgende Treffpunkte an:
- Volkspark an der Muschel
- Haspe Hüttenplatz
- Altenhagen Friedensplatz
- Wehringhausen Bohne
Im Rahmen der aufsuchenden Kinder- und Jugendarbeit werden nach Bedarf regelmäßig weitere identifizierte Treffpunkte in unterschiedlichen Stadtteilen angefahren. Dazu gehören unter anderem Schulhöfe, Parks, Sportplätze oder das Bahnhofsumfeld.
Die pädagogischen Fachkräfte nutzen verschiedene Methoden, um Zugang zu Gruppen und Einzelpersonen in Sozialräumen zu schaffen. Die Schwerpunkte umfassen neben der aufsuchenden Arbeit, die Einzelfallhilfe, Gemeinwesenarbeit und Projektarbeit.
Zum Thema "Einzelfallhilfe" bietet die mobile Jugendarbeit Unterstützung in verschiedenen Bereichen an. Dazu gehören Bewerbungstrainings, Erstellung von Bewerbungsunterlagen mit einem mobilen Drucker, Hilfe bei der Suche nach Schul-, Praktikums- und Ausbildungsplätzen und Beratung zur Klärung von individuellen Problemlagen und Krisensituationen.
Gemeinwesenarbeit vernetzt Akteure der sozialen Arbeit und ermöglicht eine professionelle Unterstützung bei unterschiedlichen Fragestellungen und Problemfeldern. Durch ein gut ausgebautes Netzwerk können Kinder und Jugendliche auf niedrigschwellige Hilfsangebote zugreifen.
Die Projektarbeit leistet einen bedeutenden Beitrag zur Förderung von Freizeit, Bildung und Austausch. Beispiele für zeitlich begrenzte Angebote sind die mobile Bücherei, tiergestützte Angebote, ein mobiler Adventskalender oder Selbstverteidigungskurse. Die vielschichtigen Aktivitäten und Angebote ermöglichen den Jugendlichen vielseitige Erlebnisse und positive Gemeinschaftserfahrungen.
Die „Mobil aufsuchende Jugendarbeit“ hat in den vergangenen Jahren erfolgreich Kinder und Jugendliche an den informellen Treffpunkten angesprochen und ihnen vielfältige Unterstützung in unterschiedlichen Lebenssituationen geboten. Durch Einzelfallhilfe konnten individuelle Bedürfnisse adressiert und niederschwellige freizeitpädagogische Angebote direkt auf der Straße umgesetzt werden. Alleine im vergangenen Jahr hat die „Mobil aufsuchende Jugendarbeit“ mit unterschiedlichen Angeboten 955 Besucher*innen erreicht.
Im Rahmen der Jugendhilfe stellt die „Mobil aufsuchende Jugendarbeit“ ein wesentliches Element dar, um Kinder und Jugendliche zu erreichen, die sich nicht in traditionelle Jugendarbeit einbinden lassen. Diese Form der Jugendarbeit ist nicht nur eine Ergänzung zu bestehenden Angeboten, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil der Jugendhilfe, der maßgeblich zur sozialen Integration, Prävention und individuellen Förderung von Kindern und Jugendlichen beiträgt.
Planungen für 2024
Die informellen Treffpunkte haben sich als wichtige und niederschwellige Begegnungsorte etabliert, so dass zukünftig die gleichen Orte angesteuert werden. Die Fachkräfte arbeiten bedarfs- und sozialraumorientiert. Demzufolge werden auch perspektivisch die Schwerpunkte aus den Bedarfen der Jugendlichen entstehen. Primär werden die Angebote darauf abzielen, Kinder und Jugendliche in ihrer Lebenswelt individuell zu unterstützen, um ihre gesellschaftliche Teilhabe zu stärken, soziale Benachteiligungen zu verringern und ihre Lebenssituation langfristig zu verbessern.
Fest in Planung für 2024 ist das mobile Bewerbungsschreiben, welches im letzten Jahr sehr gut angenommen wurde. Die Jugendlichen haben dadurch die Möglichkeit spontan Bewerbungen zu verfassen und diese direkt auszudrucken. Dieses niedrigschwellige Angebot wird weiterhin einen bedeutenden Bestandteil der informellen Treffpunkte darstellen und ist insbesondere im Volkspark an der Muschel verankert.
Ein weiteres konkretes Ziel für 2024 ist die Gründung einer Cricket-Mannschaft in Hagen. Die Idee stammt von Jugendlichen Besucher*innen der mobil aufsuchenden Jugendarbeit, welche in Kooperation mit dem TSV 1860 realisiert werden soll.
In der Adventszeit war die „Mobil aufsuchende Jugendarbeit“ in einer Notunterkunft für geflüchtete Menschen in Berchum aktiv und hat dort ein Angebot bereitgestellt, welches sehr gut angenommen wurde. Diese Initiative soll auch in 2024 wiederholt werden.
Der Fokus liegt auch in 2024 auf der Umsetzung mehrerer kleiner Projekte, die in Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen konzipiert und umgesetzt werden sollen. Diese Projekte orientieren sich an den individuellen Wünschen, Bedürfnissen und Eigeninitiativen der jungen Menschen. Die partizipative Gestaltung und Durchführung ermöglichen eine aktive Beteiligung und Mitbestimmung der Kinder und Jugendlichen an den Projekten.
Schlusssatz
Einige Hagener Sozialräume sind auch weiterhin geprägt von einer hohen Kinder- und Jugendarmut sowie vielen jungen Menschen mit Migrationshintergrund. Um die dadurch oft schlechteren Zukunftschancen der Kinder und Jugendlichen zu verbessern, werden diese auch in den kommenden Jahren auf Unterstützung durch Hilfsangebote vor Ort, wie zum Beispiel die offenen Jugendeinrichtungen und auf aufsuchenden Maßnahmen, wie die „Mobil aufsuchende Jugendarbeit“ angewiesen sein.
Inklusion von Menschen mit Behinderung
Belange von Menschen mit Behinderung
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X | sind nicht betroffen |
Auswirkungen auf den Klimaschutz und die Klimafolgenanpassung
X | keine Auswirkungen (o) |
